im Auge des Sturms

Irgendwie habe ich in diesem Jahr keinen Bock auf die kalte Jahreszeit. Der Abschied vom Sommer in diesem Jahr fällt mir schwerer als sonst. Vielleicht fehlten mir noch ein paar sonnige Tag, vielleicht habe ich keine Lust auf die dunkle Jahreszeit. An den Fingern zähle ich die Monate ab, bis die Sonnen wieder an dem Punkt kommt, wenn die Tage wieder genau so lang sein werden wie die Nächte. Ab November sind es noch 5 Monate, bis der Zeit der langen Tage wieder anbricht.

Aber der Wechseln der Jahreszeit ist so unabdingbar die der Tod, der an das Leben geknüpft ist, auch wenn man ihn lieber nicht sehen will. Wenn es an der Zeit ist, muss auch der Mensch abtreten, auch wenn er keinen Bock auf einen Abgang hat.

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Hamsterrad im Kopf

Ich erinnere mich noch genau. Besonders beliebt war sein Zeitpunkt aufzutauchen, wenn ich zu Bett ging und schlafen wollte. Müde vom Tag, sank ich in meine Bettfedern.. Da gab es keine Ablenkung mehr, keine Aufgaben mehr, die erledigt werden oder auf den nächsten Tag warten mussten.

Das genau war der passende Moment für mein Hamsterrad in meinem Kopf, sich im Schwung zu bringen. Den ersten Impuls gab nur  ein Gedanke, der einen weiteren Gedanken nach sich zog, der wiederum zog den nächsten nach und so weiter und so fort. Es dauerte nicht lange, da drehten  sich meine Gedanken unkontrolliert im Kreis, deren Umdrehungsgeschwindigkeit stetig zunahm. Die Achse, um die sich alles drehte nannte sich Selbstmitleid, das die Ungerechtigkeiten des Tages, denen ich ausgesetzt war, aufarbeitete. Mit real nicht statt gefundener Abwehr wollte meine Seele sich danach selber heilen. Sie schrie auf, sie begehrte auf, sie wollte zurück schlagen. Es gelang ihr nicht, so trat sie noch einmal den selben Weg des Selbstmitleides an. Auf diese Weise raubte das Hamsterrad mir viel Stunden Nachtschlaf und der nächste Tag, begann mit einem Kater im Kopf, der meine Empfindlichkeit verstärkte…die Vorbereitung für das nächste nächtliche Hamsterrad wurde vollzogen. Gab es aktuell nichts, an denen sich meine Seele nachts reiben konnte, durchstöberte sie die Vergangenheit – pfündig wurde sie immer.

Plötzlich, nach Jahren der Selbstmarter, war alles vorbei. So als hätte jemand in meinem Kopf einen Hebel umgelegt. Mein Kopf war leer, es gab keine Impulse mehr, an denen sich mein Hamsterrad im Kopf hätte seinen Schwung holen können.

“Bin ich jetzt Kopf Tod ?” fragte ich mich.

Wo sind die zirkulierenden Gedankenströme geblieben? Etwas fehlte, das kann auch nicht richtig sein. Warum vermisste ich das kräftezhrrende Hamsterrad im Kopf? Ich hatte mich an sie schon so gewöhnt, dass ihr Verschwinden Leere in meinem Kopf hinterließ.

Heute erkenne ich den Impulsgedanken und unterbreche mich selbst.

Heute weiß ich, dass Yoga – mir machten die Übungen Spaß – dieses Hamsterrad im Kopf zum Stillstand brachte. Die Konzentration auf meinen Körper und das Gefühl, auf diese Weisen meinen eigenen Körper nah zu sein, brachte mich auf völlig neue Gedankenwege. Ich wurde mental stärker und damit stieg die Schwelle der persönlichen Empfindlichkeiten um ein vielfaches.

Heute durchdringe ich mein Gedankenchaos, wenn es sich einstellen will, ganz schnell um es hinter mich zu lassen.

Aber das Rad hat sich nie ganz aus meinem Kopf entfernen lassen und wenn von außen eine Sperre durchtreten wird, dann kann es sich für Tage noch einmal mit alter Heftigkeit in Gang setzen.

Ostseemaus

das Tal der Tränen

Nachdem ich gestern all meine Bloggerenergie für die Erstellung der Bildergalerie aufgebrauchte, komme ich heut wieder zum schriftlichen Teil meines Blogs.

Blog schreiben?

Warum schreibt alle Welt jetzt Blogs?  Soll jeder, der es will,  teilhaben können ? Am Leben des Bloggers, erfahren können, was in ihm vorgeht ,wie er über das Weltgeschehen denkt ?

Warum schreibe ich einem Blog? Warum mache ich mir die Arbeit, Gedanken auf das Papier bzw. in den virtuellen Editor zu bringen?  Ich kann den Gedanken doch einfach ihren Lauf lassen. Egal wohin sie sich bewegen?

Es gab Zeiten, ich schreib damals noch direkt auf´s Papier meine Gedanken, da floss all meine Schreibenergie in die Traurigkeit, die sich in mir wie ein morastiger Sumpf  ausbreitete. Jeden Tag schaute ich nach, was im Sumpf der Traurigkeit noch zu entdecken gab, ob wieder  etwas dabei war, was ich voller Inbrunst beweinen konnte. Verbal betrat ich eine Fläche, die anfangs noch Boden unter den Füßen hatte, nach wenigen Sätzen stand ich kniehoch im Sumpf meiner eigenen Traurigkeit. Die Bodenflächen wurden kleiner, die sumpfigen größer und gößer, irgendwann stand ich in einem See, der sich mit meinen Tränen anfüllte. Weinte ich die Tränen, die ich all die Jahre nicht weinte, hätte weinen sollen?

Nach den Niederschriften fühlte ich mich erleichtert. Der Sumpf lag wieder hinter mir. Aber nicht wirklich, denn am nächsten Tag kehrte ich wieder an den Ort meiner Tränen zurück. ja es zog mich wie unter Zwang wieder und wieder zurück zum morastigen Sumpf meiner Traurigkeit. Wie unter Zwang grub ich unterirdische Gräben zum Tal der Tränen.

Aber warum fiel mir denn nichts besseres ein, als über meine Tränen zu schreiben?

Es fiel mir nicht besseres ein. Denn mein Gefühl von Traurigkeit war so innig und stark, dass ich nicht von ihm lassen konnte. In ihm  konnte mich räkeln und baden und mein eigenes Leid beklagen. War es Selbstmitleid? Das fand ich damals nicht, ich anderer Meinung.

Meiner spirituellen Lehrerin erzählte ich von meinem dicken Tränen-Tagebuch und erhoffte mir ein Lob von ihr. „Du hast ja einen Berg vom Tränen vor dir aufgebaut“ antwortete die ernüchternd zu mir. Ich war sprachlos und fand ihre Worte zu hart. Aber trotzdem spalteten ihre Worte mein Inneres sofort vom Sumpf ab, es zog sich eine dornige Hecke um den Sumpf. den ich fortan nicht mehr betreten konnte, ohne an ihrer Worte zu denken. „Du baust deine Tränen auf“ Damit schloss ich das Tagebuch  und widmete mich dem Leben wie es real existierte mit allen seinen Erscheinungsformen in seiner ganzen Palette, in der es viel zu lachen aber auch zu weinen gibt. Die goldene Mitte war der Weg, denn ich fortan folgte.

von der Seele

Warum lässt sich das, was sich im Kopf dreht, nicht einfach so von der Seele weg, auf´s Papier bringen? Ist es die Unfähigkeit, sich gegenseitig durchkreuzende Gedanken niederschreiben oder ist es die Angst vor den eigenen Gedanken, die einen anderen Verlauf nehmen, als man selber möchte?

Zur Zeit kreisen gegensätzlich Gedanken durch meinen Kopf, ohne Verkehrsregeln, wie auf der Straße. Sie prallen aufeinander oder umfahren wichtige Lebensregeln, die für Zusammenhalt und Zuversicht stehen. Und jeder einzelne Gedankengang scheint wie ein unendlicher Berg zu sein, den ich erst erklimmen muss, um den rechten Überblick zu bekommen. Erst von de Anhöne aus, kann ich erkenne, ob ich auf de richtigen Straße bin.

 Also versuche ich hinauf zu steigen, doch noch vor dem Ende geht mir die Puste aus, denn jeder weitere Gedank verlangt auf eine höhere Stufe der Erkenntnis.  Auf jeder Stufe muss ich mich weiteren Fragen stellen, die eine Zurücknahme meiner verletzten Seele und meines Egos erforden. Nur wenn ich die richtigen Antworrten auf die Frage finde, werde ich eine Stufen weiter nach oben kommen, ohne die schon verher die Gewißheit zu haben, ob ich auf den richtigen Weg meiner brennenden Fragen bin.

 Vorerst stehe ich noch am unteren Hand des Berges und lecke meine verwundete Seele, die in Intervallen zum Himmel schreit