Schlagwort-Archive: Glücksmomente

geben und nehmen

Also das ist wirklich nicht der Ort, auf dem man mit einem Rollator gut voran kommt. Schon von weitem sah ich den gebrechlichen Mann, der sich mühevoll mit dem Rollator über eine holprige Wiese mit hoch gewachsenem Gras bewegte.

Und dazu kommt noch, dass zwischen ihm und dem nahegelegenem Gehweg ein tiefer Graben lag, auf dem ich mich flott mit meinem Cityrolle von A nach B bewegte. Ich schickte gleich mal meinen Wunsch an´s Universum, das es meine Beweglichkeit bis zu m einem jüngsten Tag erhält. Es sah wirklich sehr mühevoll aus, wie der gebrechliche Mann auf dem grünen Randstreifen sich bewegte.

Als ich auf seine Höhe kam, sah ich einen schwarzen Hundeschwanz wedelnd über das hohe Gras herausragen. Sein Fell glänzte in der Sonne, die Leine war mit dem Rollator verbunden. Der Hund beschnüffelte die Gegend Grashalm für Grashalm. War vertieft und glücklich mit dem, was er tat. Ebenso glücklich sah der gebrechliche Mann auf seinen Hund, der sich sichtlich auf dem Rasenstück in seinem Element fühlte.

Der gebrechliche Mann wirkte nun nicht mehr gebrechlich auf mich, sondern wandelte sich in meinen Augen zu einen fürsorglichen Hundehalter.Auch wenn er körperliche Einschränkungen hatte, sein Hund sollte darunter nicht leiden. Der Hund – ein schwarzer Spitz – machte seinem Herrchen sichtlich Freude, wenn er begeistert mit Schnüffelnase und Schnauze die Wiese untersuchte und nicht nur das. Für Herrchen gab es keinen Zweifel, er musste 2 – 3 mal täglich bei jedem Wetter vor die Tür um seinem Hundchen die nötige Bewegung zu verschaffen und das konnte nur gut für den Mann sein, dem das gehen sichtlich sehr schwer fiel. Doch mehrmals täglich an die frische Luft zu kommen, ist tausend mal besser, als vor dem TV auf den jüngsten Tag zu warten. Der Hund gibt dem Mann wieder ein Stückchen Lebendigkeit und Lebensfreude zurück.

Ostseemaus

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Stirnhöhle eine Opiumhöhle ! ?

Wenn man Glück mit Gold aufwiegt, ist es für viele Menschen wertvoller als Gold. “Geld macht nicht glücklich” im Sinne von Glück, wie man es z.B. im verliebtsein erlebt. Wer glücklich ist, sieht die Welt unerklärlicher Weise mit anderen Augen, davon kann ein frisch Verliebter ein Lied singen. Glück macht  Mut und erneuert die Hoffnungen. Der Glückliche sieht Widerstände im Leben weniger dramatisch als der “Immer ICH –  hab ich ein Pech- Typ”

Ist glücklich sein aber eine Glückssache wie ein Lottogewinn?

Manfred Spitzer sagt: “Nein,Glück ist keine Glücksache sondern Kopfsache”

D.h. also ich muss nur über  meinen Verstand mein Glücksgefühl dazu aufrufen, mich glücklich zu machen? Ich hab´s versucht und nix ist in mir passiert, was ich als  Glück bezeichnen könnte. Vielleicht gab´s einen kleinen Glücksmoment, weil ich aller, was Manfred Spitzer über Geist und Gehirn sagte, ohne Probleme verstanden habe, denn es fällt mir in der Regel schwer, den Worten der Wissenschaftler zu folgen, wenn sie einer Sache total auf den Grund gehen. Irgendwann kann ich dann nicht mehr folgen und sehe nicht mehr durch und steige geistig aus.

Aber bei Manfred Spitzer ist es anders. Obwohl er die komplizierten Vorgänge im Gehirn dem Zuschauer fast wissenschaftlich erklärt, ICH kann ihm als Nichtwissenschaftler auch folgen. Es tritt für mich ein besseres Ergebnis ein, als erwartet, denn seinen Ausführungen kann ich ohne Probleme folgen und das machte mich für einen Moment glücklich. So gehen lt. Spitzer unser Geiste und Gehirn mit Erwartungen um. Als Reaktion auf ein besseres Ergebnis, als die eigene Erwartung er vorausgesagt hat, werden Endorphine (körpereigene Opiate) ausgeschüttet. D.h. heißt für mich, wer bescheiden in seinen Ansprüchen ist und seine Erwartungen wie ein Ball flach hält, hat mehr Freude im Leben, weil er eher öfter auf glücklichen Überraschung trifft.

Ähnlich läuft es mit dem Vergleich. Auch darauf reagiert unser Geist mit Freud oder Leid. Vergleiche ich mich nur mit Menschen, die in meinem Augen besser da stehen als ich, dann brinet ich mich um mein Glück. Vergleich ich z.B. mein Dasein mit den Lebensumständen der Menschen, denen es schlechter als mir geht, dann sehe ich meine Situation in besseren Licht und das belohnt das Gehirn wieder mit Endorphine und erzeugt damit ein Glückgefühl.

Fazit – das Glück liegt im meinem Kopf und nicht in Rauschmitteln oder Konsum oder oder oder

Ostseemaus

das kleine und das grosse Glück

Ich habe aufgehört, nach dem großen Glück zu suchen.

Das ist keine Resignationen, sondern es kann zum einen auch von der Desillusion beim älter werden geschuldet sein oder von meiner Erkenntnis vor vielen Jahren,  dass ich bei der Suche nach dem großen Glück die kleine Glücksmomente übersah. Ich denke, beide Komponenten trugen dazu bei, das ich zwar immer wieder mal über den Horizont schaue, um es vielleicht zu entdecken, doch in der Regel kümmere ich mich mehr um die kleinen Momente, die mir Freude geben.

So muss man leben! Immer die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt. Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die kleinen Glücke gehabt.  Theodor Fontane

Ostseemaus