alte Geschichten aus Nachtgedanken

Die Aufzeichnung, die mir vor ein paar Tagen in die Hände fiel, lag 9 Jahre in meinem Regal in einem Schreibblock versteckt. Ich schrieb damals meine Gedanken nieder und nach 9 Jahren lesen sie sich, als hätte jemand anders die Hand geführt. Nicht, dass ich mich mit den Worten, die ich nieder schrieb, nicht mehr verbunden fühle, sondern weil ich damals wohl mehr in mein Inneres absteigen wollte, als heute.

„Lange nichts gehört“ 6.1.2011

„Mehr als Mitternacht vorbei und im Kopf ausgehöhlt, raffe ich mich doch noch auf, ein paar Worte über den Tag zu verlieren. Wie immer, ein Tag wie jeder andere – austauschbar und der Vergessenheit ausgeliefert., wie fast jeder Moment des Tages. Nur Erschütterungen oder erschütternde Ereignisse bleiben haften und auf ewgig mit der Erinnerung verbunden. Und diese häufen sich am Ende eines Lebens und lasten die Leichtigkeit der Seele, die Leichtigkeit mit der ich als junge Frau in mein Leben startete……… Was wollte ich alles aus meinen Leben machen, viele Pläne für mein Leben lagen schon auf der hohen Kante. Oh mein Gott, die meisten davon befinden sich heute noch verstaubt an jedem Ort, von dem ich nicht mal mehr weiß, wo er ist. Dort lagern sie heute noch, übereinander gestapelt und dich mit einer Staubschicht bedeckt und wie der Ort der Ablage mit den Jahren vergessen. ……………..Niemals hätte ich wider besseren Wissens damals gedacht, das ich den Lebensraum der Jugend verlassen werde. Mein leben dreht sich nur im Kreis, mit all seinen Erlebnissen, in die ich mich aus Neugier gestürzt habe. Das Leben erleben, was meine Devise. ………Doch heute sind all diese, für mich damals so wichtigen Erlebnisse verblasst und und kaum noch eine Erinnerung wert. Das ist eine Feststellung die ich mit diesem oberflächlichen Rückblick mache….Vielleicht findet sich beim stöbern das eine oder andere Erinnerungsstück, dass für eine längere Betrachtung geeignet wäre. …Ich lebte damals in einem geschützten Raum, den ich wenig später verließ und ich ganz andere Erfahrungen machen und unerfreuliche Ereignisse durchleben musste.……………………………………………

Ich schrieb diese Worte nach Mitternacht und die Gedanken flossen in ganz anderen Bahnen, als hätte ich sie tagsüber geschrieben. Die Nachtgedanken greifen halt Erinnerungen auf, die tagsüber im Dunkeln liegen und eher keine Rolle spielen.