ich war noch niemals in New York

„Hast du dir den Film schon angesehen?“ fragte sie mich.

Der Film „Ich war noch niemals ins New York“ ist zur Zeit in meinem Umfeld aller Munde. Er gehört wohl zu den Filmen, die auch Leute ins Kino lockt, die sich sonst eher auf das Streamen stehen. Die meisten wollen warten, bis Netflix oder Amazon den Film in ihr Repertoire mit aufnimmt. Aber für mich ist das wie aufgewärmtes Essen. Ich sehe mir die Filme lieber im Kino an. Ganz allein mit der Leinwand und die einzige kurze Ablenkung, wenn man seinen Nachbarn etwas zuflüstern möchte, was nicht warten kann.

„Nein, ich habe ihn mir noch nicht angesehen“ antwortete ich, dabei frage ich mich, ob sie meine Gedanken lesen kann? Denn ich hatte die selbe Frage auf den Lippen. „Wollen wir am Samstag uns den Film gemeinsam ansehen?“ Gesagt getan, gestern sahen wir uns dem Film an. Ich war zwar noch nie ein Fan von Udo Jürgens, denn auf seine Songs baute das Filmmusical ja auf. Ich war gespannt.

Gespannt war ich auf Katharina Thalbach. Der Trailer zum Film lief ja schon seit einigen Wochen und ich wollte auf keinen Fall einen Film mit Katharina Thalbach versäumen. Aber auch auf Moritz Bleibtreu war ich neugierig. Er spielte sonst immer ernste Rollen mit komplizieren Charakteren, zumindest, was ich von im gesehen habe.

In quietschbunten Farben lief der Film, wie schon im Trailer zu sehen war, über die Leinwand. Schon nach kurzer Zeit sog die Filmhandlung mich in sich auf und ich ging mit den Protagonisten auf die Reise nach New York. Ich ließ mich mit mitreißen, mit all den Emotionen, die im Film verpackt waren Es wurde gelacht, es wurde geweint. Eigene Lebensmomente spiegelten sich in so manch einer Szene wieder.

Geflasht war ich vom „Griechischen Wein“, getanzt von Pasquale Aleardi.. Mein Gott, war das ein Auftritt. Mir blieb die Spucke weg und ich war mir sicher, schon allein deshalb werde ich mir den Film noch einmal ansehen 😀

Eine wirklich große Überraschung für mich waren die beiden Schauspieler, die im Video zu sehen sind. Sie spielten zwei Schwule, die sich sofort ineinander verliebten. Im Clip beantworten sie einige Fragen dazu.

Fast jede Form der Liebe konnte man im Film sehen. Die Jugendliebe, die gleichgeschlechtliche Liebe und die Liebe von zwei Menschen, die sich neu verlieben. Doch bevor sie zusammenfinden konnten, musste jeder für sich innere Hürden überwinden, wollten sie ihrer Liebe nicht im Wege stehen.

„Ja, da war für jeden etwas dabei“ fasste meine Bekannte, als der Abspann lief.

„Jeder muss über seinen Schatten springen, wenn er sein Glück finden will“ ergänzte sie noch.

Dem konnte ich nichts mehr hinzufügen. In Liebensdingen tut man sich oft schwer. Vielleicht hat man die eine oder andere Chance im Leben verpasst, weil man sich selber im Wege stand ?

Männer

Bevor wir unsere Yogastunde beginnen , erzählen die Yogis, wie ihreWoche so war. Dafür gebe ich einen kleinen Stein in die Runde, der dann von Hand zu Hand gereicht wird. Jeder, der den Stein in der Hand hält, erzählt, was er erzählen möchte. Die Gruppe besteht aus 9 Frauen und einem Mann. 

Gestern Abend machte der Stein wie immer zu Beginn seine Runde und eine Teilnehmerin erzählte, wie sie am letzten Wochenende den Rügendamm überquert hatte. Das Großveranstaltung nennt sich Rügenbrücken-Marathon. Ein Massenevent 🙂  für Marathonläufer, für Läufer, für Walking und wer wollte, konnte als Spaziergänger die Rügenbrücke überqueren. „Dabei sein ist alles“ hieß es für den, der keine Rekorde anstrebte.

„Ich hatte eine Fußverletzung und nahm deshalb nur in Nordic Walking mit meinem Mann daran teil“ erzählte uns die Lauf begeisterte Teilnehmerin. „Aber, wie Männer so sind. Als er die Ziellinie sah, ließ er mich einfach zurück und beeilte sich, um schnell die Ziellinie zu überqueren“ Sie lachte darüber. Es amüsierte sie „Wie Männer halt so sind“

Darauf hin sprach ich kurz den einzigen männlichen Yogi der Gruppe an: „S, du kannst dann, wenn du möchtest das Image des Mannes wieder aufpolieren“ 😀 Gesagt, getan, Als er dran war, erklärte er seine Version und wie er es machen würde.

„Wenn meine Frau es nicht mehr geschafft hätte, hätte ich sie auf den Arm genommen und auf Händen vor mir her durch das Ziel getragen, so dass sie das Gefühl gehabt hätte, als erste durchs Ziel zu laufen“ 😀

Ich dachte: „Was für ein Mann“ Seine Frau, die auch zur Gruppe gehört, schmunzelte und war sicher in dem Moment stolz auf ihren Mann. 😀 😀 😀