Zitat

Die Zwickmühle

„Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim Alten bleibt.“

Paulo Coelho

mal in die andere Richtung

dachte ich mir, denn der Rest der Stadt würde mit Sicherheit nach Warnemünde pilgern. Mit dem Stromerwachen wird die Sommersaison 2017 eingeleitet und das heißt, der kleine Ort wird randvoll mit Menschen angefüllt sein.

Also zog es mich in die andere Richtung. Die Liegewiese direkt am Ufer der Warnow schwebte mir vor Augen. Vor ein paar Tagen Anfang April ließ ich es mir dort gut gehen und das verlangte nach einer Wiederholung. Als nix wie los…Richtung Gehlsdorfer Ufer.

Beine von Sohnemann

Schnell die 7 Sachen zusammen in den Rucksack, Decke zum ausrollen, Buch zum Lesen, Kamera für Fotos, eine Flasche Wasser gegen den Durst und meine Beine in die Hand, weil der Bus in wenigen Minuten fahren würde.

Auf dem Weg zum Bus ein Blick auf s Handy, wegen der Uhrzeit, wie viele Minuten würde ich noch haben? Kann ich noch gehen oder muss ich schon laufen? Bis zum Ellenbogen grabe ich in der Handtasche auf der Suche nach dem Handy. Na so was aber auch, habe das Handy auf die Schnelle liegen lassen und was diese Tatsache mit mir macht, erschüttert mich jedes mal, wenn mir das passiert. Umkehren oder weiter gehen? Diese Entscheidung wäre noch das geringste Übel. Ich war ja nur zum flanieren unterwegs, wozu also das Handy? Geht auch ohne. Trotzdem gebe ich mit dem Gefühl weiter, als würde ich als Trapezkünstler einen doppelten Salto ohne Netz und doppelten Boden in der Luft machen. Warum nur fühlt man sich als Mensch nur soooooo komisch, wenn das Handy mal nicht in der Tasche ist? Bisher konnte ich mir die Frage selber nicht beantworten.

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mein gesunder Menschenverstand

sagt mir, das unsere Lebensmittel nichts mehr mit dem Leben zu tun haben. Aus ihnen wird mehr und mehr ein technisches Produkt, selbst aus tierischen Nahrungsmittel werden technisches Produkte, in der das Tier als lebendiges Rad im Getriebe eingesetzt wird. Wider besseren Wissens, dass es so nicht weiter gehen kann, wird weiter gemacht.

Vielleicht hier und da etwas entschärft, d.h. die Legehenne darf, statt in einem Käfig in der Größe eines DIN A 4 Blattes ihre Eier auf ein Fließband rollen zu lassen, wieder auf den Boden oder sogar ins Freiland und scharren, wie es die Natur für sie vorgesehen hat. Aber an die blutigen Massaker, die die frisch geschlüpften männlichen Küken über sich ergehen lassen müssen, mag ich gar nicht denken. Ich frage mich, wer sich solch eine Gräultat überhaupt ausgedacht hat.

Ich bin ein Kind vom Lande, wie man so schön sagt. Ich erlebte die Landwirtschaft noch, wie man sie schon Millionen Jahre führte. Das hatte auch seinen Preis. Den wollen wir heute nicht zahlen. weil unsere Sinne nach anderen Gütern steht. Aus uns Menschen wurden Verbraucher, die ständig Hunger nach Neuanschaffungen befriedigen wollen und müsse  (ein)sparen und fängt bei den Lebensmitteln an.

ostern-018Die Osterzeit naht und die Küken werden gern als Symbol für die Festtage genutzt. Ein Bild der heilen Welt, die es nicht mehr gibt, wenn ich an die Tierhaltung und die Schredder denke.

Es wird Zeit fürs Umdenken.

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Zeitlos und für die Ewigkeit

Kaum zu glauben, aber der Song von Peter Gabriel hat genau 40 Jahre und 7 Tage auf dem Buckel und klingt heute genau so frisch, wie damals.

 

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nun doch wieder Schlager ?

„Der Deutsche liebt seinen Schlager“ sagte Gitte Henning in einer Dokumentation, in der es um das Phänomen Schlager in Deutschland geht. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie war schon in der Zeit, als es die ZDF-Hitparade gab, ein großer Schlagerstar in Deutschland.  „Ich will ´nen Cowboy als Mann“ sang sie damals für ihre Fans. Jeden Montag Abend 19.30 Uhr saß die Familie geschlossen – Großeltern, Eltern und Kinder- vor dem Fernseher, verfolgen die Schlagersendung , jeder hoffte auf den besten Platz für seinen Lieblingsschlager. Plötzlich verschwand die Schlagerszene in der Versenkung.

Schlager singen und hören, war uncool und nur etwas für die Senioren. Deutsche Songs singen wurde unmodern. Die Plattenlabels fanden dafür nur noch mäßigen Absatz. Die Hochzeit für Schlagersänger wie z.B. für Roland Kaiser war vorbei.schien sogar für alle Zeit vorbei zu sein. Auch ich glaubte nur Rockkonzerten die Erfüllung meiner musikalischen Wünsche zu finden. Worüber die Band in den Songs sag, verstand ich nicht. Hauptsache rockig.

Heute ist der Schlager wieder da und es darf auch wieder deutsch gesungen werden. Es darf wieder geschlagert und geschnulzt werden .. der Schlager boomt und nicht nur in Malle, sondern auch auf großen Bühnen. Abendfüllende Samstagabendprogramme bis Mitternacht werden den deutschen Zuschauer wieder serviert. … und bestätigen Gittes Worte: „Der Deutsche liebt seinen Schlager“

Gestern Abend zappte ich mich ab un zu in den Schlagerboom, ich wollte die Kellys erwischen. Deren erstes öffentlicher Auftritt nach 18 Jahre wurde angekündigt und diesen Auftritt wollte ich auf keine Fall verpassen. Ich rechnete jedoch erst am Ende der Sendung mit ihrem Erscheinen, sozusagen als Höhepunkt des Abends, neben Helene Fischer, versteht sich 😉 Ein Sänger überraschte mich mit seinen Auftritt – DJ Ötzi. Ich wurde auf meiner Couch, die mich schon fast verschlungen hätte nur durch die schwungvolle Melodie und der glasklaren Stimme des Sängers wieder  zum Leben erweckt.

Schwungvolle Musik macht nicht nur gute Laune, sie kann auch „Scheintote Couchprotetos “ wieder Leben einhauchen. DJ Ötzi besingt, wie sollte es bei Schlager anders sein, über die Liebe. :-). Ein Dauerthema, das sich seit Generationen durch die Menschheit und alle Musikrichtungen zieht.

So wie damals alle Generationen  im Wohnzimmer versammelt vor dem TV saßen um der deutschen Schlagerszene zu folgen, sieht man heute alle Generationen in großen Hallen und sogar Stadien versammelt, um gemeinsam ihre Schlagerstars  zu feiern. Egal, ob jung, oder alt, ob Weiblein oder Männlein, sie alle tauchen tanzend für ein paar Stunden in ihre Schlagerwelt ab. Neben den neuen Schlagersternen haben auch wieder die schon vergessenen geglaubten Schlagersterne Hochkonjunktur.

Es wird Zeit

das ich mal wieder ein Lebenzeichen von mir gebe.

Seit einer gefühlten Ewigkeit hüllte sich mein Blog in Schweigen. D.h. aber nicht, das ich mich in Schweigen hüllte. Ich lies nur für ein paar Wochen das Internet links liegen und erfasste meine geistigen Ergüsse auf klassische Weise, mit Füllhalter und Papier. Das wurde für mich zum ausgedehnten Morgenritual. Dann musste ich mich auch schon mit flinker Socke in den Tag begeben.

Dieser bekommt zur Zeit eine neue Struktur. Ich bringe altes und neues zusammen, Gewohnheiten bekommen einen neuen Platz oder werden aus dem Tagsesablauf entfernt, andere Gewohnheiten wiederentdeckt, wie z.B. das eine oder andere Bild vom Stadtbummel zu machen, wie gestern.

Der Brunnen der Lebensfreude bevölkert sich wieder

Mensch und Tier werden einen Blick auf die Liegewiese vor der Rostocker Uni

die schmalen Vorgärten der Innenstadt werden vom Frühjahrsblühern umsäumt

Auch  ein neues Hobby bekam einen Platz.  Ich zentangle jetzt. Hier nur ein paar Übungsstücke der letzten Tage. Dabei kann ich zu 300 % abschalten und loslassen, woran mein Kopf vielleicht grade nagt ober sich festgebissen hat. Die klaren Linien, die ich auf das Papier zeichne, finden sich im Anschluss auch im Kopf wieder.

Morgen beginnt die Sommerzeit, die schöne warme helle Jahreszeit beginnt mit ihr. Smiley

Zitat

Gut zu wissen 

„Ein Mensch, der für nichts zu sterben gewillt ist, verdient nicht zu leben.“ 

Martin Luther King

Zitat

Gut zu wissen

„Heimat ist nicht, wo du lebst, sondern wo du verstanden wirst.“

Christian Morgenstern

Zum Valentinstag

Ein Tag jagt den anderen.. Gestern schrieb ich über den Welttag des Radios, heute über den Valentinstag. Die Geschichte(n) dazu ist lang, will man sie tiefer ergründen muss man sich Zeit nehmen. Ich halte mich deshalb nur an den Blumen fest, die schon seit Tagen über den Ladentisch gehen.

  • An Bekanntheit gewann der Valentinstag im deutschen Sprachraum durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die intensive Werbung der Blumenhändler und Süßwarenfabrikanten. Zitat Wikipedia
  • Auch in Deutschland sind Blumen nach wie vor die häufigsten Geschenke am Valentinstag. Allein zum Valentinstag 2013 transportierte die Lufthansa Cargo 1000 Tonnen Rosen nach Deutschland. Zita Wikipedia

Ich erinnere mich im Zusammenhang  mit Blumen an eine kleine Begebenheit, die ich in der Straßenbahn beobachte.

Mit mir waren nur noch wenige Leute unterwegs.Hinter mir saß eine gesprächige  Frauengruppe, vor mir ein ältere Mann im Rollstuhl. Seine lebhafte Farbe muss schon vor Jahren aus seinem Gesicht gewichen sein, seine Augen schienen jedoch noch hell zu sein. Während er den schnatternden Frauen zusah., zog während der Fahrt eine einzelne  Rose aus dem Blumenstrauß, der auf seinem Schoß lag.  Anschließend  mühte er sich ab, mit dem Rollstuhl in die Richtig der Frauen zu kommen. Aber das Gang war schmal, zusätzlich musste er dabei  eine Steigung  noch überwinden.  das hatte zur Folge, das sich  sein Rollstuhle drehte , während die Straßenbahn sich von einer Kurve in die andere legte. Meine Hilfe lehnte er strickt ab, seine Augen waren nur auf eine der Frauen gerichtet. Sie saß abseits von der Gruppe, sie war die 5. Frau, die auf den vierer Platz nicht mehr passt. Wegen der Enge des Mittelganges  erreichte der Rollstuhlfahrer sie Frau nicht. Also überschüttete er sie mit Komplimente, auf die sie spärlich aber freundlich antwortete. Wenig später nahm er sich wieder zurück. stellte seinem Rollstuhl an den dafür vorgesehenen Platz. Auf seinem Schoß lag noch der Blumenstrauß, die einzelne Roste konnte ich nicht mehr entdecken.  Anschließend wich das Leben wieder aus seinem Körper, die Augen senkten sich ab. Er  dümpelte der Rest seiner Straßenbahnfahrt vor sich hin. Die Frauen unterhielte sich weiter, als wäre nichts geschehen. Bei mir blieb der Eindruck noch etwas länger haften, war ich doch Zeuge, wie ein “gebrochener Mann” durch ein fremde Frau kurzeitig zum Leben erweckt wurde.

Die meisten Männer müssen heute nicht solche schwierige Hürde überwinden um ihrer Liebsten Blumen zu schenken. Ein Griff in die zur Zeit prall gefülltem Blumenregale..sei es im Blumengeschäften oder in Supermärkten.. und dann ab, nach Hause. Sie alle werden ihren Frauen etwas zum Tag der Liebenden überreichen und sich vielleicht sogar dessen bewusst werden, das Liebe nicht Selbstverständliches sondern ein Geschenk ist.

Welttag des Radios

Heute vor 5 Jahren wurde wieder ein neuer Welttag  ins Leben gerufen – der Welttag des Radios und wenn ich Radio höre, denke ich wirklich nur an die Art Modell, wie sie auf dem Bild zu sehen ist. Ein Kiste aus Holz mit Röhren., Drähten, Potentiometer als Laustärkeregler und verstellbare Kondensatoren für die Senderwahl, dicke Tasten, wie auf einem Klavier und einer Skala über die hörbaren Sender. Besonders beliebt war damals, als der auf den Bild dargestellte Oldtimer noch in Mode war, die quietschige Kurzwelle. Nur über diese Wellenlänge konnte man damals die Sender hören, die damals im frühen Ostzeiten verboten waren – Rado Luxemburg. Für die Politik war das der unsichtbare Feind in Kurzwelle. 

Lebhaft erinnere ich mich noch an die spannende Unterhaltung am Abend. Hörspiele waren beliebt und konnten genau so spannend wie ein “Tatort” heute sein. Das Fernsehen später löste diese Art Unterhaltung später ab. Aber die Unterhaltung, die das Radio mir damals mit seiner Musik, Dokumentationen und Hörspielen bot ist bei mir noch in guter Erinnerung.

Viele Sangeskünstler verdankten ihre Karriere dem Radio, denn  wurden ihre Platten aufgelegt und gehört , wurde bei Gefallen auch ihre Platten oder Alben gekauft und auf diesem Weg wurde auch ihnen eine Berühmtheit.

Noch heute soll das Radio immer noch das am meisten genutzte Medium für Unterhaltung und Nachrichten sein. Tagsüber läuft bei mir auch das Radio, damitw erde ich Nachrichten-technisch am schnellsten auf den neusten Stand gebracht.

neue Bettelkultur

Das bunte Treiben in der Kröpeliner Straße fällt im Februar eher mäßig aus. Überschaubar der Boulevard, nur hier und da ein paar  Stände, um im Vorbeigehen etwas eß- oder trinkbares mit zu nehmen. Essen hält halt Leib und Seele zusammen, so eine alte Volksweisheit. Wir leben in Deutschland je nach Einkommen im Überfluss oder kommen über die Runden, aber selten an den Bettelstab. Der Staat sorgt im Falle des Falles  (im wahrsten Sinne des Wortes)  auch für die, die gar nichts mehr haben. Er ist dann ein Sozialfall mit der Auflage, sich unermüdlich um einen Job zu kümmern, damit eine Eingliederung ins normalen gesellschaftlichen Leben wieder möglich zu machen. Vielleicht gehört man eines Tages ja wieder zu denen, die sich im Vorbeigehen ein Würstchen und einen Kaffee leisten  können.

So gut  wie in Deutschland geht es den Menschen an Rand der Gesellschaft in anderen Ländern jedoch nicht. Einige werden in armen Ländern akquiriert mit dem Versprechen, dass sie in Deutschland ihr Glück machen können.  Hier angekommen werden sie als Bettler ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und ich bin sicher,  dass sie den größten Teil , wenn nicht sogar alles, ihrer Einnahmen an die Hintermänner abgeben müssen.

Neuerdings verfolgen die Hintermänner eine neue Strategie  in der Bettelkultur. Dabei bedienen sie sich des Deutschen liebstes Kind – der Hund. Mal locker gesagt, der Bettelstab  auf den Hund gekommen. Die Sache mit den Krücken – um die Weihnachtszeit sah man nur Krückenbettler –  muss weniger erfolgreich gewesen sein.

Auf dem Rostocker Boulevard saßen heute an verschiedenen Plätzchen die Bettler. Sie hielten die Kleinhunde artig auf ihren Schoß, die eher apathisch als lebendig aussahen. Sie stehen unter Drogen, sagt das Internet und die Tierschützer schlagen schon Alarm wegen Tierquälerei.

Kaum zu ertragen, der Anblick für mich. Ich weiß, es gibt Aussteiger auch aus der deutschen Gesellschaft, die sich für s betteln entschieden haben. Auch sie haben häufig einen Hund bei sich. Doch dieser Hund steht in  Beziehung zu dem Menschen,, mit er auf der Straße lebet. Er ist das, was er für viele Menschen der jeder Gesellschaftsschicht bedeutet, des Menschen bester Freund.

Für die neue Bettelkultur steht der Hund  keiner Beziehung zu dem Menschen, mit er auf Boulevard bettelt , es soll das Geld der Passanten auf der Straße lockerer werden zu lassen.  Ob das der Fall ist?

Ich unterstütze das nicht, d.h. von mir keinen Cent !!!

Murmeltiertag

Heute ist Murmeltiertag,d.h. sieht das Murmeltier heute seine Schatten, wird es eine frühen Frühling geben. Nach dem Schatten, den die Wohnblöcke um mich herum werfen, würde ich mir auch gern eine frühen Frühling prophezeien.

Aber die Prophezeiung gilt leider nicht für Deutschland, sondern für Amerika, im Städtchen Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania und der Film: „Täglich grüßt das Murmeltier“ hat den 130 Jahre alten Brauch in den Städtchen weltweit bekannt gemacht.

Über den Film kann ich mich mindestens einmal im Jahr schlapp lachen.

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gute Laune Musik

Lange nicht gehört und fast schon 30 Jahre alt. Aber damals wie heute peppt der schwungvolle Titel meine Laune auf. Man nehme Mixed Emotions, lässt die Hüften im Rhythmus schwingen und warten, was passiert.Zumindest stört mich jetzt das trübe, verregnete Januarwetter nicht mehr

Leider sind beide Sänger – Drafi Deutscher und Oliver Simon – schon verstorben. Aber was sie uns zurückgelassen haben, macht auch heute noch, wem´s gefällt,  gute Laune. Dank Youtube kann man sich ihre Auftritte noch einmal anschauen und für ein paar Minuten in die Zeitschleife begeben und Dank der emotionalen Erinnerung noch einmal eintauchen in die Zeit.

selbst ausgewildert ?

Noch schnell ein Selfi, bevor mein Bus vorfährt. Für eine spaßige WhatsApp Nachricht, die jeden Donnerstag immer den slben Wortlaut hat. “Schlado geschafft”  “Schlado -Kurzwort für den langen Donnerstag). Meine Handykamera hatte grade Klick gemacht, als ein Junge auf mich zukam. “Können sie mir mal sagen, wie spät es ist?” “21.11 Uhr” gab ich bereitwillig Auskunft. “in 8 Minuten fährt der Bus”.

Die Wartezeit wollte er sich mit Scherben-machen vertreiben. Was ich noch nicht gesehen hatte, sah er. Eine leere  Bierflasche stand am Boden und die sollte über die Straße fliegen. “Lass die doch für Flaschenpaule stehen” “Wer ist Flaschenpaule ? “ Ich sagte ihm nicht, dass das eine Fantasiefigur war, aber ich lass Flaschenpaule durch mich sprechen. “Er sammelt die Flaschen ein, die andere abstellen und verdient sich damit Geld dazu” Der Junge sah sich um. als glaubte er, Flaschenpaule käme gleich um die Ecke. Weil das aber nicht geschah, warf er die Flasche im hohen Bogen über die Straße. Mit lautem Scheppern zerbrach die Flasche auf der anderen Seite der Fahrbahn.

“Jetzt haben die Autofahrer ein Problem. Sie werden sich ihre Reifen kaputt fahren” “Das ist mir egal, dafür sind die selber verantwortlich. Sollen sie doch aufpassen” Ach so einer bist du also “ist-mir-doch-egal-Typ”…über diesen Satz gleitet alles ab, was an Einwänden kommen kann.

“Wie spät ist es  jetzt ?” Wieder zückte ich mein Handy. “21.14 Uhr” Er sah auf den Fahrplan und errechnete die Restwartezeit. “Noch 5 Minuten Wartezeit, da kann ich noch meinen Stummel rauchen”. Meine Stirn kräuselte sich:

“Was sagen denn deine Eltern dazu?” So richtig wusste ich nicht, wie ich dem verwilderten Jungen entgegentreten sollte. und zog deshalb seine Eltern zu Rate.  “Die rauchen selber” eine schnelle Antwort. wie aus der Pistole geschossen. Ich schätze sein Alter, er könnte 11 Jahre alt sein. “Du bist doch erst 11 Jahre alt” und wartete ab, wie er reagiert. Spontan drehe er sich zu mir, wir standen uns Auge in Auge gegenüber. Mit festem Blick und betont klar in jedem Wort  hämmerte er mir sein (angebliche) wahres Alter in den Kopf: “Ich bin 16 Jahre alt und rauche schon seit meinem 9.Lebensjahr” Mir fiel aus dem Stand keine Widerrede mehr ein und sah ihn nur an. “Achja.. deshalb bist du so klein geblieben” wollte ich ihm darauf antworten, aber ich verkniff es mir. Das hätte eh nichts gebracht, er gehört ja zu den “Ist-mit-doch-egal-Typen”, damit wäre ich hoffnungslos an ihm abgeglitscht. Er war ja grade dabei, sich nicht nur ein dickes Fell anzuschaffen, sondern auch eine glitschige Aalhaut wachsen zu lassen

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