Kategorie: Erinnerung

Der Ernst des Lebens 😄

Nach 14 Tage Anwesenheit fand ich mich in der Sporthalle zum Kindersport wieder. Ich arbeite dort schon 15 Jahre zwei mal die Woche mit den Kindern. Die Halle ist riesig, die Kinder sind nicht älter als 10 Jahre und wild. Zur Zeit arbeite ich mit Ihnen allein, denn meine Partnerin ging in Trainerrente.

Schon auf den Weg zur Sporthalle kommen die Kinder mir entgegen, rufen meinen Namen, umkreisen mich und begrüßen mich herzlich. Sie freuten sich, dass ich eeeendlich wieder da war. 😄.

Eine Traube Kinder stürmt, nachdem ich die Sporthalle für sie öffne in die Umkleideräume und anschließend in die Halle. Dabei muss ich aufpassen, dass sie mich nicht überrollen. Schon vor der Sporthalle musste ich Konflikte zwischen den Kindern schlichten, in der Halle ging es weiter und weiter.

Die Mädels hatten mit Zickenkrieg zu tun und die Jungs machten permanent Kräftemessen. Sie können dann nur schwer zuhören und meine Ansagen gehen unter. Damit beginnt der Ernst des Lebens in der Sporthalle für mich.🥴. Ich bewege mich zwischen Schlichten und Antreiben.

Die kleinen Mädchen beschwerten sich bei mir laufende Meter, dass die andere sie dumm angesprochen oder angeguckt hätte, gingen dann heulend und beleidigt zur Seite und wollten nicht mehr mitspielen. Die Jungs machten ihr eigenes Ding, wälzten sich ringend auf dem Boden. Ich musste alle konsequent in die schnelle Spur bringen.🏃🏃🏃🏃🏃

Irgendwie beiße ich mich durch und am Ende laufen und springen sie dann doch nach meiner Pfeife, ich hab sie wieder unter Kontrolle. Aber den Weg bis dahin muss ich mir zu jeder Sportstunde erkämpfen und dieser Kampf beginnt mit jeder Sportstunde von neuem.

Ich hoffe drauf, dass sich in naher Zukunft ein HilfsTrainer findet, dann kann der das Schlichten und Regulieren übernehmen und ich mich zu 100 % auf den Trainingsablauf konzentrieren.

Die letzten Eindrücke

Der letzte Spaziergang
Der letzte Strandtag
Die letzten Abendwolken
Ein letzte Blick in die abendliche Bucht
Der letzte Sonnenuntergang
Zwei reizende Schwestern

Kultur pur

Der Freitag Abend wurde schon vor unsere Abreise verplant. Wir zogen gestern nicht wie sonst um die Häuser, sondern stiegen in ein Taxi und ließen uns Inseleinwärts fahren. In der Mitte der Insel von Mallorca wurde ein altes großes Anwesen zu einem historischen Variete Theater umgebaut. Auf uns wartete ein Abend mit Akrobatik, Tanz und Kunst.

Aus dem Trubel vom El Arenal auf ein idyllies Anwesen mitten auf der Insel. Nach 20 Minuten Taxifahrt stiegen wir aus und betraten ein MärchenLand aus Licht und Natur.

Zahlreiche Mitarbeiter des Hauses leiteten uns durch. Schon am Einlass wurden wir gefragt, ob sie für uns nach der Veranstaltung ein Taxi ordern sollten. Dafür waren wir dankbar, so mussten wir uns nicht um die Rückreise kümmern. Bis zum Beginn der Show hatten wir noch genügend Zeit und bestaunten die Märchenwelt uns Licht und Natur. Kein Baum, kein Strauch, der nicht im LichtKonzept mit einbezogen würde.

Auch der historische Brunnen wurde mit Licht in Szene gesetzt.

Ab 21.30 Uhr war Einlass. Wir saßen an kleinen Tischen im Zuschauerraum, stufenartig angelegt. Ein DJ beschallte die Besucher, bis alle ihren Platz fanden. Nichts für empfindliche Ohren. 🥴

Bis zum endgültigen Beginn der Show wurden uns schon ein paar Kunststücke gezeigt

Dann, endlich, das Licht ging aus und die Show begann, die sich nur schwer beschreiben lässt.

Klassische Zirkusakrobatik kunstvoll in Szene gesetzt mit Musik und Tanz, Licht und virtueller Kulisse. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Ein Feuerwerk an Kunst und Akrobatik in live für die Zuschauer. Sogar ein Schwertschlucker war dabei, doch für sein Kunststück fehlten mir die Nerven zum hinschauen.

Der Abend verging wir im Flug. Kurz nach Mitternacht stand unser Taxi schon bereit und nach 20 Minuten betraten wir wieder unser Hotel und es sollte noch romantischer werden. Der Mond stand genau über das Mittelalter und ließ damit den Abend mit natürlichem LichtKonzept ausklingen.

Oma muss ran

Seid meine Enkelkinder wissen, das ich mich ganz gern mal in ihre Matheaufgaben vertiefe, kommen laufend Anfragen zur Nachhilfe. Als Schülerin fand ich Mathe spannend wie ein Krimi und ich finde es heute auch noch anregend, den Lösungswegen auf die Schliche zu kommen. Zum Glück lässt sich meine Erinnerung in Schulmathe bis zur 10 Klasse ganz gut reaktivieren. Ich hole mir die erste Auffrischung meiner verschollenen Mathekenntnisse aus dem Internet und schon kommen meine grauen Zellen wieder in die „Püschen“. Gestern investierte ich sogar 15 € für in Kompendium der Mathematik, so kann ich auch mal gemütlich auf der Couch nach den Lösungswegen suchen.

Also machte eben erst mal ihre Hausaufgabe, um dann mit ihr die Aufgaben zu besprechen. Sie ist in der 9. Klasse und schlägt sich zur Zeit durch die Flächenberechnungen. Im Falle ihrer gestellten Aufgaben geht es darum, all ihre Kenntnisse zur Flächenberechnung anzuwenden, d.h. die Welt in Quadrate. Rechtecke, Dreiecke, Trapeze oder Parallelogramme zu zerlegen. Mit anderen Worten in die Form eindringen und gucken, was in ihr steckt.

Wir wollen gleich die Aufgaben und die Lösungswege virtuell besprechen. In Vorbereitung auf unser Gespräch bat ich meine Enkeltochter, mit ausreichend Neugier an den Start zu kommen, ein offenes Ohr dabei zu haben und ihren Dauerschwarm Wincent Weiß mal kurz aus dem ihrem Kopf zu verbannen, dann klappt es auch mit der mathematischen Erleuchtung. 😀

Neuer Blick

Ich war das erste mal mit einem Rollstuhlfahrer in der Innenstadt unterwegs und nach kurzer Zeit nahm ich auch all die anderen Rollstuhlfahrer wahr, die in Begleitung oder auch allein unterwegs waren. Einige kamen mit ihrem Gefährt flott um die Ecke, andere bewegten sich vorsichtig damit durch die Menschenmenge.

K…… wartete mit seiner Lebensgefährtin vor seinem Haus auf mich. Dank WhatsApp kann man das Timing bis kurz vor der Ankunft präzisieren. Ich übernahm K. 😄, seine Lebensgefährtin nahm frei. Um den Rollstuhl in der Straßenbahn so zu buksieren, das auch noch andere Fahrgäste im Gang daran vorbei kommen, daran müssen wir noch üben. 🥴🤩

Während der Fahrt in die Innenstadt rief ich die andere Bekannte an, sie wollte am „Brunnen der Lebensfreude“ auf uns warten. Als wir eintrafen, begrüßte sie K…. herzlich und freudig. Sie wurde vor 2. Jahren auch von einer harten Diagnose getroffen, Multibke Sklerose. Sie nahm diese ohne klagen an, passte ihr Leben an, dazu gehört auch Spore. Sie gehört für mich zur Kategorie „wertvoller Mensch“, weil sie mich immer wieder durch ihren klaren Sachverstand beeindruckte.

Zu dritt steuerten wird auf das EisCafe zu. Ich dachte so bei mir: „Der Mann hat es gut. Drei Frauen kümmern sich um ihn „😄 😄 Wie erwartet war die Stadt voller Menschen und die Plätze im Außenbereich vom „Milano“ knapp. Aber lange mussten wir nicht warten. Das Wetter war gut, ein Gemisch aus dicken Wolken und Sonne. Wenig später stand vor jedem von uns ein großer Eisbecher vor der Nase.

Während unserer Unterhaltung fand K…. wieder zu seinem alten Charme zurück, steuerte zur spaßigen Unterhaltung auch mal den einen oder anderen Witz bei. Das war K., wie wir ihn aus vergangenen Zeiten kannten, dafür aber ohne Schnauzbart, jedoch mit Brille und Rollstuhl. 😄 Vielleicht hat er auch für einen Moment seine körperliche Behinderung vergessen.

Für uns alle überraschend übergab ein fremder Mann uns beiden Frauen je eine langstielige gelbe Blume. Ich sah ihn verwundert misstrauisch an. Niemand hat was zu verschenken. Der Blumenspender wird sicher über unsere verwunderten Gesichter geschmunzelt haben. Was ich nicht sah, sahen die anderen beiden. Er kam von einem InfoStand der „Grünen“. Klar, wir sind ja mitten im Wahlkampf. Er übergab uns Frauen aber nicht die Blume, damit wir die Grünen, sondern „Weil sie sich umeinander kümmern“

Einen besseren Abschluss hätte dieser Ausflug nicht finden können 🤗🤗🤗