alles menschlich

Wenn ich mir vorstelle, jede meiner großen und kleinen Ängste würden ein kleines Löchlein oder Loch in meine Haut brennen, wie sähe ich dann aus? Wie ein Schweizer Käse vielleicht?

Dieser Gedanke beschäftigte mich, als ich mit meinen zwei vollen Einkaufsbeuteln vom Supermarkt auf dem Heimweg war. Das Klopapier in den Supermarktregalen sah dünn gesät aus. Das nahm ich aber nur im Vorbeigehen wahr. Haben wir es angesichts der steigenden Infektionszahlen wieder mit einer diffusen unterschwelligen Angst zu tun, dass der Virus unser Leben erneut aus den Angeln heben wird?

Deshalb dachte ich über Angst an sich nach und mein Kopf zählte auf dem Heimweg die ihm bekannten Ängste auf. Einige von ihnen haben ich auch persönlich kennengelernt, nur wenige konnten mein Leben bestimmen und wenn, dann nur für eine kurze Zeit.. d.h. mir ist es gelungen, das eine oder andere „Loch“ zu stopfen, es im Zaum zu halten, sodass es nicht möglich war, dass sich die „Löcher“ womöglich noch unter einander verbinden und aus 3 kleinen „Löcher“ meiner Miniaturängste ein großes Loch in meine Haut reißen kann.

Wovor kann der Menschen alles Angst haben?

  • Angst
    • vor dem Coronavirus 
    • vor einer zweiten Welle der aktuellen Pandemie
    • vor unheilbaren Krankheit
    • vor endlosem Siechtum
    • vor dem Tod
    • vor unsicheren der Zukunft
    • vor großen Veränderungen
    • vor Neuem
    • vor Fremden
    • vor dem Chef
    • vor dem Versagen
    • vor Arbeitsplatzverlust
    • zu verlieren
    • vor Spinnen
    • vor Schlangen
    • Gefühlen

Weiter bekannt sind mir Ängste, die schon einen Namen haben:

  • Existenzängste
  • Verlustängste

Und es gibt sicher noch viele andere Ängste, die mir grade mal auf die schnelle nicht einfallen. Die kleinen Ängstlichkeiten, die man tagsüber durchlebt, sollten bei meiner Aufzählung  auch nicht vergessen werden.

Aber es gab für mich noch einen weiteren Impuls, außer der zum Teil schon leeren Klo-Papier-Regale, über menschliche Ängste nachzudenken. Der Rechtspopulismus bedient sich in seiner Argumentation der Ängste der Menschen, um aus ihnen eine Anhängerschaft zu rekrutieren.

 

Hab ich das nicht super hingekriegt 😁? Mein Kopf schlug einen geraden Bogen vom Klopapier zum Rechtspopulismus. Das Bindeglied dazwischen die kleinen und große Ängste der Menschen.

11 Gedanken zu „alles menschlich

        1. Ängste dienen ja zu unserem Schutz, denn sie bewahren uns ja auch vor Gefahr. Trotzdem ist es gut seine Ängste zu kennen, damit niemand anderes sie als Eintrittspforte nutzen kann. Wenn alle meine Ängste sich an meinen alten Esstisch setzen würden, musste ich ihn ausziehen, damit alles daran Platz finden 😁
          Ich wünsche dir eine entspannte HomeOffice Woche. Ich denke mal,, dass in Berlin wieder alles audf Vorsicht umgestellt wurde.
          LG La We

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            1. Hallo Bo.,
              ich dachte wegen der hohen Infektionszahlen in Berlin würde man die ganz Woche im Homeoffice bleiben dürfen.
              Sohnemann geht es gut. Er steht zurzeit für 2 Tage im Glühweinstand und für 3 tage im Restaurantbereich.
              Bis auf gestern… schlechtes Wetter ..liefen die Geschäfte kontinuierlich erstaunlich gut.
              Eine schöne Woche noch für dich
              LG La We

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            2. Danke.
              Wenn ich will, kann ich auch 100% im HO arbeiten, da ich zur Risikogruppe gehöre.
              Aber die ganze Woche alleine zuhause, ödet mich sehr an.
              Auch stimmte ich zu, den Firmenlaptop mit meiner Bürokollegin zu teilen. Sie ist zwar nicht Risikogruppe, hat aber einen langen Arbeitsweg mit den Öffentlichen. Leider hat der Betrieb nicht genug Laptops für alle, die sich in diesen Zeiten HO wünschen…

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  1. Angst vor Ärzten kann man auch haben…
    Die Rechtspopulisten bedienen sich aber in erster Linie Existensängsten, zu denen ich auch einen Teil der Verlustängste zähle. Das sind ganz grundlegende Gefühle, auf die jeder anspricht. Wer sich der Manipulation nicht bewusst ist, springt schneller auf das Pferd auf.
    Danke, dass du mich/uns an deinen Gedanken teilhaben lässt!
    Liebe Grüße
    die Hoffende

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    1. Hallo Hoffende,
      Angst vor dem Arzt? Er sollte doch als Helfer in der Not gesehen werden. Aber ich weiß, was du meinst.
      Genau, die Existenzangst ist neben der Angst vor dem Tod einer unserer Urängste. Und ich erlebte Existenzangst sogar als körperlichen Schmerz. Es fühlte sich für mich so an, als würde jemand mit einem Taschenmesser durch meine Gedärme fahren. Ich hatte große Mühe, mich von dieser Angst nicht beherrschen zu lassen. Trotz alledem hielt ich an meinem Urvertrauen fest und darauf, dass sich eine andere Tür öffnet, wenn sich eine schließt. D.h, ich erlaubte niemandem meine Angst als Eintrittspforte für seine Ideologie zu nutzen.
      Auf der anderen Seite hatte ich in meinem Leben schon eine Menge durchmachen müssen, sodass ich schon aus Erfahrung wusste, nach einem Tief folgt immer wieder ein Hoch.
      Ebenso halte ich es mit der Pandemie. Ich relativiere sie für mich, indem ich die Einschränkungen, mit der wir zurzeit leben müssen, mit anderen schwierigen Lebenslagen vergleiche, durch die ich schon marschieren musste.
      Die Manipulation ist ein Werkzeug, mit denen man Menschen mitreißen kann, von Menschen, die ein Gefolge suchen. Nicht so einfach, sich davor zu schützen.
      Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag, der ja heute 25 Stunden hat. 😁👍
      LG Ostseemaus

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      1. Liebe Ostseemaus,
        eigentlich wollte ich nur deine Liste vervollständigen mit der Angst vor Ärzten. Es gibt ja nicht umsonst das „Weißkittelsyndrom“. Aber wenn ich genau überlege, kenne ich diese Angst tatsächlich. Es gibt Ärzte, die ihr Handwerk so gut zu verstehen meinen, dass man keine Angst haben muss. Aber wenn von ihnen mit mir etwas gemacht wird, dann ist das manchmal unangenehm bis schmerzhaft. Ich denke an den Schlauch in der Nase, die Blasenspiegelung und Zahnarztbehandlungen, die allesamt von den Ärzten heruntergespielt wurden und bei mir traumatische Erinnerungen zurückließen. Ja, man kann Ängste vor Ärzten entwickeln, wobei die bei mir nicht generalisiert ist. Jeder Arzt bekommt eine neue Chance.
        Die Pandemie ist für mich persönlich insofern anstrengend, dass es Leute gibt, die meinen, Menschen wie mich nicht schützen zu müssen und ein Problem mit dem Tragen eines Mundschutzes haben. Sogar enge Verwandte ticken so – mir völlig befremdlich. So wachsen auch da Ängste, denn ich gehöre zur Risikogruppe und hoffe dringend auf eine wirksame Impfung, damit ich wieder entspannter sein kann. Da eine solidarische Einsicht bei den „selbst denkenden“ Menschen ein Wunschtraum bleiben wird.
        Danke für die Wünsche, der Sonntag war etwas anstrengend. Ich werde mich morgen erholen. 😉
        Liebe Grüße und für dich einen schönen Wochenanfang
        die Hoffende

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        1. Hallo Hoffende,
          okay..diese Angst kenne ich auch. Da reicht es schon für mich, wenn eine Spritze angekündigt wird. Ich wäre bestimmt ein jammernder Patient. 😁

          Was die Menschen betrifft, das das ganze „Gewese“ um den Virus zu viel finden, reagieren wahrscheinlich auch aus ihrer Angst heraus darauf. Manche entscheiden sich für Ignoranz der Gefahr und übersehen dabei, dass es auch bei ihnen eine Angstreaktion ist.
          Andere wieder müssen erst selbst davon schwer getroffen sein, damit sie die Realität akzeptieren.
          Dazu kommt noch die wirtschaftliche Angst. Die Pandemie wird nicht ohne wirtschaftliche Negativfolgen bleiben und viele fürchten mehr um ihren Lebensstandard als um ihre Gesundheit. Sie bagatellisieren daher lieber alles. Das sind häufig Menschen um die 40-45 Jahre. Sie haben grade ihr Leben auf einen guten Standard aufgebaut und fürchten sich davor, das alles einstürzt sie wieder und sie neu aufbauen zu müssen. Reicht dann die Kraft noch?
          Also wie man sieht, auch die Widersacher reagieren häufig auch aus einer diffusen Angst heraus.
          Anderen wiederum schwillt die Halskrause an, wenn man ihnen sagt, was sie zu tun haben, wie z.B. Mundschutz tragen.

          Sei es wie es sei, der Staat wird weiter dafür sorgen, dass sich die Krankenhäuser nicht überfüllen, das Krankenpersonal nicht überfordert und die öffentliche Ordnung nicht gefährdet wird. Dann wäre wirklich die „Kake am dampfen“.

          Ich vertraue also lieber den Staat, der uns weiter durch die Krise leiten wird und keine Menschenleben dabei aufs Spiel setzen will. Dabei müssen sie drei Dinge im Augen behalten: 1. Die Wirtschaft 2. Die Gesundheit 3. Die Demokratie

          Ich wünsche dir noch eine schöne Woche
          LG Ostseemaus😊

          PS: Ich nutze diese Zeit dafür, die Menschen zu beobachten. Wie verhalten sie sich in Krisenzeiten? Ist auch spannend 😁

          Gefällt 1 Person

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