Kategorie: Tierleben

Kesse Gesellen

Um mein bestelltes Buch „Wütendes Wetter“ von der Thalia abzuholen, musste ich in die Innenstadt fahren. Ich hatte für Freitag so einiges auf dem Zetteln, dass erledigt werden musste. Deshalb ließ ich die Kocherei für mich weg und gönnte mir wieder mal eine von „Fränkies Bratwürsten mit Pommes“. Das ist nicht das gesündeste Essen, aber immer wieder lecker. Mein schlechtes Gewissen deshalb gleiche ich am Abend mit einem großen grünen Salat aus.

Es war gestern verregnet und windig. Deshalb aß ich meine schnelle Mahlzeit am Brunnen der Lebensfreude. Dort stehen überall Bänke auf denen ich mein PommesBratwurstTeller abstellen könnte. Nach kurzer Zeit stand ich unter Beobachtung. Neben den Tauben, nahmen mich auch kleine schwarze Dohlen meine Pommes ins Visier. Keine Pommes konnte in meinen Magen verschwinden, ohne das zwanzig Augenpaare darauf fixiert waren.

Ohne ihre FluchtDistanz in Gefahr zu bringen, versuchten die Dohlen den Pommes näher zu kommen. Eine von Ihnen war besonders kess und ließ schon mal auf der Bank nieder, damit waren die Pommes schon mal näher. Auf der Bank sitzend, wurde ich weiter angestarrt. Vielleicht fällt ja doch was runter. Unauffällig ließ ich eine Pommes auf den Boden fallen und binnen weniger Sekunden verdoppelte sich die VogelSchar.

„Füttern verboten“ heißt es ja in der Stadt, also musste ich mich zurück halten. Die Stadt hatte vor Monaten große fest verschlossene Abfallbehälter aufgestellt, in der keine Möve, kein Vögel mehr nach Essensresten graben kann. Doch ein paar Pommes von mir wollte ich den kleinen schwarzen Gesellen doch noch gönnen. Wer kann schon den Augen der Dohlen wiedersehen 😏😄

Probesitzen

Seit Wochen halten sich nur 2 Tauben in meinem Innenhof auf und weil ich den ganzen Tag zu Hause bin, konnte ich auch ihr turteln beobachten. Ihr lautes Geflatter entging mir nicht. Er wollte ihn ihre Nähe und sie flog weg.

Herr Täuberich auf Brautschau

Nur einmal saßen sie eng und kuschelig nebeneinander, doch da hatte ich meine Kamera nicht so schnell bei der Hand. Doch zum Fressen kommen sie immer gemeinsam. Das Futterhäuschen war nur für die Meisen gedacht, doch nach ein paar erfolglosen Anflügen hatten sie den Trick raus, wie sie ans Futter kommen.

Heute war es so weit. Frau Taube machte das erste Mal Probesitzen. Es sitzt sich, es paßt noch.

Ein Häuschen mit Vorgarten

Ja…ich weiß, mein Futterhäuschen sieht nicht so sicher befestigt aus – mit dünnem Draht und Wäscheleine und so – aber die Vögel interessieren sich nicht für Schick, Hauptsache ist, sie finden ihr darin tägliches Futter. Meine Schwester hatte mir an Herz gelegt, ich solle dabei keine halben Sachen machen. Wenn ich denn schon eine Futterstelle für die Wildvögel einrichte, dann sollte ich am Ball bleiben und auch im Sommer weiter füttern. Leider können sich die Vögel im Sommer nicht ausreichend, wie Anno dazumal, von Insekten ernähren. Diese reichen nicht mehr für alle aus und, die Vogelbestände dezimieren sich von selbst.

Seit Tagen haben die Vögel mein Futterhäuschen beäugt und inspiziert, gucken und wegfliegen, gucken und wegfliegen. Nun hat es sich wohl unter den Vögeln rumgesprochen und sie frequentieren zu den Mahlzeiten meinen Balkon mit Futterhaus. Meine ersten Beobachtungen haben ergeben, dass sie auch wie wir Menschen Hauptmahlzeiten haben. Wenn sie zum Fressen kommen, komme sie alle und wenn sie wegbleiben, bleiben sie alle weg. Und, sie kommen alle nacheinander oder blieben kurze Warteschlagen.

Neben den Meisen und Rotkehlchen haben auch die Amseln die Futterstelle auf meinem Balkon entdeckt. Aber auch die Tauben haben sich schon bemüht, aber sie können das Häuschen nicht anfliegen, sondern maximal auf dem Dach landen.

Passt
passt nicht

Die kleineren Wildvögel konnte ich bisher noch nicht auf einem Foto festhalten. Bevor ich meine Kamera in meine Hand genommen habe, sich sie schon längst auf und davon. Ich bewundere jeden Naturfotografen für seine Geschicklichkeit und seine Geduld, wenn sie das Tierleben für uns einfangen. 😀

Ostseemaus – Retter der Gänse ?

Kaum zu glauben, welch Höllenlärm Gänse machen können. Da kommt so manch Hundegebell nicht mit. Und sie sind so was noch neugierig. Jeder, der dem Grundstück zu nahe kommt, wird von den Gänsen mit Getöse begrüßt und gleitet, bis man wieder aus dem Blickfeld verschwindet oder sie keinen Bock mehr auf Begrüßungslärm haben.

Auf dem Grundstück, auf dem wir Yogis unser Sommeryoga machen, leben seit Monaten 3 Gänse. Mit langen Hälsen und Gänsegeschrei begleiteten sie uns über das Grundstück. „Keine Sorge, die zwicken nicht. Sie gehören zu der Rasse Gänse, die keine Aggression zeigen“ sagte uns die gute Frau, auf dessen Grundstück wir uns alljährlich im Sommer zur Yogapraxis treffen. Neugierig schlichen die Gänse um uns und unsere aufgerollten Yogamatten, dann verloren sie das Interesse und zogen wieder ihre Kreise auf dem Grundstück.

Später erzähle ich Sohnemann vom lautstarken Verhalten der Gänse und dabei fiel ihm ein, dass er von einem ehemaligen Insassen – er erzählt stundenlang auf einen Youtubekanal über sein Leben – aufgeschnappt hatte, dass amerikanische Gefängnisse sich das lautstarke Verhalten der Gänse gegen flüchtige Häftlinge erfolgreich zunutze machen. Man hält dort eine Gänseschar rund um die Gefängnisanlagen, an denen der Flüchtige erst mal vorbeikommen muss. Gänse lassen sich nicht mit einer Bockwurst ablenken😁

„Warum habt ihr euch die Gänse angeschafft?“ fragte ich nach.“ Wir wollen zu den Festtagen einen Biogänsebraten auf den Tisch stellen. “ „Ohje…die armen Gänse. Zum Glück wissen sie nichts von ihrem Schicksal. 😥. Ich könnte das nicht.“ antwortete ich. Nein, es würde sicher nicht lange dauern und ich wäre vom Fleischfresser zum Vegetarier mutiert, sollte ich auch nur ein Tier töten müssen, damit ich mein Steaks auf den Tisch bekomme. „Haben eure Gänse auch Namen?“ „Nein, selbstverständlich nicht“

Der Zufall wollte es, dass mir kurz nach dem Gespräch ein Buch so im Vorbeigehen in der Rostocker Stadtbibliothek in der Auslage ins Auge fiel. „Plötzlich Gänsevater“ und ich erinnerte mich, dass ich von dem Gänsevater auch im TV schon gesehen hatte. Jetzt wollte ich wissen, was der Gänsevater mit seinen Zöglingen so erlebt hatte. Nach wenigen Tagen hatte ich das Buch ausgelesen und reichte es weiter, zu den Gänsehaltern, die ihren lebenden Entenbraten täglich vor Augen haben. Der „Gänsehalter“ wollte das Buch auch lesen und auch er hatte sich damit so gut unterhalten, wie ich.

Es vergingen zwei oder drei Wochen, als ich folgende Nachricht auf meinem Handy lesen konnte :„Hallo zusammen suche Namen für 2 Ganter und eine Gans. Sie werden wohl zu Haustieren“ Meine Antwort: „Für die Gans hätte ich ja schon mal einen Namen Auguste (Weihnachtsgans) dann könnte einen Ganter August (der Stärke) und der andere Ganter könnte auf Arthur (der Engel) getauft werden 😄👍“ Zwei Tage später :„Liebe Leute, danke für Euro Vorschläge. Sie heißen Biene, Franz und Gustav.

Na super, die 3 Gänse sind vom Gänsebraten zum Haustier aufgestiegen und bekamen ihren Namen verpasst. Hab ich das Leben der Gänse gerettet? Ich möchte mir das doch zu gern auf meine Fahne schreiben.