Hellseherische Fähigkeiten?

Wer den Film „CONTAGION“ gesehen hat, wird sich wie ich gewundert haben. Ich sah ihn mir vorgestern auf PrimeAmazone eher zufällig an. Wenn Matt Damon dabei ist, kann der Film nicht schlecht sein, so mein Denke. Noch 10 Minuten überprüfte ich noch mal das Jahr, in dem der Film produziert wurde. Aber nein, ich hatte mich im Erscheinungsjahr nicht geirrt. Der Film wurde nicht in 2021 sondern 2011 produziert und kam Ende 2011 in die deutschen Kinos.

Der Film zeigt nach einer „Was wäre wenn“ Fiktion das, was wir heute erleben. Sogar markante Sätze, die ich im Zusammenhang mit der Pandemie und notwendigen Impfung heute höre oder lese, wurden im Film gesagt, der da wäre: „Mit der Massenimpfung werden alle Menschen zu Versuchstieren gemacht“ Und es gab noch weitere Parallelen zur heutigen Zeit, was das Verhalten der Menschen betrifft. So wie real heute waren im Film auch Stimmungsmache und Desinformation (ökonomisch getriebene Gier nach Aufmerksamkeit) einzelner) an der Tagesordnung (Internet).

Nein, die Filmemacher hatten keine hellseherischen Fähigkeiten, sondern hatten sich in Vorbereitung auf dem Film an die Wissenschaftler gewandt und sich von ihnen das „Was wäre wenn…ein gefährliches Virus den Globus überzieht“ aufzeigen lassen. Hätte ich den Film damals gesehen, hatte ich mit Sicherheit erleichtert das Kino verlassen. „Zum Glück war das nur ein Film“ und hätte nicht mal im Traum daran gedacht, dass die Menschheit Jahre später genau vor dem Problem steht. Heute weiß ich, wie schnell eine Fiktion auch real werden kann, auch wenn viele davon nichts wissen wollen.

nicht linear denken

Du denkst schon wieder linear“ Dieser Satz fällt mitten im Film von „Tenet“.

Ja..ich habe mir den Film gestern Nachmittag angesehen. Mit mir waren gestern noch 6 weiter Kinogäste im Saal. 😁 Aber die 2. Vorstellung ab 19.00 Uhr wurde dann doch besser besucht.

Ganze 153 Minuten in einem Film mit zahlreichen Zeitenwechsel und keine Minute davon hatte ich mich gelangweilt. Auch fühlte mich nicht überfordert. Aber einmal mit den Gedanken woanders sein und schon fehlt einem ein wichtiger Baustein, um den Fortlauf des Filmes so weit wie möglich folgen zu können. Also volle Aufmerksamkeit ist angesagt. Der Regisseur Christopher Nolan erwartet das nicht nur viel von seinen Zuschauern, nein, er setzt auch einiges voraus, wie z.B. nicht linear zu denken. Oder zu verstehen, was man unter Inversion zu verstehen hat, oder was Algorythmen – davon macht Google Gebrauch – bedeutet.

Um dem Film folgen zu können, stellte ich mir die Zeiten wie Tonspuren auf einem Tonband vor, wobei die Gegenwart vorwärts und die Zukunft rückwärts lief. Nolan ließ die gegenläufigen Zeiten zusammenfließen und deshalb bewegten sich Menschen im Film Teileweise vorwärts oder rückwärts. Je nachdem, in welche Richtung der Zeit der Protagonist sich bewegte. Musste er in die Vergangenheit zurück, lief er rückwärts und die anderen bewegten sich vorwärts. Bewegte der Protagonist in die Zukunft, dann trug er einen Mundschutz wie von einem Beatmungsgerät. Wahrscheinlich, weil die Atmung verständlicherweise anders herumlief. Es kam auch vor, dass er sich selbst begegnete. Also gar nicht so schwer😁. Denke ich mal.

Ich hatte nur ein Problem. Es tauchte – für mich aus dem nichts – eine Zeichnung auf, die so was von wichtig war, dass sie einen großen Teil der Handlung beeinflusste. Vielleicht war ich mit den Gedanken grade mal unterwegs, als die Zeichnung das erste Mal erwähnt wurde. 😮 Aber das ist nicht so schlimm, denn ich sehe mir den Film am Dienstag noch einmal an. Diesmal will Sohnemann sich doch darauf einlassen. Das will er wohl doch nicht auf sich sitzen lassen. Seine Mutter kann in großen Zügen dem Film folgen und er als junger Mann sieht ihn sich nicht an, weil viele, die den Film sahen, meinten „Ich nix verstanden“ Nein, Sohnemann will jetzt auch mitreden können.

Viele Szenen wurden von einer grandiosen Musik getragen. Obwohl unmelodisch, laut und donnernd störte sie keinesfalls, sondern verlieh dem Film noch mehr Kraft und Wucht.

Für mich war das ein Film der Extraklasse. Ein Meisterwerk, das Zeichen setzt und zur Zeit seines Gleichen sucht. Ein Kunstwerk, was die eigene Logikspirale im Kopf auf die Sprünge hilft. Von der Handlung erzähle ich hier nicht, weil man sie nur schwer erzählen kann. Der grobe Plot – das Gute bekämpft das Böse und rettet damit die Menschheit. Ich zitiere einen weiteren Satz aus dem Film „man muss es nicht verstehen, man muss es fühlen“ Und dieses „fühlen“ hat nichts mit Herz-Schmerz zu tun.

paradox

46. Tag seit der Maßnahme

Schon den 11. Tag in Folge wurden in Rostock keine COVID-19-Erkrankungen mehr gemeldet. Die Zahl blieb seit dem auf 75 stehen. Noch 3 Tage, dann sind 14 Tage rum und Rostock ist „clean“. „Rostock ist Corona frei“, verkündete der Bürgermeister unserer Stadt schon vor ein paar Tagen. Es heißt: „Die Möglichkeit, sich in Rostock anzustecken, ist derzeit zwar nicht ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit aber gering.“ (Zitat aus diesem Beitrag)

Die Frage ist, warum hat der Rostocker Bürgermeister dies seinen Bürgern wissen lassen, wohl wissend, dass es sich dabei nur um eine Momentaufnahme handelt? Nicht alle haben seine Mitteilung mit Applaus aufgenommen, denn sie befürchteten einen laxen Umgang mit den Regeln, die uns von oben auferlegt wurden. Der OB wollte seinen Bürgern eine Perspektive bieten und das tat er, zumindest bei mir.

Jetzt braucht es nur eine Mauer um Rostock und das alte vertraute Leben kann wieder aufgenommen werden? Wir Rostocker wären wieder frei, dank einer Mauer um die Stadtgrenze? Ist das nicht paradox? Freiheit und Mauer in einem Satz?

Natürlich wird nicht ausgeschlossen, dass der Corona-Virus sich wieder einschleicht und ein neuer Hotspot aufploppt und alles wieder von vorn beginnt. Denn seit gestern sind die Spielplätze wieder offen und ab heute dürfen auch die großen Geschäfte wieder öffnen. In den letzten Wochen wir braven Bürger es ja, uns auf Abstand zu halten.

Mein 1. Mai war gestern vom herumsitzen geprägt. Na gut – Mittag gekocht habe ich zumindest im Stehen. Den Rest des Tages verbrachte ich auf dem Balkon zum Zeichnen und auf der Couch. Dabei sah ich mir den Film „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ an. Bei starken Szenen im Film kamen mir sogar die Tränen. Frau gönnt sich ja sonst nichts und zeigt auch Gefühle. Das Wetter war wie allerorts. Sonnig, verregnet und sogar Gewitter zog über die Stadt.