Maskerade

29. Tag der seit der Maßnahme

Nur wer es weiß, kann ihn erkennen. Der Ostermarkt nur als Symbol aufgebaut..zur Erinnerung an alte und bessere Zeiten. Aus der fahrenden Straßenbahn machte ich den Schnappschuss per Handy, Ich musste am Samstag noch mal stadteinwärts mit der Straßenbahn zum Einkauf in Einkaufszentrum. Nicht alles, was ich brauche, finde ich in den zahlreichen Supermärkten, die im meinem Wohnumfeld zu finden sind, obwohl ich von Supermärkten umzingelt bin.

Mit Mundschutz machte ich mich auf den Weg und stellte fest, ich war einige wenigen, die ein Mundschutz trugen. Das Tragen von Mundschutz ja ja auch von Experten umstritten, weil es keine gesicherten Erkenntnisse dafür gibt, das sie den Träger schützen. Man geht „nur“ davon aus, dass man im Falle einer eigenen Infektion für sein Umfeld weniger gefährlich ist, falls man plötzlich niesen oder sich schneuzen muss. Ich trug den Mundschutz, weil ich mir nicht unbewusst ins Gesicht greifen wollte. Hinter mir der Miniatur- Ostermarkt ..Zur Erinnerung für mich an die schwierigen Zeiten von 2020.

Zur Zeit werden wir auch von unseren Landespolitikern und Lokalpolitikern von unterschiedlichen Auffassungen zum Tragen vom Mundschutz konfrontiert. Frau Schwesig empfieht einen Mundschutz im öffentlichen Raum, wenn die Alltagsbeschränkungen wieder gelockert werden sollen. Der Rostocker OB hingegen sieht das Tragen eines Mundschutzes nur in geschlossenen Räumen für notwendig an. Auch wenn ich denke, dass die Maßnahmen vom OB ausreichend sind, kann ich die Ministerpräsidentin von MeckPom auch verstehen. Vielleicht wäre ein Mittelweg denkbar. im öffentlichen Raum möglich, im geschlossenen Raum nötig.

Trotzdem sollte inzwischen jeder wissen, dass der selbst genähte Mundschutz uns vor dem Virus nicht wirklich schützen kann. Wir kommen nicht um die Abstandshaltung und das Hände wachsen herum. Für einen Virus sind die für unsere Augen feinen Stoffgewebe große Eingangstore. So viele Stofflagen kann man gar nicht übereinander legen, als dass sie sie nicht durchdringen könnten. Mein selbst genähter Mundschutz hatte nur 2 Stofflagen und die waren schon nach wenigen Atemzügen von meiner Atemluft durchfeuchtet, von der erschwerten Atmung ganz zu schweigen.

wie ein Schweigeseminar

23.Tag seit der Maßnahme

Meine Wochentage waren vor den Maßnahmen von Kindersport und Yoga geprägt. Das heißt, wochentags machte ich mir jeden Morgen noch vor dem Aufstehen bewusst, in welcher Sporthalle ich wann und wo anwesend sein muss und was ich am Samstag noch zu erledigen habe. Nur am Sonntag musste ich mir keine Gedanken machen.

Seit dem 16. März hat sich all das verändert. Obwohl mein Kalender mich noch an die laufenden Aktivitäten immer noch erinnert, bleibe ich zu Hause, als wäre es Sonntag und immer wieder Sonntag, ohne Sporthalle und Supermarkt.

Naja..der eine oder andere Gang muss doch noch gemacht werden. Supermarkt oder Post. Die suche ich nur selten auf. Ich verschicke weder Pakete, noch order ich mir per Internet Ware, die ich zur Zeit nicht kaufen kann. Schließlich will ich den Chef von Amzon nicht noch mehr Geld zukommen lassen. Denn der verdient sich an der Coronakrise dumm und dämlich und dabei hat er schon ein geschätztes Vermögen von 117,3 Mrd. USD. Ob er davon mal eine ebenso großzügige Spende machen wird ? Ja..hat er.

Gestern trug ich nur einen schnöden Brief zur Post. Als ich mich der kleinen Poststelle näherte, sah ich einen Haufen Menschen. Komisch, wie schnell man sich an neues gewöhnt. Vor 4 Wochen wären mir Menschengruppe nicht sonderlich aufgefallen, heute hält man schon den Atem an und fragt sich: „Dürfen die das?“ Als ich aber näher kam, erwies sich die Menschengruppe als lang gezogene Warteschlange von Menschen.

mein Vordemann

Erstaunlich auch, wie brav alles abläuft. Schweigende Menschen in der Reihe. Niemand spricht mit Niemandem. Das erinnerte mich an ein Schweigeseminar, das ich während meiner Yogalehrerausbildung – nur für ein paar Stunden – mit machte. Ich fühlte mich damals in mitten der schweigenden Mitschüler verloren und isoliert und brach sogar vorzeitig ab. Zufällig fuhr eine Bekannte mit dem Rad an der Gruppe vorbei. Wir winkten uns nur kurz zu und schon war sie wieder weg. Sonst hätten wir vielleicht noch ein kurzen Schnack abgehalten. In Coronazeiten geht das nicht mehr.

Auch wenn jeder Tag wie Sonntag scheint, ist es doch für mich die gruseligste Zeit. die ich seit der Wende erleben musste. Nur war damals der Grusel ein anderer, denn man wusste damals nicht, wie es weiter gehen würde. Frau Merkel erwähnte in ihrer Ansprache ja auch erst die Wende, als besonders ernste Zeit. korrigierte sich dann aber und stellte die heutige Situation mit dem Kriegsende 1945 gleich.

Aber egal, welchen Zeitpunkt sie wählte. damals zogen sich die Menschen aus dem Sumpf und das wird ihnen heute auch gelingen.

Ich warte auf die rosige Zeit

21. Tag seit den Maßnahmen

Eigentlich können wir uns in Mecklenburg -Vorpommern nicht beschweren, denn die Anzahl der gemeldeten und bestätigten Infizierten hält sich in Grenzen. Auf 100 000 Einwohner wurden 32,35 Fälle bis 24.00 Uhr an die RKI gemeldet. Meine Milchmädchenrechnung besagt, dass bei einer Einwohnerzahl von 250000 in Rostock grade mal 80,88 Infizierte kommen. Die Kommazahlen ergeben sich einfach aus dem rechnen mit den Dezimalzahlen. Die Mathematik begleitet auch die Corona-Krise, in der wir zur Zeit weltweit leben.

Ich glaube, das erste mal seit seit Menschen Gedenken sitzt die ganze Welt im selben Boot. Auf der Arktis bzw. Antarktis könnte die Welt noch virenfrei sein, aber der Rest der Welt muss sich nun damit auseinander setzen. Ich bin neugierig, wie die Welt die Zukunft nach der Krise gestalten wird. Vielleicht lernen wir über Ländergrenzen hinaus endlich das Miteinander und nicht das Gegeneinander, wie so oft in der Vergangenheit. denn die Erkenntnis, dass man schwierige Zeiten wie diese, im Alleingang nur schwer bewältigen kann, sollte sich bei den maßgeblichen Personen durchsetzen.

Das fällt mir ein, von den AfDlern hört man gar nicht mehr so viel. Hat es ihnen die Sprache verschlagen, weil sie niemanden gefunden haben, den sie dafür an den Pranger stellen können, um endlich das machen zu könne, was sie am liebsten machen, Feindbilder in den Köpfen ihrer Anhänger aufbauen.

Feindbilder würden nur meinen Kopf vergiften und ich hätte keine ruhige zeit mehr. deshalb erinnere ich mich lieber an bessere Zeiten und das was mir wichtig ist, die Freiheit. Ich möchte wieder flanieren gehen. Auf Einkaufstraßen, in Grünanlagen und um Ufer der Warnow oder der Ostsee.

Aber bis es soweit ist, kann ich mich an alten Bildern erfreuen, aus einer Zeit, in der niemand auch nur in seinen schlimmsten Träumen sich vorstellen konnte, dass wir als Menschheit in eine so schwere Krise wie die Coronakrise 2020 schlittern würden.

Diese 👆🏻 kuschligen Bilder machte ich vor einem Jahr in Warnemünde.

Osterfeuer 2019 am Strand von Warnemünde 3 Wochen später