Goldener Oktober

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aufgewacht

So langsam sollte die schlafende Ente von der letzten Seite meines Bloges verschwinden. Das tut sie jedoch nur, wenn ich meinen Blog mit einen neuen Eintrag wieder zum Leben erwecke.  Ich denke, die Ente hat genug geschlafen und lässt nun dem geschriebenen Wort den Vortritt.

Seit meinem letzten Eintrag, Anfang September,  ist schon wieder eine gefühlte Ewigkeit vergangen und wenn ich in die Zukunft schaue, dann sehe ich schon die Weihnachtstage und den Jahreswechsel auf mich zu kommen. Mit der Zeitumstellung am nächsten Wochenende wird die dunkle Jahreszeit unwiderruflich eingeläutet. Auf diese habe sich so gar keinen Bock. Aber egal, ob Sommer- oder Winterzeit, die Tage verkürzen sich in den nächsten Wochen weiter und weiter.

49-P1080064Doch noch hält die Sonne an ihrem sommerlichen  Programm fest  und macht dem goldenen Oktober alle Ehre. Ein Fotograf kann sich über viele Motive freuen und den Herbst in seiner Vielfalt festhalten.

Wie auf dem Bild links zu sehen ist, hielt ich ein schon fast zerfallenes Blatt, das weder von Sturm noch von Regen so verzaust wurde, vor meine Kamera und schon hatte ich mal ein ganz anderes Bild, das den Herbst in seiner Natur eingefangen hatte.

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Wie auch ich war Sohnemann auf Motivsuche und versuchte sein Glück mit dem Smartphone.

Fragen an den Herbst

Herbst im Wohngebiet

 

Ohne ein schönes Herbst Bild gemacht zu haben, komme ich selten nach Haus. Nicht jedes Bild eignet sich, um es hier auch zu zeigen. Doch das zarte Geäst  des Baumes vor einem Wohnblock auf dem Weg zur Straßenbahn sah im Vorbeigehen so schön aus, dass ich den Moment unbedingt festhalten wollte. Die Natur ändert ihr Aussehen momentan rasant und ich finde es  auch dieses Jahr wie jedes Jahr spannend, dieser Veränderung zu folgen. Digitale Kameras machen es möglich, den Prozess auch festzuhalten.

“Wie viele Jahre noch werde ich meine Bilder noch machen können?” fragte ich mich beim letzten mal, als ich mir die Bilder ansah. Ich befinde mich auch im Herbst, wenn man ein Menschenleben mit der Jahreszeit vergleicht. Noch sind meine Tage nicht gezählt und aus heutiger Sicht  auch noch nicht die Jahre. Aber ein Leben für die Ewigkeit wird auch nicht auf mich warten.

Mit dem älter werden bestaune ich den Wandlungsprozess der Natur mit wachsender Interesse.

Wo waren nur  früher meine Augen, frage ich mich dann manchmal?

Gehört es zum älter werden dazu, wenn man sich mehr und mehr dem Wunder der Natur bewusst wird? 

Wird die Natur auch bis zum letzten Tag die Faszination auf mich ausüben, wie jetzt? 

So wie die Äste und ihre Verzweigungen am entlaubten Baum sichtbar werden, werden auch im Alter menschliche Eigenschaften und gelebte Lebenseinstellungen sichtbar. Das Gesicht im Alter kann trotz Falten freundlich aussehen, weil Lachfalten die Mimik geprägt haben. Aber auch Griesgram, chronische Unzufriedenheit oder z.b.dauernde Traurigkeit hinterlassen ihre Spuren im Gesicht. Gehe ich im Alter nach vorn geneigt, weil eine gewisse Resignation mein Leben beeinflusst hat oder kann ich mich trotz alter Knochen immer noch einen aufrechten Gang pflegen?

Ostseemaus