Über die Brücke

Heimat bliebt Heimat und deshalb schlägt mein Herz immer höher, wenn ich wieder mal in Richtung Heimat fahre – auf die Insel Rügen. Wir Rüganer hatten damals noch einen anderen Namen für unsere Insel, wir nannten sie Rhabarberinsel. Warum? Das weiß der Teufel. Vielleicht, weil die Insel auf der Landkarte was von einem Rhabarberblatt hatte?

Als meine Eltern dort noch lebten, fuhr ich oft auf der Insel. Man kann es kaum glauben, aber keine noch so schöne Auslandsreise konnte in mir eine solche Vorfreude entfachen, wie die, wenn ich von Rostock auf die Insel fuhr, zu meinen Eltern. Auf der Strecke von Rostock nach Bergen/Rg. gab es markante Punkte, die meine Vorfreude weiter stiegen ließen. Stralsund, die vorletzte Station vor dem Rügendamm-Bahnhof, darauf folge der Rügendamm. Ich konnte es kaum erwarten, das Festland zu verlassen und über die Brücke auf die Insel zu fahren. Von dort aus waren es nur noch eine kurze Fahrzeit bis ich in Bergen auf Rügen aussteigen konnte. Ich war angekommen und hatte entspannte Tage im Elternhaus vor mir.

Aber das ist schon lange her. Nun fahre ich nur noch hin, wenn es jemand zu bestatten gibt. Und am 8. Januar war es wieder so weit. Mein Cousin, der kurz vor Weihnachten verstarb, wurde in seinem Heimatdorf beigesetzt, unter Corona- Bedingungen. Obwohl ich solch einem Tag lieber ferngeblieben wäre, sollte er doch ohne mich nicht stattfinden. Ich wollte meinen Cousin auf seinen letzten Weg begleiten. All die markanten Punkte, die ich im vorherigen Absatz beschrieb, ließen auf dieser Reise meinen Magen flauer werden. In Samtens wollte mein Bruder auf mich warten und wir würden gemeinsam zum Friedhof fahren.

Es durften ja nur 20 Trauergäste zur Trauerfeier kommen. So konnte nur der engste Kreis sich von meinem Cousin verabschieden. Kurz vor 14 Uhr erreichten wir den Friedhof. Aus dem Auto machte ich auf die Schnelle ein Foto vom Friedhofsgelände. Der Friedhof liegt auf einer Anhöhe mit Blick auf den Kleinen Jasmunder Bodden.

Nach kurzer Zeit hatten sich alle Trauergäste eingefunden. Ich hatte Mühe, sie zu erkennen. Sie trugen wie ich eine Maske, alle in dicke Wintersachen eingehüllt, mit dicken Schals und Mützen, die tief ins Gesicht gezogen wurden. Verstohlen sahen wir uns kurz in die Augen. Keine Umarmung, kein Trost und die Tränen verschwanden hinter dem Mundschutz. Die Feierhalle – weißes Gebäude auf dem Bild zu sehen – wurde nicht geöffnet. Wir versammelten uns vor dem Eingang und im Vorflur war die Urne aufgestellt und mit Bild, Blumen und Kerzen angemessen gestaltet.

Jemand von den Trauergästen nahm seine Trompete zur Hand und spielte für meinen Cousin ein letztes feierliches Ständchen. Er hielt anschließend auch die Trauerrede. Später erfuhr ich, es war sein bester Freund, den er schon zig Jahre kannte. Das war sehr persönlich und ging mir vielleicht deshalb besonders nahe. Er begann: „Du warst ein ewig suchender. Vielleicht hast du gar nicht mehr gewusst, wonach du suchst“ setzte er fort und beschrieb die Zeit, wie sie sie als Freunde verbracht haben und was sie all die Jahre zusammenhielt. Anschließend bat er uns Trauergäste, die Trauerrede mit eigenen Worten, wenn er wollte, zu vollenden

So sprach jeder am offenen Grab zu meinem Cousin. In mir stieg die Spannung. Das hatte ich noch nie getan, am offenen Grab mit dem Verstorbenen sprechen. Bisher hatte ich mich von meinen Lieben immer im stillen Gedenken verabschiedet. Ich war fast der Ohnmacht nahe, als ich am Grad stand und zu meinem Cousin sprach: „Wir haben zusammen einen Baum geplatzt. Das habe und werde ich nie vergessen“ Ich konnte nicht glauben, dass mein Cousin in der Urne lag, die ich tief versenkt im Boden sah. Bevor meine Knie weich wurden, warf ich ihm die Rose zu, dich ich mitgebracht hatte, eine Handvoll Erde und machte Platz für den nächsten Trauergast.

Jeder verabschiedete sich mit persönlichen Worten von ihm. Anschließend schickte sein Freund noch ein weiteres Ständchen auf seiner Trompete für ihn in den Himmel und die Trauergemeinde löste sich auf. Ich denke, dieser Ablauf ganz nach dem Geschmack von meinem Cousin, denn auf dem Heimweg sah ich wieder ein Zwinkern in seinen leuchtenden Augen. Und das ist auch das, was bei mir für immer in Erinnerung bleibt.

Doch so ganz vorbei ist das Trauerspiel in unserer Familie nicht. Nur 7 Tage nach meinem Cousin verstarb unsere Cousine und die nächste Beisetzung ist in Kürze

Nur noch Erinnerung

Es gibt Nachrichten, da ist es egal, wann sie einen erreichen. Sie werden nie auf den perfekten Zeitpunkt treffen. Egal, ob im laufenden Alltag, oder kurz vor dem Weihnachtsfest. Das Leben kennt keinen perfekten Zeitpunkt, Leben kennt nur den Lauf der Dinge, dem es unaufhörlich folgen muss, ohne Rast und ohne Ruh. Das Leben geht weiter und weiter, als wäre nichts geschehen. Ich gehe am Ende des Tages zu Bett und stehe am nächsten Morgen wieder auf, ganz selbstverständlich, für mich selbstverständlich. Doch ist das Selbstverständliche immer selbstverständlich?

Nur noch

  • ein paar Stunden und Weihnachten 2020 ist vorüber
  • 6 Tage und das Jahre 2020 ist Geschichte
  • 6 Monate und 12 Tage und ich werde schon wieder ein Jahr älter. Auf die Zahl, die mein Alter ziert, mag ich schon lange nicht mehr schauen
  • 14 Tage und stehe am Grab eines jüngst verstorbenen Familienmitgliedes

 

mein Cousin – der 2. Junge von rechts

Ich gehe, seit ich die Nachricht über seinen Tod erhielt, weiter jeden Abend zu Bett und beginne jeden Tag neu, mache Pläne für den Tag und für die Zukunft. Nur mein Cousin wird nicht mehr aufstehen, er kann seit dem 17. Dezember 2020 liegen bleiben und alles, was das Leben ausmacht, ohne ihn geschehen lassen. Er hat es hinter sich gebracht, das Leben. Nicht der Tod  hat ihm Angst gemacht, sondern das Sterben und das Warten darauf. Das Leben ist gnadenlos. Wenn es einen loslassen will, kann man seine Absicht nicht mehr durchkreuzen. Es lässt die Menschenseele ohne Hülle zurück, sie schwebt dann frei im Raum und friert, ohne Fähigkeit, mit der zurück gebliebenen Welt zu kommunizieren.

Alle frieren. Die, die gehen mussten, die die geblieben sind. Es wird still und der Mensch bleibt nur eine Erinnerung in den Köpfen, denen er nahestand. Auf dem Bild ist er mit Gleichaltrigen des Dorfes zu sehen, in dem wir aufgewachsen sind.

Meine Erinnerung an meinen Cousin ist eine intensive Zeit aus unseren Kinderjahren. Mir waren damals die Mädchen wegen ihrer Zickerei zu anstrengend. Mein Cousin war zwar kein Weichling, aber schon zu Kinderjahren zu nachdenklich und fand niemanden als wirklichen Freund. Also taten wir uns zusammen. Durchstreiften gemeinsam die umliegenden Waldgebiete. Brachten Eimerweise Walderdbeeren und Himbeeren nach Haus. Unsere Eltern kamen nicht mehr nach, um alle die Früchte zu konservieren. Und, das ist wirklich unvergesslich für mich, wir pflanzten zusammen einen Baum. Mit viel Mühe gruben wir einen jungen Kirschbaum im Wald aus und setzten ihm im Garten seiner Eltern wieder ein. Cool…wir pflatzen zusammen einem Baum. Das ist das, was sich bis heute in meinen Kopf fest verankert hat.

Unsere gemeinsamen Wege trennten sich, doch wenn wir uns trafen, philosophierten wir Nächte lang über Gott und die Welt. Er hatte keine Ansprüche ans Leben, schon gar keine materiellen. Daher führte er ein bescheidenes Leben, was die Macher in der Familie nur den Kopf schütteln ließ. Ich kann mit Fug und Rechts sagen, das ich zu den wenigen in der Familie zähle, die mit seiner Lebensform kein Problem hatte.

Das letzte Mal traf ihn meinen Cousin, als wir seinen Vater zu Garbe trugen. Das ist erst ein paar Jahre her. Meine Zeit war damals knapp und wir wechselten nur ein paar Sätze vor der Feierhalle auf dem Friedhof. Und da war es wieder, das Leuchten in seinen Augen, wenn er über das Leben sprach. Und wieder ging jeder in sein Leben zurück. Nur kurze Zeit später erfuhr ich von seiner verheerenden Diagnose, die ein Auf und nieder von Hoffnung und Verzweiflung nach sich zog. Am 8. Januar werde ich am selben Platz sein, an dem wir uns das letzte Mal sahen und nur ich werde in mein Leben zurückkehren.

Am Tages seines Todes sah ich ihn aber doch noch einmal. Aber nicht real. Ich lag im Bett, schlief aber nicht. Ich kann nicht mal sagen, ob meine Augen schon geschlossen waren. Mein Cousin stand vor dem Haus, in dem er sein Leben verbrachte und legte die Hand auf die Türklinke, als er zu mir rüberschaute. Er trug ein hellblaues Hemd und war in seinen Körper aus besseren Jahren zurückgekehrt. Noch einmal sah ich sein Leuchten in seinen Augen, dasselbe Leuchten, wie bei unserer letzten Begegnung. Er hatte sich auf seine Weise von mir verabschiedet.

Lametta muss ran

Ganz so schick, wie auf dem Titelbild sieht mein Weihnachtsbaum nicht aus. Aber was ist schon schick. Das legt ja der eigene Geschmack fest. Für mich war vorgestern noch gar nicht klar, ob ich überhaupt einen Baum aufstelle oder ob ich in diesem Jahr mit ein paar Tannenzweigen meine Wohnung weihnachtlich schmücke. Wäre es nach Sohnemann gegangen „Deko zu Weihnachten? Nicht nötig.“ „Okay, dann nur ein paar Zweige. Schließlich sollen die Weihnachtstage sich vom Alltag unterschieden“

Doch „höhere Mächte“ hatten es anders für uns geplant. Der Netto Supermarkt bot am Dienstag die letzten Weihnachtsbäume für 1 € an. 1 € ? Die sparsame Hausfrau entschied: „Den nehmen wir“ Die Entscheidung fiel unverzüglich. Nach 4 Stunden Suche fand ich endlich auch den Tannenständer im Keller. Nun ist mein Keller gründlich aufgeräumt und der Baum schmückt die Wohnzimmerecke und verbreitet Weihnachtsstimmung.

Er sollte schlicht aussehen, auf Wunsch des einzelnen Herren, der eigentlich gar kein Tannenbaum wollte, nur eine Lichterkette und weiße Weihnachtskugeln. Wenn schon keine weiße Weihnacht, dann wenigstens einen weiß geschmückten Baum. Wegen der Fransel ließ ich das Lametta weg. Für den einzelnen Herren, der eigentlich keinen Tannenbaum wollte, undenkbar, ein Tannenbaum ohne Lametta. „Lametta muss ran“ reklamierte er meinen ersten Entwurf. Glücklicherweise hatte ich noch ein paar Fransel Lametta aus dem vergangenen 30 Jahren übrig. Gleichmäßig verteilt lassen sie den Baum mit etwas Fantasie verschneit aussehen.

Ich wünsche allen Bloggern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest. Entspannte Tage im Kreis der Familie, auch wenn der Kreis in diesem Jahr nur klein sein darf.

Wohin geht die Reise ?

Das Karl Dall die Welt so plötzlich verlassen musste, damit hatte vermutlich kaum jemand gerechnet. Oh mein Gott, wie schnell der Tod einen Menschen doch heimsuchen kann. Ein schwacher Trost – Karl musste nicht leiden. Ich denke, jeder würde sich solchen einen schnellen Abgang wünschen. Ich jedenfalls würde diesen Wunsch definitiv auf meine Löffelliste setzten. Zumindest ist jetzt ein Spaßvogel mit seiner Reise im Promi-Himmel gelandet und die Engel haben nun was zu lachen.

Uns hat er ja auch viele spaßige Momente im Laufe der Jahre zurückgelassen, wie z.B. damals seinen Blödelgesang zusammen mit „Insterburg &Co.„, den wohl auch fast jeder kennt. Damals sah ich Karl das erste Mal im TV und dieser Auftritt von ihm bliebt bis heut in meinem Gedächtnis. Mehr Eigenwerbung geht für einen „Hit“ nicht. Noch heute kann ich über seinen uneitlen Auftritt lachen. 😂😂😂😂

Weniger zu lachen ist, das das Virus weiter unser Leben bestimmt und ich denke, das wir uns bis zum Sommer 2021 damit noch rumschlagen müssen. Wir Mecklenburger sind noch nicht so sehr davon überschwemmt, wie der Süden des Landes. Auf der Karte vom RKI sieht Deutschland auf dem Handy aus, als würde Deutschland im Fieber liegen. Tief dunkelrot der Süden und orange der Norden. Ich äußere einfach meine Vermutung, warum das „Fieber“ trotz Lockdown steigt. Bauen die Coronaleugner die Brücken für das Virus, die von Mensch zu Mensch geht? Das war bei mir nur so ein Gedanke, als man in den Nachrichten eine Demo von Querdenkern zeigte, die ohne Mundschutz und Anstand unterwegs waren. Natürlich ist das eine Unterstellung, aber ich wollte nur meine Vermutung äußern.

Dass wir Menschen für Pandemien wie die, die wir grade erleben, mitverantwortlich sind, wurde mir noch mal deutlich bewusst, als ich vor 3 Tagen Prof. Stefan Schaltegger in der abendlichen NDR-Sendung „DAS folgte. Er sprach von Zoonosen, d. h. ein Virus springt von Tier auf Mensch über, und ebenso kann das Virus von Mensch wieder auf das Tier überspringen und wieder zurück. Das Virus muss sich anpassen, also verändert es sich fortlaufend. Soviel zur Theorie.

Zu 2/3 tragen wir Menschen – so seine Erkenntnis – dazu bei, dass das Virus immer wieder unser Leben bedrohen kann.

  • Wir holen das Virus
    • Damit erwähnte er u.a. die Wildtiermärkte.  
  • Wir gehen zu den Viren
    • Beispiel..Urbarmachung von Sümpfen oder dichten (Ur)Wäldern, auf denen anschießend auch Nutztiere gehalten werden
  • Wir schaffen die Viren
    • Massentierhaltung, wie wir sie kennen. Tiere, wie Schweine und Kühe werden im unnatürlichen Raum gehalten und mit unnatürlichem Futter ernährt. Damit werden Brutherde für Krankheitserreger geschaffen, die unser Leben ebenfalls bedrohen können. 

Ich habe keine Probleme, diesen Argumenten zu folgen – ich bin auf dem Lande groß geworden – und sehe daher unsere Zukunft in einer Vision, die deutlich anders ist, als sie heute noch die Wirtschaftsbosse sehen. Mehr, Höher, weiter und und und. Die Superlative über die Superlative, bis nichts mehr geht.

Unser Konsumverhalten muss wieder gesünder werden. Nicht nur für uns Mensch, sondern auch für die Natur, dann lenkt auch die Wirtschaft ein und damit haben wir als Verbraucher auch unsere Zukunft in der Hand. Das ist unser bescheidener aber nicht unbedeutender Beitrag, den wir für unsere Zukunft und damit für unsere Nachkommen leisten können.

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Peter und Konsorten und alles im Namen des Volkes ?

Als ich ihre Gesichter sah, stellte mein Kopf sofort eine Parallele zu einem schon mehr als 30 Jahren alten Eindruck her. Auch ihr Gesichtsausdruck hatte damals für mich etwas Befremdliches. Ich vermisste die freundlichen Gesichtszüge. Solche Eindrücke werden wohl noch von meiner kindlichen Natur in mein Bewusstsein vermittel. Damals kamen Rumänen zu uns in die Kreisleitung. Das war außergewöhnlich, weil die Rumänen vor der Wende einen anderen politischen Kurs fuhren, als die damalige DDR. Als sie damals das Haus betraten, fiel mir als sofort ihr Gesichtsausdruck auf. Für mich war es so, als kämen sie vom anderen Planeten.

Der Zufall wollte es gestern, dass ich mir über Phoenix die Bundestagssitzung anschaute. Es lief eine Debatte über das Infektionsschutzgesetz. Mal sehen, was die Politiker dazu zu sagen haben. Es gab zahlreiche Einwände, es gab Gegner, es gab Widerspruch. Logisch. Auffällig in dieser Diskussion verhielten sich die AfDler. Alles wäre Schieße und Verrat an dem Volk. Beklatscht wurde die Triade aus den eigenen Reihen. Auch klar. Dabei konnte ich in ihre Gesichter schauen.

„Wie gucken die denn aus der Wäsche?“, fragte ich mich. Die Augen waren weiter geöffnet, als bei den anderen Politikern. Sie wurden sogar noch weiter, als die anderen Politiker an das Redepult traten. Da war ihnen nahezu die Unerträglichkeit des Zuhörens anderer Standpunkte ins Gesicht geschrieben. Und nicht nur das. Die störten mehrfach mit Zwischenrufen und Zwischenfragen, die während der Rede laut Regel zum Verhalten im Plenarsaal nicht erlaubt sind, wonach jeder Redner in Ruhe ausreden darf.

Und wieder war es der Zufall, dass ich kurz vor Mitternacht beim zappen bei Markus Lanz im ZDF hängen blieb. Ich sah Sigmar Gabriel und dachte „hör dir doch mal an, was Sigmar zu sagen hat.“ Man war gerade im Gespräch zu einem Vorfall in der Lobby vom Plenarsaal und dafür wurden dem Zuschauer gezeigt, wie Besucherin des Hauses Peter Altmaier mit vorgehaltener Handykamera anging. Was war das? Es war eine Frau, die Peter Altmaier mit provokanten Fragen wie aus einem Maschinengewehr bombardierte. Die filmte jede Reaktion des Ministers. Puh…wie kann das gehen?

Der Zuschauer wurde aufgeklärt. Jeder Angeordneter hat das Recht einen Gast mit in Haus zu bringen. Doch er hat die Pflicht, dass der Gast sich während seines Aufenthalts an seiner Seite hält. Und das ist in diesem Fall nicht geschehen. Man nimmt an, dass die Afd einen Gast mit ins Haus geschleust hat, der Aufnahmen von Politikern macht, die von ihnen angegangen werden. Die kleinen Filmchen werden anschließend auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht. Und ich spinne jetzt weiter. So will man die Politiker in ihrer Hilflosigkeit vorführen.

In der Aufnahmen – es muss zufällig ein zugelassener Kameramann in der Nähe gewesen sein – konnte man sehen, die penetrant zudringlich die Frau wurde und wie schwierig es für Peter Altmaier war, aus der Situation zu kommen. Er hatte grade den Fahrstuhl gerufen, als die Frau ihn anging. Für eine Minute – die gefühlt eine Ewigkeit dauerte – war der Politiker der zudringlichen Person ausgesetzt. Später wurde bekannt, dass das nicht ihr einziger Angriff auf einen Politiker, die an diesem Tag im Hause waren, war. Es stellte sich raus, das die Zwischenrufe und Störungen der Reden auch dazu gehörten. Nicht zu vergessen, die Demonstration vor dem Haus.

So ist das Leben

In schwierigen Zeiten lernte ich die Menschen kennen, wie sie wirklich sind. Vorher dachte ich naiverweise, alle Menschen, die nett zu mir sind, sind auch nette Menschen. Aber mit diesem Irrtum musste ich in meiner tiefsten Lebenskrise schmerzvoll aufräumen und den Hafer von der Spreu trennen. Hatte ich vor der Krise noch 20 Freunde, verblieben mir nach der Krise nur noch 2 in meinem engen Kreis. Schmerzvoll blieb noch eine ganze Weile der Hohlraum, der die Desillusion zurückgelassen hatte, zurück.

„So ist das Leben“, sagten meine Eltern immer dann zu mir, wenn ich noch als junge Frau „zerfleddert“ vom Erwachsenenleben mich unter ihre Fittiche rette und ausheulen wollte. Meine Mutter tröstete mich und meinen Vater beobachtete ich. Ich beobachte, wie er mit schwierigen Situationen umging. Ich erlebte ihn nie in einem aufgeregten Zustand, er sah immer positiv in die Zukunft und trat auch in schwierigen Situationen eher bescheiden, unscheinbar und leise auf. Die Betonung liegt auf „leise“. Weil er leise sprach, hörten alle zu. Er sprach nie zu viel, wiederholte sich nie.

Er ließ mich das Leben selbstständig erfahren, ohne mir zu sagen, was ich tun oder lassen sollte. Dennoch höre ich heute seine Stimme. Er hat die Welt schon 2008 verlassen, trotzdem hole ich mir heute noch einen Rat von ihm bzw. lasse mich von ihm leiten. Früher rief ich ihn an, wenn die Welt mir zu kompliziert wurde. Er erklärte mir die Komplexität und ich verstand mit seiner Hilfe, was um mich herum vorging.

Heute kann ich nicht mehr anrufen und ihn fragen: „Papa. Sag mal, warum demonstrieren die Menschen gegen die Coronamaßnahmen?“ Ob er mir die Frage hätte beantworten können? Ich denke schon, denn seine Menschenkenntnis speiste er nicht mit Bewertungen. Ich muss mich der Frage stellen, weil unter meinen Yogis einige sich auf die Seite der „Querdenker“ geschlagen haben und ich eine neutrale Position finden muss, ohne meine Position aufzugeben. Auf den Weg durch die Pandemie möchte niemand verlieren. Weder durch die Infektion durch den Virus, noch durch die queer gestellte Position zu den Maßnahmen.

Wie kann ich Menschen zusammenhalten, wenn sie gedankliche Gräben trennen? Zurzeit muss jeder von meinen Yogis zu Hause allein Yoga machen und ich kann mir noch etwas Zeit zum Nachdenken darüber nehmen. Ist es die Angst? Angst kennt nicht nur viele Gesichter, sondern hat so viele Erscheinungsbilder, wie es Menschen gibt.

pathologischer Fall?

Die Sorge ist immer an meiner Seite, wenn ich mir täglich die neusten Schlagzeilen über das Verhalten von Donald Trump ansehen. Er wird doch nicht trotz Wahlniederlage mit seinem Geschrei von Wahlbetrug durchkommen? Nur damit er endlich Ruhe gibt?

Aber mal ehrlich, hat die Welt von ihm etwas anderes erwartet? Und glaubt die Welt, das er bis zum nächsten Stichtag am 9. Dezember nicht noch einen darauf legen wird? Er hat sein Repertoire als Narzisst noch lange nicht ausgeschöpft. Und bis zur Amtsübergabe am 20. Januar kann er noch jede Menge Schaden anrichten, aber auch der Welt zeigen, dass er nicht ganz richtig im Kopf ist.

Zum Glück spielen die Medien sein Spiel nicht mit und in den Chefetagen von Twitter denkt man schon laut darüber nach, dass man seinen Account sperren wird, wenn seine verlogenen wütenden Tweets noch aggressiver werden, als bisher. Nun bezeichnet man ihn endölich auch öffentlich als Narzisst, was eine kindliche Störung ist, die ein Leben lang anhält.

Kennzeichnend für einen Narzissten ist die permanente Selbstüberhöhung, die mangelnde Empathie, der Umgang mit der Lüge als Spiel und die Unfähigkeit, sich eine Niederlage einzugestehen.

All diese Punkte erfüllt Trump mit Bravour. Nichts ist ihm wichtiger, als sein verkrüppeltes Ego, das von Größenwahn getrieben ist. Wann wird man sein verhalten als pathologisch einstufen und ihn mit einer Zwangsjacke aus dem Weißen Haus entfernen? Klicke Beitrag „Zwangskjacke für Donald Trump“ 👇

Was der neue CDU-Chef in jedem Fall tun muss t-online Tagesanbruch

Es sollte ein Sprint werden und ist durch die Pandemie zu einem Halbmarathon geworden: An diesem Wochenende entscheidet die CDU auf dem ersten digitalen Parteitag ihrer Geschichte, wer auf die Kurzzeit-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer folgen wird – und sich damit auch für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Position bringt: Friedrich Merz, Armin Laschet oder Norbert Röttgen. Fest steht: Zwei von ihnen werden verlieren. Aber bedeutet das für die beiden? Und was muss der Gewinnern – der neue Parteichef – in jedem Fall können und tun? Und: In welchem Zustand ist die Partei im Jahr der Bundestagswahl und kurz vor dem Abtritt der Langzeitkanzlerin? Darüber spricht Marc Krüger in diesem "Tagesanbruch am Wochenende"-Podcast mit t-online-Chefredakteur Florian Harms und dem Politischen Reporter Tim Kummert. Außerdem geht es um die Folgen des Kapitol-Sturms vergangene Woche für den scheidenden UR-Präsidenten Donald Trump. Kurz vor Ende seiner Amtszeit ist ihm tatsächlich noch Historisches gelungen. Aber das dürfte ihn genauso wenig fröhlich machen wie die Sperrung seiner Online-Konten durch große Netzwerke wie Twitter, Facebook, YouTube oder Snapchat.
  1. Was der neue CDU-Chef in jedem Fall tun muss
  2. Wir brauchen mehr Ambiguitätstoleranz
  3. Das hat es nie zuvor gegeben
  4. Wirkt der Lockdown?
  5. Das Virus schlägt zurück

ein gutes Gefühl

Für Recht und Ordnung, hatte der kleine Junge, der im letzten Jahr den Notruf wählte

Videotext vom 5. August 2019

Ordnung muss sein, auch zwischen den inzwischen gefühlten Milliarden von Bildern, die ich mit meinem Handy machte. Was ich doch alles so fotografierte, sogar Videotexte. Heute wollte ich den alten Bildermüll löschen, doch diese lustige Nachricht vom letzten August wollte ich dann doch nicht endgültig verschwinden lassen, ohne sie meinen Bloggern hier zu zeigen