geht´s noch (besser)?

“Ich hätte mir gewünscht….”..ein Satz, den ich in den letzten Wochen mehr als genug von den Politiker zu hören bekam. Ich hätte mir auch so einiges gewünscht und zwar, dass die Politiker mit Patentlösungen daher kommen. Jeder weiß es besser, als Frau Merkel.  Nach ihre Sommerpressekonferenz steht sie mal wieder im Mittelpunkt der Kritik. In der Kritik der Medien, in der Kritik der Politiker des Landes.

Aber mal ehrlich. Das, womit Europa, womit Deutschland zur Zeit konfrontiert wird, ist, fast schon jenseits von gut und böse, zumindest für mich. Ich bin hin- und her gerissen, wischen  Menschen in Not zu helfen.oder sich abschotten. Ach, wie ungestört konnten wir damals noch leben, als die DDR hinter einen eisernen Vorhang verbarrikadiert war. Wie ruhig haben wir gelebt, nachdem aus der BRD Deutschland wurde. Jetzt, wo wir als europäische Gemeinschaft mit anderen Ländern eine Einheit bilden, ist es mit der Ruhe vorbei ?

Der Friede hat seid 1945 in Europa Fuß gefasst, die Demokratie hat sich gefestigt, uns geht es gut.

Fahre ich jetzt mit Straßenbahn und Bus heim, dann wird in meinem Umfeld nicht nur neben deutsch noch russisch sondern auch arabisch gesprochen. Ganze Familien stürmen die Nachverkehrsmittel und wollen heim. Die neue Heimat, Deutschland.. in der ihnen keine Bomben auf den Kopf fallen. Hier können sie ihre Kinder groß ziehen und ihn eine Perspektive geben.

Doch: “es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt”.

Die Lage in Deutschland ist für mein Gefühl wirklich erst. Ich erwische mich dabei, dass meine Gedanken Sprünge machen. Das ist sensibilisiert bin für die Möglichkeit einer Gewalttat, die plötzlich aus dem Nichts über mich herein brechen kann.

  • Ich sitze in der Straßenbahn.
  • Bin auf dem Heimweg.
  • In der Stadt ist es heiß.
  • Die Bahn ist nur halb besetzt.
  • 2 Reihen vor mir nimmt ein Araber Platz.
  • Das ist nix besonderes.
  • Doch die Art und Weise, wie er sich umschaut, macht ihn für mich verdächtig. Warum schaut er permanent nach hinten? Checkt er die Lage oder was? Ich stecke meine Nase ins Buch und verfolge aus dem Augenwinkel den Mann, den ich so um die 30 Jahre als schätze. Waren die Attentäter nicht alles Jungs.. So Mitte bis Ende 20 ? Ich merke, wie das Blut schneller durch meine Adern läuft. Der Mann macht sich wirklich verdächtig. Warum schaut er sich permanent nach hinten? Die Augensprache des Mannes sieht streng aus.Vielleicht hat er nichts gutes im Sinn? Seid letzten Freitag hämmern die Nachrichte mich mit in kurze Folge mit Amok- und Attentat Nachrichten zu. Diesmal sind sie mir unter die Haut gegangen und ich kann mich gegen das Unbehagen, die sie in mir erzeugt haben, nicht mehr wehren. Warum nur dreht er sich nur permanent um und schaut  verdächtig nach hinten? Ich lese im meinem Buch, ohne auch nur ein Wort davon aufzunehmen.
  • Dann eine Veränderung.. Der Blick des arabisch aussehenden Mannes entspannt sich. Drei Kinder hopsen ihm entgehen, eine Frau folgt ihnen. Ich lehne mich innerlich zurück. Er hatte auf seine Familie gewartet.

Fazit, die Nachrichten der letzten Woche nahmen mir das Gefühl, mich im sicheren Raum zu bewegen.

Später arbeitet mein Gehirn ein Hoffnungsschimmer heraus, der weit in die Geschichte reicht. Europa wurde mit den Nazis fertig, Deutschland wurde mit den RAF Leuten fertig und hoffe ich wieder auf Deutschland, auf Europa, dass die mit dem IS fertig werden. Das wird ein schwerer Weg und mit Sicherheit auch ein langer Weg. Das die Politiker darüber den Verfahrensweg streiten, macht den schweren Weg, der noch vor uns liegt, nicht einfacher. Tut euch bitte zusammen und positioniert euch nicht aus wahltechnischen Gründen gegen die Kanzlerin.

Das ist mein Aufruf an die Politik  !!!!!!!!!

Das hätte ich mir von den Politikern gewünscht. Denn nur Einigkeit macht stark.

Just in diesem Moment wird mir klar, ich seid der letzten Woche den Satz mehr als häufig gehört habe.

100 % ige Sicherheit wird es nie geben.

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Level Code

“Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst”

Johann Wolfgang von Goethe

Eine Rückblende in mein Leben führt mich stets an den selben Punkt, an das selbe emotionales Erlebnis. Ich fühle dann sogar wie das Kind von damals, dass noch kein Schulkind war. Ich rieche noch die frische Luft, ich spüre noch die Erleichterung, die von diesem Moment ausging. Ich erinnere mich an ein aufgewühltes Gemüt, bevor die Ruhe wieder in meine Seele Einzug nahm. Paradoxer Weise denke ich an diese Zeit häufiger zurück, wenn die Weihnachtstage näher rücken, obwohl die Erinnerung in die Zeit der Sommerhitze zurück geht. Das ist sozusagen immer der selbe Level Code, den z.B. die Programmierer Computerspiele nutzen, die an einen bestimmten Punkt ins Spiel kommen, um das Spiel zu testen.

Damals war die Familie noch nicht so zerstreut wie heute. Die Verwandten lebten zum Teil im selben Ort oder im Nachbardorf. Wir Kinder zogen Tags über unsere Kreise durch die Ortschaft und Umgebung. Die permanente Aufsicht der Kinder gab es damals noch nicht. Damals lag Tagelang die Sommerhitze über unser Dort und für mich als Kind eine nie enden wollende Ewigkeit. einer Hitzewelle.

Ich hielt mich bei Verwandten im Nachbardorf auf, als die dicken Gewitterwolken das Dorf verdunkelten, Deshalb musste ich bei meiner Tante bleiben, bis das Gewitter sind entladen hatte. Eltern informieren? Das ging nicht, so machte sich jeder Sorgen um den anderen, während die Blitze auf das Dorf donnernd nieder krachten und der schwere Gewitterregen erst mal die Erde unter Wasser setzte.

Ebenso tobte meine Seele. Was ist, wenn der Blitz in unser Haus trifft? Eine Geschichte von den schrecklichen Erlebnissen einer Nacht, als der Blitz das Haus meiner Großeltern traf, vergrößerten meine Ängste um ein Vielfaches. Vor meinem  kindlichen Auge sah ich mein Elternhaus schon in Flammen, warte schon auf das laut tönende Feuerhorn, um die freiwilligen dir Feuerwehr zusammen zu rufen,  als Bestätigung meiner schlimmsten Vorstellung.

Mein Großmutter erzählte mir, das mein Großvater fast nackt aus dem vom Blitz getroffenen brennenden Haus flüchten musste, weil er sich nur noch so retten konnte. Seid dieser Nacht musste die ganze Familie – uns Kinder holten man deshalb aus dem Schlaf – , wenn es nachts gewitterte, angezogen in Hut und Mantel und mit den wichtigsten Papieren in der “Notfalltasche” im Wohnzimmer sitzen, bis sich das Gewitter verzogen hatte.

Diese Geschichte brachte meine schon verängstige Seele fast zum kochen. Kaum durfte ich nach dem Gewitter wieder vor die Tür, rannte ich wie ein Blitz heim. Ich wollte nur eins, nach Hause und auf den sicheren Schoß meiner Mutter. Während ich lief und lief, fragte ich mich, ob das Haus noch stehe oder schon abgebrannt war. Erlösend stand ich vorm Haus, es stand noch und nichts war dem Haus passiert.Es sah noch genau so aus wie vor dem Gewitter.

Auch meine Mutter war unruhig geworden, sie erzählte mir, wie sehr sie mich gesucht und nach mir gerufen hatte. Und ich hatte sie nicht gehört, weil ich so weit weg war. Das fand ich genau so furchtbar wie das Gewitter selbst und brach erst mal richtig in Tränen aus und der Tränenfluss war ähnlich wie der Gewitterregen.

Niiiiieeeemals wieder werde ich mich so weit von meiner Mutter und zu Hause entfernen,das schwor ich mir in diesem Moment. Nach dem die inneren Wogen sich geglättet hatten, zog auch wieder Ruhe in meine Seele ein.

Ich spüre diese innere Ruhe heute noch, wenn ich an diesen Moment denke. Ich rieche immer noch die selbe Frische in der Luft von damals, die typisch nach einem Gewitterregen war, weil die staubige und spannungsgeladene Luft wieder rein und neutralisiert war. Ich sehe immer noch den blauen Himmel mit den  schneeweißen Wolken über den Park, der schräg gegenüber von unserem Haus war.

Für mich war das damals ein Bild für die Götter,  malerisch und schön, sie das entspannte Gefühl der Erleichterung, was von mir Besitz nahm. Ich freute mich wider des Lebens. Vielleicht hat sich deshalb dieser Moment so sehr eingeprägt.

Noch eine lange Zeit danach entfernte ich mich tatsächlich nie so weit weg von Haus und Hof, dass meine Mutter mich weder sehen oder noch  herbei rufen konnte.

Ostseemaus

Stadt in Angst

Wieder werden Eltern in panische Angst um ihr Kind versetzt.

Der Albtraum jeder Eltern – das Kind kehrt nicht mehr Heim. 

Eine Familie in meinem Wohngebiet durchlebt diesen Albtraum schon seid Samstag Nacht, seid  ihre 17 jährige Tochter nach einem Diskothekenbesuch nicht mehr nach Haus kam.

Gegenwärtig wird ihr möglicher Heimweg  zu Fuß vom Stadthafen bis nach Toitenwinkel  von einer Hundertschaft abgesucht. Zeitgleich kreisen die Hubschrauber über den Bereich und parallel dazu wird die Unterwarnow von Tauchern abgesucht.

Alles ist möglich, sie kann ins wasser gefallen sein – die Disko liegt nahe am Wasser. Aber auch eine Straftat kann vermutet werden. Ich bitte Gott darum, das beides nicht eingetreten ist.

Ostseemaus