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„Wir sind jung…“

Behangen mit Einkaufsbeuteln auf der rechten und linken Schulter und am Rücken mit einen voll beladenen Rucksack ging ich gestern zur Straßenbahnhaltestelle. Nur noch eine Minute und meine Bahn würde vorfahren. Perfektes Timing. Keine lange Wartezeit, in 25 Minuten kann ich in der Küche den Einkauf ablegen. Doch warum ein Motorrad von der Polizei mitten im Gleisbett stand, konnte ich mir nicht erklären. Außerdem war die Abfahrtszeit meiner Straßenbahn schon inzwischen längst überschritten. 🥴

„Bitte gehen sie zur Steintor-Haltestelle. Hier fährt erst mal keine Bahn ab.“ Ein freundlicher Polizist klärte uns auf, für 20 Minuten StraßenSperrung wird erst mal alles stillstehen.

Oh. Dann hörte ich sie schon, die Demonstranten. Sie rührten kräftig die Trommel. Wenig später war auch der Tross zu sehen.

Er schien nicht enden zu wollen. Ganz jung, jung und auch alt, sie setzten sich lautstark für den Klimaschutz ein und klagten an: „Wir sind jung. Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ dröhnte es aus den Lautsprechern.

Sprecherin

Wäre ich nicht so beladen gewesen und hätte ich nicht dringend nach hause gemusst – auf mich wartete eine YogaGruppe – hätte ich mich den Demonstranten angeschlossen, die grade an mir vorbei zogen. Ich konnte sie nur emotional begleiten und auf meine Anerkennung für die Generation konzentrueren, die sich endlich lautstark auf den Klimawandel aufmerksam macht.

Unwetter, Hochwasser und Dürren machen Natur und Mensch schon längere Zeit zu schaffen. Und seit der Hochwasserkatastrophe im Arltal wissen wir, der Klimawandel hat auch Deutschland erreicht.

Vor 20 Jahren fiel mir eher zufällig ein Buch in die Hand, dass schon in den 80iger Jahren geschrieben wurde. Der Titel kam mir rätselhaft vor „Wie der Erde die Luft ausgeht“, daher nahm ich es mir vor. Der Buchautor beschrieb die Veränderung auf der Erde, wie sie schon in den 80iger Jahren sichtbar waren. Diese betrafen nicht nur die Umwelt, sondern auch das Klima. Er ahnte schon damals, dass das nicht gut ausgehen kann.

Nachdem ich das Buch ausgelesen und den BuchDeckel zuklappte, hatte ich wochenlang eine geschundene und schwer verwunderte Erde vor meinem inneren Auge. Real waren diese Bilder im Frühsommer im Arltal zu sehen.

Der Philosoph Richard David Precht hatte sich auch mit Klimawandel beschäftigt und kam zu dem Schluss, dass wir „Menschen uns retten sollten“. Das ist persönlicher, weil Klimawandel jeden persönlich trifft.

Wartezeit vertreiben

Vor einer Stunde haben wir aus gecheckt. Bis zum Abflug vertreiben wir uns die Zeit im Spa-Bereich des Hotels. Hier ist es kühl und weniger laut. Nur gedämpfte HouseMusik wir eingespielt. Ein Erholung für die Ohren. In der Promenade ist es immer laut.

Während due Mädels noch ein paar spanische Kosmetika besorgen, hab ich es mir auf dem Liegestuhl am Pool gemütlich gemacht und arbeite mich weiter durch meine Lektüre. Wieder mal eine spannende Geschichte..In diesem Fall von der Grundlagenfirschung der RNA bis zur Anwendung der Biotechnologie. Und wie immer ein langer Weg von der Vision bis zur Anwendung. Heute bekannt als der Impfstoff, mit dem sich die meisten haben impfen lassen..mit Biontech.

Das große Ziel dieser Technologie ist es ein Impfstoff gegen Krebs und Diabetes zu entwickeln

Die letzten Eindrücke

Der letzte Spaziergang
Der letzte Strandtag
Die letzten Abendwolken
Ein letzte Blick in die abendliche Bucht
Der letzte Sonnenuntergang
Zwei reizende Schwestern

Sie werden platziert

Nach dem Kulturabend am Freitag warfen wir uns gestern wieder in das einfache Leben rund um unser Hotel. Wieder mal war die Bierstrasse unser Ziel, zu Yvonne im Las Palmas. Yvonne bekellnert uns so lange, wie wir Mallorca bereisen.

Doch im Gegensatz zu den Jahren davor muss man nun bei Yvonne einen Termin machen, damit sie für uns einen Tisch reserviert. Sonst ist schnell Schluß mit lustig, auch auf der Bierstrasse, die nach wie vor einen Anziehungspunkt für „Streuner“ auf der Suche nach Spaß ist. Wer nicht reserviert hat, wird nicht platziert wird, muss weiter ziehen.

Auch für die Raucher gibt es neue Regeln. Sie dürfen nicht am Tisch rauchen, müssen sich an außerhalb vom abgesteckten Gastronomiebereich ihren Glimmstengel anstecken. Warum,wieso, weshalb konnte uns auch das Personal nicht sagen.

Von Rauchern vorübergehend verlassener Tisch

Uns Mädels macht das nichts aus. Die letzten Raucher unter uns haben schon vor Jahren ihren Glimmstengel beiseite gelegt. Wir halten uns nur an schöngeistige Getränke fest. 🥂

Während die Mädels mit den Tischnachbarn ins Gespräch kommen, beobachte ich gern den Lauf der Dinge, d.h. ich schau mir die Menschen um mich herum an. Ich finde es einfach spannend, wie unterschiedlich die Menschen sich in diesem Umfeld und mit angeheiterten Gemüt geben. Die Palette reicht von stiller Beobachter, so wie ich, oder bis zum (un)gezügelten ausgelassen sein.

Mache ziehen nur durch die Strasse, um von den besoffenen deutschen „MalleKöpfen“ ein Bild zu machen und ziehen dann weiter. Andere wollen dabei sein und filmen sich mitten im bunten Treiben, so wie die Oma mit ihrer Enkeltochter gestern Abend.

Zumindest denke ich, dass die beiden Frauen Oma und Enkeltochter waren, die mir gestern in dem bunten Reigen der Menschen auffielen. Sie hatten nicht reserviert und wurden daher nicht platziert. Sie standen nur in der Menge Menschen, die sich grade durch die Straße schob. Beide trugen die blinkenden HaarReifen, die von den fliegenden Händlern bis tief in die Nacht angeboten werden. Beide hielten ihr Smartphone hoch und filmten sich mitten im Trubel. Es lief grade ein Schunkellied und entsprechend war die Stimmung, alle schunkelten mit, ob sie platziert waren oder nicht. Danach verschwanden die beiden aus meinem Blickfeld.

Dafür rückte etwas anderes in mein Blickfeld. Zwei Frauen mit ernsten Gesichtern und Ordner oder den Armen. Keine Frage, die beiden Frauen kamen von der Behörde und überprüfen die Einhaltung der Regeln des Landes. Die Zügel der Maßnahmen wurde kurz vor unserer Anreise gelockert, doch im Ergebnis der Kontrollen wieder etwas gestrafft. Zumindest für das Las Palmeras. Statt 12 dürfen wieder nur noch 8 Personen an ein Tisch sitzen, denn nur dann lässt sich sicher stellen, dass die Mindestzahl von 200 Personen in dem Bereich einhslten. Mehr dürfen wegen der Grundfläche dort als Gäste nicht platziert werden.

Im nächsten Jahr wird zum Glück all dass nur noch Geschichte sein und jeder darf wieder nach seiner Fasson sein Leben leben. Für Mallorca ist die Pandemie eine gute Gelegenheit, den Sauftourismus weiter zu drosseln, denn allnächtlich treibt die Polizei die hängen gebliebenen „Streuner“ auf der Promenade auseinander. Während sie von rechts nach links die Leute von der StrandMauer vertrieben, versammeln sich auf der linken Seite der Promenade die jungen Wilden erneut zu einem großen Pulk. Ein Spiel wie Katz und Maus. 😄

Blick aus meinem Hotelbett auf die Promenade.

Wie lange das Katz- und Mausspiel die Nacht über dauert, weiß ich nicht. Doch in den frühen Morgenstunden herrscht Ruhe im Schiff. 😄

Malerische Kulisse

Heute Vormittag war das Wetter zweigeteilt. Auf der rechten Seite der Bucht regnete es – über Palma – auf der linken Seite schien due Sonne. Auf der rechten Seite bildete sich der Regenbogen über Palma. Selten bekam ich in meinem Leben einen Regenbogen seiner ganzen Pracht zu sehen.