Emotionen, Leben, Tränen

Abschied und Nachruf

Achja… leicht ist es mir nicht gefallen, mich von dem Schmuckstück von Kühlschrank zu verabschieden. 10 Jahre hat er meine Lebensmittel gekühlt und frisch gehalten. Doch dann das Malheur. Die Tür fürs Gefrierfach brach aus und ich damit vereiste die Kühlung auch die Sachen, die nur gekühlt werden sollten. FORON ist eine schon vor Jahren in Konkurs gegangene alte DDR Firma und so gab es auch keinen Ersatz mehr.

Liebevoll fixierte ich die losen Teile, damit er nicht im klapprigen Zustand auf seine letzte Reise gehen musste. Wahrscheinlich hat er seinen Weg schon über den Verwertungshof genommen und sein Zeitliches damit gesegnet. Tränen in den Augen.

Der Nachfolger hat aber schnell meine Tränen getrocknet und diesmal entschied ich mich für einen echten Koloss. In ihm kann ich nun endlich wieder gut gekühlte Lebensmittel und auch wieder Gefriergut lagern.

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Hanse Sail 2019

Viel gesehen hatte ich nicht, wenn man davon ausgeht, dass die Hanse Sail 2019 von Donnerstag bis Sonntag geht, d.h. sie ist immer noch, während ich hier schreibe, am laufen, war es fast gar nix, was ich mir gesten angesehen habe. . Nur 90 Minuten lief ich über den Stadthafen , nur mit einem Begleiter, meiner Kamera. Meine Familie hatte noch nie Bock auf Menschenmassen. Also ziehe ich allein los. Doch dieses Jahr musste ich mich echt motivieren. damit die 29. Hanse Sail nicht ganz ungesehen, an die mir vorbei rauscht.

Ein paar männliche Vorboten der Hanse Sail hatte ich schon in der Stadt gesehen. Männer in Seemannsuniformen sehen für´s Frauenauge ja immer schneidig aus 😀 und auch meinen Blick zogen sie an, ich sah ihnen nicht nur nach, sondern fotografierte ihnen auch hinterher. Bevor sie hinter der Hausecke verschwanden erwischte meine Kamera sie noch auf den letzten Pfiff.

Warum mir die Motivation fehlte? Ich glaube, es war eine Kombination aus Müdigkeit und Lustlosigkeit. Seit Tagen fühlte sich das Wetter in Rostock labberig an. Lauwarm und bewölkt, kein Reizklima, das ließ meinen Blutdruck noch tiefer sinken, als er ohnehin schon ist. Vielleicht zog die Müdigkeit die Lustlosigkeit auch nach sich. Mit einem inneren Schups verließ ich gestern nachmittag endlich das Haus, mit der Absicht, mich unter die Leute zu wagen, die dicht gedrängt den Stadthafen rauf- und runter gingen. Im Gegensatz zum Rest meiner Familie beleben mich Menschenmassen, ich tanke regelrecht Energie auf und darauf hoffe ich gestern auch. Es funktionierte.

Kaum stand ich im Gedränge, schon verflogt die Trägheit aus meinen Knochen. Die Sonne schien und die Menschen waren bester Laune und hatten Spaß, wie man auf dem Bild sehen kann. …..

….und meine Kamera hatte gleich zu tun, um alle die Boote und Segelschiffe für meine Ewigkeit festzuhalten. Zuerst fiel mir das kleine Boot ins Auge. Es legte grade ab, als ich am Kai vorbei lief. Ich gehe dort nur noch selten entlang – es war mal meine Lieblingsspaziermeile – weil die gegenüberliegenden Bauten massiv und furchtbar die schönen Kulisse verdorben haben. Die Städtebauer haben auf dem Stückchen Land direkt am Wasser dicht gedrängt hohe Gebäude errichten lassen. Die Menschen, die dort für hohe Mieten leben werden, haben weniger grün um sich herum. als ich in meinem schnöden Neubauviertel. Natürlich haben die Bewohner in der Randlage den begehrten Blick auf das Wasser, aber der Rest schaut nur auf Mauern und Fenster der Nachbarhäuser. Naja..genug gemault, weiter geht´s .

Als nächstes fiel mir eine Rostlaube namens Undine ins Auge. Ich glaube, sie wird jedes Jahr zu Hanse Sail zur Schau gestellt.

Obwohl UNDINE so viel Rost angesetzt hatte oder vielleicht auch deshalb, UNDINE war für jeden Fotografen ein beliebtes Fotomodell und immer hatte ich einem Fotografen vor der Nase, der schneller an sein Model dran war, als ich. 😀 Auf dem Foto sah die rostige UNDINE sogar noch schöner aus.

Aber ist wollte noch mehr von der Hanse Sail sehen, als nur UNDINE. Dieses Jahr lagen auch die größeren Segelschiffe im Stadthafen und nicht wie sonst am Kai von Warnemüde. Aber wirklich schön sehen sie aus, wenn sie mit aufgeblähten Segeln auf dem Wasserweg unterwegs waren. Doch den Anschluß hatte ich verpasst, denn für die Windjammer- Parade hätte ich mich um 10 Uhr auf der Mole von Warnemünde platzieren müssen., dann hätte ich auch solch prächtige Segelschulschiffe wie die Krutenshtern gesehen.

Als ich endlich in die Püschen kam, hatte man die Segel schon eingezogen.

Statt dessen nahm ich die Kleinboot- Parade ab 😀

Dann endlich bekam ich doch etwas besonderes zu sehen – jaaa…ein Drachenboot und gleich mit 3 Köpfen 😀 Auch ein blindes Hund findet mal ein Korn 😀

Damit hatte sich meine Ausbeute von Bildern an tollen Segelbooten schon erschöpft. Dafür gab es dieses Wirrwarr von Masten, Seilen und Menschen, was ich noch auf meiner Kamera festhalten konnte.

Dann wandte ich mich dem Volksfest der Hanse Sail zu und sah den Line Dancern eine Weile zu. In Line tanzen, das ist etwas für jung und alt, dick oder dünn, egal, jeder kann mit machen, wer Spaß daran hat und wer nicht nur was für seinen Kreislauf sondern auch für seinen Kopf tun will. Die zahlreichen Schrittkombinationen mit vor-, zurück- und seitwärts Bewegungen muss Mann oder Frau sich gut merken könne, will man nicht aus der Reihe tanzen.

An den mittelalterlichen Piraten kam ich auf den Weg zu nächsten Bühne nicht vorbei, ohne sie für meinen Blog zu verewigen.

Auf der nächsten Bühne wurde es rockig. Die Jungs hatten mich null komma nix in ihren Bann gezogen. Handgemachte Musik mit starken Gitarrensound, was will man mehr.

Die Jungs warfen ihre Haare im Rhythmus ihrer Musik von rechts nach links.

Die jungen Künstler – die nennen sich Lout Shout Band – ließen den guten alten Rock´n Roll wieder aufleben. Neben eigenen Songs gab es auch etwas von AC DC zu hören.

Die Jungs kamen zwar nicht so hart rüber, wie die echten ACDCs , gaben aber alles. Der durchdringende Gitarrensound des Intros drang schnell unter meine Haut und ich vergaß dabei sogar die dicken Regenwolken, die sich über unsere Köpfe zusammenschoben.

Kaum hatten die Band sich verabschiedet, öffneten sich die Schleusen der Regenwolken und ich nahm den kürzesten Weg zur Straßenbahn. Als ich aus der Bahn wieder ausstieg, war der Himmel schon wieder blau und die Sonne strahlte hell und frisch über die Hanse Sail 2019.

Was ist sonst noch alles verpasst habe, kann am in diesem Artikel der Ostsee- Zeitung nachlesen.

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Bunt ist die Welt

Am Wochenende war es wieder mal soweit. Der Tag, an dem viele Menschen auf den Straßen in Rostock zeigen wollten, wie bunt die Menschen sind. Mit schillernden und extrem weiblichen Kostümen zogen die Menschen durch die Straßen von Rostock. Aber es ging nicht um sie bunten schillernden Kostüme, sondern um die unterschiedlichen sexuellen Ausrichtungen der Menschen, die in der Vergangenheit gern an den Rand der Gesellschaft gestellt wurden. Der CSD in Rostock fand am 20.Juli 2019 statt.

Mit meinen Enkelkindern stand ich am Straßenrand. Wir waren nur Zuschauer. Sie sind noch Teenies und mochten anfangs den Lärm und vor allen Dingen die Menschenmassen nicht, die sich für den bevorstehenden Umzug auf dem Marktplatz zusammen fanden, Aber dann fanden sie doch Gefallen daran. Vielleicht marschieren sie in nächsten Jahr sogar mit. Wer weiß. Meine große Enkeltochter notierte sich schon mal den Termin für den CSD 2020 in ihrer Heimatstadt.

Wer keine schrille Kleidung tragen wollte, hüllte sich in ein buntes Tuch, einer Regenbogenfahne. Die Farben variierten, so wie die Bedeutung der Regenbogenfahnen variierten. Mich bewegen solchen Moment immer etwas, Stehen sie doch für friedliches und tolerantes Leben miteinander. Ich fragte mich schon in jungen Jahren, warum man Menschen, die z.B. schwul oder lesbisch waren,, anders sah, als jeden anderen auch? Mensch ist und bleibt doch Mensch, egal, was er sexuell bevorzugt. Das konnte als junge Frau schon nicht begreifen.

Zum Glück haben die Schwulen und Lesben in Deutschland wie in vielen anderen Ländern auch, ein ganz normales Dasein. Und doch sind sie immer noch Ziel von Übergriffen und sie müssen sich für die Gesellschaft unermüdlich präsentieren, so wie sie sind und weiter für Toleranz werben.

Leider musste das anschießende Straßenfest vorzeitig beendet werden, Wegen einer Unwetterwarnung mussten alle Zelte schon um 19 Uhr abgebrochen werden.

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gleich drei….

Musikfilme, die mich in letzter Zeit ins Kino gezogen hatten. Einer davon bekam ja schon vier Oscars und es wurde schon viel darüber geredet. In den letzten Monaten sind „Bio-Pics“ über weltberühmte Künstler ausreichend produziert worden. Für die jüngere Generation ist das bestimmt ein Zugewinn ihrer Musik, die sie ständig über Kopfhörer hören und für die älteren Fans der Künstler ein willkommenes Wiedersehen mit dem Künstlern, die sie ein Teil ihres Lebens begleiteten.

Wer den unvergessenen Freddie Mercury noch einmal erleben wollte, wurde mit dem Film „Bohemian Rhapsody“ auf keinen Fall enttäuscht. Zumindest erging es mir so. Die Wucht seiner Kraft und seiner Genialität kamen noch einmal 1:1 bei mir an, wie damals, als Freddie noch lebte. Im Rausch von der Queen-Musik verließ ich das Kino und ich musste ihn mir den Filmrausch noch einmal und noch einmal gönnen Was für ein genialer Künstler hatte uns doch damals schon viel zu früh verlassen müssen. Ich könnte heute noch heulen.

Nr. zwei meiner Musikfilmerlebnisse war der Film über Elton John „Rocketman“

Achja.. dieser Film rührte mich zu Tränen, gleich von Beginn an. Was waren das damals doch für harte Zeiten für schwule Männer. „Du weißt, dass du nie geliebt wirst“ sagte die Mutter zu dem noch jungen Elton. Was für ein vernichtender Satz und diesen dann noch aus dem Mund der eigenen Mutter zu hören, wie grausam. Fast magisch zog mich der Darsteller von Elton John – Taron Egerton – in seinem Bann. Bis zum Ende des Filmes war ich genau so gerührt, wie gleich zu Beginn des Filmes. Ich musste mir wie Elton John es auch tat. nachdem er seinem Film gesehen hatte, mir die Tränen noch in rausgehen aus den Augen wischen.

Und es gab noch ein Nachspiel wegen des Filmes zwischen Elton John und Putin. Im Film wurde ein paar Schwulenszenen etwas ausführlicher, als man es sonst in Kinofilmen gewöhnt war, gezeigt. In Russland wurden diese Szenen aus dem Film geschnitten und das lies Elton John nicht unkommentiert. Putin bekam einen Brandbrief von ihm. und die beiden Männer gaben sich öffentlich die Kante. Und dabei kam raus, dass man immer noch Russland laut Putin, – angeblich wissenschaftlich belegt – Homosexualität eine Frage der Erziehung wäre. Na, gut, dass wir drüber geredet haben und ein Politiker mal wieder seine Katze aus dem Sack gelassen hat.

Achja.. für Rocketman ging ich noch ein zweites mal ins Kino. Frau gönnt sich ja sonst nichts. 😀

Nr. drei – den Film sah ich gestern. Er kam ja am. 11.7. erst in die deutschen Kinos. Dieser läßt den Zuschauer noch einmal in der Zeit der Beatles eintauchen.

Durch ein Blackout brach das StromNetz weltweit für 12 Sekunden zusammen und just in dem Moment wurde ein erfolgloser Sänger, der sich kurz vorher von der Hoffnung verabschiedet hatte, einmal auf den ganz großen Bühnen spielen zu dürfen, von einem Bus angefahren wurde. Danach war seine Welt eine andere. Nur er konnte sich an die Songs der Beatles erinnern. Niemand sonst, nicht einmal Google hatte einen Eintrag über die Beatles. Mit den Songs der Beatles eroberte der bis dato erfolglose Sänger die Bühnen der Welt erobern, aber nicht, ohne das ihn das schlechte Gewissen plagte. selbst mir ging, während ich zuschaute, das schlechte Gewissen des Sängers unter die Haut. Am liebsten hätte die die Filvorstellung schon vorzeigt verlassen, dann müsste ich das dicke Ende, wenn eine Lüge einstürzt, filmisch nicht miterleben.

Nicht seine Stimme war für seinen Erfolg entscheidend, sondern die grandiosen Texte der Songs. D.h. Text. Stimme und Melodie …alles muss passen, wenn der Erfolg eintreten soll.

Also wer noch mal etwas von den Beatles hören möchte, für den ist der Film ein Muss. Mir gefiel der Sound ihrer Musik heute besser. als damals, als ich sie noch gierig in Radio hörte.

Achja.. und wer John Lennon auch noch mal sehen möchte, wird ihn als weisen und zufriedenen alten Herren noch einmal sehen dürfen. 😀

Und der 4. Film im Bunde über einen englischen Musiker, der es zum Welterfolg brachten. lief mir gestern beim zappen eher zufällig über den Bildschirm.

Eine Dokumention über George Michael.

Den Künstler hatte ich außer „Last Chrismas“ gar nicht mehr auf dem Schirm und so hatte ich dank der guten Dokumention von Arte eine Bild von dem Mann, der nicht nur gut aussah, sondern auch unvergessliche Songs für die Welt schrieb und sang und dessen Leben auch kein einfaches Leben war.

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Emotionen, Leben, Menschen

Wer erinnert sich noch …

an den verführerischen Song mit der verfüherischen Stimme von Amanda Lear ?

Bin grade ein wenig in Youtube versackt und weil ich eine alten Hit angeklickt hatte, kam auch dieser Vorschlag mit Amanda Lear. Als sie den Song damals sang, ging das Gerücht um, sie wäre mal ein Mann gewesen und hätte sich umoperieren lassen. Natürlich mochten wir damals solche Geschichten, dass machte uns die Künstlerin damals noch interessanter. Und jedesmal wenn wir sie im Fernsehen sahen, war auch jedesmal einer unter uns, der die Geschichte von Amanda Lear noch nicht kannte. Er wurde unverzüglich aufgeklärt. „Das war mal ein Mann“. „Oh…“ Erstaunen konnte man damit schnell ernten. Geschlechtsumwandlungen waren zu der Zeit ja noch eine Seltenheit. Nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch in den Köpfen der Menschen.

Erst viel viel später klärte Amanda Lear ihre Fans auf. Das mit der Geschlechtsumwandlung war nur ein PR-Gag. Das Gerücht hätten sie nicht gestreut, aber dem Gerücht auch nicht widersprochen. Etwas verworren liest es sich dazu aber in Wiki

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Emotionen, Fragen, Kinder, Leben, Menschen, Sport

dieser Schlingel

fast ein Schuljahr lang beschäftige mich ein kleiner Junge im Kindersport mit seinem Leiden. Alles begann damit, dass er mir im vorbeigehen sagte, er hätte einen Herzfehler und bekäme deshalb keine Luft. Es nahm Asthmaspray, wenn ihm die Luft nach den schnellen Lauf ausging. Es brach förmlich auf dem Weg zu seinem Medikament zusammen und lag erst mal am Boden. Sowas darf ich als Trainer nicht unbeachtet lassen und so betreute ich den Kleinen nach jedem Zusammenbruch, bis er seine Atemnot überwand, während meine Kollegin das Training weiterleitete Hatte sich der Kleine wieder erholt, schoss er aber wieder los und warf sich ins Kindergetümmel.

Seine Zusammenbrüche während der Sportstunde nahmen zu und ich musste mehrfach mit ihm vor die Hallentür gehen, damit er sich wieder erholen konnte. Ich machte mir um ihn Sorgen wie um meine eigenen Sohn, konnte mir aber nicht vorstellen, dass mit dem Stand der Dinge der ärztlichen Möglichkeiten das Ende seiner Fahnenstange an Lebensqualität schon erreicht waren. Ich rang mit mir, denn ich hätte ihm gern geholfen, aber wie? Ich sah nur eine Möglichkeit. Mein Schwager ist ein bekannter Herzchirurg, der auf Kinderherzen spezialisiert ist. Warum den Kleinen mal nicht einen anderen Facharzt vorstellen?

Als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, wollte ich dem Vater den Hinweis auf den bekannten Herzchirurgen geben. Doch der Vater blockte mich vorher schon ab. „Mein Sohn hat nichts mit dem Herzen, er bekommt „nur“ keine Luft“ Sein Sohn widersprach, doch auch den Sohn blockte der Vater sofort ab. Verdutzt und mit tausend Fragezeichen im Kopf brach ich das Gespräch ab. Ich fragte mich aber, ob die Eltern des Kleinen uns ein Herzleiden ihres Sohnes verheimlichen wollten. Er wurde als ein „nur“ am Asthma erkranktes Kind avisierte. Ich konnte mir aber auch keinen Reim darauf machen, warum uns die Eltern dies verheimlichen sollten. Auch behauptete der Vater , sein Sohn würde nur in der Sporthalle zusammenbrechen, ansonsten springt er wie alle anderen Kinder wild rum, ohne dass es zu dramatischen Zusammenbrüchen kommt und schon gar nicht wie ich die Zusammenbrüche 3- 4 viel mal in einer Trainingseinheit erlebte. Es wurde nach dem kurzen Gespräch noch rätselhafter für mich.

Nachdem ein anderes Kind uns erzählte. dass der Kleine während er am Boden lag, für einen kurzen Moment verschmitzt lächelte, wunderten meine Kollegin und ich uns ein weiteres mal. Man konnte förmlich die Fragezeichen auf unseren Köpfen tanzen sehen. Er lag so oft filmreif am Boden, hielt dabei eine Hand an seinem Herzen, wenn ich ihn nach einem Zusammenbruch vorfand. Ich hob ihn genau so oft vom Boden auf und ging unter den Armen gestützt und mit eingeknickten Beinen mit ihm vor die Sporthalle. Dort schnappte er dann heftig nach Luft und erholte sich wieder. Wir baten den Kleinen in einem kurzen Gespräch, er sollte uns nur um Hilfe bitten, wenn er sie auch wirklich benötigt. Und wir sprachen noch einmal mit den Eltern.

Seit dem kippt der Kleine nicht mehr aus den Latschen und muss auch nicht mehr nach jeder Anstrengung an die frische Luft geführt werden. Er läuft und springt mit der Ausdauer eines fast gesunden Kindes 90 Minuten durch die Sporthalle, ohne auch nur einen einzigen klitzekleinen Schwächeanfall. Die tanzenden Fragezeichen schwirren noch immer um meinen Kopf, trotz der Klarheit, die ich nun endlich gewonnen habe.

Dieser kleine Schlingel hat sich nach seinen Regeln der Kunst von mir während der Zeit fürsorglich bemuttern lassen und wusste genau, wie er meine fürsorgliche Aufmerksamkeit bekommen konnte. Meine Kollegin und ich konnten es aber auch verstehen und mit einem schmunzeln nachvollziehen. Auch wenn er „nur“ keine Luft bekommt, ist Asthma etwas dramatisches, auch wenn alle so tun, er hätte nur einen leichten Schnupfen.

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Emotionen, Erinnerung, Leben, Menschen, Reise, Spaß, Urlaub

Sommer, Sonne, Strand und Meer

Die Wetterwelt scheint sich zu verdrehen. Betrat ich sonst nach dem Flug den spanischen Boden, schlug mir gleich die Hitzewelle ins Gesicht. Ich fühlte mich sofort in einen viel zu heißen Raum ausgesetzt. Puh..mein Körper musste sich erst klimatisieren. Doch in diesem Jahr war es anders. Auch wenn Ende Juni es auf Mallorca auch brüten heiß war, als wir Anfang Juni dort waren, war es kühl und frisch und windig.

Und es gab noch andere Klagen zu hören. Die Mallegäste blieben aus. Die Hoteliers hatten Probleme, ihre Hotel voll zu kriegen. 30 % weniger Buchungen als im Juni 2018. Man spekulierte, Tunesien , Türkei und Kroatien stünden jetzt wieder auf der Bestenliste der Strand- und Partyurlauber. Wir konnten es überall spüren.

Auch auch an sonnigen Tagen blieben die Strände leer. So richtig in Schwung wie vor Jahren kamen die Strandtange nicht mehr. Dann könnte ich mich genau so gut an den Strand von Warnemünde legen. Der Unterschied zu Warnemünde ist, dass die Menschen am spanischen Strand vom S`Arenal problemlos ins Gespräch kommen. Das ist wie unter den Hundehaltern. Ich weiß, das klingt komisch, dieser Vergleich. Aber wer einen Hund hat oder hatte oder einen Hund liebt, merkt schnell, dass Hundehalter problemlos ins Gespräch kommen auch wenn sie sich nicht kennen.

Hier und da bildeten sich ein paar Grüppchen. Das sah wirklich schon mal anders aus., wie auf dem Bild unten aus 2015 zu sehen ist.

Doch die Mädels unserer kleinen Weibergruppe musste sich über ausbleibende Unterhaltung nicht beklagen. Es dauerte nicht lange und sie wurden umringt und in Gesprächen verwickelt. Sie sind es als Krankenschwestern gewöhnt, sind täglich mit fremden so zu unterhalten, als würde man sich schon länger kennen. Ich sage mal so, die Mädels halten die Gespräche am laufen und ohne ihr Zutun würden die Gespräche auch schnell verstummen. Ich halte mich derweil aus allem raus und beobachte nur.

Zum Wochenende kamen dann die Gruppen dann doch in Scharen und überfluteten die Promenade. Damit sich sie sich nicht aus dem Auge verlieren, tragen sie häufig das gleiche Outfit. Hier sind schon mal sie Mädels am Start.

Und hier planen – denke ich mal – die Jungs den Abend schon mal durch.

Aber wirklich hart hat es diesen Sommer die fliegenden Händler getroffen.

Man nennt sie jetzt illegale Händler und man hat beschlossen, diese „auszuhungern“. Wer als Tourist von ihnen etwas kauft, kann mit einer Ordnungsstrafe von 100 – 750 € rechnen. Sie liefen aber trotzdem wie verrückt am Strand und Straßenrestaurants umher. Aber ihr Absatz muss dramatisch eingebrochen sein. Ich habe mich gefragt, wovon die Illegalen in Zukunft leben sollen? Und wie kommen die Jungs wieder heim, wenn sie kein Geld für einen Rückflug verdienen?

Eine mögliche Antwort bekamen wir noch in der Woche. Meiner Schwester verschwand die Geldbörse aus ihrer Tasche. Sie war entsetzt, wie kamen sie an ihre Tasche?

Der Zufall wollte es, dass sie sogar den Dieb auf ihrem Handy als kurzen Videoclip hatten. Zwei Mädels machten grade einen Selfi-Clip. Währenddessen trat aus dem Hintergrund ein illegaler Händler an sie ran. Er trällerte unbedarft mit den Mädels mit, sah dabei sogar freundlich lachend auch mit in die Kamera. Die Mädels dachten sich nichts dabei. Auf dem Kurzfilm konnte man dann später sehen, dass er einen Blick in die offene Tasche meiner Schwester sah. Dann warf er ein großes Tuch drüber und schob seinen Arm drunter. Meiner Schwester dämmerte es kurze Zeit später erst, was geschehen sein könnte. Doch da war der Dieb schon weg. Wenig später las ich in den neusten Mallorca-Nachrichten, dass eine Diebesbande unterwegs sei und man schon 2 von ihnen festgesetzt hatte. Es dauerte noch eine Weile, bis die Verärgerung meiner über den Diebstahl verrauchte. Zum Glück hatte sie nur 15 € dabei und keine weiteren Papiere oder Geldkarten.

Aber ich kann mir jetzt gut vorstellen, dass die arbeitslosen illegale Händler so oder ähnlich gegensteuern müssen. Sie müssen ausbaden, was die Geldsäcke, die hinter den Illegalen Handel stehen, ihnen eingebrockt haben.

Aber mir musste es gelingen, mich von den fremden Schicksalen zu distanzieren und ich hoffe blauäugig, dass es auch für den Abtransport der illegalen Händler einen Plan der Stadt. Seit 2011 bin ich regelmäßig auf Mallorca, bis dato wurden die Händler immer geduldet.

Zum Abschluss noch ein Schnappschuss, den ich von der Promenade mitbrachte. So ein Smartphone kann einen schon mal umhauen und in den Bann ziehen.

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Emotionen, Erinnerung, Leben, Menschen

sowas passiert

Am vorletzten Montag zog ich das letzte mal vor den großen Ferien und der Sommerpause des Vereins mit den Vier- und Fünfjährigen als kleine Truppe vom Kindergarten zur Sporthalle, natürlich mit Begleitperson. 15 – 20 Minuten Fußweg sind dabei immer einzuplanen.

Dieses mal verrenkten wir uns die Hälse, weil über uns ein höllischer Lärm war. Ich kannte das Geräusch aus früheren Zeiten aus DDR-Zeiten, wenn die Düsenjets über unsere Köpfe hinweg flogen. Auch dieser ohrenbetäubende Lärm ließ vermuten, dass es Düsenjets waren, doch sehe konnten wir sie nicht.

Sofort kam eine alte Erinnerung zurück. Sie liegt schon viele Jahre zurück. Ich lebte damals noch auf der Insel Rügen bei meinen Eltern und hatte an dem Tag große Wäsche. Noch mit Waschkessel und Wäsche aufkochen und so. Mit Waschbrett die Wäsche waschen, mit der Hand spülen und dann endlich kam das erste technische Gerät dazu, die Wäscheschleuder. Ich sag euch, damals was Wäsche machen eine echte Knüppelarbeit.

Ich stand also am Waschbottich und hievte die Wäsche mit einem Wäscheknüppel von A nach B. , als ein höllischer Lärm über dem Dach des Hauses zu hören war. Dann war nix mehr zu hören, alles wieder still. Man hätte glauben können, ein kleines Flugzeug wäre auf dem Dach des Hauses gelandet. Wir waren ja am tieffliegen der Armeeflugzeuge gewöhnt. Deshalb dachte ich mir nicht weiter etwas dabei. Das das Getöse diesmal lauter als sonst waren, sowas kann passieren. Ich machte weiter, die Wäsche sollte möglich schnell auf die Leine.

Wenig später erfuhr ich, dass das ohrenbetäubende Geräusch vom abstürzenden Kampfflieger war. Wenige hundert Meter von unseren Haus entfernt ging der Flieger zu Boden und verschwand in einem Rapsfeld. Als ich mir die Absturzstelle ansehen wollte, war sie schon weitläufig abgesperrt und ich konnte nur noch den Erdhügel sehen. Es war eine russische Maschine die bei einer Übung beschädigt wurde. Der Pilot konnte noch dafür sorgen, dass die Maschine nicht in die Häuserzeile fiel – es hätte auch mein Elternhaus treffen können – und dann verließ er mit dem Schleudersitz seine abstürzende Maschine. Es dauerte einige Tage, bis auch die letzte Schraube vom verunglückten Flieger geborgen wurde.

Für die Leute des Dorfes gab später nach dem Schrecken noch etwas Spaß. Die russischen Hubschrauber luden die Neugierigen in ihre Hubschrauber ein und machten eine kostenlosen Rundflug um ihr Dorf. Damit war der Schrecken vergessen. Sowas kann auch passieren.

Nach dem Kindersport letzte Woche hatte ich etwas Zeit und blätterte auf dem Smartphone die aktuellen Nachrichten durch und las mit Schrecken die Nachricht, das zwei Eurofighter in Mecklenburg Vorpommern vom Himmel gefallen wären. Ohje..das waren bestimmt die ca. 45 Minuten zuvor über dem Stadtrand von Rostock ihre Übungsflüge machten. Eine Bekannte, die die Eurofighter gesehen hatte, beschrieb ihre wilde Aktion direkt am an unseren Stadtrand.

Traurig, dass einer von den Jungs sein Leben dabei verlor. Ein junger Mann, der sein Leben noch vor sich hatte. Und wieder hat die Bundeswehr einen weiteren Verlust zu beklagen. Gestern ging die Nachricht um, das es diesmal einen Hubschrauber erwischt hat und wieder ist eine junge Person gestorben. Sowas passiert. Doch besser wäre, wenn so etwas nicht passieren würde.

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