Bummeltag

Auf den Gammeltag lies ich heute den Bummeltag folgen. Die Sonne hoch am Himmel mit milden Temperaturen, da wäre Stubenhocken eine Sünde, dachte ich mich jedenfalls. Der Monat des Jahres hatte uns ja kaum mit Sonne verwöhnt, also steht ein Nachholebedarf bei mir an.

Warnemünde ist für mich ein nahes und schönes Ausflugsziel und so machte ich mich mit anderen Sonntagsausflüglern per S-Bahn auf den Weg.

Blick aus der S-Bahn

Hier ein paar bildliche Impressionen:

Blick auf einen Molenkopf – Bildquelle – Sohnemann
Kinder im Klettergerüste – direkt am Strand
Möwe posiert für mich
Hafenrundfahrt
Möwen auf der Lauer
Schnupperrunde für Wuffi
und noch eine Schöne hat sich mir präsentiert
Millionenfach schon abgelichtet – doch immer wieder schön
Bau einer Schutzmauer gegen Hochwasser
unermüdliche Futtersuche
Liebesschlösser
erste sportliche Aktivitäten
Baustelle um den Leuchtturm
Baustelle Leuchtturm Warnemünde
Sand, Dünen und Meer
Blick auf die JYachthafenresidenz Hohe Düne
Sonnenuntergang in Warnemünde
Advertisements

Gammeltag

Noch heute erinnere ich mich an die kleinen Anekdoten meines Vater, wenn er von seinen Beobachtungen um unser Haus erzählte. Wir lebten auf dem Land, ein einfaches Leben, aber nicht langweilig. Ich hatte eher die Jungs als die Natur um mich herum im Blick. Am frühen Morgen kam ich nur aus dem Bett, wenn der Wecker mich gnadenlos dazu aufforderte. Ich war eine Langschläferin.  Mein Vater, der Frühaufsteher der Familie, war jedoch schon lange vor meinem Aufstehen in Haus und Garten unterwegs.

Ab und an erzählte er, was er auf unserem Hof in der Natur beobachtet. Ich glaube, es kannte jeden Vogel, der sich in unseren Garten einnistete. Und auch so war das liebe Vieh, wie Hühner, Hähne, Katzen und Hund, unterwegs und hatte wie mein Vater so seine Gewohnheiten. Er sah, was ich nicht sah. Doch heimlich beneidete ich ihn für seinen Fähigkeit die Natur um ihn herum zu beobachten. Ich hatte damals nicht gedacht, dass es auch auf einen einfachen Bauernhof spannend sein kann.

Erst als ich vom Land in die Stadt zog, spürte ich, wie sehr mir die Natur fehlte. Ich landete in einer Betonstadt. Die Neubaugebiete der Stadt schossen aus dem Boden und ich fühlte mich zwischen den Betonwänden regelrecht eingeklemmt. Es sollte mehr als 10 Jahre dauern, bis ich mich an den Stadtleben gewöhnt hatte.

Heute bin ich in die Jahre gekommen und meine Blickrichtung hat sich geändert. Nicht  mehr die Jungs stehen bei mir ganz oben auf der Liste, sondern die Natur. Sie ist logischerweise in einem Wohngebiet, den man früher Plattenbausiedlung nannte, nur mäßig üppig. Die Innenhöfe sind begrünt und hier und da ein paar Grünflächen. Naja.. eine Stadt ist halt kein ländliches Gebiet.

Mein Innenhof ist meine grüne Oase, wenn ich aus dem Fenster schaue. In Sommer ganz angenehm, im Winter  eher grau in grau. Trotzdem halt ich den einen oder anderen bildlichen Eindruck fest, wenn ich mal wieder einen Gammeltag einlege, so wie gestern, als die Sonne die weiße Wäsche im Sonnenlicht das Geäst  durchscheinen ließ.

P1050100.jpg
frische Wäsche

Aber auch tierisches Leben regt sich wieder, wenn die Sonne den Tag erstrahlen lässt. Die Amseln im Hof sind an solchen Tagen in einer lautstarken Unterhaltung vertieft.

P1050109.jpg
Frau oder Herr Amsel

Immer, wenn ich das natürliche Leben in der kleine Oase vor meinen Balkon beobachte, denke ich daran, wie mein Vater dies früher auch tat. Sohnemann würde mit Sicherheit abwinken, denn er ist heute so alt, wie ich damals war. Er hat noch andere Dinge im Kopf als leuchtende Wäsche auf dem Innenhof oder zwitschernde Amseln 😉

Gesicht der Einsamkeit

Eigentlich wollte ich in mein Lieblingscafe gehen Der Kaffee ist lecker, aber kostet.

Cafe Ecke Breite Straße – Langestraße Rostock

Kurzgesagt, ich überschlug den Preis für einen Milchkaffee und einer Packung Kaffee aus dem Edeka. Ok…überredet, Kaffee im Cafe fällt heute aus. Statt dessen wollte ich vor dem Cafe  Wasser aus der grade gekauften Flasche trinken. Der Verschluss war jedoch bombenfest. Sie lies sich nur mit Kraft öffnen. Das Ende vom Lied war, ich übergoss mich auf offener Straße mit Wasser und sah nun richtig bekleckert aus.

Just in dem Moment sprach mich ein Mann an, der die Prozedur beobachtet. Nicht mehr der Jüngste, aber von kräftiger Statur, Die Kapuze, unter der sein Kopf steckte, lies ihn fast komplett mit dem Grau seines Anoraks verschmelzen. Er machte sich über die System der Flaschenöffnung lustig und legte dann los, er eröffnete ein Gespräch zwischen uns beide, das länger dauern sollte.

Ich kann gar nicht sagen, wie und warum er von meiner Trinkflasche auf meine Heimat kam. Vielleicht war ich einer der wenigen, die sich mit ihm auf ein Gespräch einließen. Jedenfalls legte er mir als erstes einen großen Brocken vor  die Füße. . Mecklenburg wäre das furchtbarste  Bundesland in Deutschland. Er käme aus Niedersachsen und dort wären die Menschen viel entspannter und netter und überhaupt. viel klüger drauf. Ihm käme das so vor. als wäre die Zeit hier oben im Norden stehen geblieben. Kurz und gut, es machte mein Bundesland, meine Stadt. nieder, bis nichts mehr blieb. Und das bewies er mich wissenschaftlich.

Die Nordsee hätte nur salziges Wasser, aber die Ostsee vermischt sich mit Süßwasser und das würde die Menschen im Kopf, die an die Ostsee leben, schwer beeinträchtigen und das im negativen Sinne. Er wäre Wissenschaftler und Erfinder und wüsste das genau.

Ich weiß nicht warum, ich hörte mir seine Schimpftirade über den hohen Nordosten gelassen an. Keins seiner harten Worte traf mich wirklich, sondern ich fragte mich, warum ist der Mann nur so hart drauf ? „Naja..“ich versuchte ihm zu begegnet “ man bezeichnet uns  ja nicht umsonst als die sturen Mecklenburger.“  Damit wollte ich ihm die Mentalität hier oben erklären. Ich gehöre vielleicht nicht  ganz dazu, weil ich alles andere als stur bin und es macht mir auch nichts aus, mich mit einem wildfremden Menschen auf der Straße zu unterhalten, auch wenn er dabei über meine Heimat herfällt und an ihr kein gutes Haar lässt.

Dann kam er zu dem, was ihn in den hohen Nordosten brachte. Er wäre Erfinder und hätte für die Jachten eine Erfindung an den Mann, bzw. an den Schiffbau bringen wollen. Aber er fand kein Gehör, man härte hier oben kein Absatz dafür.  Und wieder bekam mein Bundesland sein Fett weg. „Kein Wunder, warum Mecklenburg/Vorpommern in der Wirtschaft gang hinten steht“ Bei der Gelegenheit zeigte er mir auf seinem Handy die Jachten, an denen er mitgewirkt hatte. Nur in Rostock wollte man von seiner Erfindung nichts wissen.

„Gesicht der Einsamkeit“ weiterlesen

Der Weg zurück aus dem Winterschlaf

Kinder, wie die Zeit vergeht. Seit meinen letzten Eintrag sind ja schon wieder fast 8 Wochen ins Land gegangen. Darin eingeschlossen, Weihnachten und Jahreswechsel und der erste Monat im Jahr 2018. Alles schon abgehackt.

Abgehackt auch der schwere Unfall von Sohnemann. Nach dem fatalen Sturz am 11. Mai letzten Jahres, 2 Wochen auf Intensiv, 2 Wochen Krankenhaus und 9 Wochen Reha und 8 Wochen Wiedereingliederung  ist er nahezu wieder der Alte und kann in seinem geliebten Job als Kellner arbeiten. Der Weg zurück war nicht einfach, aber erfolgreich.

In diesem Winter hatte ich das Gefühl ich müsste mich ausschlafen, ausschlafen, ausschlafen. Nachdem die Ängste um Sohnemann von mir abfielen, erfasste mich eine entsetzliche Müdigkeit.

Mit dem zunehmenden Tageslicht erwache ich endlich aus meinem Winterschlaf und  kehre aus meiner Winterhöhle zurück, auch wenn der Winter sich heute mit einen dichten Schneeschauer noch einmal auf sich aufmerksam machte.

Kellys – immer wieder schön

Ich bin ja nicht so der RTL-Gucker und deshalb gibt es für mich einen guten Grund, wenn ich den Abend mit dem Sender verbringe. Und gestern gab es für mich einen guten Grund „40 Jahre The Kelly Family“  Oliver Geissen führte durch den Abend, durch eine Mischung von Gesprächen mit den Bandmitgliedern , den Erinnerung aus 40 Jahre Kelly Family und Liveauftritten der beliebten Band. Ihre Fans donnerten den 7 Mitgliedern der Sängerfamilie ihren Applaus entgegen, als sie die Bühne betraten. Nicht wenige Fans hielten aus Pappe angefertigte Herzen mit der Aufschrift „Danke“ ihren Idolen entgegen. Da flossen bei Patrica Kelly Tränen – die Dankbarkeit der Fan rührten sie.

Das erste große Comeback-Konzert war in 17 Minuten ausverkauft. so sehr hungerten die Fans noch ihrer „Kelly Family“. Was ihre Beliebtheit ausmacht, darüber rätseln sie Sänger selber.  Sie können nur spekulieren. Vielleicht ist der Familiengeist, den sie ihn die Herzen ihrer Fans singen. Ich erlebte die Kellys vor 25 Jahren in Rostock auch live auf der Bühne, damals waren sie im Osten noch nicht so bekannt wie heute und doch blieben sie mir  fest in Erinnerung.

Von damals 11 Mitgliedern stehen zur Zeit 6 wieder auf der Bühne und der 7 im Bunde gesellte sich kürzlich dazu. Paul Kelly  der bis dato unbekannte Bruder.

Wie zu erwarten, war der Abend Dank der Kellys für mich unterhaltsam. Es fehlten noch 3 bekannte Gesichter im Bunde der Kellys, Maite, Paddy und Barby. Während Maite und Paddy mitten in ihrer  erfolgreichen Solokarriere stecken, hört man noch Barby nicht mehr viel.


Per Internet machte ich mich auf die Suche. Vielleicht verrät das Internet mir, warum Barby nicht mehr dabei ist. Eine Erkrankung soll es sein, dass sie von den gemeinsamen Auftritten mit ihren Geschwistern der Bühne fernhält. Wie schade, denn ihre Stimme ist für mich außergewöhnlich, fast nicht von dieser Welt, aber hört selber rein .