auf ein Neues

Ich gebe zu, ich war richtig aufgeregt. Schon mehr als 5 Jahre stand ich nicht mehr auf der Matte und hatte keine Ahnung, ob ich es überhaupt noch bringe. Doch ich hatte meinem Trainer zugesagt und wollte auf den letzten Drücker keinen Rückzieher mehr machen. Also Augen zu und durch.  Aber vielleicht ist es ja auch wie beim Radfahren, d.h. wenn man es kann, verlernt man es auch nicht mehr. Aber eine weitere Frage quälte mich auf dem Weg zur Sporthalle. „Wird meine Kondition für 2 Stunden überhaupt reichen?“ denn ich wollte mich ja nicht nach 20 Minuten an den Mattenrand  und auf „Altersbonus“ setzen müssen, weil meine Batterie schon leer ist.

Kurz vor der Sporthalle traf ich auf die alten und neue „Hasen“, einer war größer als der andere. Einige von ihnen kannte ich noch aus alten Zeiten. Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude. Und dann wurde es ernst für mich, ich hoffte, das mein Comeback gelingen würde und setze mich in die Reihe derer, die im Gegensatz zu mir, regelmäßig Aikido trainierten.

Zu Beginn zeigt der Trainer, welche Technik als nächstes geübt wird.

Anschließend stürmen die Aikidokas die Matte und übern die Technik, die der Trainer zuvor gezeigt hat.

Ich (Rotschopf auf dem Bild) kämpfte mich durch meine Selbstzweifel und mit jeder Wiederholung kam die alte Sicherheit zurück. Mein Körpergedächnis hatte mich nicht in Stich gelassen, ich konnte auf fast alles, was ich schon vor Jahren  an Techniken erlernte,  wieder zurück greifen.

Manche Wurftechniken – Sumi Otoschi – sehen spektakulär aus, wie auf dem Bild zu sehen ist. Aber der Wurf zeigt am deutlichsten, worum es im Aikido geht, es geht nur um Verteidigung.  Man erlernt daher keine Angriffs- sondern nur Verteidigungstechniken, die mit geschickten Hebel umgesetzt werden und den Gegner zu Fall bringen soll. . Weder Gewichts- noch Altersklassen spielen eine Rolle, allein die Geschicklichkeit zählt.

Achja. fast hätte ich vergessen zu erwähnen. Meine Kondition hat über die 2 Stunden gereicht.

Am nächsten Tag fand ich einen kurzen Bericht darüber, den das Stadtteilbüro dazu zusammengestellt hatte. Wer rein schauen möchte – der Bericht dazu wird gleich am Anfang gezeigt.

4 Gedanken zu “auf ein Neues

  1. eingefangenemomente schreibt:

    Klasse, da gehört auch viel Mut zu nach so langer Zeit gleich wieder voll mitzumischen, Daumen hoch! Karate habe ich mal gemacht, ist aber schon über 20 Jahre her, heute gibt es bei mir nur noch Yoga, Radfahren ( wird echt Zeit das es wärmer wird) und Walken.
    Ich wünsche Dir schöne Feiertage, lG Regina

    Liken

    • Hallo Regina,
      ich denke, durch Yoga – als Yogalehrer – habe ich meinen Körper mehr fit gehalten, als ich angenommen hatte.
      In unserer Aikidogruppe hat sich auch eine ehemalige Karate-Kämpferin dazu gesellt. Karate oder auch Jodo und ähnliche Kampfkünste gehen mit der Zeit auf die Gelenke und deshalb suchen einige vom ihnen eine sanftere Kampfsportart, wenn sie bis ins hohe Alter am Ball bleiben wollen. Aikido gleicht ja eher einem Tanz und wer die Fallschule nicht mehr im vollem Umfang absolvieren will, lässt sich sanft ablegen.

      Ich wünsche dir ebenfalls schöne Feiertage
      LG Ostseemaus

      Gefällt 1 Person

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