Hallo Leben….

Noch habe ich das Gefühl, mein Oberarm sei leicht geschwollen und deshalb auch etwas druckempfindlich. Aber das war´s auch schon an Impfreaktion. Ja, gestern war es soweit. Ich erhielt meine erste Impfung. Mit der LUCA-App hielt ich den denkwürdigen Augenblick für mich fest, als ich das Impfzentrum Rostock betrat. Für mich war Impfen lassen, ja oder nein, nie ein Thema. Einmal, weil ich mich schützen wollte und zum anderen kommen wir nur aus dem Schlamassel, wenn 70 % der Bevölkerung immunisiert sind. So tue ich etwas für mich und der Gemeinschaft und das wiederum tut mir auch wieder gut. Die Balance zwischen geben und nehmen ist für mich damit ausgewogen.

Der Termin wurde per Telefon vereinbart, nachdem ich eine Einladung erhielt. Da der größte Ansturm auf das Callcenter der ersten Wochen vorbei war, kam man relativ schnell ins Gespräch. Alle lieb und nett und bemüht, ruhig und souverän den Ansturm abzuwickeln. Für mich kam nur der Impfstoff von Biontech in Frage, weil in unserer Familie schon Embolien auftraten, die erblich Form.

Kaum hatte ich den Termin für mich notiert, vollzog sich in meinem Inneren in kurzer Zeit eine Wandlung. Als erstes fiel die Spannung ab und ich fragte mich, warum wir Menschen uns wegen der Pandemie überhaupt in den Haaren lagen. Ich spürte keine Konflikte mehr und an deren Stelle trat das Gefühl einer Befreiung, wie ich es noch aus längst vergangenen Zeit kannte (damals brach ich aus einer autoritär geführten Ehe aus). Ein neues frische Leben stand vor mir und solch ein Gefühl nahm ich mit der Impfung wahr.

Unwichtig alle Diskrepanzen zum Thema Lockdown, sie sind für mich in die Bedeutungslosigkeit abgesunken. Ich frage mich, warum ich mich überhaupt daran so ab gearbeitet hatte. Mit der Impfung vollzog sich für mich auch die Befreiung von den Ängsten einer Infektion mit einem noch relativ unbekannten Virus und ich huldige alle, die uns den Weg in die Freiheit in relativ kurzer Zeit möglich machten. Sie haben es trotz aller unterschiedlichen Auffassungen zu einem guten Ende gebracht und das ist das was zählt.

Hallo Leben, ich bin wieder da !!!!!!!

Über die Brücke

Heimat bliebt Heimat und deshalb schlägt mein Herz immer höher, wenn ich wieder mal in Richtung Heimat fahre – auf die Insel Rügen. Wir Rüganer hatten damals noch einen anderen Namen für unsere Insel, wir nannten sie Rhabarberinsel. Warum? Das weiß der Teufel. Vielleicht, weil die Insel auf der Landkarte was von einem Rhabarberblatt hatte?

Als meine Eltern dort noch lebten, fuhr ich oft auf der Insel. Man kann es kaum glauben, aber keine noch so schöne Auslandsreise konnte in mir eine solche Vorfreude entfachen, wie die, wenn ich von Rostock auf die Insel fuhr, zu meinen Eltern. Auf der Strecke von Rostock nach Bergen/Rg. gab es markante Punkte, die meine Vorfreude weiter stiegen ließen. Stralsund, die vorletzte Station vor dem Rügendamm-Bahnhof, darauf folge der Rügendamm. Ich konnte es kaum erwarten, das Festland zu verlassen und über die Brücke auf die Insel zu fahren. Von dort aus waren es nur noch eine kurze Fahrzeit bis ich in Bergen auf Rügen aussteigen konnte. Ich war angekommen und hatte entspannte Tage im Elternhaus vor mir.

Aber das ist schon lange her. Nun fahre ich nur noch hin, wenn es jemand zu bestatten gibt. Und am 8. Januar war es wieder so weit. Mein Cousin, der kurz vor Weihnachten verstarb, wurde in seinem Heimatdorf beigesetzt, unter Corona- Bedingungen. Obwohl ich solch einem Tag lieber ferngeblieben wäre, sollte er doch ohne mich nicht stattfinden. Ich wollte meinen Cousin auf seinen letzten Weg begleiten. All die markanten Punkte, die ich im vorherigen Absatz beschrieb, ließen auf dieser Reise meinen Magen flauer werden. In Samtens wollte mein Bruder auf mich warten und wir würden gemeinsam zum Friedhof fahren.

Es durften ja nur 20 Trauergäste zur Trauerfeier kommen. So konnte nur der engste Kreis sich von meinem Cousin verabschieden. Kurz vor 14 Uhr erreichten wir den Friedhof. Aus dem Auto machte ich auf die Schnelle ein Foto vom Friedhofsgelände. Der Friedhof liegt auf einer Anhöhe mit Blick auf den Kleinen Jasmunder Bodden.

Nach kurzer Zeit hatten sich alle Trauergäste eingefunden. Ich hatte Mühe, sie zu erkennen. Sie trugen wie ich eine Maske, alle in dicke Wintersachen eingehüllt, mit dicken Schals und Mützen, die tief ins Gesicht gezogen wurden. Verstohlen sahen wir uns kurz in die Augen. Keine Umarmung, kein Trost und die Tränen verschwanden hinter dem Mundschutz. Die Feierhalle – weißes Gebäude auf dem Bild zu sehen – wurde nicht geöffnet. Wir versammelten uns vor dem Eingang und im Vorflur war die Urne aufgestellt und mit Bild, Blumen und Kerzen angemessen gestaltet.

Jemand von den Trauergästen nahm seine Posaune zur Hand und spielte für meinen Cousin ein letztes feierliches Ständchen. Er hielt anschließend auch die Trauerrede. Später erfuhr ich, es war sein bester Freund, den er schon zig Jahre kannte. Das war sehr persönlich und ging mir vielleicht deshalb besonders nahe. Er begann: „Du warst ein ewig suchender. Vielleicht hast du gar nicht mehr gewusst, wonach du suchst“ setzte er fort und beschrieb die Zeit, wie sie sie als Freunde verbracht haben und was sie all die Jahre zusammenhielt. Anschließend bat er uns Trauergäste, die Trauerrede mit eigenen Worten, wenn er wollte, zu vollenden

So sprach jeder am offenen Grab zu meinem Cousin. In mir stieg die Spannung. Das hatte ich noch nie getan, am offenen Grab mit dem Verstorbenen sprechen. Bisher hatte ich mich von meinen Lieben immer im stillen Gedenken verabschiedet. Ich war fast der Ohnmacht nahe, als ich am Grad stand und zu meinem Cousin sprach: „Wir haben zusammen einen Baum geplatzt. Das habe und werde ich nie vergessen“ Ich konnte nicht glauben, dass mein Cousin in der Urne lag, die ich tief versenkt im Boden sah. Bevor meine Knie weich wurden, warf ich ihm die Rose zu, dich ich mitgebracht hatte, eine Handvoll Erde und machte Platz für den nächsten Trauergast.

Jeder verabschiedete sich mit persönlichen Worten von ihm. Anschließend schickte sein Freund noch ein weiteres Ständchen auf seiner Posaune für ihn in den Himmel und die Trauergemeinde löste sich auf. Ich denke, dieser Ablauf ganz nach dem Geschmack von meinem Cousin, denn auf dem Heimweg sah ich wieder ein Zwinkern in seinen leuchtenden Augen. Und das ist auch das, was bei mir für immer in Erinnerung bleibt.

Doch so ganz vorbei ist das Trauerspiel in unserer Familie nicht. Nur 7 Tage nach meinem Cousin verstarb unsere Cousine und die nächste Beisetzung ist in Kürze

Unter Strom

Seit heute ist die Sommerzeit 2020 gelaufen. Statt um 8 Uhr auf mein, wie m altbackenen Wecker war es auf meinem Handy erst 7 Uhr. Ja, ich bin ein bekennender Langschläfer und schäme mich nicht, wenn ich erst um 9 Uhr meine Bettdecke beiseite werfe und mich dem Tag widme. Solange es nicht schon wieder dunkel wird, kann ich noch einiges schaffen, was ich mir fürs Wochenende vorgenommen habe wie z.B. Fensterputzen, damit ich wieder besser durchsehen kann.😁👍

Aber erst mal registriere ich, das die warme Jahreszeit vorbei ist, vorbei auch die langen Tage voll Sonne und Wärme, vorbei die Ruhe vor dem Sturm. Mit dem Beginn der Winterzeit marschiert der Virus, der die ganze Welt in Atem hält, wie ein mittelalterlicher Trupp zu einem Feldzug auf, der zum Generalangriff übergeht. Wer jetzt immer noch kein Einsehen hat, weil er glaubt, alles sei nur Lüge und Panikmache, deshalb Schlachtfeld nicht verlassen will, muss damit rechnen, dass er von einer Speerspitze getroffen wird. Vielleicht wird er nur leicht verletzt, vielleicht aber auch schwer. Vielleicht trifft es nur die Atemwege, vielleicht aber auch die Lunge und niemand weiß, welche „Splitter“ solch ein Speer im Körper zurücklässt.

Ich muss mein „Gehirnskasten“ gar nicht groß bemühen, um auf den Schluss zu kommen, dass der nächste Lockdown nicht mehr weit ist. Nicht so lange, wie im Frühjahr, aber der Hebel muss wieder für kurze Zeit auf Out gestellt werden. Aber ich frage mich im Zusammenhang mit der neusten Entwicklung, welche Argumente die Coronaleugner sich zusammenstellen, damit sie ihre Sicht darüber für sie glaubwürdig bleibt und gegenüber anderen aufrechterhalten werden kann. Vielleicht flüchten auch alle erst mal in ihre Echokammer – Telegram – um sich gegenseitig ihre Theorie von Zwangsimpfungen, die Bill Gates eingeleitet haben soll, zu bestätigen.

Naja..jeder geht mit einer Krise auf seine Weise um. Für mich ist die Krise eine Stromleitung, der die Isolierung fehlt und diese Tatsache muss ich beachten. Was heißt das für mich? Finger weg von der Stromleitung und einen respektablen Bogen darum machen. Ich will und muss auch nicht prüfen, ob auch wirklich Strom durch die Leitung fließt. Ich vertraue den Aussagen der Fachleute, auch wenn diese darüber streiten, ob es sich um Schwach-, Haushalts oder sogar Starkstrom handelt und ob wirklich eine Isolierung nötig ist. Für mich ist Strom Strom und ich möchte einfach keinen Schlag bekommen.

Ach ja, bei Strom fällt mir Amerika ein. Das Land steht ja zurzeit unter Strom. Nicht nur, weil das Virus im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiter wütet, sondern weil das große weite Land einen neuen Präsidenten wählt. Der alte Präsident dreht frei und gibt alles, was seine Lügenkiste hergibt. Er bezeichnet seine Lügen jedoch als alternative Fakten. So kann es das Wort „Lügen“seinen Gegnern unterstellen. So gehts auch. Ich kann deshalb kaum glauben, dass ihn seine Fans fast fanatisch verehren. Mit fanatischen Menschen kann man ja nicht reden und trotzdem hatte ich es versucht, auf Instagram.

Ich hatte mir erlaubt, einen deutschen Verehrer von Trump meine Meinung in einem Kommentar zu dem Mann. Einfach gesagt, ich hatte ein Lobkommentar für Trump kommentiert. Trump sei ein Narzisst vor dem Herren, der weder an sein Land, noch an die Menschen denkt, die in dem Land leben. Ein Narzisst, wie er leidet nicht nur unter dem Zwang, sich stets und ständig selbst zu überhöhen, er leidet auch an einen ausgeprägten Größenwahn. Wie zu erwarten bekam ich gleich „Breitseite“. “ …das wird dir hier im Fernsehen gezeigt, was wirklich abgeht, wird hier extra nicht gezeigt. Aber lieber Biden, was? Oder am besten noch die alte Clinton Kindermörderin…“ Puh, das saß, ich hatte mein Fett weg. Aber mich hat das wenig gejuckt. Der Typ hatte deftig ausgeteilt, aber seine negative Energie war schnell verpufft. Ein stinkender Furz hängt auch nicht ewig in der Luft.

Ein Wahlbeobachter stellte kürzlich fest, je schlechter sie Aussichten von Trump auf einen Wahlsieg, desto fanatischer werden seine Fans. Das ist auch eine Möglichkeit, die Tendenz abzulesen. Nur noch knappe 2 Wochen und wir werden wissen, was Amerika gewählt hat. Bis dahin wird Trump noch kräftig austeilen und Gift und Galle auf alles und jeden spucken, der sich ihm in den Weg stellt. 😁😁😁😁😁😁😁

Zum Abschluss noch ein schönes Herbstbild aus meinem Zimmer mit Ausblick