wieder im Käfig

Den braven Bürger versetzte die Nachricht vor fast 14 Tagen in Angst und Schrecken. Auch wunderte mich, warum der Hubschrauber sogar kurz vor Mitternacht in der Luft hin und seine Scheinwerfer den Boden absuchten. Das kleine Wäldchen, vom die Rede war, lag ich in meiner Sichtweite, stünden keine großen Wohnblöcke dazwischen.

Niemand wollte ich vorstellen, dem Strafgefangen die Arme zu laufen, der seid dem 9. März auf der Flucht war. Es handelte ich um eine Insassen der forensischen Klinik ins Rostock Gehlsdorf, einem abgelegenen Stadtteil von Rostock, es liegt auf der anderen Seite der Warnow.  Wer am dem Platz steht, an dem ich das Haderbild macht, hat die´forensische Klinik im Rücken

Das gesamte Gebiet am Rande der Warnow ist zum Naherholungsgebiet ausgebaut worden und auf einem Flanierweg kommt man der Klinik relativ nah,

jedoch nicht so nahe, wie es auf dem Bild scheint. So ganz wohl fühle ich mich nicht, wenn ich daran vorbei gehe, aber wie man sieht, eine Flucht aus dem Gelände ist kaum vorstellbar.

Und doch ist es einem Insassen gelungen und er floh am vorletzten Montag. Er nutze einen Besuch zum Arzt der HNO Klinik und diese liegt mitten in der Stadt. Er überwältige seine Begleitpersonen und entzog sich so für fast 14 Tage auf dem Gewahrsam der Justiz.

Nervosität machte sich unter der Bevölkerung breit. Aber nicht nur das, auch Unverständnis und Kopfschütteln und Zweifel an ihre Sicherheit, die ihnen gewährt werden sollte.

Seid  gestern Abend, die erlösende Nachricht. Sie haben ihn und fanden ihn in Berlin in einem Obdachlosenheim. Eine Mögliche Ursache sahen sie in Gelingen seines Fluchtplanes, dass er wegen der bevorstehenden OP in der HNO- Klinik von dem Termin schon 3 Tage vorher wusste und so auch 3 Tage Zeit hatte, ein Fluchtplan zu schmieden.

Ostseemaus

nur 10 Minuten

Warum nicht ?

Warum sollte ich mal nicht früher als gewöhnlich zu Bett gehen? Mein Lieblingsendung hatte ich mir schon einverleibt und damit sollte es für den Abend genügen. Schon öfter nahm ich mir vor, ohne zu zappen den TV nach dem ausgesuchten Programm einfach nur aus zu machen. Dafür muss man heutzutage nicht mal aufstehen. Aber nein, die Fernbedienung scheint mit den Händen verwachsen zu sein und lässt sich nur mit festen Willen abstreifen.

Nur 10 Minuten zappen und sehen, was noch so im TV Programm am laufen ist. Aber aus den 10 Minuten werden 20 oder 30 Minuten und wenn noch was von Interesse im TV läuft, werden aus den 10 Minuten schnell mehr als 1 Stunde und es ist um den Schönheitschlaf vor Mitternacht geschehen. Anschließend frage ich mich, warum? Warum hab ich mich wieder gegen den Schlaf vor Mitternacht entschieden?

Aber gestern Abend erlag ich der weitreichenden Macht der Fernbedienung nicht, nein, gestern Abend war ist entschlossen und die Flimmerkiste hörte mit dem Flimmern auf, weil ich die Macht darüber hatte.

ICH habe die Macht zurück erobert und machte mich ab, ins Bett. Statt Flimmerkiste bis in die Puppen, Schlaf vor Mitternacht, der soll ja besonders erholsam sein.

Gleich einschlafen konnte ich jedoch nicht. Meine Gedanken nagten noch an einigen Problemen und Problemchen, die schon am nächsten Tag auf mich warteten, als mein Schlafzimmer im Blaulicht flimmerte. Ohne Tatü Tataa aber mit viel Blink Blink Blink Blink und das genau unter meinem Fenster. 

Oh..brennt draußen irgendwo die Luft oder der Keller unter meinem Hintern? Warum das Blaulicht ? Neugierig spring ich aus dem Bett, das fährt schon der 2 und der 3 und der 4. Löschzug vor. Die Leiter ist noch nicht ausgefahren, zeigt aber Richtung meinem Haus. Die ersten Feuerwehrmänner bewegen sich in das Haus, 2 Nummer weiter von meiner. Die Feuerwehrmänner sind ruhig, wirken gar nicht hektisch. Krankenwagen und Notarztwagen standen auch schon vor der Tür, wahrscheinlich waren sie schon in der Wohnung, wo der Notruf abgesetzt wurde.

Geduldig reihten die Löschzüge sich nacheinander ein oder schoben sich auf der engen Straße ans  Haus voran. Aber alles blieb ruhig. 

Nach gefühlten 10 Minuten zieht der Trupp wieder ab und alles sieht so aus, als wäre nichts geschehen. Was geschehen war, weiß ich allerdings nicht. Würde ich in einem Dorf leben, wäre mir im Laufe des Tages noch zugetragen worden, was geschehen war. Ich lebe aber in einer Stadt und so bekommt man von den Schicksalen der Menschen, die in der Nachbarschaft leben nur ab und zu solch dramatischen Vorfälle mit. Doch bei wen etwas und was geschehen ist, das erfährt man eher selten.

Dramatisch sah es gestern aus, aber noch der Kürze der Zeit des Einsatzes zu urteilen, ging gestern Abend wohl doch alles glimpflich aus.

Ostseemaus

Valium

Ich hab geträumt heut Nacht..Nein, nicht heute Nacht, aber in den Morgenstunden.

Mein Traum hielt sich an einer Valiumverpackung fest , die in Grunde nur wie eine banale Bäcker aus dem Supermarkt aussah. Mein Tochter führte mir die Funktion mehrmals Valiumverpackung vor. Sie verpackte darin Waren, die nicht so schnell verderben sollten, wie an der frischen Luft. Sie erklärte mir, dass die Sachen in der Tüte statt verderben nur schlafen würden Nicht schlecht. Die kleinen Mikroorganismen einfach schlafen lassen, statt die Lebensmittel zu verderben.

Oder wollte der Traum mir eine völlig anderer Botschaft zukommen lassen?

Vielleicht das die Backwaren aus dem Supermarkt mich müde machen? 

Im übertragenen Sinne liegt diese Botschaft der Realität sehr nahe. Weil die klassischen Bäckereien fast ausgestorben sind, ich nur von Supermärkten umgeben sind, in dem das Verkaufspersonal so nebenbei die Backwaren aufbackt, begleiten mich Kopfschmerzen und Müdigkeit in einem Maße, wie ich es aus jüngeren Jahren nicht kannte. Klar, es liegt nahe, man wird ja auch nicht jünger. Aber deshalb immer müde und Kopfschmerzen? Meine Eltern wurden alt auch ohne diese Beschwerden.

“Was du immer hast” hieß es dann, wenn ich wieder und wieder über Kopfschmerzen um Müdigkeit klage. Meine Augenlider wurden schon am Tag schwer, als hätte ich mich schon am tag mit Valium voll gepumpt. dem war aber nicht so und Alkohol gibt es bei mir nur 2 mal im Jahr..Zum Jahreswechsel und Urlaub aus Mallorca. Und doch erwachte ich fast täglich mit einem verkaterten Kopf…ich nannte diesen Zustand für mich“versifft”. So nach 2 Stunden Bewegung verflogt dieses Gefühl von versifften Kopf.

Der Zufall wollte es, das ich am Tag Brot aß, was, so das Verkaufspersonal der Stadtbäckerei urgesund sein sollzte –  das Urbrot. Doch kurz nach dem Verzehr setzen die Kopfschmerzen schon am Tag ein. Diese Querverbindung war so deutlich, dass ich dem Hinweis nicht übersehen konnte. Fortan verschwand Brot von meinem Eikaufzettel. Das liegt jetzt 6 Wochen zurück und ich habe seid dem nie wieder einen Hauch vom Kopfschmerzen bekommen, die Müdigkeit ist nicht nur aus meine Körper verschwunden sondern auch aus meinen Augen.

Ein weiteren Aspekt meiner Unverträglichkeit und allergischen Reaktion auf das Brot ist auch hier drin zu finden.

Damit war es für mich klar, in meinen Magen lass ich kein Krümelchen Brot mehr, wenn er nicht von einen klassischen Bäcker stammen, die das Brot auf uralte Weise herstellen.

Was ich mit dem Beitrag sagen wollte ist, dass mir der Traum sagen wollte, lass weiter die Finger weg von Backwaren aus den Supermärkten.

Ostseemaus

aus der Traum

Wie tief muss ich im Schlaf gewesen sein, dass ich heut früh beim Aufwachen überlegte, welchen Tag wir heute hätten. Es brauchte ein paar Sekunden, dann kam ich drauf, das heute Sonntag ist. Dazwischen drängt sich ein Traum, der mich auf eine Kurzreise brachte.

Ein Ausflug mit Freunden oder Sportfreunden…ich weiß es nicht mehr. Obwohl wir eine Gruppe waren, ich konnte die Freunde nicht sehen, sie waren wie ich aber da, das spürte ich sicher. Wir waren Richtung Wasser unterwegs, wollten die letzten Sommertage noch am Strand genießen.  Doch wider Erwarten war das Wetter trüb, kalt und neblig.  Die Strandmenschen hatten sich Sandburgen gebaut, kauerten sich wegen des Seenebels tief  in ihnen nieder.  Der Himmel war grau, die Strand sah graublau aus. Von Sommerfrische keine Spur.

Die Strandbesucher hofften wie wir sicher auch auf einen warmen Sommertag im September, doch sie strecken nur ihre blanken nackten Ärsche aus den Burgen raus, mehr nicht. Ihre Ärsche überragten die Schutzwälle. Das ganze sah aus, als würden Arschgesichter über den Wall gucken. Doch die schwarzen Arschritzen teilten ihre Arschgesichter in 2 Hälften. Ich sah wie erstarrt auf die trübe Kulisse mit den nackten Ärschen, die in die Luft ragten “Denen muss ja arschkalt sein” dankte ich mir. Dann wird es mit den sonnigen Tagen am Strand für unsere Gruppe auch trübe aussehen und Arschgesichter wollte ich in meiner Nähe auch nicht haben

Aber wir waren ja noch nicht an unser Reiseziel angekommen.  Eine längerer Fußmarsch lag noch vor uns. Der einzige Weg, um zu unseren Hotel, das man nur noch zu Fuß erreichen konnte,  führte entlang am Strand. Als wir als die Nacktärsche hinter uns gelassen hatten, gingen wir im Entenmarsch den schmalen Strandpfad entlang, der uns zum Hotel bringen sollte.

Wir von Zauberhand gelenkt verschwand die Düsternis der Arschgesichter, die am letzten Strandabschnitt vorherrschte, und wich dem erfrischendes Sommerwetter, das nun vor uns lag. Der Himmel blau, die Welt wieder bunt, so bunt,  wie die kleine  Halbinsel, der wir uns näherten.  Auf den kargen Sand gab es nur wenig grün zu sehen, dafür waren die Zelte so bunt, wie die Bewohner, die sich auf der Insel aufhielten. es waren Indianer. Wie kommt denn das? So ausgedehnt war unser Fußmarsch nun auch wieder nicht, dass wir sogar den Kontinent wechselten und in Amerika landeten. Die Halbinsel ragte weit ins Wasser, betreten konnten wir sich nicht. Eine Glasscheibe trennte uns vom Indianerleben, wir konnten bestenfalls unsrer Nasen an der Scheibe platt drücken. Zahlreiche Pferde bewegten sich frei auf der Insel. Als sie uns sahen stobten sie neugierig auf uns zu und stoppten direkt vor der Scheibe. Wie die Indianer kannten die Pferde die Grenzen ihres Lebensraumes genau.

Ich erinnerte mich, dieses Bild schon mal gesehen zu haben. Achja.. ich sah es auf dem Flyer vom Hotel und klärte meine Freunde gleich auf  “Das Indianerreversat ist eine neue Attraktion des Hotels. Damit wollen sie ihre Gäste auf Abendteuer einstimmen”  Ich war stolz, das ist die erstaunte Gruppe aufklären konnte und damit aus ihren herausragte.

Nach wenigen Minuten standen wir dann auch schon in der Hotelhalle. Das Personal war für uns da, doch ich sah es nicht, so wie ich den Rest der Gruppe immer noch nicht sah. Weil wir mit unseren sandigen Füßen die Hotelzimmer nicht betreten durften, mussten alle Neuankömmlinge durch eine Duschzone geschleust werden. Nach dem langen Fußmarsch war das sicher eine Wohltat für Haut und Haar. Die milde Wärme des Wassers war eben so angenehm wie der milder Wasserstrahl der Dusche, der meine Haut mit einem Feuchtigkeitsfilm überzog.

Für ein paar Minuten genoss ich den wohltemperierten Raum der Duschkabine, dann bezog ich mein Hotelzimmer.  Meine Mitbewohnerin eben so. Obwohl sie neben mir ging, ich sah sie nicht. Sie war da und doch nicht da..oder war sie doch da und ich sah sie nicht, weil sie sich in einem toten Winkel aufhielt. Aber egal. Im Hotelzimmer richteten wir uns ein, jeder bezog seinen Schrank und sein Bett wie eine neue Wohnung, eine Sitzprobe auf dem Bett inbegriffen. Sie nahm das weiche Bett, ich bevorzugte das harte. Wir setzen uns, ich war zufrieden, sie auch. Ich sah aber nur die Delle auf der Matratze, die sie beim sitzen erzeugte, sie aber sah ich nicht.

Ich fand es mysteriös, aber im Traum machte ich mir weiter keine Gedanken mehr darüber. Wie oft hat man mit Menschen im Leben zu tun, die man gar nicht sah. Vielleicht lag es an der eigenen Oberflächlichkeit, vielleicht lag es an der Durchsichtigkeit der Person, die sich extrem zurück nahm, weil sie sich im wahrsten Sinne des Wortes verdünnisiert hat. Als ich das Zimmer verlies, war die Delle auf ihrem Bett immer noch da. Das war die letzte Spur, die ich von ihr sah. Was danach geschah, erzählte mir mein Traum nicht mehr.

Erst als ich wieder zu Haus war, setzte die Erzählung meines Traumes wieder ein und lies das Telefon klingeln. Auf der anderen Seite war meine Mitbewohnerin, die immer noch im Hotelzimmer fest hing. Sie kampiert seid meine Abreise immer noch im selben Zimmer und niemand nahm sie wahr. Und das, obwohl die Gäste in den Hotelzimmer schon mehrmals wechselten. Sie blieb in dem Zimmer kleben, konnte es aber nicht mehr verlassen. Sie entscheid sich vor Jahren wegen zu vieler Arschgesichter in ihrem Umfeld für ihre eigene Unsichtbarkeit und hing nun  auch in ihrem Leben fest, hatte nicht mal mehr ein zu Hause, so wie ich.

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