Verbindungen–Versprechungen

wallpaper-551015So sieht das Leben mit Kinder und Kindeskinder aus. Immer was los, immer laut. Jeder sucht sich seinen Platz im Raum, seinen Platz in seiner Familie und das täglich neu, übernimmt in der Familiendynamik eine Rolle, die ihn prägt und noch lange begleiten wird.

Die Zeit, als ich als Mutter von einer kleinen Kinderschar umgeben war, ist vorbei. Meine Kinder sind groß und selbstständig und mit ihrer eigenen Kinderschar beschäftigt. Damit ist mein Platz klar, ich bin einfach nur da – nicht mehr und nicht weniger. Für niemanden außer für mich muss ich sorgen. Doch Sorgen mache ich mir trotzdem ab und an.

  • ich mache mir Sorgen um die Zukunft meines jüngsten Sohnes
  • ich mache mir Sorgen um die Zukunft meiner Enkelkinder. Welche Welt erwartetet sie, wenn sie erwachsen sind?
  • wie wird die Zukunft ihrer Kinder aussehen? Wird die übernächste Generation meiner Nachkommen die Welt nur mit Schutt und Müll erleben?

Unschwer zu erkennen, was meine Sorgen ausmacht, sind eine Art Zukunftsangst, die an die Gegenwart und Vergangenheit  gekoppelt ist. Sie sind die Verbindungen zwischen meinen Nachkommen und mir , zwischen den Zeitebenen, die nicht nur aus unsichtbaren Fäden bestehen, die sind wie Kettenglieder, die fest ineinanderreifen.

Die heile Kinderwelt, meine heile Kinderwelt zerbrach mit dem Erwachsen werden.

  • Warum kann die Welt nicht heil bleiben?
  • Warum ist das Abbild im Kopf von der Welt so falsch, dass es beim Abgleich zerfällt?

Das heißt, nicht die Welt zerfällt, sondern das Abbild von der Welt  und den Menschen, die in ihr leben.  Sie halten nie, was sie versprechen. Sie kamen wie ich auf die Welt und versprachen sich wie ich viel vom Leben. Doch dann vergeuden sie vielleicht ihr Leben mit Langeweile und Ablenkungen jeder Art, wie ich?

Ich versprach meinen Mitmenschen einiges, Versprechen, die wohl ich auch gebrochen habe

  • Den Partner glücklich zu machen
  • Den Kindern gute Eltern zu sein
  • Die Welt besser und schöner zu machen

Da frage ich mich, was ich mir vom Leben versprochen habe und welche Versprechen ich anderen gab?

Und überhaupt, was ist ein Versprechen?

  • Eine Vereinbarung zur Sicherheit – mit der Welt – mit den Mitmenschen?

Warum gab ich überhaupt ein Versprechen ab?

  • wollte ich gut dastehen?
  • wollte  ich jemanden beruhigen?
  • wolle ich mich beruhigen?

Die Zeiten, als ich Versprechungen abgab, sind schon lange vorbei. Ich halte nur meine Termine ein, sonst nichts

Ab und zu kommt es mir am Morgen vor, dass der Tag verspricht gut zu werden. Das ist aber nur so ein Gefühl, eine Ahnung, eine Vorahnung. Manchmal fällt ein Ereignis in den Tag, dass das Versprechen von guten Tag nichtig macht. Und dann verspricht des Tag aber doch ein gutes Ende zu nehmen.

Ostseemaus

2 Gedanken zu „Verbindungen–Versprechungen

  1. Hallo Klaus,
    ja, das ist wohl wahr, obwohl nicht jeder sich Kinder wünscht und unbedingt haben möchte.
    Ich komme aus einer „Kinderreichen Familie“ und da fand ich es für mich normal, dass bei mir auch er Nachwuchs aneinander reiht.

    ich wünsche dir noch eine schön Woche
    LG Osteemaus

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