Sport

dieser Schlingel

fast ein Schuljahr lang beschäftige mich ein kleiner Junge im Kindersport mit seinem Leiden. Alles begann damit, dass er mir im vorbeigehen sagte, er hätte einen Herzfehler und bekäme deshalb keine Luft. Es nahm Asthmaspray, wenn ihm die Luft nach den schnellen Lauf ausging. Es brach förmlich auf dem Weg zu seinem Medikament zusammen und lag erst mal am Boden. Sowas darf ich als Trainer nicht unbeachtet lassen und so betreute ich den Kleinen nach jedem Zusammenbruch, bis er seine Atemnot überwand, während meine Kollegin das Training weiterleitete Hatte sich der Kleine wieder erholt, schoss er aber wieder los und warf sich ins Kindergetümmel.

Seine Zusammenbrüche während der Sportstunde nahmen zu und ich musste mehrfach mit ihm vor die Hallentür gehen, damit er sich wieder erholen konnte. Ich machte mir um ihn Sorgen wie um meine eigenen Sohn, konnte mir aber nicht vorstellen, dass mit dem Stand der Dinge der ärztlichen Möglichkeiten das Ende seiner Fahnenstange an Lebensqualität schon erreicht waren. Ich rang mit mir, denn ich hätte ihm gern geholfen, aber wie? Ich sah nur eine Möglichkeit. Mein Schwager ist ein bekannter Herzchirurg, der auf Kinderherzen spezialisiert ist. Warum den Kleinen mal nicht einen anderen Facharzt vorstellen?

Als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, wollte ich dem Vater den Hinweis auf den bekannten Herzchirurgen geben. Doch der Vater blockte mich vorher schon ab. „Mein Sohn hat nichts mit dem Herzen, er bekommt „nur“ keine Luft“ Sein Sohn widersprach, doch auch den Sohn blockte der Vater sofort ab. Verdutzt und mit tausend Fragezeichen im Kopf brach ich das Gespräch ab. Ich fragte mich aber, ob die Eltern des Kleinen uns ein Herzleiden ihres Sohnes verheimlichen wollten. Er wurde als ein „nur“ am Asthma erkranktes Kind avisierte. Ich konnte mir aber auch keinen Reim darauf machen, warum uns die Eltern dies verheimlichen sollten. Auch behauptete der Vater , sein Sohn würde nur in der Sporthalle zusammenbrechen, ansonsten springt er wie alle anderen Kinder wild rum, ohne dass es zu dramatischen Zusammenbrüchen kommt und schon gar nicht wie ich die Zusammenbrüche 3- 4 viel mal in einer Trainingseinheit erlebte. Es wurde nach dem kurzen Gespräch noch rätselhafter für mich.

Nachdem ein anderes Kind uns erzählte. dass der Kleine während er am Boden lag, für einen kurzen Moment verschmitzt lächelte, wunderten meine Kollegin und ich uns ein weiteres mal. Man konnte förmlich die Fragezeichen auf unseren Köpfen tanzen sehen. Er lag so oft filmreif am Boden, hielt dabei eine Hand an seinem Herzen, wenn ich ihn nach einem Zusammenbruch vorfand. Ich hob ihn genau so oft vom Boden auf und ging unter den Armen gestützt und mit eingeknickten Beinen mit ihm vor die Sporthalle. Dort schnappte er dann heftig nach Luft und erholte sich wieder. Wir baten den Kleinen in einem kurzen Gespräch, er sollte uns nur um Hilfe bitten, wenn er sie auch wirklich benötigt. Und wir sprachen noch einmal mit den Eltern.

Seit dem kippt der Kleine nicht mehr aus den Latschen und muss auch nicht mehr nach jeder Anstrengung an die frische Luft geführt werden. Er läuft und springt mit der Ausdauer eines fast gesunden Kindes 90 Minuten durch die Sporthalle, ohne auch nur einen einzigen klitzekleinen Schwächeanfall. Die tanzenden Fragezeichen schwirren noch immer um meinen Kopf, trotz der Klarheit, die ich nun endlich gewonnen habe.

Dieser kleine Schlingel hat sich nach seinen Regeln der Kunst von mir während der Zeit fürsorglich bemuttern lassen und wusste genau, wie er meine fürsorgliche Aufmerksamkeit bekommen konnte. Meine Kollegin und ich konnten es aber auch verstehen und mit einem schmunzeln nachvollziehen. Auch wenn er „nur“ keine Luft bekommt, ist Asthma etwas dramatisches, auch wenn alle so tun, er hätte nur einen leichten Schnupfen.

Werbeanzeigen

Die Tage sind gezählt

Nein, nicht die Tage meiner Lebenszeit, sondern die Tage bis zu meinem Abflug. D.h. in 72 Stunden werde ich um diese Zeit im Hotel Playa Golf einchecken. Und wir Mädels hoffen darauf, dass wir wieder solch ein schönes Zimmer wie im letzten Jahr bekommen, wie auf dem unteren Bild zu sehen ist. Also in 72 Stunden werde ich es wissen und ich werde es euch wissen lassen.

Hotelbett mit Aussicht

Mit meinen Ablug lasse ich auch für 14 Tage meinen Job als Ehrenamtliche in 3 Sportvereinen hinter mir. Damit bessere ich nicht nur meine Rente auf, sondern ich halte über diese Tätigkeit Kontakt zu allen Altersgruppen von Menschen. Angefangen bei den ganz Kleinen – ab 3 Jahre – bis hin zu denen, die auch noch im Alter fit bleiben wollen. Ich habe mal gezählt, wieviele Menschen ich die Woche über bewege. Da kommen 100 Kinder von 3 – 10 Jahre und 35 Erwachsene zusammen. Wer hätte das gedacht, nicht mal ich 😀 .

Vorbereitung für die Kleinen

Die letzten Arbeitstage des alten Bürgermeisters in Rostock sind auch gezählt. Mit dem letzten Wahlsonntag steht fest, Rostock hat links – ehemaliger Sozialsenator LINKE – und weltoffen – einem Dänen ohne deutschen Pass – gewählt. Am 16.Juni 2019 wird es die Stichwahl zwischen den beiden ersten Kandidaten geben und erst dann werden die Rostocker wissen, wer die Strippen der Stadt in die Hände bekommt. Ich habe meine Stimme gestern schon in den Briefkasten geworfen. Die Briefwahl ist eine tolle Sache, so kann man keine Wahl verpassen. Als gelernter DDR- Bürger kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Wahl ohne meine Stimme an mir vorbei läuft.

kleine neidische Diebin

Kaum hatte ich die Sporthalle betreten, drängte sich schon ein Mädchen ganz bündig an mich. Egal, wohin ich sah oder mich drehte, die stand ganz nah, ich spürte sie auch körperlich. Mit leiser Stimme erzähle sie mir gleich ihre Sorgen, während die anderen Kinder lärmend an uns vorbei liefen. Es muss was wichtiges sein, das keinen Zeitaufschub duldet,. 

„Frau H…., A.. hat meine Turnhose letzten Dienstag geklaut. Sie nein, doch ich weiß das das stimmt.“  Ich erinnerte mich an einen ähnlichen Vorfall, der schon ein paar Wochen zurück liegt. Da hatte das selbe Mädchen dem selben Mädchen schon mal die Turnhose gestohlen. Meine Kollegin überprüfte damals die Anschuldigung und siehe da, die gestohlene Hose lag im Rucksack der  kleinen Diebin. Und nun schon wieder ? „Wir werden das nachher überprüfen“ antwortete ich ihr. Am Donnerstag bin ich mir der „Horde von 30 Kindern“ für 30 Minuten allein. Erst dann kommt die 2 Kollegin dazu. Als musste ich mich erst um die Masse kümmern, bevor das Einzelschicksal beachtet werden konnte.

In Sportkleidung stürmen die Kinder die Halle und ein weiteres mal das Mädel auf mich zu. Wieder so bündig, dass sie stets vor mir stand, egal in welche Richtung ich mich drehte. Die Sporthalle ist riesig und ich muss den Rundumblick nutzen, damit ich alle Kinder im Auge behalte. „Jetzt trägt sie auch meine Hose“. So richtig glauben konnte es nicht. „Doch, das ist meine. Die Hose hat die gleichen Schadstellen, wie meine. DAS ist MEINE Hose, die sie trägt“ Während dessen lief die Beschuldigte an uns vorbei, bleib aber unbeeindruckt von unseren Blicken. 

Ich musste mit dem Training beginnen und 30 Kinder nach dem Unterricht in Bewegung bringen und halten. Zwischenzeitlich traf meine Kollegin ein und sofort stand  J.. ebenso bündig an meiner Kollegin, wie an mir. Die verließen gemeinsam mit der Beschuldigten die Sporthalle zu einem Gespräch. Wenig später lief das J… an mir vorbei, zeigte mir die gestohlene Hose, sie war wieder im ihrem Besitz. 

Im Trubel und Lärm der Sporthalle tauschten meine Kollegin und ich uns schell über den Vorfall aus. Die kleine Diebin wurde von ihr nicht mit der Frage sondern mit der Behauptung, sie hätte die Hose gestohlen, weil sie es ja schon mal gemacht hatte, konfrontiert und sie diesmal gab es sofort zu. Zog die gestohlene Hose aus, übergab sie der Eigentümerin und zog ihre eigene wieder Hose an. Diese sah in einem Augen auch nicht anders aus, als die gestohlene. Sich gegenseitig zu bestehlen, ist das Letzte, was wir in der Sportgruppe dulden, kündigte meinen Kollegin einen Elternbesuch bei der kleinen Diebin an. 

Das Training lief normal weiter, die kleine Diebin sah unbeeindruckt aus und lief mit den anderen mit. Sollte sie wirklich so „abgebrüht“ sein, wie sie zur Schau trug? Nein, war sie nicht. Wenig später saß sie allein auf einer Bahn und die Tränen liefen wie Wasser von den Wangen, Damit durfte ich sie nicht allein lassen. Ich ging zu ihr und ließ mir erzählen, warum sie sich grade in Tränen auflöst. „Meine Eltern werden mich jetzt bestrafen und ich bekomme wieder Hausarrest“ Die kleine Diebin hatte nun Angst vor den Konsequenzen im Elternhaus. 

„Aber warum hast du das gemacht ?Warum hast du die Turnhose wieder an dich genommen?“ Ich hoffte auf ein Motiv, warum sie zum wiederholten  gestohlen hat, wieder die selbe Sache von dem selben Mädchen. Weil sie im Weinen sprach, verstand ich nur die Hälfte, vom dem, was sie sagte. Nur ein einziges Wort verstand ich deutlich – NEID – . „Ich war neidisch“ Auf was sie neidisch war, ging abermals im Tränen unter. 

Neid ist ein starker Impulsgeber und wenn er stark genug ist, zu unüberlegten Handeln führen kann. Ich versuchte ihr das zu erklären. Ich verschwieg ihr nicht, das auch Erwachsene darunter leiden können. Doch sie haben das besser als Kinder unter Kontrolle. Wenn ich sie richtig verstanden und gedeutet hatte, war die kleine Diebin neidisch auf die Klamotten des anderen Mädels. Vielleicht hat sie damit auch angegeben oder geprahlt. Diese Art Gespräche führen sie in der Umkleidekabine. Dort wird auch so mancher Zwist ausgefochten, von dem wir Trainer nichts mitbekommen. 

Langsam beruhigte die kleine Diebin sich.  Ich bat sie, wann immer sie Neid und den Impuls spürt, einem anderen Mädel etwas zu stehlen, solle sie zu mir kommen und wir umschiffen gemeinsam den kritischen Punkt.

Ich nahm  ihr kein Versprechen ab, sondern bat sie nur um ihre Mitarbeit. Im Gegenzug bot ich ihr an, noch einmal mit meiner Kollegin zu sprechen, vielleicht würde sie Abstand vom Elternbesuch nehmenm denn wenn sie das Motiv für handeln kennt, können  sie gemeinsam sie unterstützen, damit sie sich nicht wieder an fremde Sachen vergreift.

Die kleine Diebin war erleichtert, als ich ihr mitteilte, dass ihre Eltern nichts davon verfahren werden und ich bat sie ein weiteres mal – dabei legte ich ihr meinen beiden Hände auf ihre Schultern – dass sie sich sofort an mich wendet, wenn der Neid sie wieder mal quält. „Ich verspreche, ich werde mich  bessern“ Das war nicht, was ich hören wollte, weil das ein sinnloser Standardsatz ist, aber ich wusste, was sie damit gemeint hatte. Sich bessern und ändern, dass fällt sogar Erwachsenen schwer, wie soll das ein Kind schaffen, wenn es seinen Gefühlen und Impulsen hilflos ausgeliefert ist ? 

wer rastet…

..der rostet. Ein bekanntes Sprichwort. Doch mit den Sommerferien werden die Sporthallen geschlossen, die Vereine schließen ebenfalls ihre Tore. Für die Yogis meiner Gruppen würde das eine 6 wöchige Pause bedeuten.  Naja…mal ne Pause machen? Auch nicht schlecht oder doch nicht? Nur wenige mögen ihre Yogamatte im Wohnzimmer ausrollen und allein Yoga machen. Zusammen macht es mehr Spaß.

Also suchten wir für die Sommerzeit ein Plätzchen im Grünen, wo wir unsere Yogamatten auszurollen konnten.  Rostock hat genügend Grünflächen und wir entschieden uns für einen richtig großen Sportplatz.

IMG_20180712_174541795_HDR

Leichtathletik Stadion Rostock

Das Leichtathletik Stadion gehört der Stadt und ist für jedermann zugänglich, der sich sportlich betätigen möchte. Im Hintergrund sieht man die Flutlichtstrahler vom Ostseestadion Rostock

Nach dem Extremregen der letzten Tage hatten wir gestern mit dem Wetter großes Glück. Nur blauer Himmel und Sonne satt. Bevor wir begannen, wies ich darauf hin, das unser gemeinsames Yoga eine reine Privatveranstaltung ist und damit jeder für sich selber verantwortlich ist. Damit waren die Formalitäten erledigt und wir konnten loslegen.

Erst aufwärmen mit mir als „Vorturner“ 😉

Das gute am Yoga ist, man kann es fast überall machen und in diesem Sommer in einem großen Stadion. Während wir unsere Übungen – Asanas – machten umrundeten uns permanent die Jogger und Läufer zahlreicher Sportgruppen.

Gegen 20 Uhr machten wir uns nach einem 90 minütigen Yogaprogramm mit allem Drum und Dran wieder auf den Heimweg und wenn das Wetter mitspielt, werden wir am nächsten Donnerstag wieder unsere Yogaübungen gemeinsam machen.

ab in den Sommer

..heißt es heute für die Kinder in Mecklenburg Vorpommern. Doch bevor es soweit ist, müssen sie ihre Zeugnisse  Empfang nehmen. Für einige Kinder eine Sternstunde, für andere ein trauriger Moment. Um diese Zeit – 12.00 Mittags – dürften alle Schulkinder das Landes ihre Zeugnisse in der Hand halten. Wir nannten die Zeugnisse zu meiner Schulzeit Giftblätter und daran hat sich bis heute wohl nichts geändert. Der Begriff „Giftblätter“ sagt ja alles. Wenn es nach mir ginge, würde ich die Zensuren abschaffen und dieser Meinung ist auch ein Professor der Rostocker Uni  Damit wird sich die Politik wohl sicher schwer tun.

Zensierung erinnert mich an eine Tante in meiner Familie, dessen Kinder von der Größe in den Himmel schossen. Wir kleinen Mitglieder der Familie mussten sich, immer wenn sie auftauchte,  Rücken an Rücken mit ihren Kindern  messen lassen. Ich wäre auch gern so groß wie ihre Kinder gewesen, aber was nicht ist, ist nicht. Später versteckte ich mich, wenn ich meine Tante mit ihren großwüchsigen Kinder kommen sah. Ich wollte nicht schon wieder als Messlatte für die Kinder meiner Tante dienen und sie dann in ihrem Stolz glänzen sehen. Warum sie so stolz auf ihre für ihr Alter so groß geratenen Kinder war, weiß ich nicht.  Ihre Schulzeugnisse waren ähnlich durchschnittlich wie unsere und mehr aus ihrem Leben machten sie aber auch nicht, als der Rest der Familie meiner Generation.

Für die Kinder im Breitensport geht zum Schuljahresende eher spaßig zu. Wir bieten den Kindern als Trainer an, was ihnen Spaß macht und fordern/fördern aber auch den Kampf- und Gemeinnschaftsgeist und Fair Play ohne Druck und Bewertung. Deshalb haben Trainer auch einen anderen Status als Lehrer und Eltern, sie sind keine Erzieher.

Gestern verabschiedeten wir uns mit Spaß und Spiel in die Sommersaison 2018.  Die „Schatzsuche“ gehört du unserem Standardprogramm. Dafür mussten die Kinder nach kleinen versteckten Zettelchen mit Symbolen in der Sporthalle suchen und bevor die den Schlüssel für sie Schatzkiste bekommen konnten noch einige Aufgaben aus dem Sport lösen. Ein riesiger Spaß am letzten Trainingstag und niemand geht leer aus. Jeder darf mal in die Schatzkiste greifen und nach einem kleinen Funde nach ihrem Geschmack suchen.

IMG_0146

Bei uns werden keine Giftblätter erteilt.

Ihre Sportschuhe, jedenfalls  von den meisten , gehen auch in Ferien.

IMG_0123

auf Halbmast

Am Mittwoch konnte ich es mir zum Weltmeisterspiel im Fußball Deutschland – Südkorea vor dem Fernseher nicht gemütlich machen und mit Spannung das alles entscheide Spiel für Deutschland mir sehen. Meine Yogis warteten auf mich, auch wenn einige wegen der Spiel abgesagt hatten.

Auf dem Weg zur Sporthalle schien ich durch eine Geisterstadt zu gehen. Es regte sich nichts. Weder fuhr ein Auto, noch bellte ein Hund oder das Lachen und Quietschen der Kinder, das man am späten Nachmittag sonst hören kann, war verschwunden. Nichts, fast Totenstille. Statt dessen hörte ich aus verschiedenen Fenstern, die geöffnet waren, fluchende Männerstimmen. Das hörte sich gar nicht gut an und daraus schloss ist, das es im Fußballspiel für Deutschland wohl gar nicht so gut aussah.

Wenig später erfuhr ich, dass es noch schlechter um Deutschland stand, als ich nach der totenstille im Wohngebiet befürchtet hatte. Anfangs habe ich fest mit einem Sieg von Deutschland gerechtet. Es bestand für mich kein Zweifel. dass die deutsche Nationalmannschaft das Spiel schon wuppen würde. Was sollte ein kleines Land wie Südkorea der siegesgewohnten deutschen Nationalmannschaft schon antun können.? Aber sie haben es getan und 2 Bälle ins Tor gebracht.

Die Nation unter Schock , sie Nation trauert, die Nation sucht einen BuhMann. Die Fahnen werden auf Halbmast gesetzt, oder nicht? Schon am Abend fiel mir auf, dass die vor meinen Haus parkenden Autos nicht mehr mit  Deutschlandfahnen geziert waren. Die enttäuschten Fans haben nicht nur auf Halbmast gesetzt, sondern die Fahnen gleich verschwinden lassen.  Auch am nächsten Tag sah ich weder eine Deutschlandfahne an den Autos, noch an den Häusern.

Die Weltmeisterschaft muss nun ohne Deutschland weiter gehen.

Aber nein, halt Stop. Ein einsamer Fan hat trotzdem noch an sich gehalten und die Fahne nicht gleich eingezogen.

IMG_20180628_192908604

Ich bin kein Fußballfan und sehe deshalb auch diese Niederlage gelassen  Es kann eben nur einer gewinnen. Und für unsere Nationalmannschaft ist es in diesem Jahr nicht gut gelaufen. Ich denke, das wird die Nation schon verkraften. Ein Trostpflaster, der immer passt : „Dabei sein ist alles“

 

Asylanten

„Ja, jetzt sind wir auch Asylanten“  mit diesen Worten eröffnete ich die gestrige Yogastunde. Zum Glück folgten mir meine treuen Anhänger auch in den neuen Übungsraum, den  uns „Kraft ihrer Wassersuppe“ die Vereinschefin auf die schnelle besorgen konnte.  Freie Übungsräume in der Innenstadt zu bekommen ist eine Herausforderung und fast aussichtslos. Alle möglichen Räume sind bis in die Abendstunden belegt und wer von null auf jetzt, so wie wir,  seinen Übungsraum verliert, steht im Freien, So erging es uns vorletzten Donnerstag.

„Aus gegebenen Anlass wird die Nutzung des Gymnastikraums bis auf weiteres UNTERSAGT“ 

Gestempelt und unterschrieben von Stadtsportbund Rostock. Später erfuhren wir, das wenige Stunde vorher der Gymnastikraum baupolizeilich gesperrt werden musste. Also kein schnelles Ende in Sicht, was die Reparatur oder gar Sanierung betrifft und wir suchten Asyl.

Gelandet sind wir in einem Kindergarten, der in den Abendstunden den Sportraum vermietet und so kamen wir schließlich in einem erfischenden Übungsraum unter. Die Wände orange gestrichen und rundum Fenster – mit Sonnenuntergang inklusive. Was will mal als Yogi mehr. Wir haben es für unser „Asylantendasein“ wirklich gut getroffen, aber nicht ohne ein paar Hinweise von dem Übungsleiter der Vorgängergruppe. „Wir möchten uns doch etwas ruhiger verhalten“ Klar.. wir sind erst mal Fremdlinge ;-).

Nun noch ein Schnappschuß, der mir heute über den Balkon gelungen ist. Naja..nicht ganz ein Schnappschuß, denn als ich mit der Kamera auf leiden Sohlen auf den Balkon trat, flogen die 2 aufgebrachten Elstern ganz fix in die Bäume. Ich wurde auf das „Spektakel“ aufmerksam, weil 2 Elstern einen Höllenlärm machten und einen Sturzflug nach dem anderen Richtung Rasen machten.

Was hatte hatten die Gefiederten denn ins Visier genommen? Eine Katze, sie lag eng am Boden und rührte sich nicht von der Stelle, während die beiden Elstern sie von 2 Seiten attackieren – aus der Luft und auch von Boden aus –  und sie zu verjagen. Ok, als ich auf den Balkon trat, machten sie sich davon, auf nimmer Wiedersehen ?

Anschließend blickte die Katze noch  ganz lieb in meine Kamera. Wenn man in ihre lieben Augen schaut, kam man sich kaum vorstellen, dass ab und zu ein Vogel in ihrem Maul landet.

 

auf ein Neues

Ich gebe zu, ich war richtig aufgeregt. Schon mehr als 5 Jahre stand ich nicht mehr auf der Matte und hatte keine Ahnung, ob ich es überhaupt noch bringe. Doch ich hatte meinem Trainer zugesagt und wollte auf den letzten Drücker keinen Rückzieher mehr machen. Also Augen zu und durch.  Aber vielleicht ist es ja auch wie beim Radfahren, d.h. wenn man es kann, verlernt man es auch nicht mehr. Aber eine weitere Frage quälte mich auf dem Weg zur Sporthalle. „Wird meine Kondition für 2 Stunden überhaupt reichen?“ denn ich wollte mich ja nicht nach 20 Minuten an den Mattenrand  und auf „Altersbonus“ setzen müssen, weil meine Batterie schon leer ist.

Kurz vor der Sporthalle traf ich auf die alten und neue „Hasen“, einer war größer als der andere. Einige von ihnen kannte ich noch aus alten Zeiten. Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude. Und dann wurde es ernst für mich, ich hoffte, das mein Comeback gelingen würde und setze mich in die Reihe derer, die im Gegensatz zu mir, regelmäßig Aikido trainierten.

Zu Beginn zeigt der Trainer, welche Technik als nächstes geübt wird.

Anschließend stürmen die Aikidokas die Matte und übern die Technik, die der Trainer zuvor gezeigt hat.

Ich (Rotschopf auf dem Bild) kämpfte mich durch meine Selbstzweifel und mit jeder Wiederholung kam die alte Sicherheit zurück. Mein Körpergedächnis hatte mich nicht in Stich gelassen, ich konnte auf fast alles, was ich schon vor Jahren  an Techniken erlernte,  wieder zurück greifen.

Manche Wurftechniken – Sumi Otoschi – sehen spektakulär aus, wie auf dem Bild zu sehen ist. Aber der Wurf zeigt am deutlichsten, worum es im Aikido geht, es geht nur um Verteidigung.  Man erlernt daher keine Angriffs- sondern nur Verteidigungstechniken, die mit geschickten Hebel umgesetzt werden und den Gegner zu Fall bringen soll. . Weder Gewichts- noch Altersklassen spielen eine Rolle, allein die Geschicklichkeit zählt.

Achja. fast hätte ich vergessen zu erwähnen. Meine Kondition hat über die 2 Stunden gereicht.

Am nächsten Tag fand ich einen kurzen Bericht darüber, den das Stadtteilbüro dazu zusammengestellt hatte. Wer rein schauen möchte – der Bericht dazu wird gleich am Anfang gezeigt.

Die Ohren mit Schwung angelegt

Viele Eltern schicken ihre Kinder schon in frühen Kindesalter zum Sport. Manche von ihnen können grade erst laufen und schon finden sie sich in einer großen Sporthalle wieder. Und ? Sie haben Spaß. Die Kindergärten, in denen die Kleinen tagsüber sind, verfügen z.T. auch über Sporträume, aber solche eine große Sporthalle hat was. Das gefällt auch die Kleinen.

Während die Kleinen mit ihrem Trainer in die Tiefen der Sporthalle – hier eine Turnerhalle – verschwinden, schauen die Eltern von Rand der Halle ihren Kindern zu.

Das Training wird altersgerecht durchgeführt. Im Breitensport stehen laufen, springen, klettern, kriechen, hopsen auf dem Programm. Sie lernen dabei Koordination, Kondition, Geschicklichkeit und Ausdauer. Die Kleinen wollen gefordert werden.

Am letzten Mittwoch kamen 2 weitere Kinder in die Gruppe, ein Junge und ein Mädchen. Während der Junge sich sofort an Werk machte, wollte das Mädchen sich das Geschehen lieber aus der Ferne ansehen.  Als ich dem Mädchen dabei behilflich sein wollte um die „Schwelle“ zu überschreiten und ihr dazu meine Hand reichte, schlug sie diese heftig weg. Sie hatte mich wieder abgeschlagen  😀 . Wie klar doch die Charaktere der Menschen im Kleinkindalter schon zu erkennen sind. Wie die Oma meine Sohnes immer sagte: „Da legst du die Ohren mit Schwund an“ 😉

Dem Jungen wiederum konnte es gar nicht schnell genug gehen. Er stürzte sich ins Geschehen, überwand den Parkour locker, der für unterschiedliche Bewegungsarten aufgebaut wurde, Es drehte sogar noch eine Extra-Runde, borvor er sich der nächsten Aufgabe stellte. Das kleine Mädchen wagte sich später dann doch noch in die Gruppe, um dann in Intervallen wieder zur Mutter zu flüchten. Sie hatte sich auf`s Pendeln eingespielt.

Nach 60 Minuten Trainingszeit übergaben wir – es sind immer 2 Trainer im Einsatz – den Eltern ihre Kinder wieder. Bevor ich die Halle verlassen konnte, musste ich prüfen, ob alle meine Teilnehmer die Umkleide verlassen haben. So kam ich mit der Mutter ins Gespräch, deren Sohn  sich ohne Umschweife in die Gruppe einband.  Die Mutter erzählte mir nebenbei, das sie für ihren Sohn noch keine Kindergartenplatz bekommen hätte. Deshalb sei ein Sportverein für ihn jetzt wichtig. Sie wären erst kürzlich nach Rostock gekommen und das eher Hals über Kopf. Der Vater neige zur häuslicher Gewalt und deshalb wären sie quasi in einer Nacht- und Nebelaktion in eine fremde Stadt gezogen.

Ich hatte also eine kleine Flüchtlingsfamilie vor mir. Die Mutter des Kindes hat entschieden, sich und ihren Sohn aus der schwierigen Lage, in der sie sich befanden, zu befreien. Richtig entschieden, dachte ich mir. Dabei erinnerte ich mich an einen Satz, den ein Lehrer vor Jahren zu uns Schülern sagte. Die Mutter entschied sich, nur für ihr Kind dazu sein und dazu benötigte sie Ruhe und Kraft. „Du musst immer dafür sorgen, dass es dir gut geht, dann kannst du auch anderen helfen“ Dieser Satz nistete sich damals sofort in den Fundus meine gesammelten Lebensweisheiten ein, auf den ich immer mal wieder zurück greife. Er passte zur Entscheidung der jungen Mutter.

Noch auf dem Heimweg musste ich an das Schicksal dieser kleinen Familie denken und wünschte ihnen das beste für ihr neues Leben in Rostock. Vielleicht kann man als Trainer im Sportverein seinen Teil zum Gelingen beitragen. Ich würde es mir wünschen.

 

sportliches Wochenende

Wer wollte, der konnte…sich am Samstag in zahlreichen Sportstätten sich richtig auspowern. Alljährlich findet in Rostock ein Sportkongress statt.

Ich war jedoch nicht als Teilnehmer, sondern als Helfer dabei. Aus  50 Workshops konnte sich der Sportinterssierte max 3 auswählen, es sei denn, er konnte sich vervielfältigen und seine Kopie in andere Workshops schicken.

Hier ein paar Beispiele der buten Möglichkeiten an Workshop. Einige erklären sich von selbst, andere musste ich erst  über Google nachlesen

Ok.. die meisten der genannten Sportarten kannte ich nicht.  Nicht nur auf dem Technikmarkt erscheint permanent Neues, nein, auch im Sportbereich passiert viel und es tauchen immer wieder neue Sportarten auf. Aber wenn man genau hinsieht, bauen  das Neue auf alt Bekanntes auf.

Ich wurde von den Organisatoren der Veranstaltung für den Workshop mit dem Stepbrett eingeteilt. Mir war das Stepbrett  aus der Step-Aerobic bekannt. Aber auch in dem Bereich wurde modernisiert, ausgebessert, verbessert und aus der normalen Step-Aerobic wurde z.B. Step im Quadrat. Wie auf dem Videoclip zusehen ist. steppen die Mädels und  1 Junge über 3 Stepbretter und das in einer ausgeklügelten Choreografie und unter seiner Anleitung von und mit  Patrick Arnold und alles im flotten Tanzschritt.

Auch für Essen wurde gesorgt und so strömte ich mit den Massen wieder zusammen zum Essen fassen.

Im nächsten Jahr werde ich mich statt als Helfer als Teilnehmer anmelden. So kann ich mich auch durch die Workshops schnuppern.