Emotionen, Leben, Tränen

das Tal der Tränen

Nachdem ich gestern all meine Bloggerenergie für die Erstellung der Bildergalerie aufgebrauchte, komme ich heut wieder zum schriftlichen Teil meines Blogs.

Blog schreiben?

Warum schreibt alle Welt jetzt Blogs?  Soll jeder, der es will,  teilhaben können ? Am Leben des Bloggers, erfahren können, was in ihm vorgeht ,wie er über das Weltgeschehen denkt ?

Warum schreibe ich einem Blog? Warum mache ich mir die Arbeit, Gedanken auf das Papier bzw. in den virtuellen Editor zu bringen?  Ich kann den Gedanken doch einfach ihren Lauf lassen. Egal wohin sie sich bewegen?

Es gab Zeiten, ich schreib damals noch direkt auf´s Papier meine Gedanken, da floss all meine Schreibenergie in die Traurigkeit, die sich in mir wie ein morastiger Sumpf  ausbreitete. Jeden Tag schaute ich nach, was im Sumpf der Traurigkeit noch zu entdecken gab, ob wieder  etwas dabei war, was ich voller Inbrunst beweinen konnte. Verbal betrat ich eine Fläche, die anfangs noch Boden unter den Füßen hatte, nach wenigen Sätzen stand ich kniehoch im Sumpf meiner eigenen Traurigkeit. Die Bodenflächen wurden kleiner, die sumpfigen größer und gößer, irgendwann stand ich in einem See, der sich mit meinen Tränen anfüllte. Weinte ich die Tränen, die ich all die Jahre nicht weinte, hätte weinen sollen?

Nach den Niederschriften fühlte ich mich erleichtert. Der Sumpf lag wieder hinter mir. Aber nicht wirklich, denn am nächsten Tag kehrte ich wieder an den Ort meiner Tränen zurück. ja es zog mich wie unter Zwang wieder und wieder zurück zum morastigen Sumpf meiner Traurigkeit. Wie unter Zwang grub ich unterirdische Gräben zum Tal der Tränen.

Aber warum fiel mir denn nichts besseres ein, als über meine Tränen zu schreiben?

Es fiel mir nicht besseres ein. Denn mein Gefühl von Traurigkeit war so innig und stark, dass ich nicht von ihm lassen konnte. In ihm  konnte mich räkeln und baden und mein eigenes Leid beklagen. War es Selbstmitleid? Das fand ich damals nicht, ich anderer Meinung.

Meiner spirituellen Lehrerin erzählte ich von meinem dicken Tränen-Tagebuch und erhoffte mir ein Lob von ihr. „Du hast ja einen Berg vom Tränen vor dir aufgebaut“ antwortete die ernüchternd zu mir. Ich war sprachlos und fand ihre Worte zu hart. Aber trotzdem spalteten ihre Worte mein Inneres sofort vom Sumpf ab, es zog sich eine dornige Hecke um den Sumpf. den ich fortan nicht mehr betreten konnte, ohne an ihrer Worte zu denken. „Du baust deine Tränen auf“ Damit schloss ich das Tagebuch  und widmete mich dem Leben wie es real existierte mit allen seinen Erscheinungsformen in seiner ganzen Palette, in der es viel zu lachen aber auch zu weinen gibt. Die goldene Mitte war der Weg, denn ich fortan folgte.

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2 Gedanken zu “das Tal der Tränen

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