Der Anfang ist gemacht

Mit dem ersten Schultag am Montag in Mecklenburg-Vorpommern nahmen nach 4 1/2 Monaten auch die Vereine ihre Tätigkeit auf. Alle warteten schon ungeduldig darauf, dass es weiter losgehen würde. Erstaunlicherweise blieben die Mitglieder der Gruppen bis auf einige wenige dem Verein treu. Kündigungen ihre Mitgliedschaft gab es nur vereinzelt, weil anfangs niemand wusste, wie es nach dem Lockdown weiter gehen wird. Schließlich durchleben wir alles und das weltweit das erste Mal eine Pandemie. Pandemie, ein Wort das ich nur aus Filmen kannte.

Ich durfte also am Montag als erste Trainerin den Reigen der Sportveranstaltungen der 3 Sportvereine, für die ich tätig bin, eröffnen. Wir, die Yogis, trafen uns nach 20 Wochen Trainingspause wieder in der Sporthalle und damit haben wir ein Stück Vertrautheit aus alten Zeiten zurückgewonnen und wir hoffen alle, dass wir nicht wieder auseinander laufen müssen. Die Infektionszahlen stiegen wieder an und der Staat überlegt schon, wie sie damit umgehen werden. Trotzdem hoffen wir, dass der Staat nicht wieder die Notbremse für alle ziehen muss, sondern nur hier und da etwas strenger vorgehen. Zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern mussten nur wenige Tage nach Schulbeginn ihre Tore wieder schließen.

Am Dienstag/Donnerstag waren die Kinder dran. Von 35 Kindern der Gruppe erschienen erst mal nur 6. Für meine Kollegin und mich war das auch erst mal ein guter Anfang. So können wir uns besser einspielen, d.h. den Umgang mit dem verpflichtenden Hygienekonzept. Die Kinder müssen sich gleich nach dem Betreten der Sporthalle die Hände waschen. Nach dem Benutzen der Sportgeräte werden alle Geräte vor dem Wegräumen wieder desinfiziert und nach dem Verlassen der Sporthalle werden die Klingen ebenfalls desinfiziert. Wir müssen eine neue Routine entwickeln. Aber die Kinder machen mit und halten sich an die Ansagen von uns Trainern.

Ab nächste Woche geht es dann mit den Vorschulkindern weiter. Dann wird es nicht mehr lange dauern und mein Kalender ist randvoll mit Trainingsterminen vollgepackt. Weil ich einer Vereinschefin versprochen habe: „Ich helfe dir beim Wiederaufbau“ hat sie mich reichlich mit Trainingszeiten eingedeckt und für die eine oder andere Gruppe sogar den „Hut“ aufgesetzt, d.h. ich trage die Hauptverantwortung die Sportstunde.

Dazu muss man wissen, das im Kindersport immer 2 oder sogar mitunter sogar 3 Trainer mit den Kindergruppen arbeiten. Davon leitet ein Trainer die Sportstunde und macht die Ansagen, er hat also den Hut auf und die anderen Trainer unterstützen Haupttrainer und Kinder. Ich bin nicht wirklich scharf den „Trainerhut“, sondern trage lieber dem Haupttrainer den Ball nach 😀😎

So gemütlich, wie die Enten durch Wasser gleiten, werden meine nächsten Wochen wohl nicht sein.

Zeitdokumente

32. Tag seit der Maßnahme

Kaum zu glauben, wie sich die Welt in wenigen Wochen geändert hat. Vor 6 Wochen habe ich nicht mal im Traum daran gedacht, dass ich mal solche Fotos im Vorbeigehen machen kann, wie sie in der Galerie zu sehen sind. Und da ist das Foto mit dem abgesperrten Spielplatz noch relativ harmlos. Das Absperrband hätte auch auf einen reparaturbedürftigen Spielplatz hin deuten können. Aber in Zeiten von Corona hat das Bild eine ganz andere Bedeutung. Er zeigt uns, wie sehr unser Leben durch den Virus auf den Kopf gestellt wurde und auch in Zukunft noch wird.

Die anderen Bilder sind aus dem Supermarkt, in meiner Nähe. Gestern nahm ich eine bildhafte Erinnerung an diese außergewöhnliche Zeit mit. Besonders fiel mir natürlich der Hinweis ins Auge, der die häusliche Gewalt anspricht. Schlimm für den – meistens sind es ja sie Frauen, die in die Bedrängnis geraten – der in solch einer beklemmenden Situation auf engsten Raum leben muss. Wie gut, dass der Staat dafür auch ein Angebot macht und den Hilfesuchenden einen Weg aufzeigt. Ich kenne häusliche Gewalt und weiß, wie schlimm es ist, wenn jemand in seiner Ohnmacht Macht demonstrieren will.

Aber auch zu Hause, in meinen sicheren 4 Wänden gilt es schon Zeitdokumente festzuhalten. Sohnemann und ich kamen uns gestern Abend, was das TV-Programm betraf in die Quere. Also hat Sohnemann mein TV als SEIN TV während meiner kurzen Abwesenheit markiert.

So kann es Mutter gehen, wenn Sohn als Gastronom zu Hause Däumchen drehen muss. TV hatte er bisher immer abgewinkt und sich lieber auf seinem Laptop Filmchen auf YouTube oder auf Netflix angesehen. Natürlich war alles nur ein Spaß, worüber wir auch später noch herzlich lachen werden können.

Frau gönnt sich ja sonst nix

Sohnemann hat seid der Schließung der Restaurants keine Gäste mehr zu bewirten, die er auf Bestellung mit einem leckeren Cocktail beglücken kann.  Drinks oder Cocktails mit allen seinen Feinheiten und Raffinessen zusammenzustellen, ist nicht nur ein bloßer Job für ihn, nein, er zelebriert das mit Würde und Freude.  Nun bekomme ich jeden Abend ein Probiergläschen serviert, so wie gestern Abend. 

Während Sohnemann den Cocktail für mich fertig mixte, klapperte ich Netflix ab, suchte nach einem Film, den wir beide abnickten. Okay..12 Monkeys – den Film wollten wir uns beide ansehen. Einmal, weil Bruce und Brad im Film gemeinsam auftraten und weil das Thema, dass im Film behandelt wurde, in die Krisenzeit von heute passt, wie der Topf auf den Deckel. Es geht um einen Virus, der die Menschen fast ausgerottet hatte. Ich hatte mich schon gewundert, warum der Film auf verschiedenen Kanälen im TV immer wieder lief, ich ihn aber jedes mal verpasste. Jetzt wollte ich ihn mir doch ansehen. Grandios, wie die beiden Männer gespielt haben. Deshalb störte es mich nicht, wenn ich mitunter durch das hin und her durch die Zeitschleifen den Überblick verlor.

In Filmen mit Bruce Willis ist man als Zuschauer ja gewöhnt, dass er die Welt rettet, doch in diesem Film wartete ich vergeblich darauf. Außergewöhnlich für amerikanische Filme, die Filme dieser Arte gern heroisch und gut enden lassen Das Drehbuch sollte umgeschrieben werden, denn ich wünsche mir ein hoffnungsvolleres Ende.