Telefonitis

„Die Deutschen telefonieren wieder mehr“ so die Schlagzeile im Videotext, den ich gestern las. Dem kann ich nur zustimmen. Ich kann gar nicht sagen, wieviel Stunden ich in den letzten Tagen telefoniert habe, aber gestern kam ich auf 6 Stunden. Nicht am Stück, sondern auf den Tag verteilt.

Um die Mittagszeit meldete meine Enkeltochter sich bei mir über FaceTime und hielt mir gleich ihren umfangreichen Fragezettel ihrer Schule in die Kamera – Überschrift: Himmelskunde. Erste Frage: Was ist ein Zenit? Zweite Frage: Was ist Nadir? Also den Zenit konnte ich mir noch aus den Ärmel schütteln, aber den Nadir hatte ich nicht mehr auf den Schirm. Aber Wikipedia hat mir weiter geholfen. Damit die Schulkinder die halbe Wiki nicht abschreiben, sollen sie eigene Worte dafür finden. Nächste Frage: „Was ist ein geozentrisches Weltbild und was ein heliozentrisiches Weltbild?“ Cool…ich war gestern ganz gut in der Weiterbildung von Astronomie unterwegs. Guter Nebeneffekt. Grade was die unterschiedlichen Weltbilder betrifft, sie lassen sich auch ganz gut auf Menschen übertragen. Die mit einen geozentrischen Weltbild glauben, die ganze Welt dreht sich um sie 😀. Wir arbeiteten uns noch durch die Erdrotiation und nahmen uns dann den Mond vor, der ja auch ein spannendes Thema ist. Meine Enkeltochter machte sich ein paar Notizen und wollte später alles dann in Ruhe ausarbeiten, 

Während ich das Essen vorbereitet und mit mich meiner Enkeltochter über das astronomische Themen sprach, klingelt mein Telefon. Ein früherer Kollege rief mich an. Ich musste ihn erst vertrösten „Ich melde mich später noch mal zurück“. Das Mittag sollte nicht kalt werden und meine Enkeltochter wollte noch ein paar Antworten auf ihre Fragen von mir. Dann hatte ich Zeit für´s Telefonat. Wir telefonieren gute 2 Stunden. Thema: Coronavirus, Coronakrise und noch mal´s Corona. Es fiel uns echt schwer, auf ein anderen Thema einzugehen, wir kamen immer wieder auf Corona zurück. Nach 2 Std. telefonieren lehnte ich mich erst mal auf meiner Couch zurück. Mittlerweile war es schon fast 17 Uhr geworden und ich wollte die neusten Nachrichten zum Thema Coronakrise sehen.

Am Abend, als ich erneut in der Küche stand – ich war grade am Schnippeln und Kochen –  rief meine Schwester aus Kiel an. Wir sprachen über, wie sollte es anders sein, über Corona und das niemand weiß, was auf uns noch zukommt. Ich erzählte ihr mit Schrecken über eine Nachricht zum Coronavirus, die ich ebenfalls im Videotext gelesen hatte. Es handelte sich dabei aber um eine positive Nachricht, die für mich aber trotzdem eine Schreckensnachricht enthielt. Ein geheilter italienische Coronapatient konnte die Klinik verlassen. nach 18 Tage am Beatmungsgerät war er glücklich, wieder selbstständig atmen zu können. OH Schreck, niemals hätte ich gedacht, dass man solange auf die Beatmungstechnik angewiesen sein wird und mir wurde schlagartig klar, warum man zur Zeit massenhaft Beatmunsgeräte aus dem Boden stampfen muss. Ich mache gleich mal eine Milchmädchenrechnung auf. 60 – 70 % werden. laut Viriolgen, an dem Coronavisus erkranken, davon wird der Krankheitsverlauf bei 10 – 20 % eher dramatisch verlaufen und 10 % werden werden nach aller Wahrscheinlichkeit beatmungspflichtig. Darüber wurden wir ja schon seit Tagen großflächig aufgeklärt, aber über die Länge der Zeit am Beatmungsgerät erfuhr ich erst durch diese Nachricht im Videotext. Auch wenn meine Schwester und ich uns über Gott und die Welt unterhielten, wir kamen immer wieder auf den Coronavirus zurück. 

Ein Gespenst geht um

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