Wiederherstellung

Leidenschaftlich und liebevoll drückt sie meinen Sohn an ihr Herz. „Du siehst jetzt wieder wie früher aus“ und klopft ihn bei den Worten beherzt auf seine Schultern. Tränen …kaum zu sehen.. sie sind bei beiden zu spüren, auch bei mir waren sie nicht weit. Das letzte Bild das sie von meinen Sohn sah, hatte sie erschüttert und sich bei ihr eingeprägt .

Am Fuß der Treppe, die in unteren Betriebsräume führt, fand man ihn. Nur wenig später, nachdem er seine Kollegen zum Dienstbeginn begrüßte. Er wollte nur noch seine Dienstkleidung anziehen. Die Spints der Mitarbeiterin befinden sich im Unterschoß,, zu denen man über eine steile Metalltreppe kommt. Bis an seine Spint schaffte es Sohnenmann jedoch nicht mehr. Auf der Treppe traf ihn der epileptische Anfall unerwartet und er fiel kopfüber die Stufen abwärts. Noch vor Ort wurde Sohnemann ins künstliche Koma gelegt. Seine Kollegen hatte das Bild mit dem blutigen Gesicht und Beatmungsschlauch im Mund noch vor ihrem Auge, als er schon zur Notfallklinik gebracht wurde. Eine knappe Woche danach wachte Sohnemann auf der Intensivstation wieder auf. .

Ich wartete mit Bangen in der Notfallstation der Rostocker Uni auf die ersten Ergebnisse der Untersuchung. Nach dem schweren Sturz von der Treppe war alles möglich und ich wusste nicht,was mich erwarten würde. Meiner angstvollen Fantasie durfte ich keinen Raum geben. Die 30 Minuten Wartezeit waren eine Ewigkeit. Dann endlich wurde mein Name aufgerufen… ein junger Arzt klärte mich über die ersten Ergebnisse der Untersuchung auf. Mein Atem stand still, als er zu reden begann. „Keine Verletzung an der Wirbelsäule. keine schweren Verletzungen am/im Kopf. “ Ich konnte wieder atmen. Die Auskunft war Erlösung pur. So wie sonst, konnte ich Sohnemann diesmal nicht mit nach Hause nehmen.. er kam gleich auf die neurologische Intensivstation zur Weiterbehandlung.

Als er nach eine knappen Woche aufwachte, war seine Sprache weg und der Körper linksseitig spastisch gelähmt. Eine kleine Verletzung am Gehirn zeigt ihre Wirkung. „Sohnemann, deine Software ist beschädigt“ sagte ich ihm.. „das wird wieder“ gab ich  ihn zu verstehen. „Das Gehirn nutzt nun andere Areale für s Sprechen und die Bewegung der linken Körperhälfte“ Ich gab erst mal nur weiter, was man mir sagte.

Ich habe aber auch eine eigene Methode in die Zukunft zu schauen. Ich schloss die Augen, versenkte mich, konzentrierte mich auf das Bild meines Sohnes und aus meinem Unterbewusstsein stieg ein Bild auf, in dem ich meinen Sohn auf seinem Skateboard sah. „Das wird wieder“ Erleichterung auch für mich. Ich konzentrierte mich auf die Besuche ..Intensivstation, Normalstation und nun Reha.

Nach fast 8 Wochen steht Sohnemann noch nicht ganz in seinem vollen Leben. Aber die Sprache ich wieder zurück gekehrt. Anfangs gab es nur geleierter Worte, doch nun ist auch schon das volle Klangbild seiner Stimme wieder da. Gut zu Fuß ist er auch schon wieder und auch seine linke Hand macht wieder mit. Die Reha ist noch nicht abgeschlossen und es kann nur noch besser werden.

schon wieder…

komme ich mit einen Song daher. Ich hörte ihn zufällig in einer TV Sendung. Man zeigte dem Zuschauer eine Dokumentation über Harry Dean Starton. Was ich sah, war ein in die Jahre gekommener hagerer Mann. Mit seinen Namen als Schauspiele konnte ich auch gar nichts anfangen. Wenn ich überhaupt einen Film kannte, in dem er mitwirkte, war es der Film „Die Klapperschlange“ und in dem war ich nur auf den Hauptdarsteller fixiert – Kurt Russel. 

Während der Doku spielte man seine Songs ein und ich war baff. Von Null auf jetzt zog der Mann mit seinem Gesang alle Aufmerksamkeit auf sich und lies Fernbedienung in meiner Hand erschlaffen.

Aber hört selber mal rein. 😉

mein gesunder Menschenverstand

sagt mir, das unsere Lebensmittel nichts mehr mit dem Leben zu tun haben. Aus ihnen wird mehr und mehr ein technisches Produkt, selbst aus tierischen Nahrungsmittel werden technisches Produkte, in der das Tier als lebendiges Rad im Getriebe eingesetzt wird. Wider besseren Wissens, dass es so nicht weiter gehen kann, wird weiter gemacht.

Vielleicht hier und da etwas entschärft, d.h. die Legehenne darf, statt in einem Käfig in der Größe eines DIN A 4 Blattes ihre Eier auf ein Fließband rollen zu lassen, wieder auf den Boden oder sogar ins Freiland und scharren, wie es die Natur für sie vorgesehen hat. Aber an die blutigen Massaker, die die frisch geschlüpften männlichen Küken über sich ergehen lassen müssen, mag ich gar nicht denken. Ich frage mich, wer sich solch eine Gräultat überhaupt ausgedacht hat.

Ich bin ein Kind vom Lande, wie man so schön sagt. Ich erlebte die Landwirtschaft noch, wie man sie schon Millionen Jahre führte. Das hatte auch seinen Preis. Den wollen wir heute nicht zahlen. weil unsere Sinne nach anderen Gütern steht. Aus uns Menschen wurden Verbraucher, die ständig Hunger nach Neuanschaffungen befriedigen wollen und müsse  (ein)sparen und fängt bei den Lebensmitteln an.

ostern-018Die Osterzeit naht und die Küken werden gern als Symbol für die Festtage genutzt. Ein Bild der heilen Welt, die es nicht mehr gibt, wenn ich an die Tierhaltung und die Schredder denke.

Es wird Zeit fürs Umdenken.

neue Bettelkultur

Das bunte Treiben in der Kröpeliner Straße fällt im Februar eher mäßig aus. Überschaubar der Boulevard, nur hier und da ein paar  Stände, um im Vorbeigehen etwas eß- oder trinkbares mit zu nehmen. Essen hält halt Leib und Seele zusammen, so eine alte Volksweisheit. Wir leben in Deutschland je nach Einkommen im Überfluss oder kommen über die Runden, aber selten an den Bettelstab. Der Staat sorgt im Falle des Falles  (im wahrsten Sinne des Wortes)  auch für die, die gar nichts mehr haben. Er ist dann ein Sozialfall mit der Auflage, sich unermüdlich um einen Job zu kümmern, damit eine Eingliederung ins normalen gesellschaftlichen Leben wieder möglich zu machen. Vielleicht gehört man eines Tages ja wieder zu denen, die sich im Vorbeigehen ein Würstchen und einen Kaffee leisten  können.

So gut  wie in Deutschland geht es den Menschen an Rand der Gesellschaft in anderen Ländern jedoch nicht. Einige werden in armen Ländern akquiriert mit dem Versprechen, dass sie in Deutschland ihr Glück machen können.  Hier angekommen werden sie als Bettler ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und ich bin sicher,  dass sie den größten Teil , wenn nicht sogar alles, ihrer Einnahmen an die Hintermänner abgeben müssen.

Neuerdings verfolgen die Hintermänner eine neue Strategie  in der Bettelkultur. Dabei bedienen sie sich des Deutschen liebstes Kind – der Hund. Mal locker gesagt, der Bettelstab  auf den Hund gekommen. Die Sache mit den Krücken – um die Weihnachtszeit sah man nur Krückenbettler –  muss weniger erfolgreich gewesen sein.

Auf dem Rostocker Boulevard saßen heute an verschiedenen Plätzchen die Bettler. Sie hielten die Kleinhunde artig auf ihren Schoß, die eher apathisch als lebendig aussahen. Sie stehen unter Drogen, sagt das Internet und die Tierschützer schlagen schon Alarm wegen Tierquälerei.

Kaum zu ertragen, der Anblick für mich. Ich weiß, es gibt Aussteiger auch aus der deutschen Gesellschaft, die sich für s betteln entschieden haben. Auch sie haben häufig einen Hund bei sich. Doch dieser Hund steht in  Beziehung zu dem Menschen,, mit er auf der Straße lebet. Er ist das, was er für viele Menschen der jeder Gesellschaftsschicht bedeutet, des Menschen bester Freund.

Für die neue Bettelkultur steht der Hund  keiner Beziehung zu dem Menschen, mit er auf Boulevard bettelt , es soll das Geld der Passanten auf der Straße lockerer werden zu lassen.  Ob das der Fall ist?

Ich unterstütze das nicht, d.h. von mir keinen Cent !!!