Ostseemaus – Retter der Gänse ?

Kaum zu glauben, welch Höllenlärm Gänse machen können. Da kommt so manch Hundegebell nicht mit. Und sie sind so was noch neugierig. Jeder, der dem Grundstück zu nahe kommt, wird von den Gänsen mit Getöse begrüßt und gleitet, bis man wieder aus dem Blickfeld verschwindet oder sie keinen Bock mehr auf Begrüßungslärm haben.

Auf dem Grundstück, auf dem wir Yogis unser Sommeryoga machen, leben seit Monaten 3 Gänse. Mit langen Hälsen und Gänsegeschrei begleiteten sie uns über das Grundstück. „Keine Sorge, die zwicken nicht. Sie gehören zu der Rasse Gänse, die keine Aggression zeigen“ sagte uns die gute Frau, auf dessen Grundstück wir uns alljährlich im Sommer zur Yogapraxis treffen. Neugierig schlichen die Gänse um uns und unsere aufgerollten Yogamatten, dann verloren sie das Interesse und zogen wieder ihre Kreise auf dem Grundstück.

Später erzähle ich Sohnemann vom lautstarken Verhalten der Gänse und dabei fiel ihm ein, dass er von einem ehemaligen Insassen – er erzählt stundenlang auf einen Youtubekanal über sein Leben – aufgeschnappt hatte, dass amerikanische Gefängnisse sich das lautstarke Verhalten der Gänse gegen flüchtige Häftlinge erfolgreich zunutze machen. Man hält dort eine Gänseschar rund um die Gefängnisanlagen, an denen der Flüchtige erst mal vorbeikommen muss. Gänse lassen sich nicht mit einer Bockwurst ablenken😁

„Warum habt ihr euch die Gänse angeschafft?“ fragte ich nach.“ Wir wollen zu den Festtagen einen Biogänsebraten auf den Tisch stellen. “ „Ohje…die armen Gänse. Zum Glück wissen sie nichts von ihrem Schicksal. 😥. Ich könnte das nicht.“ antwortete ich. Nein, es würde sicher nicht lange dauern und ich wäre vom Fleischfresser zum Vegetarier mutiert, sollte ich auch nur ein Tier töten müssen, damit ich mein Steaks auf den Tisch bekomme. „Haben eure Gänse auch Namen?“ „Nein, selbstverständlich nicht“

Der Zufall wollte es, dass mir kurz nach dem Gespräch ein Buch so im Vorbeigehen in der Rostocker Stadtbibliothek in der Auslage ins Auge fiel. „Plötzlich Gänsevater“ und ich erinnerte mich, dass ich von dem Gänsevater auch im TV schon gesehen hatte. Jetzt wollte ich wissen, was der Gänsevater mit seinen Zöglingen so erlebt hatte. Nach wenigen Tagen hatte ich das Buch ausgelesen und reichte es weiter, zu den Gänsehaltern, die ihren lebenden Entenbraten täglich vor Augen haben. Der „Gänsehalter“ wollte das Buch auch lesen und auch er hatte sich damit so gut unterhalten, wie ich.

Es vergingen zwei oder drei Wochen, als ich folgende Nachricht auf meinem Handy lesen konnte :„Hallo zusammen suche Namen für 2 Ganter und eine Gans. Sie werden wohl zu Haustieren“ Meine Antwort: „Für die Gans hätte ich ja schon mal einen Namen Auguste (Weihnachtsgans) dann könnte einen Ganter August (der Stärke) und der andere Ganter könnte auf Arthur (der Engel) getauft werden 😄👍“ Zwei Tage später :„Liebe Leute, danke für Euro Vorschläge. Sie heißen Biene, Franz und Gustav.

Na super, die 3 Gänse sind vom Gänsebraten zum Haustier aufgestiegen und bekamen ihren Namen verpasst. Hab ich das Leben der Gänse gerettet? Ich möchte mir das doch zu gern auf meine Fahne schreiben.

nicht linear denken

Du denkst schon wieder linear“ Dieser Satz fällt mitten im Film von „Tenet“.

Ja..ich habe mir den Film gestern Nachmittag angesehen. Mit mir waren gestern noch 6 weiter Kinogäste im Saal. 😁 Aber die 2. Vorstellung ab 19.00 Uhr wurde dann doch besser besucht.

Ganze 153 Minuten in einem Film mit zahlreichen Zeitenwechsel und keine Minute davon hatte ich mich gelangweilt. Auch fühlte mich nicht überfordert. Aber einmal mit den Gedanken woanders sein und schon fehlt einem ein wichtiger Baustein, um den Fortlauf des Filmes so weit wie möglich folgen zu können. Also volle Aufmerksamkeit ist angesagt. Der Regisseur Christopher Nolan erwartet das nicht nur viel von seinen Zuschauern, nein, er setzt auch einiges voraus, wie z.B. nicht linear zu denken. Oder zu verstehen, was man unter Inversion zu verstehen hat, oder was Algorythmen – davon macht Google Gebrauch – bedeutet.

Um dem Film folgen zu können, stellte ich mir die Zeiten wie Tonspuren auf einem Tonband vor, wobei die Gegenwart vorwärts und die Zukunft rückwärts lief. Nolan ließ die gegenläufigen Zeiten zusammenfließen und deshalb bewegten sich Menschen im Film Teileweise vorwärts oder rückwärts. Je nachdem, in welche Richtung der Zeit der Protagonist sich bewegte. Musste er in die Vergangenheit zurück, lief er rückwärts und die anderen bewegten sich vorwärts. Bewegte der Protagonist in die Zukunft, dann trug er einen Mundschutz wie von einem Beatmungsgerät. Wahrscheinlich, weil die Atmung verständlicherweise anders herumlief. Es kam auch vor, dass er sich selbst begegnete. Also gar nicht so schwer😁. Denke ich mal.

Ich hatte nur ein Problem. Es tauchte – für mich aus dem nichts – eine Zeichnung auf, die so was von wichtig war, dass sie einen großen Teil der Handlung beeinflusste. Vielleicht war ich mit den Gedanken grade mal unterwegs, als die Zeichnung das erste Mal erwähnt wurde. 😮 Aber das ist nicht so schlimm, denn ich sehe mir den Film am Dienstag noch einmal an. Diesmal will Sohnemann sich doch darauf einlassen. Das will er wohl doch nicht auf sich sitzen lassen. Seine Mutter kann in großen Zügen dem Film folgen und er als junger Mann sieht ihn sich nicht an, weil viele, die den Film sahen, meinten „Ich nix verstanden“ Nein, Sohnemann will jetzt auch mitreden können.

Viele Szenen wurden von einer grandiosen Musik getragen. Obwohl unmelodisch, laut und donnernd störte sie keinesfalls, sondern verlieh dem Film noch mehr Kraft und Wucht.

Für mich war das ein Film der Extraklasse. Ein Meisterwerk, das Zeichen setzt und zur Zeit seines Gleichen sucht. Ein Kunstwerk, was die eigene Logikspirale im Kopf auf die Sprünge hilft. Von der Handlung erzähle ich hier nicht, weil man sie nur schwer erzählen kann. Der grobe Plot – das Gute bekämpft das Böse und rettet damit die Menschheit. Ich zitiere einen weiteren Satz aus dem Film „man muss es nicht verstehen, man muss es fühlen“ Und dieses „fühlen“ hat nichts mit Herz-Schmerz zu tun.

soll ich ?

Oder soll ich nicht? Sollte ich besser mein Geld sparen oder es ausgeben, um mitreden zu können? Was das Geld betrifft, spare ich diese Woche sogar etwas Geld, auch wenn ich Geld dafür investieren würde. Ich habe eine Cinecard und mit der kann ich den Film der Woche für 5 € ansehen. Das würde bedeuten, dass ich bei Nichtgefallen nur 5 € in den Wind schreiben kann. Gemeint ist der Film „Tenet“ . Ein Film vom bekannten Regisseur Christopher Nolan ( u.a. Interstellar), der in seinem Filmen von seiner Zuschauern verlangt, seinen eigen Logikapparat im Hirnkasten auszuschalten und der Handlung einfach zuzuschauen, auch wenn man ihr nicht folgen kann.

Will ich das wirklich? Werde ich mir dabei nicht vorkommen, als würde ich ein Buch mit chinesischen Buchstaben lesen wollen, ohne die Schriftzeichen zu kennen. Aber ich weiß, dass jedes Schriftzeichen ein Bild oder mehrere Bilder darstellen und mit etwas Fantasie kann ich das eine oder andere Symbol doch deuten, oder nicht?

Aber ich laufe Gefahr, das ich mit dem Gefühl „ganz und gar nix verstanden“ das Kino verlassen und ich bin damit nicht zufrieden sein werde. Kann ich es aushalten, einer Handlung zu folgen, ohne etwas von dem was ich sehe, zu verstehen? Sohnemann wollte ich dazu überreden, mit ins Kino zu kommen. Wir hätten uns im Nachgang über die Handlung austauschen können. Doch der sträubt sich mit Händen und Füßen, obwohl er ein Fan von Nolan-Filmen ist, sich den Film anzusehen. Er hätte Kritiken darüber gelesen, bei dem der Film nicht so gut wegkommt. Also muss ich mich allein durch den Film arbeiten, wenn ich mitreden will.

Ich möchte auch nicht darauf warten, bis man den Film vielleicht in ein paar Jahren auf Netflix sehen kann. Solch ein Siene-Fiction-Action-Spionage-Film auf dem heimischen TV-Gerät mir anzusehen, kann ich mir sparen. Das wäre für mich wie eine tief gefrorene Suppe, an der ich ohne Genuss knabbern müsste.