Gut zu wissen

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Søren Aabye Kierkegaard

(1813 – 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

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so langsam wird´s

Schon 4 Tage alt ist der Frühling 2019. In diesem Jahr stand die Sonne schon am 20. März um 22.58 Uhr direkt über den Äquator. Na super schon einen Tag eher als sonst. Die Südstaatler Deutschlands hatten ja schon richtig warmes Wetter, wir Nordstaatler müssen noch warten. Nicht, das der Himmel über Rostock nicht blau ist, nein, so ist es nicht. Aber bis Mittag muss man sich gedulden und die Wärme bleibt dann doch hinter dem Horizont hängen.

Zu meinen kurzen Ausflug nach Warnemünde hätte ich mir gestern besser eine dickere Jacke angezogen. Auf der Fähre war es dann doch frisch, aber das hielt die Menschen nicht von ihren Wochenendausflügen ab.

Eigentlich war es kein richtiger Ausflug. Sohnemann wurde Freitag aus seinem freien Tag zur Arbeit gerufen. Eine Kollegin war plötzlich erkrankt und konnte nur zum Arzt, wenn jemand für sie einspringt.

Na super …ade..freier Tag. Er wurde erst weit nach Mitternacht abgelöst und übernachtete bei einem Kollegen, der seine Wohnung in Warnemünde hat. Nicht schlecht, Herr Specht, damit ersparte Sohnemann sich die Nachtfahrt von A nach B. Aber, er hatte keine Tabletten gegen seine Epilepsie für den nächsten Tag dabei. Also, was macht Mutters? Packt ein kleines „Köfferchen“ und legt zum Medikament auch gleich ein frisches weißes Hand dazu. Man weiß ja nie.

Am Abend erzählte Sohnemann mir, dass das besagte Hemd nicht er, sonder sein Kollege tragen würde. Einer der Köche hatte seine Kelleneroutfit aus Jux und Dallerei einmal kurz mit dem Schlauch der Spüle nass gespritzt. So richtiger Spaß konnte dabe aber nicht aufkommen. Naja..ich hätte es auch nicht lustig gefunden, wenn ich tropfnass vor die Gäste treten müsste. Aber Jungs lieben halt die derben Späße.

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alter Meister

Wir sehen ja schon ein bisschen zerlumpt aus, aber das kommt daher, dass das eingeschlagene Buch tagtäglich in meiner Handtasche zum lungern muss, damit ich es, wenn ich kreuz und quer durch die Stadt fahre, auch immer zur Hand habe.

Die Ausgabe stammt aus dem Jahr 1998 und steht schon seit dem im Bücherschrank. Die ersten Jahre , in dem meiner Bücherschrank meiner Tochter und dann in meinem Bücherschrank. Das erste Buch der Trilogie sah schon „belesen“ aus, die beiden anderen wurden kaum in die Hand genommen. Das kann daran liegen, dass das Buch nicht so einfach zu lesen war, wie es den Anschein hatte. Die Trilogie wurde 1998 verfilmt und die Ausgabe, die vor mir liegt, stammt aus dem selben Jahr. Es muss also damals vor 20 Jahren ein Hype auf die Trilogie gegeben haben, denn viele wollte die Trilogie noch einmal nachlesen.

So flüssig, wie sich der Film anzuschauen war, liest sich das Buch DER LADEN nicht. Im Film wurden die komplizieren Verhältnisse mit den Dorfbewohner, die im Buch ebenfalls beschrieben wurden, ausgespart. Nach wörtlicher Rede kann man vergeblich suchen und der sorbische Dialekt, den der Buchautor ab und zu verwendet, lässt den Lesefluss auch ab und an stocken Aber hat man sich erst eingelesen, dann ist das Lesen ein Gehirnschmaus und ich kan nicht anders, ich muss mir Notizen machen, damit ich nach den „Sahnestücke“ des Buches nicht lange suchen muss, wenn ich sie noch mal nachlesen möchte.

Der Buchautor beherrscht die Bildersprache, die seines gleichen sucht. Er kann Metapher einsetzten, die die banalen, oft unsichtbaren Dinge des Lebens sichtbar machen und das auf lustige Weise. Er ist halt ein alter Meister, der seine Umwelt schon seit Kinderjahren in sich aufgesogen hat und diese auch Jahre später brillant reflektieren konnte.

Wenn man auf etwas hindenkt, verdickt sich das, was man denkt, bis es nach und nach sichtbar wird. Wer sich was denkt, denkt, das denk nur ich, kein anderer weiß es, aber dann kommt ein Tag, an dem das gedachte als Tat oder Ding für alle sichtbar wird.

Puh…wow.. was für eine umfangreiche Beschreibung für den Gedanken, der zu Tat wird. Und noch ein tolles Beispiel der amüsanten Bildersprache von Erwin Strittmatter.

Das mannigfaltige Leben, soweit es in seinem Kopfe abbildet, durchschauert und durchzieht ihn, er weiß nicht, dass das, was er macht Muße genannt wird. Er liegt so da, durchstreift die Welt und durchstreift sich, weil ihm danach ist.

Er beschreibt Großvater, wie er auch mal alle Fünfe grade lassen kann.