Monat: August 2021

Oma muss ran

Seid meine Enkelkinder wissen, das ich mich ganz gern mal in ihre Matheaufgaben vertiefe, kommen laufend Anfragen zur Nachhilfe. Als Schülerin fand ich Mathe spannend wie ein Krimi und ich finde es heute auch noch anregend, den Lösungswegen auf die Schliche zu kommen. Zum Glück lässt sich meine Erinnerung in Schulmathe bis zur 10 Klasse ganz gut reaktivieren. Ich hole mir die erste Auffrischung meiner verschollenen Mathekenntnisse aus dem Internet und schon kommen meine grauen Zellen wieder in die „Püschen“. Gestern investierte ich sogar 15 € für in Kompendium der Mathematik, so kann ich auch mal gemütlich auf der Couch nach den Lösungswegen suchen.

Also machte eben erst mal ihre Hausaufgabe, um dann mit ihr die Aufgaben zu besprechen. Sie ist in der 9. Klasse und schlägt sich zur Zeit durch die Flächenberechnungen. Im Falle ihrer gestellten Aufgaben geht es darum, all ihre Kenntnisse zur Flächenberechnung anzuwenden, d.h. die Welt in Quadrate. Rechtecke, Dreiecke, Trapeze oder Parallelogramme zu zerlegen. Mit anderen Worten in die Form eindringen und gucken, was in ihr steckt.

Wir wollen gleich die Aufgaben und die Lösungswege virtuell besprechen. In Vorbereitung auf unser Gespräch bat ich meine Enkeltochter, mit ausreichend Neugier an den Start zu kommen, ein offenes Ohr dabei zu haben und ihren Dauerschwarm Wincent Weiß mal kurz aus dem ihrem Kopf zu verbannen, dann klappt es auch mit der mathematischen Erleuchtung. 😀

Außer Kontrolle

Auf die absolute Ruhe im Lockdown folgt nun wieder das hektische Leben, mit allen seinen schönen … aber auch Schattenseiten. Und in Schattenseite hatte ich vor wenigen Tagen einen ungewollten Einblick. Ein mir bekanntes Ehepaar besuchte mich kürzlich, als in grade mit den Kindern in die Sporthalle ging. Sie haben beide auch mit dem Sportverein zu tun . Sie wollten nur schauen und von mir wissen, wie es so läuft. Die Trainingssaison hat nach dem lagen Lockdown und den anschließenden Sommerferien grade erst begonnen und die Gruppe wird täglich größer. Am Dienstag stürmten fast 20 Kinder die Halle und mit ihnen das Ehepaar.

Sie, eine beliebte Trainerin an einem anderem Stützpunkt des Vereins und er, ein großer staatlicher aber sanftmütiger Mann, aber schon in Rente. Bis vor wenigen Jahren unterstützte er den Verein auch nach Leibeskräften, als ihn eine Krankheit nach der anderen aus dem Sportbetrieb riss..

Vor 2 oder 3 Jahren fielen meiner Kollegin und mir auf, dass er nicht mehr der Alter war. Wir beobachteten eine schleichende Persönlichkeitsveränderung. Er wollte z.B. am Telefon wissen, wer wir wären. Ich kannte dieses Nachfragen nach Namen auch schon von meinem Ex-Mann, was mich damals verwunderte. Nach 4 Jahren meiner Beobachtung kam er in ein Pflegeheim für Demenz Erkrankte. Auch er war ein großer stattlicher Mann und es tat weh, ihn so hilflos zu sehen.

Und am letzten Dienstag erlebte ich das Ausmaß einer Demenzerkrankung in der Sporthalle. Ich war über die Maßen erschrocken, als der sanftmütige Mann – er kam ja mit seiner Frau – brüllend in den Gängen der Sporthalle stand. Er glaubte, einen wichtigen Termin nicht mehr einhalten zu können und brüllte deshalb seine Frau mit einen verärgerten Klang in seiner Stimme an. Die Kinder verzogen sich in die Umkleidekabinen und ich versuchte der Überblick zu behalten.

Er wollte dringend mit mir allein sprechen, folgte mir in den Trainerraum und schloss hinter uns die Tür. Seine Frau, die uns folgte, vertrieb er mit lauten Gebrüll, sie schreckte zurück mit den Worten. „Heute ist es wieder ganz schlimm“ und verzog sich wie ein streunender Hund, den man mit Steinen bewarf. Nun standen er und ich allein im Raum. Ich gebe zu, ich fühlte mich unbehaglich, aber auch bestürzt. Was ist nur aus dem symphytischen Mann geworden 😥. Das letzte mal sah ich ihn vor einem Jahr. Da schein er mir eher unsicher, aber zurückhaltend. Er klagte damals über Sehbeschwerden, seine Frau beruhigte ihn fortlaufend. Doch am Dienstag ließ er sich von ihr nicht beruhigen.

Erst als wir allein im Raum standen, wurde es ruhig, weil er ruhig wurde. Er fragte mich, ob der Stützpunkt nun tot sein. (Damit wollte er wissen, ob nach der Auszeit überhaupt noch Kinder zum Sport kommen) Obwohl er mit der Kinderschar die Halle betrat, wollte er von mir wissen, ob überhaupt noch Kinder kommen würden. Zum Glück funktionierten meine aufklärende Worte: „Nein, der Stützpunkt ist nicht tot. Es kommen jeden mehr Kinder“. Er verließ den Raum und folgte auch wieder brav seiner Frau.

Damit will ich aber nicht sagen, dass ich ihn beruhigt hätte, aber vielleicht hatte er durch die eine Antwort von mir, kurzzeitig den Anschluss an die Zeit bekommen und das hatte ihn vielleicht beruhigt. Aber in einen solchen Kopf kann man nicht reinschauen und schon gar nicht voraus sehen, was als nächstes folgt, eine Dämmerzustand oder Verloren sein oder ein Wutanfall ?

Am Abend sprach ich noch einmal mit meiner Schwester darüber. Sie ist Krankrenschwester und konnte mir eine möglich Erklärung dafür geben. Sie sprach von „lichten Momenten“, die weniger werden und davon seien die Betroffenen selber schwer genervt, weil ihnen Zeit dazwischen fehlt. Ihre Erkrankung als solches erfassen sie jedoch nicht im vollen Umfang.

Aber mit diesem Vorfall wurde mir unwiederbringlich bewusst, was solch eine Demenzerkrankung für die Angehörigen bedeutet. Welche e mental Kraft sie täglich aufbringen müssen. Nicht nur, weil sie zusehen müssen, wie ein geliebter Mensch bei lebendigen Leibe schwindet, sondern was es an Kraft braucht, jeden Tag und vielleicht auch viele Nächte, damit umzugehen.

Naturschönheit

Heut reicht es nur für ein Bild. Ich nahm es vorgestern im Neubaugebiet auf. Die Naturschönheit des Baumes kommt auf dem Foto nicht ganz zum tragen wie ich sie wahr genommen habe.

Die Fruchtstände schmücken nun schon die Laubbäume. Für mich ein Vorbote für den herannahenden Herbst.

Habt alle einen schönen Tag 🙋‍♀️😎

macht euch eine gute Zeit

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich den Song schon gehört habe und das nicht nur wegen der warmen Stimme des Sängers, sondern weil er im Text von „Iko Iko“ ein Wort verwendet, dass sich „Good Time Group“ nennt. Eine „gute Zeit Gruppe“ Mit dem Song starte ich den Tag und komme damit zur Zeit beschwingt in den Rest des Tages.

Und es erinnert mich an eine schöne Zeit während meiner Aus- und Weiterbildung für einen Trainerschein. In einem Jahr war auch einer in der Gruppe auch ein musikalischer Trainer dabei. Er brachte seine Gitarre mit und wir sagen mit seiner stimmlichen Unterstützung alle Lieder, die wir kannten, rauf und runter. Hab nie wieder so viel in meinem Leben gesungen. 😊😊

Am einem SamstagAbend – die Aus- und Weiterbildung war immer an den Wochenenden – fuhren wir alle Richtung Strand, fanden einen Abschnitt, an dem wir ein Lagerfeuer machen durften. Wir saßen im Kreise um das Feuer und sangen mit Gitarrensound bei untergehender Sonne bis in die tief Nacht hinein. Wir waren zu dem Zeitpunkt eine echte „Good time Group“ und die Erinnerung daran kam mit dem Song „Iko Iko“ , gesungen von Justin Wellington, zurück.

Wie gut, dass man mit den Jahren einen Pool schöner Erinnerungen hat und erstaunlich auch, wie lange man auf solche Erinnerungen zurückgreifen und davon zehren kann. Ich bin eher der Spaß- oder Funtyp, der die Erinnerung an fröhliche Zeiten sammelt und damit Erinnerungen an weniger fröhliche Zeiten überschreibt. So gleicht sich für mich alles wieder aus.

Habt alle eine gute Woche und macht euch eine schöne Zeit. Dunkle Zeiten kommen von allein, für schöne Zeiten können wir etwas tun. Jederzeit.

Die Welt ist klein

Ereignisse, die tausende Kilometer von uns entfernt sind, werfen in Deutschland auch ihre Schatten. In der vergangenen Woche war weder das Virus, noch die Impfungen das Gesprächsthema Nr. 1, mit allen die ich traf. So wie ich, waren fast alle erschüttert über die Bilder von Afghanistan, die gegenwärtig eine großen Teil die Nachrichten ausmachen. kaum zu ertragen sind die Bilder, wie die Menschen sich fluchtartig ein sicheres Zuhause suchen müssen, fernab der Heimat.

Ich habe versucht, es mir vorzustellen, wie es sein mag, wenn ich von Null auf Jetzt mein trautes Heim und meine Heimat verlassen müsste, alles stehen und liegen lassend um das nackte Leben zu retten. Solch eine Vorstellung lässt sich in meinem Kopf gar nicht entwickeln.

Wie konnte das nur passieren, dass Taliban so schnell alle Regierungsgeschäfte an sich reißen konnte? Und überhaupt verstand ich erst jetzt, warum die Nato seit 20 Jahren Afghanistan kontrollierte. Ich hatte es nie hinterfragt. Und von Ortsmännern hörte ich auch das erste mal. Man findet nicht mal im Internet eine Deffinition darüber. Biden steht hinter seine Entscheidung, das afghanische Volk müsse und könne von nun an allein klar kommen. Aber ich denke, die Talibanen weiter millitärisch zu kontrollieren, kostet Unmengen Geld und das hat die Pandemie wohl verschluckt. Aber ob meine Annahme wirklich so ist, das weiß der Himmel.

Gestern fuhr ich noch mal stadteinwärts und traf gleich beim Aussteigen auf eine Kundgebung, die, man konnte es sehen, von Afghanen durchgefürt wurde.

Ich verstand kein Wort, von dem, was gesprochen wurde. Es war persich. In den Stimme der Redner hörte man die Tränen, in der eine tefe Traurigkeit lag. Viele derer, die dort standen, werden berechtigte Angst um ihre Angehörigen haben. Und, so lass ich in den Nachrichten, sie forderten ein sichere Rückholung der Ortsmänner ein.