nicht linear denken

Du denkst schon wieder linear“ Dieser Satz fällt mitten im Film von „Tenet“.

Ja..ich habe mir den Film gestern Nachmittag angesehen. Mit mir waren gestern noch 6 weiter Kinogäste im Saal. 😁 Aber die 2. Vorstellung ab 19.00 Uhr wurde dann doch besser besucht.

Ganze 153 Minuten in einem Film mit zahlreichen Zeitenwechsel und keine Minute davon hatte ich mich gelangweilt. Auch fühlte mich nicht überfordert. Aber einmal mit den Gedanken woanders sein und schon fehlt einem ein wichtiger Baustein, um den Fortlauf des Filmes so weit wie möglich folgen zu können. Also volle Aufmerksamkeit ist angesagt. Der Regisseur Christopher Nolan erwartet das nicht nur viel von seinen Zuschauern, nein, er setzt auch einiges voraus, wie z.B. nicht linear zu denken. Oder zu verstehen, was man unter Inversion zu verstehen hat, oder was Algorythmen – davon macht Google Gebrauch – bedeutet.

Um dem Film folgen zu können, stellte ich mir die Zeiten wie Tonspuren auf einem Tonband vor, wobei die Gegenwart vorwärts und die Zukunft rückwärts lief. Nolan ließ die gegenläufigen Zeiten zusammenfließen und deshalb bewegten sich Menschen im Film Teileweise vorwärts oder rückwärts. Je nachdem, in welche Richtung der Zeit der Protagonist sich bewegte. Musste er in die Vergangenheit zurück, lief er rückwärts und die anderen bewegten sich vorwärts. Bewegte der Protagonist in die Zukunft, dann trug er einen Mundschutz wie von einem Beatmungsgerät. Wahrscheinlich, weil die Atmung verständlicherweise anders herumlief. Es kam auch vor, dass er sich selbst begegnete. Also gar nicht so schwer😁. Denke ich mal.

Ich hatte nur ein Problem. Es tauchte – für mich aus dem nichts – eine Zeichnung auf, die so was von wichtig war, dass sie einen großen Teil der Handlung beeinflusste. Vielleicht war ich mit den Gedanken grade mal unterwegs, als die Zeichnung das erste Mal erwähnt wurde. 😮 Aber das ist nicht so schlimm, denn ich sehe mir den Film am Dienstag noch einmal an. Diesmal will Sohnemann sich doch darauf einlassen. Das will er wohl doch nicht auf sich sitzen lassen. Seine Mutter kann in großen Zügen dem Film folgen und er als junger Mann sieht ihn sich nicht an, weil viele, die den Film sahen, meinten „Ich nix verstanden“ Nein, Sohnemann will jetzt auch mitreden können.

Viele Szenen wurden von einer grandiosen Musik getragen. Obwohl unmelodisch, laut und donnernd störte sie keinesfalls, sondern verlieh dem Film noch mehr Kraft und Wucht.

Für mich war das ein Film der Extraklasse. Ein Meisterwerk, das Zeichen setzt und zur Zeit seines Gleichen sucht. Ein Kunstwerk, was die eigene Logikspirale im Kopf auf die Sprünge hilft. Von der Handlung erzähle ich hier nicht, weil man sie nur schwer erzählen kann. Der grobe Plot – das Gute bekämpft das Böse und rettet damit die Menschheit. Ich zitiere einen weiteren Satz aus dem Film „man muss es nicht verstehen, man muss es fühlen“ Und dieses „fühlen“ hat nichts mit Herz-Schmerz zu tun.

soll ich ?

Oder soll ich nicht? Sollte ich besser mein Geld sparen oder es ausgeben, um mitreden zu können? Was das Geld betrifft, spare ich diese Woche sogar etwas Geld, auch wenn ich Geld dafür investieren würde. Ich habe eine Cinecard und mit der kann ich den Film der Woche für 5 € ansehen. Das würde bedeuten, dass ich bei Nichtgefallen nur 5 € in den Wind schreiben kann. Gemeint ist der Film „Tenet“ . Ein Film vom bekannten Regisseur Christopher Nolan ( u.a. Interstellar), der in seinem Filmen von seiner Zuschauern verlangt, seinen eigen Logikapparat im Hirnkasten auszuschalten und der Handlung einfach zuzuschauen, auch wenn man ihr nicht folgen kann.

Will ich das wirklich? Werde ich mir dabei nicht vorkommen, als würde ich ein Buch mit chinesischen Buchstaben lesen wollen, ohne die Schriftzeichen zu kennen. Aber ich weiß, dass jedes Schriftzeichen ein Bild oder mehrere Bilder darstellen und mit etwas Fantasie kann ich das eine oder andere Symbol doch deuten, oder nicht?

Aber ich laufe Gefahr, das ich mit dem Gefühl „ganz und gar nix verstanden“ das Kino verlassen und ich bin damit nicht zufrieden sein werde. Kann ich es aushalten, einer Handlung zu folgen, ohne etwas von dem was ich sehe, zu verstehen? Sohnemann wollte ich dazu überreden, mit ins Kino zu kommen. Wir hätten uns im Nachgang über die Handlung austauschen können. Doch der sträubt sich mit Händen und Füßen, obwohl er ein Fan von Nolan-Filmen ist, sich den Film anzusehen. Er hätte Kritiken darüber gelesen, bei dem der Film nicht so gut wegkommt. Also muss ich mich allein durch den Film arbeiten, wenn ich mitreden will.

Ich möchte auch nicht darauf warten, bis man den Film vielleicht in ein paar Jahren auf Netflix sehen kann. Solch ein Siene-Fiction-Action-Spionage-Film auf dem heimischen TV-Gerät mir anzusehen, kann ich mir sparen. Das wäre für mich wie eine tief gefrorene Suppe, an der ich ohne Genuss knabbern müsste.

aus der Männerhöhle

33. Tag seit der Maßnahme

Ich freue mich über jedes Lebenszeichen von Johnny Depp, was ihn nicht ins negative Bild rückt. Die letzten Jahre haben es in dieser Hinsicht nicht gut mit ihm gemeint. Johnny Depp wird grade auf Instagram aktiv und veröffentlichte ein Video, wie unter diesem Abschnitt zu sehen ist. Leider verstand ich kein Wort, denn es spricht ja englisch. Heut Abend werde ich Sohnemann bitten, mir das zu übersetzen. Auch seine Stimme ist mir fremd, denn ich kenne ja nur seine Synchronstimme. Die Medien stürzten sich darauf und so wurde ich ebenfalls auf sein Posting aufmerksam

Als Johnny Depp vor Jahren seine Frauen austauschte, war ich entsetzt. „Wie kann er nur seine Vanessa Paradis und Mutter seiner Kinder gegen eine femme fatale eintauschen? Mit dem Film: „Fluch der Karibik“ kam er, der sonst lieber Sonderlinge Filmrollen erfolgreich übernahm, im Mainstream an. Danach änderte sich sein Leben radikal. So war zumindest meine Beobachtung. Leider bestätigte sich meine Vermutung, Johnny Depp hatte eine Femme Fatale geheiratet und entsprechend gab es eine Schlammschlacht und er verlor nicht nur einen großen Teil an seinem Vermögen, sondern auch sein Ansehen, weltweit. Mehr Demütigung weltweit für einen grandiosen Schauspieler gibt es in meinen Augen nicht. Das tat mir als seinen ungebrochen weiblichen Fan weh. Hätte er mich gefragt, hätte ich ihm geraten: „Lass die Finger von der Frau“

Mit seiner Schauspielkunst zog mich Johnny Depp stets in seinem Bann und machte jeden Film mit ihm für mich unvergesslich. Wie stark sein Bann auf mich wirkte, erkannte ich aber erst vor ein paar Jahren. Ich sah mir 2016 den Film: „Die fantastischen Tierwesen und wo sie zu finden sind“ im Kino an. Der Film war schon fast abgelaufen, nur noch wenige Minuten vor dem Abspann und unerwartet erschien Johnny Depp im Film. Es war wirklich nur eine kurze Einblende von ein paar Sekunden und schon lief der Abspann. Als ich das Kino verließ, hatte ich das Gefühl, Johnny Depp hätte die Hauptrolle von A bis Z gespielt und alle anderen Schauspieler hatten Nebenrollen. Damit will ich nur sagen, wie stark seine Ausstrahlung als Schauspieler für mich auf der Leinwand war und immer noch ist.

Meine Sammlung an Sonntagsnachmittagsfilmen hatte ich schon Anfang der Woche um einen Film erweitert. Er ist noch auf dem Postweg zu mir, Ich orderte mir den Film „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ aus 1993 den sicher schon jeder kennt. Das passt ja.

Sonntagsnachmittagsfilme

26. Tag seit der Maßnahme

Ich bin ja nicht so der Netflixer. Zumal Netflix mehr und mehr mit Eigenproduktionen daher kommt, dir mich nicht vom Hocker reißen. Ich bin dafür nicht die Zielgruppe, weil ich weder „KrachWumm“ Filme sehen mag, deren Inhalt nur auf „KrachWum “ ausgerichtet ist. Ich mag auch keine Filme, in denen permanent enthauptete Köpfe auf den Boden rollen und oder klebrige Gehirnmasse an die Wand geschleudert wird. Ich beschreibe Szenen, weil mein Besucher ab und zu solche Filme sehen, während ich in der Küche bin.ich erkenne schon an der Geräuschkulisse, ob es ich um solchen eine auf die schnelle produzierten Film gedreht.

Achja..der NetflixAccount gehört Sohnemann und nicht mir. Ich lege mein Geld für Filme andes an. Ich gehe ins Kino, wenn mich ein Film interessiert und ich kaufe mir die Filme. die ich gern am Sonntagnachmittag mir ansehen würde. Für mich sind es Dauerbrenner, die ich mir immer wieder gern ansehe.

Gestern war zwar kein Sonntag. aber weil bei mir zur Zeit kein Sport und Yoga stattfinden kann und deshalb für mich jeder Tag wie Sonntag ist, habe ich jede Menge Zeit und die wollte ich nicht sinnlos totschlagen. Gestern gönnte ich mir einen superlangen Filmenachmittag

  1. Rocketman
  2. Lovesong für Bobby Long
  3. Avatar

Frau gönnt sich ja sonst nix

Sohnemann hat seid der Schließung der Restaurants keine Gäste mehr zu bewirten, die er auf Bestellung mit einem leckeren Cocktail beglücken kann.  Drinks oder Cocktails mit allen seinen Feinheiten und Raffinessen zusammenzustellen, ist nicht nur ein bloßer Job für ihn, nein, er zelebriert das mit Würde und Freude.  Nun bekomme ich jeden Abend ein Probiergläschen serviert, so wie gestern Abend. 

Während Sohnemann den Cocktail für mich fertig mixte, klapperte ich Netflix ab, suchte nach einem Film, den wir beide abnickten. Okay..12 Monkeys – den Film wollten wir uns beide ansehen. Einmal, weil Bruce und Brad im Film gemeinsam auftraten und weil das Thema, dass im Film behandelt wurde, in die Krisenzeit von heute passt, wie der Topf auf den Deckel. Es geht um einen Virus, der die Menschen fast ausgerottet hatte. Ich hatte mich schon gewundert, warum der Film auf verschiedenen Kanälen im TV immer wieder lief, ich ihn aber jedes mal verpasste. Jetzt wollte ich ihn mir doch ansehen. Grandios, wie die beiden Männer gespielt haben. Deshalb störte es mich nicht, wenn ich mitunter durch das hin und her durch die Zeitschleifen den Überblick verlor.

In Filmen mit Bruce Willis ist man als Zuschauer ja gewöhnt, dass er die Welt rettet, doch in diesem Film wartete ich vergeblich darauf. Außergewöhnlich für amerikanische Filme, die Filme dieser Arte gern heroisch und gut enden lassen Das Drehbuch sollte umgeschrieben werden, denn ich wünsche mir ein hoffnungsvolleres Ende.

Kopfkino

Winterzeit, Kinozeit. Kinozeit ? Also wenn man am Wochenende und an Feiertagen in der Innenstadt von Rostock ins Kino gehen will, dem rate ich, nicht auf den letzten Drücker zu kommen. Vor 4 Wochen musste ich sogar einen Film sausen lassen, weil ich auf den allerletzten Drücker kam und eine lange Warteschlange vor mir hatte. Den Anfang des Filmes auch mitzubekommen, wäre bei der Schlage aussichtslos gewesen. Ich hätte mich wie zu Hause auf der Couch vor dem TV nur mitten drin reinzappen können, aber das wollte ich nicht. Aber ich hatte dazu gelernt : Nicht auf den letzten Drücker kommen.

Gestern war ich wieder im Kino. Und damit ich nicht den Anfang verpassen, stand ist schon eine Stunde vor Filmstart am Kinoschalter und sicherte mir meinen Platz. Man weiß ja nie. Der Weihnachtsmarkt war vollen Menschen und wenn nur ein paar davon einen Abstecher ins Kino machen wollten, wäre das Kino 4 voll gewesen.

Ich wollte mir den Film „Last Christmas“ ansehen. Ja..es wurde nach dem berühmtestem Song von und mit George Micheal benannt. Den Trailer dazu hatte ich schon gesehen. Es sah nach einem kitschen Weihnachtsfilm mit viel Bling Bling aus. Warum nicht? Die Musik von George Michael in einem Film serviert zu bekommen, nach seinem Tod. Das wollte ich mir doch ansehen, bevor der Film wieder aus den Kino verschwindet. Ich erwartete einen besinnlich kitschigen Weihachtsfilm und ? Ich wurde enttäuscht. Nicht von Film, aber was meine Erwartungen betrifft.

Erwartungen sind und bleiben die Quelle allen Leides. Man führt im Kopf Regie und ist enttäuscht, wenn das Leben nicht mitspielt“

Die klugen Worte sind nicht von mir, das haben die Buddhisten erkannt und ich las das rote Zitat beiläufig in einem Buch und schon hatte es sich in meinem Kopf eingenistet

Der Film Last Christmas begann auch genau so, wie ich es erwartet hatte und deshalb glaubte ich auch sicher, wohin das Ende führen wird. Aber Pustekuchen, trotz aller Komik wurde der Hintergrund der Geschichte ernster und ernster und machte wohl jeden Zuschauer nachdenklicher über Schicksale, die man nicht mal seinem Feind wünschen würde.

Inspiriert von berühmtesten Song aller Zeiten „Last Christmas“, einem Song, der um die Weihnachtszeit wohl jedem zu Ohren kommt, regte die berühmte Schauspielerin „Emma Thompsen“ zu einer rührenden und nachdenklichen Geschichte an, die sie ihren Zuschauern um die Weihnachtszeit erzählen wollte.

Last Christmas, I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special
Letzte Weihnachten schenkte ich dir mein Herz
Aber schon am nächsten Tag hast du es verschenkt
Dieses Jahr, um mich vor Tränen zu retten
Ich werde es jemandem etwas Besonderes geben

Emma Thompsen hat aus den Zeilen von George Michael eine ganz besondere Geschichte gemacht, über die man noch einige Zeit nachdenken kann. Ich will die Geschichte hier nicht erzählen, damit die Überraschung bleibt, falls der eine oder andere sich den Film noch ansehen will. Auch wenn es viel zu lachen gab, ich kämpfte am Ende, als die Wahrheit an Licht kam, mit den Tränen. Und ich fand, die Geschichte war von sowas gar nicht kitschig. Die Darsteller haben alles gegeben, mich überzeugt und die Geschichte gemacht.

Ich gab dem Eintrag den Titel „Kopfkino“ weil er dem Film entspricht.

ich war noch niemals in New York

„Hast du dir den Film schon angesehen?“ fragte sie mich.

Der Film „Ich war noch niemals ins New York“ ist zur Zeit in meinem Umfeld aller Munde. Er gehört wohl zu den Filmen, die auch Leute ins Kino lockt, die sich sonst eher auf das Streamen stehen. Die meisten wollen warten, bis Netflix oder Amazon den Film in ihr Repertoire mit aufnimmt. Aber für mich ist das wie aufgewärmtes Essen. Ich sehe mir die Filme lieber im Kino an. Ganz allein mit der Leinwand und die einzige kurze Ablenkung, wenn man seinen Nachbarn etwas zuflüstern möchte, was nicht warten kann.

„Nein, ich habe ihn mir noch nicht angesehen“ antwortete ich, dabei frage ich mich, ob sie meine Gedanken lesen kann? Denn ich hatte die selbe Frage auf den Lippen. „Wollen wir am Samstag uns den Film gemeinsam ansehen?“ Gesagt getan, gestern sahen wir uns dem Film an. Ich war zwar noch nie ein Fan von Udo Jürgens, denn auf seine Songs baute das Filmmusical ja auf. Ich war gespannt.

Gespannt war ich auf Katharina Thalbach. Der Trailer zum Film lief ja schon seit einigen Wochen und ich wollte auf keinen Fall einen Film mit Katharina Thalbach versäumen. Aber auch auf Moritz Bleibtreu war ich neugierig. Er spielte sonst immer ernste Rollen mit komplizieren Charakteren, zumindest, was ich von im gesehen habe.

In quietschbunten Farben lief der Film, wie schon im Trailer zu sehen war, über die Leinwand. Schon nach kurzer Zeit sog die Filmhandlung mich in sich auf und ich ging mit den Protagonisten auf die Reise nach New York. Ich ließ mich mit mitreißen, mit all den Emotionen, die im Film verpackt waren Es wurde gelacht, es wurde geweint. Eigene Lebensmomente spiegelten sich in so manch einer Szene wieder.

Geflasht war ich vom „Griechischen Wein“, getanzt von Pasquale Aleardi.. Mein Gott, war das ein Auftritt. Mir blieb die Spucke weg und ich war mir sicher, schon allein deshalb werde ich mir den Film noch einmal ansehen 😀

Eine wirklich große Überraschung für mich waren die beiden Schauspieler, die im Video zu sehen sind. Sie spielten zwei Schwule, die sich sofort ineinander verliebten. Im Clip beantworten sie einige Fragen dazu.

Fast jede Form der Liebe konnte man im Film sehen. Die Jugendliebe, die gleichgeschlechtliche Liebe und die Liebe von zwei Menschen, die sich neu verlieben. Doch bevor sie zusammenfinden konnten, musste jeder für sich innere Hürden überwinden, wollten sie ihrer Liebe nicht im Wege stehen.

„Ja, da war für jeden etwas dabei“ fasste meine Bekannte, als der Abspann lief.

„Jeder muss über seinen Schatten springen, wenn er sein Glück finden will“ ergänzte sie noch.

Dem konnte ich nichts mehr hinzufügen. In Liebensdingen tut man sich oft schwer. Vielleicht hat man die eine oder andere Chance im Leben verpasst, weil man sich selber im Wege stand ?

hartes Brett

„Das kannste vergessen, ich sehe mir dem Film nicht an“

„Warum nicht?“

„Warum nicht? Na, weil ich Beträge im Internet dazu gelesen habe, in denen stand, dass die Menschen das Kino in Amerika schon vorzeitig verlassen haben. Angeblich kamen sie wegen der Spannung in Panik“

„Doch, du kommst mit ins Kino und siehst dir den Film an“

„Naja. Dann werde ich mir wohl während des ganzen Filmes die Augen und Ohren zu halten“ Das meine körperliche Reaktion auf zu viel Spannung oder Gewalt in Filmen, wenn ich im Kino der Leinwand gegenüber sitze.

„Egal. Du kommst mit“

So ist es immer. Findet Sohnemann einen Film super und will ihn unbedingt sehen, dann muss ich ihn auch sehen, damit er jemand hat, mit dem er sich über den Film anschließend unterhalten kann. Seine Freunde haben kaum Bock auf Kino und so greift Sohnemann auf mich zurück. 😀 Und ich, als folgsame Mutter, folgte Sohnenmann ins Kino.

Am Dienstag war es dann soweit. Ich saß vor der Leinwand und wartete auf das „brutale“ Ereignis, rechnete mit unglaublichen Gewaltszenen und viel viel Blut, das sich spritzend über die Leinwand verteilt. Aber ich wurde enttäuscht. Nicht, dass es keine Gewalt zu sehen gab. Doch nicht so, wie ich es, nachdem ich die ersten Beiträge dazu in Internet gelesen habe, mir vorgestellt habe. Ich hätte nicht gedacht, wie sehr ich mich doch von anderen Meinungen habe beeinflussen lassen.

Zum Glück hatte Sohnemann mich „überredet“, sonst hätte ich das grandiose Kinoereignis an mir vorbei ziehen lassen. Inhaltlich war der Film, wie Sohne bei anspruchsvollen Filmen gern zu sagen pflegt, ein „hartes Brett“. Der Film zeigte den Zuschauern, wie grausam Menschen sein können und wie grausam sie vorgehen können, wenn sie einen „unsicheren Schwächling“ vor sich haben. Das erinnerte mich fast an das Tierreich mit seiner „Hackordnung“ Abgehängte und ausgegrenzte Menschen der Stadt wurden von hohem Amt her als „Clowns“ bezeichnet. Automatisch zog mein Kopf eine Parallele zu dem aktuellen Präsidenten Amerikas.

Gewalt müssen nicht nur Schläge und Hiebe auf den Körper sein, nein. Ungerechtigkeit gegen über schwächeren Menschen in der Gesellschaft stellt für mich ebenfalls Gewalt an Leib und Seele dar. Schon lange haben ich keinen so ehrlichen Film gesehen

Achja.. fast hätte ich vergessen. Der Haupdarsteller hatte mich mit seiner grandiosen Schauspielleistung fast sprachlos gemacht.

Kaum zu glauben

..das ich 160 Minuten am Stück und ohne Pause im Kino auf einen Fleck saß und dabei die Zeit vergaß. Und bei einer 160 minütigen Filmvorstellung muss man nicht nur gutes Sitzfleisch haben, sondern auch Ausdauer und an der Geschichte dran bleiben können. Als ich das Kino verließ, waren fast 3 Stunden ins Land gegangen und ich hatte mich kein bisschen gelangweilt.

Als erstes war ich froh, dass ich als Fan von Brad Pitt den Schauspieler wieder für mich ganz allein hatte. Nachdem er für mich aus dem Schattendasein seiner Noch-Ehefrau und starren Posen auf den roten Teppich neben seiner Noch-Ehefrau, wieder hervor trat, nehme ich ihn auch wieder als Schauspieler, als guten Schauspieler, als sehr guten Schauspieler wahr. Hätte er mich damals gefragt, ob er die Frau, der die Welt zu Füßen lag, heiraten sollte, hätte ich ihm davon abgeraten. Aber er hatte mich nicht gefragt, wozu auch. 😀 Aber mein Gefühl hatte mich damals doch nicht getäuscht und ich hatte die Worte, die ein Kritiker sogar in einem Artikel über ihn schrieb „seit dem sähe Brad Pitt aus, als wäre er von einem Laster überfahren worden“ mehrfach unterschreiben können, aber der Rest der Welt sah ja das anders.

Im Film „Onve Upon a Time …in Hollywood“ nahm ich Brad Pitt die Rolle des starken Mannes ab und jede Großaufnahme von ihm erfüllte mich mit Freude über seine Rückkehr und nicht nur das, er konnte wortlos sogar die Zuschauerraum mit eine Präsenz füllen, die nach seines Gleichen sucht.

Aber auch Leonardo diCaprio begeisterte mich ohne Ende. Der häufige Wechsel zwischen den unsicheren Schauspieler, den er im Film darstellte und der Rolle des harten Westernitalo, zwischen der er für den Zuschauer häufig wechselte, zog mich so sehr in den Bann, dass ich ihm jeder Szene zu 100 % abnahm. Außerdem ist diCaprio wegen seiner Hochhaushohen von 5 .000. 000 Dollar Spende für die Aufforstung des noch brennenden Amazonasgebietes auch als Aktivist im Kampf gegen den Klimawandel ans Herz gewachsen. Es ist nicht nur ein grandioser Schauspieler, sondern auch ein großartiger Mensch.

Eigentlich saß ich während des ganzen Filmes auch ein bisschen auf Kohlen, denn ich wusste ja, wie der Film ausgehen würde. Die Geschichte um die damaligen Morde kannte ich ja schon durch zahlreiche Dokumentationen . Die junge, kurz vor der Geburt stehende Mutter würde sterben und weitere 6 Personen, die mit ihr sich im selben Haus aufhielten. Als der Couwdown dazu angeschoben wurde, hielt ich mir schon mal Augen und Ohren zu und blinzelte nur ab und zu auf die Leinwand. Und dann war es soweit, die Hölle ging los und wie man als Zuschauer von Tarantino-Filmen gewöhnt ist, es floss und spritzte Blut, jede Menge Blut und die Schreie der Sterbenden waren wie nicht mehr von dieser Welt.

Für mich völlig unerwartet, lenkte Tarantino das damalige grausige Ende in eine ganz andere Richtung. Das war für mich so ein genialer Schachzug vom Regisseur, das ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam. Und, nicht nur das, Tarantino ist es gelungen, mich während des ganzen Filmes unter einer diffusen Spannung zu halten, weil ich ein bestimmtes Ende erwartete und schon auf halber Strecke die arme junge hochschwangere Frau um ihr Schicksal im Film bedauerte.

Eine tolle Kritik zum Film – wer sich 15 Minuten Zeit dafür nimmt, wir vieles über die Vielschichtigkeit des Filmes, des Regisseur, der Darsteller erfahren.

Der Himmel hat seine Tore für Jerry Lewis geöffnet

und dort darf er nun  die Engel zum Lachen bringen.

Seit gestern geht die Nachricht durch die Medien. Ein großer Künstler vergangener Tage hat die Welt  verlassen. Jerry Lewis  verstarb mit 91 Jahren. Er schaffte es wirklich weit..bis ins biblische Alter.

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Gehört oder gesehen habe ich schon lange nichts mehr von ihm. Aber in den 70iger sah ich mir jeden Film von ihn an, wenn der im TV lief und ich habe immer herzlich gelacht. Aber das beste, was ich von ihm sah, war der „Luftschreibmaschinenschreiber“ Die Szene aus dem Film „Der Ladenhüter“ vergaß ich nie.

Ruhe in Frieden Jerry Lewis