Sonntagsnachmittagsfilme

26. Tag seit der Maßnahme

Ich bin ja nicht so der Netflixer. Zumal Netflix mehr und mehr mit Eigenproduktionen daher kommt, dir mich nicht vom Hocker reißen. Ich bin dafür nicht die Zielgruppe, weil ich weder „KrachWumm“ Filme sehen mag, deren Inhalt nur auf „KrachWum “ ausgerichtet ist. Ich mag auch keine Filme, in denen permanent enthauptete Köpfe auf den Boden rollen und oder klebrige Gehirnmasse an die Wand geschleudert wird. Ich beschreibe Szenen, weil mein Besucher ab und zu solche Filme sehen, während ich in der Küche bin.ich erkenne schon an der Geräuschkulisse, ob es ich um solchen eine auf die schnelle produzierten Film gedreht.

Achja..der NetflixAccount gehört Sohnemann und nicht mir. Ich lege mein Geld für Filme andes an. Ich gehe ins Kino, wenn mich ein Film interessiert und ich kaufe mir die Filme. die ich gern am Sonntagnachmittag mir ansehen würde. Für mich sind es Dauerbrenner, die ich mir immer wieder gern ansehe.

Gestern war zwar kein Sonntag. aber weil bei mir zur Zeit kein Sport und Yoga stattfinden kann und deshalb für mich jeder Tag wie Sonntag ist, habe ich jede Menge Zeit und die wollte ich nicht sinnlos totschlagen. Gestern gönnte ich mir einen superlangen Filmenachmittag

  1. Rocketman
  2. Lovesong für Bobby Long
  3. Avatar

Kopfkino

Winterzeit, Kinozeit. Kinozeit ? Also wenn man am Wochenende und an Feiertagen in der Innenstadt von Rostock ins Kino gehen will, dem rate ich, nicht auf den letzten Drücker zu kommen. Vor 4 Wochen musste ich sogar einen Film sausen lassen, weil ich auf den allerletzten Drücker kam und eine lange Warteschlange vor mir hatte. Den Anfang des Filmes auch mitzubekommen, wäre bei der Schlage aussichtslos gewesen. Ich hätte mich wie zu Hause auf der Couch vor dem TV nur mitten drin reinzappen können, aber das wollte ich nicht. Aber ich hatte dazu gelernt : Nicht auf den letzten Drücker kommen.

Gestern war ich wieder im Kino. Und damit ich nicht den Anfang verpassen, stand ist schon eine Stunde vor Filmstart am Kinoschalter und sicherte mir meinen Platz. Man weiß ja nie. Der Weihnachtsmarkt war vollen Menschen und wenn nur ein paar davon einen Abstecher ins Kino machen wollten, wäre das Kino 4 voll gewesen.

Ich wollte mir den Film „Last Christmas“ ansehen. Ja..es wurde nach dem berühmtestem Song von und mit George Micheal benannt. Den Trailer dazu hatte ich schon gesehen. Es sah nach einem kitschen Weihnachtsfilm mit viel Bling Bling aus. Warum nicht? Die Musik von George Michael in einem Film serviert zu bekommen, nach seinem Tod. Das wollte ich mir doch ansehen, bevor der Film wieder aus den Kino verschwindet. Ich erwartete einen besinnlich kitschigen Weihachtsfilm und ? Ich wurde enttäuscht. Nicht von Film, aber was meine Erwartungen betrifft.

Erwartungen sind und bleiben die Quelle allen Leides. Man führt im Kopf Regie und ist enttäuscht, wenn das Leben nicht mitspielt“

Die klugen Worte sind nicht von mir, das haben die Buddhisten erkannt und ich las das rote Zitat beiläufig in einem Buch und schon hatte es sich in meinem Kopf eingenistet

Der Film Last Christmas begann auch genau so, wie ich es erwartet hatte und deshalb glaubte ich auch sicher, wohin das Ende führen wird. Aber Pustekuchen, trotz aller Komik wurde der Hintergrund der Geschichte ernster und ernster und machte wohl jeden Zuschauer nachdenklicher über Schicksale, die man nicht mal seinem Feind wünschen würde.

Inspiriert von berühmtesten Song aller Zeiten „Last Christmas“, einem Song, der um die Weihnachtszeit wohl jedem zu Ohren kommt, regte die berühmte Schauspielerin „Emma Thompsen“ zu einer rührenden und nachdenklichen Geschichte an, die sie ihren Zuschauern um die Weihnachtszeit erzählen wollte.

Last Christmas, I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special
Letzte Weihnachten schenkte ich dir mein Herz
Aber schon am nächsten Tag hast du es verschenkt
Dieses Jahr, um mich vor Tränen zu retten
Ich werde es jemandem etwas Besonderes geben

Emma Thompsen hat aus den Zeilen von George Michael eine ganz besondere Geschichte gemacht, über die man noch einige Zeit nachdenken kann. Ich will die Geschichte hier nicht erzählen, damit die Überraschung bleibt, falls der eine oder andere sich den Film noch ansehen will. Auch wenn es viel zu lachen gab, ich kämpfte am Ende, als die Wahrheit an Licht kam, mit den Tränen. Und ich fand, die Geschichte war von sowas gar nicht kitschig. Die Darsteller haben alles gegeben, mich überzeugt und die Geschichte gemacht.

Ich gab dem Eintrag den Titel „Kopfkino“ weil er dem Film entspricht.

Kaum zu glauben

..das ich 160 Minuten am Stück und ohne Pause im Kino auf einen Fleck saß und dabei die Zeit vergaß. Und bei einer 160 minütigen Filmvorstellung muss man nicht nur gutes Sitzfleisch haben, sondern auch Ausdauer und an der Geschichte dran bleiben können. Als ich das Kino verließ, waren fast 3 Stunden ins Land gegangen und ich hatte mich kein bisschen gelangweilt.

Als erstes war ich froh, dass ich als Fan von Brad Pitt den Schauspieler wieder für mich ganz allein hatte. Nachdem er für mich aus dem Schattendasein seiner Noch-Ehefrau und starren Posen auf den roten Teppich neben seiner Noch-Ehefrau, wieder hervor trat, nehme ich ihn auch wieder als Schauspieler, als guten Schauspieler, als sehr guten Schauspieler wahr. Hätte er mich damals gefragt, ob er die Frau, der die Welt zu Füßen lag, heiraten sollte, hätte ich ihm davon abgeraten. Aber er hatte mich nicht gefragt, wozu auch. 😀 Aber mein Gefühl hatte mich damals doch nicht getäuscht und ich hatte die Worte, die ein Kritiker sogar in einem Artikel über ihn schrieb „seit dem sähe Brad Pitt aus, als wäre er von einem Laster überfahren worden“ mehrfach unterschreiben können, aber der Rest der Welt sah ja das anders.

Im Film „Onve Upon a Time …in Hollywood“ nahm ich Brad Pitt die Rolle des starken Mannes ab und jede Großaufnahme von ihm erfüllte mich mit Freude über seine Rückkehr und nicht nur das, er konnte wortlos sogar die Zuschauerraum mit eine Präsenz füllen, die nach seines Gleichen sucht.

Aber auch Leonardo diCaprio begeisterte mich ohne Ende. Der häufige Wechsel zwischen den unsicheren Schauspieler, den er im Film darstellte und der Rolle des harten Westernitalo, zwischen der er für den Zuschauer häufig wechselte, zog mich so sehr in den Bann, dass ich ihm jeder Szene zu 100 % abnahm. Außerdem ist diCaprio wegen seiner Hochhaushohen von 5 .000. 000 Dollar Spende für die Aufforstung des noch brennenden Amazonasgebietes auch als Aktivist im Kampf gegen den Klimawandel ans Herz gewachsen. Es ist nicht nur ein grandioser Schauspieler, sondern auch ein großartiger Mensch.

Eigentlich saß ich während des ganzen Filmes auch ein bisschen auf Kohlen, denn ich wusste ja, wie der Film ausgehen würde. Die Geschichte um die damaligen Morde kannte ich ja schon durch zahlreiche Dokumentationen . Die junge, kurz vor der Geburt stehende Mutter würde sterben und weitere 6 Personen, die mit ihr sich im selben Haus aufhielten. Als der Couwdown dazu angeschoben wurde, hielt ich mir schon mal Augen und Ohren zu und blinzelte nur ab und zu auf die Leinwand. Und dann war es soweit, die Hölle ging los und wie man als Zuschauer von Tarantino-Filmen gewöhnt ist, es floss und spritzte Blut, jede Menge Blut und die Schreie der Sterbenden waren wie nicht mehr von dieser Welt.

Für mich völlig unerwartet, lenkte Tarantino das damalige grausige Ende in eine ganz andere Richtung. Das war für mich so ein genialer Schachzug vom Regisseur, das ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam. Und, nicht nur das, Tarantino ist es gelungen, mich während des ganzen Filmes unter einer diffusen Spannung zu halten, weil ich ein bestimmtes Ende erwartete und schon auf halber Strecke die arme junge hochschwangere Frau um ihr Schicksal im Film bedauerte.

Eine tolle Kritik zum Film – wer sich 15 Minuten Zeit dafür nimmt, wir vieles über die Vielschichtigkeit des Filmes, des Regisseur, der Darsteller erfahren.