salonfähig gemacht?

„Ist das Kunst? Oder kann das weg?“ Das werden sich genau so viele, wie ich am Freitag gefragt haben, als man aus den Medien von der Aktion „#allesdichtmachen“ erfuhr. Und nein, ich applaudierte nicht oder stimme gar verhalten der Aktion der Schauspieler zu, die sich zusammen taten, um der Regierung mangelnde Transparenz zu ihren Entscheidungen im Umgang mit der Pandemieverdeckt hinter einem – für meine Ohren – geschwollenen Gerede.

Sie wollten revolutionär sein und aufmerksam darauf machen, darauf, dass ……… ja, worauf denn? Ist mir da was entgangen? Die im vorletzten Satz „……..“ lassen sich für mich nicht schließen. Man sagt ja.: „Der Empfänger bestimmt die Botschaft“ Es könnte ja auch sein, dass mir eine Gehirnwindungen dafür fehlt, die die subtil verpackten Botschaften nicht deuten zu können.

Kunst ist ja auch nicht immer leicht zu verstehen. Vielleicht muss man sie ja nicht verstehen, sondern fühlen, sie gefühlt begreifen? Mein Gehirn hatte sich geschunden, um meine Abwehrreaktion zu blockieren, denn immerhin waren bei der Kunstaktion „#allesdichtmachen“ auch Schauspieler dabei, denen ich vertraue und glaube und sie bei mir deshalb auf der Bestenliste stehen. „Wie können sie mir und sich das antun?“ Kreuz und quer wirbelten meine Gedanken durch den Kopf. Mir wurde im wahrsten Sinne des Wortes schlecht, als hätte ich einen Schlag in die Magengrube bekommen und kämpfte nun mit echtem akuten Brechreiz.

Noch am Abend sah ich Jan Liefers, den Liebling aller Münsteraner Tatort-Zuschauer im TV. Er wurde noch am selben Abend in einer Talkrunde zugeschaltet. Er sah aus, als wäre von einem Bus überfahren worden. Wahrscheinlich hat ihn neben den Lobgesängen der Shitstorm überrascht. Für einen erfolgsverwöhnten Schauspieler, schwer auszuhalten, aber er kämpft wie ein Löwe gegen den Wind an, der ihm neben dem Applaus in den Ohren von der „Querdenker – und AfD-Szene“ nachhallt, der kalten Wind der Kritiker und ihr Entsetzten um die Ohren weht.

Warum wurde mir übel? Seit Wochen verfolge ich über den Telegram-Kanal die Querdenker-Szene – sprich Herrn Wendler. Und ich sage euch, wer sich all die verteilten Infos der führende Köpfe der Querdenker reinzieht, wird irgendwann Gift und Galle spucken. Und das gebräuchlichste Vokabular inklusive Superlative der Querdenker und Erzähl- Narrative sind, z.B. „Die da oben und wir hier unten“ – „Wir sind die Guten und die da oben sind die Bösen“ – „Die Medien belügen euch – wir sagen euch, was wahr ist“ ..fand sich in den Texten der Schauspieler wieder.

Letzten Slogan hatte Jan Liefers bedient. Er sprach in geschwollenen Gerede und subtil ein Gleichschaltungsgesetz aus der Nazi-Zeit an. Zitat Wiki 👇

Gleichschaltung bezeichnet die erzwungene Eingliederung aller sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Kräfte in die einheitliche Organisation einer Diktatur, die sie ideologisch vereinnahmt und kontrolliert. Seit den 1930er Jahren bezeichnet das Wort den Prozess der Abschaffung des Föderalismus und der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens in der Machteroberungsphase der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel war es, bis 1934 den als Zerrissenheit verstandenen Pluralismus in Staat und Gesellschaft aufzuheben. Mit der Gleichschaltung strebte man an, alle Bereiche von Politik, Gesellschaft und Kultur gemäß den nationalsozialistischen Vorstellungen zu reorganisieren.“……….

(Ob sein Arbeitgeber, die ARD es gut findet, dass einer seiner „Angestellten“ ihn als „Scherge“ einer verdeckt aufstrebenden Diktatur bezeichnet? Ich nutze die harten Begriffe in meiner Fragestellung auch mal das Instrument der Überspitzung, wie es in der Kunst üblich ist, es sichtbar zu machen.)

  • Und ich habe noch ein große Frage. Wem nützt diese Kunstaktion von namhaften Schauspielern?
    • Dem schon ohnehin schon gespaltenen Land, deren Graben zwischen den Fronten nun noch tiefer geworden ist, als er schon war?
    • Den Menschen im privaten Bereich, die sich wegen der unterschiedlichen Auffassungen zur Risikobewertung und der Maßnahmen fast kriegerisch in den Haaren liegen? Der Graben zwischen Freunde und Freunde, bzw. Bekannte und Bekannte hat sich nun vertieft.
    • Hat nach dieser Kunstaktion nicht jeder auf seine Weise aufgerüstet, um noch intensiver aufeinander loszugehen?
  • Und wer bekommt nach der Aktion Schützenhilfe in dem schon tief gespaltenen Land?
    • Die AfD
    • Die Querdenker – Sammelbecken für Skeptiker und Zweifler
  • Ich werfe das ☝ einfach mal in den Raum, ganz einfach, weil nur aus den Szenen tosender Beifall kam

Und ich werfe noch etwas einfach mal so in den Raum. Die Strippenzieher der Kunstaktion in der hinteren (versteckten) Instanz die Anführer der Querdenker-Szene, der mit viel Geld tief im Kaninchenbau sitzen und sich jetzt einst ins Fäustchen lachen und sich die Hände reiben. Ihnen ist es gelungen, die Schauspieler gekonnt für ihre Idee zu instrumentalisieren.

Und was war/ist ihr Ziel? Querdenken soll mit Hilfe bekannter Schauspieler in der breiten Bevölkerung salonfähig gemacht werden. Auf diese Weise outen sich die, die noch im verborgenen quer gedacht haben. Sie bekamen nun durch die Künstler die Bestätigung gekommen.

Doch was ist schon schlimm an der Querdenker-Szene, dass man als Kritiker der Maßnahmen in selben Atemzug von ihnen distanziert, schließlich kämpfen sie für Demokratie und Freiheit? Oder liegt im Verborgen doch ein anderes Motiv? Wenn sie bei Demonstrationen ihre Transparente ausrollen und das Licht durchscheint, sehe ich dahinter ihr wahres Motiv , das da lautet:

  • „Wir kämpfen für die Entsolidarisierung der Gesellschaft.“
  • „Nieder mit der Regierung, die ihre Maßnahmepolitik darauf ausrichtet, die Verletzlichen und Schwachen zu schützen“
  • „Nieder mit der Regierung, die mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe“

Letztes wird man ja einfach mal so sagen dürfen,, ohne dass man mich als *AA bezeichnet.

*AA- Angepasst – Angsthase – oder angepasster Angsthase ?

Photo by David Bartus on Pexels.com

2 Gedanken zu „salonfähig gemacht?

    1. Hallo Nicole,
      die Mitarbeiter vom Gesundheitswesen haben es ja auch auf ihren Punkt gebracht „Es ist jetzt nicht die Zeit für Satire“.

      Krisen bringen das Beste oder das Schlechteste im Menschen hervor. Die Schauspieler haben wohl das beste gewollt und sich nun doch auch viel Ärger eingehandelt. Aber wie es so schön heißt, wer Wind säht, kann einen Shitstorm ernten.

      Auf der – #wirmachenallesdicht – Seite verschwinden weiterhin Videos von Teilnehmern. Kommentiert wird das von der besagten Internetseite, dass die Rückzieher auf den Druck durch den Shitstorm zurück zu führen sind, dem sie nicht gewachsen sind.. Eine nette Umschreibung der Querdenker-Szene dafür das Lieblingswort „eingeknickt“ bevorzugt einsetzt…mit anderen Worten, man stellt den „Aussteiger“ als Schwächling dar.

      Auch ein Stilmittel der Szene. Die eigene Moral überhöht darstellen und diese neben die „korrupten Politiker und ihre buckligen Befürworter“ verbal zu positionieren. 😀 womit man wieder bei der bekannten Erzählweise – „ich bin der Gute 🧡und der ist der Böse👿“ angekommen sind.

      Ich fasse mal zusammen. die Sache mit dem Stresstest (Elchtest 😁) für die Zeit der Pandemie müssen wir noch üben, denn nach der Pandemie wird vor der Pandemie sein. Damit beschreibe ich den „schwarzen Schwan“ – der uns sagt, das auch das Unwahrscheinliche wahrscheinlich sein kann und dass das Gestern und Heute niemals das neue „morgen“ sein wird.

      Jan Liefers tut mir schon etwas leid, weil er einer der wenigen ist, der Mannsgenug ist, sich öffentlich der z.T. angefeindeten Diskussion zu stellen. Was das betrifft, hat er weiter meinen Respekt.(Er versucht aus der „Kacke“ noch was zu machen. Vielleicht lachen wir auch in ein paar Monaten darüber. Lachen soll ja gesund sein und dann ist auch wieder die Zeit für die Satire 😁🧡🧡

      Komme gut durch die Woche und bleibe weiter gesund 🙋‍♀️

      LG Ostseemaus

      Gefällt 1 Person

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