soll ich ?

Oder soll ich nicht? Sollte ich besser mein Geld sparen oder es ausgeben, um mitreden zu können? Was das Geld betrifft, spare ich diese Woche sogar etwas Geld, auch wenn ich Geld dafür investieren würde. Ich habe eine Cinecard und mit der kann ich den Film der Woche für 5 € ansehen. Das würde bedeuten, dass ich bei Nichtgefallen nur 5 € in den Wind schreiben kann. Gemeint ist der Film „Tenet“ . Ein Film vom bekannten Regisseur Christopher Nolan ( u.a. Interstellar), der in seinem Filmen von seiner Zuschauern verlangt, seinen eigen Logikapparat im Hirnkasten auszuschalten und der Handlung einfach zuzuschauen, auch wenn man ihr nicht folgen kann.

Will ich das wirklich? Werde ich mir dabei nicht vorkommen, als würde ich ein Buch mit chinesischen Buchstaben lesen wollen, ohne die Schriftzeichen zu kennen. Aber ich weiß, dass jedes Schriftzeichen ein Bild oder mehrere Bilder darstellen und mit etwas Fantasie kann ich das eine oder andere Symbol doch deuten, oder nicht?

Aber ich laufe Gefahr, das ich mit dem Gefühl „ganz und gar nix verstanden“ das Kino verlassen und ich bin damit nicht zufrieden sein werde. Kann ich es aushalten, einer Handlung zu folgen, ohne etwas von dem was ich sehe, zu verstehen? Sohnemann wollte ich dazu überreden, mit ins Kino zu kommen. Wir hätten uns im Nachgang über die Handlung austauschen können. Doch der sträubt sich mit Händen und Füßen, obwohl er ein Fan von Nolan-Filmen ist, sich den Film anzusehen. Er hätte Kritiken darüber gelesen, bei dem der Film nicht so gut wegkommt. Also muss ich mich allein durch den Film arbeiten, wenn ich mitreden will.

Ich möchte auch nicht darauf warten, bis man den Film vielleicht in ein paar Jahren auf Netflix sehen kann. Solch ein Siene-Fiction-Action-Spionage-Film auf dem heimischen TV-Gerät mir anzusehen, kann ich mir sparen. Das wäre für mich wie eine tief gefrorene Suppe, an der ich ohne Genuss knabbern müsste.

Sonntagsnachmittagsfilme

26. Tag seit der Maßnahme

Ich bin ja nicht so der Netflixer. Zumal Netflix mehr und mehr mit Eigenproduktionen daher kommt, dir mich nicht vom Hocker reißen. Ich bin dafür nicht die Zielgruppe, weil ich weder „KrachWumm“ Filme sehen mag, deren Inhalt nur auf „KrachWum “ ausgerichtet ist. Ich mag auch keine Filme, in denen permanent enthauptete Köpfe auf den Boden rollen und oder klebrige Gehirnmasse an die Wand geschleudert wird. Ich beschreibe Szenen, weil mein Besucher ab und zu solche Filme sehen, während ich in der Küche bin.ich erkenne schon an der Geräuschkulisse, ob es ich um solchen eine auf die schnelle produzierten Film gedreht.

Achja..der NetflixAccount gehört Sohnemann und nicht mir. Ich lege mein Geld für Filme andes an. Ich gehe ins Kino, wenn mich ein Film interessiert und ich kaufe mir die Filme. die ich gern am Sonntagnachmittag mir ansehen würde. Für mich sind es Dauerbrenner, die ich mir immer wieder gern ansehe.

Gestern war zwar kein Sonntag. aber weil bei mir zur Zeit kein Sport und Yoga stattfinden kann und deshalb für mich jeder Tag wie Sonntag ist, habe ich jede Menge Zeit und die wollte ich nicht sinnlos totschlagen. Gestern gönnte ich mir einen superlangen Filmenachmittag

  1. Rocketman
  2. Lovesong für Bobby Long
  3. Avatar

Kopfkino

Winterzeit, Kinozeit. Kinozeit ? Also wenn man am Wochenende und an Feiertagen in der Innenstadt von Rostock ins Kino gehen will, dem rate ich, nicht auf den letzten Drücker zu kommen. Vor 4 Wochen musste ich sogar einen Film sausen lassen, weil ich auf den allerletzten Drücker kam und eine lange Warteschlange vor mir hatte. Den Anfang des Filmes auch mitzubekommen, wäre bei der Schlage aussichtslos gewesen. Ich hätte mich wie zu Hause auf der Couch vor dem TV nur mitten drin reinzappen können, aber das wollte ich nicht. Aber ich hatte dazu gelernt : Nicht auf den letzten Drücker kommen.

Gestern war ich wieder im Kino. Und damit ich nicht den Anfang verpassen, stand ist schon eine Stunde vor Filmstart am Kinoschalter und sicherte mir meinen Platz. Man weiß ja nie. Der Weihnachtsmarkt war vollen Menschen und wenn nur ein paar davon einen Abstecher ins Kino machen wollten, wäre das Kino 4 voll gewesen.

Ich wollte mir den Film „Last Christmas“ ansehen. Ja..es wurde nach dem berühmtestem Song von und mit George Micheal benannt. Den Trailer dazu hatte ich schon gesehen. Es sah nach einem kitschen Weihnachtsfilm mit viel Bling Bling aus. Warum nicht? Die Musik von George Michael in einem Film serviert zu bekommen, nach seinem Tod. Das wollte ich mir doch ansehen, bevor der Film wieder aus den Kino verschwindet. Ich erwartete einen besinnlich kitschigen Weihachtsfilm und ? Ich wurde enttäuscht. Nicht von Film, aber was meine Erwartungen betrifft.

Erwartungen sind und bleiben die Quelle allen Leides. Man führt im Kopf Regie und ist enttäuscht, wenn das Leben nicht mitspielt“

Die klugen Worte sind nicht von mir, das haben die Buddhisten erkannt und ich las das rote Zitat beiläufig in einem Buch und schon hatte es sich in meinem Kopf eingenistet

Der Film Last Christmas begann auch genau so, wie ich es erwartet hatte und deshalb glaubte ich auch sicher, wohin das Ende führen wird. Aber Pustekuchen, trotz aller Komik wurde der Hintergrund der Geschichte ernster und ernster und machte wohl jeden Zuschauer nachdenklicher über Schicksale, die man nicht mal seinem Feind wünschen würde.

Inspiriert von berühmtesten Song aller Zeiten „Last Christmas“, einem Song, der um die Weihnachtszeit wohl jedem zu Ohren kommt, regte die berühmte Schauspielerin „Emma Thompsen“ zu einer rührenden und nachdenklichen Geschichte an, die sie ihren Zuschauern um die Weihnachtszeit erzählen wollte.

Last Christmas, I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special
Letzte Weihnachten schenkte ich dir mein Herz
Aber schon am nächsten Tag hast du es verschenkt
Dieses Jahr, um mich vor Tränen zu retten
Ich werde es jemandem etwas Besonderes geben

Emma Thompsen hat aus den Zeilen von George Michael eine ganz besondere Geschichte gemacht, über die man noch einige Zeit nachdenken kann. Ich will die Geschichte hier nicht erzählen, damit die Überraschung bleibt, falls der eine oder andere sich den Film noch ansehen will. Auch wenn es viel zu lachen gab, ich kämpfte am Ende, als die Wahrheit an Licht kam, mit den Tränen. Und ich fand, die Geschichte war von sowas gar nicht kitschig. Die Darsteller haben alles gegeben, mich überzeugt und die Geschichte gemacht.

Ich gab dem Eintrag den Titel „Kopfkino“ weil er dem Film entspricht.

Kaum zu glauben

..das ich 160 Minuten am Stück und ohne Pause im Kino auf einen Fleck saß und dabei die Zeit vergaß. Und bei einer 160 minütigen Filmvorstellung muss man nicht nur gutes Sitzfleisch haben, sondern auch Ausdauer und an der Geschichte dran bleiben können. Als ich das Kino verließ, waren fast 3 Stunden ins Land gegangen und ich hatte mich kein bisschen gelangweilt.

Als erstes war ich froh, dass ich als Fan von Brad Pitt den Schauspieler wieder für mich ganz allein hatte. Nachdem er für mich aus dem Schattendasein seiner Noch-Ehefrau und starren Posen auf den roten Teppich neben seiner Noch-Ehefrau, wieder hervor trat, nehme ich ihn auch wieder als Schauspieler, als guten Schauspieler, als sehr guten Schauspieler wahr. Hätte er mich damals gefragt, ob er die Frau, der die Welt zu Füßen lag, heiraten sollte, hätte ich ihm davon abgeraten. Aber er hatte mich nicht gefragt, wozu auch. 😀 Aber mein Gefühl hatte mich damals doch nicht getäuscht und ich hatte die Worte, die ein Kritiker sogar in einem Artikel über ihn schrieb „seit dem sähe Brad Pitt aus, als wäre er von einem Laster überfahren worden“ mehrfach unterschreiben können, aber der Rest der Welt sah ja das anders.

Im Film „Onve Upon a Time …in Hollywood“ nahm ich Brad Pitt die Rolle des starken Mannes ab und jede Großaufnahme von ihm erfüllte mich mit Freude über seine Rückkehr und nicht nur das, er konnte wortlos sogar die Zuschauerraum mit eine Präsenz füllen, die nach seines Gleichen sucht.

Aber auch Leonardo diCaprio begeisterte mich ohne Ende. Der häufige Wechsel zwischen den unsicheren Schauspieler, den er im Film darstellte und der Rolle des harten Westernitalo, zwischen der er für den Zuschauer häufig wechselte, zog mich so sehr in den Bann, dass ich ihm jeder Szene zu 100 % abnahm. Außerdem ist diCaprio wegen seiner Hochhaushohen von 5 .000. 000 Dollar Spende für die Aufforstung des noch brennenden Amazonasgebietes auch als Aktivist im Kampf gegen den Klimawandel ans Herz gewachsen. Es ist nicht nur ein grandioser Schauspieler, sondern auch ein großartiger Mensch.

Eigentlich saß ich während des ganzen Filmes auch ein bisschen auf Kohlen, denn ich wusste ja, wie der Film ausgehen würde. Die Geschichte um die damaligen Morde kannte ich ja schon durch zahlreiche Dokumentationen . Die junge, kurz vor der Geburt stehende Mutter würde sterben und weitere 6 Personen, die mit ihr sich im selben Haus aufhielten. Als der Couwdown dazu angeschoben wurde, hielt ich mir schon mal Augen und Ohren zu und blinzelte nur ab und zu auf die Leinwand. Und dann war es soweit, die Hölle ging los und wie man als Zuschauer von Tarantino-Filmen gewöhnt ist, es floss und spritzte Blut, jede Menge Blut und die Schreie der Sterbenden waren wie nicht mehr von dieser Welt.

Für mich völlig unerwartet, lenkte Tarantino das damalige grausige Ende in eine ganz andere Richtung. Das war für mich so ein genialer Schachzug vom Regisseur, das ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam. Und, nicht nur das, Tarantino ist es gelungen, mich während des ganzen Filmes unter einer diffusen Spannung zu halten, weil ich ein bestimmtes Ende erwartete und schon auf halber Strecke die arme junge hochschwangere Frau um ihr Schicksal im Film bedauerte.

Eine tolle Kritik zum Film – wer sich 15 Minuten Zeit dafür nimmt, wir vieles über die Vielschichtigkeit des Filmes, des Regisseur, der Darsteller erfahren.

mal wieder ins Kino – Blade Runner

Ich hätte mir den Film wahrscheinlich nicht angesehen, wäre da nicht der Hauptdarsteller, den ich aus dem Film LaLa Land kannte Ryan Gosling. Seinen Namen auszusprechen  geht mir nicht so leicht über die Lippen, wie Johnny Depp oder Tom Hanks. Aber er spielt für meine Geschmack genau so eindrucksvoll wie seine beiden weltberühmten Kollegen. Mit anderen Worten ging ich nur wegen Ryan Gosling in den Film, investierte 15 € in die Karte. Wenn schon denn schon, dann sollte es auch ein Logenplatz sein und auf 3D wollte ich auch nicht verzichten.

Ein Film mit Sonnenschein und Lachen, wie in „Lala Land“,  war nicht zu erwarten, wenn man sich einen Kinokarte für „Blade Runner 2049“ kauft. Wer aus heutige Sicht unsere Welt weiter spinnt, sieht vielleicht auch eine düstere Zukunft für uns Menschen. Vielleicht weil jeder irgendwie weiß:“so wie wir jetzt leben, kann es nicht weiter gehen“. Der Film zeigt uns, wohin wir es gehen kann. Im Film ist nicht nur die Welt düster, die Menschen sind es auch. Und einen Sonnenstrahl gibt es während der 163 Minuten Filmzeit schon gar nicht zu sehen.

Die Welt von 2049 steckt bis über den Wolken im radioaktiven Smog, den die Sonne nicht mehr durchdringen kann.

Herkunft Bild..klick Bild

Die Menschen leben 2049 ein Leben, dass nicht lebenswert ist, betrachtet man es auch heutiger Sicht. Wer kann sich heute schon vorstellen, in einer Dreckswelt zu leben, wie uns der Film „Balde Runner 2049“ vorführt?

Ich brauchte etwas Zeit um mich an die Düsternis des Filmes gewöhnen,. Doch dann tauchte ich ein, in die Welt, in der man den echten Menschen von den künstlichen Wesen nicht mehr unterscheiden konnte. Die mit Spannung geladene Musik steigerte das Gefühl einer bedrohlichen Situation des Zuschauers bis ins unermessliche und bei mir spannen sich die „Nerven“ fast bis zum Zerreißen.

Der Film kam ohne große Action aus. Hier und da ging es mal ruppig zu, doch im großen und ganzen wird der Zuschauer durch den mit Spannung geladene Welt geführt, in der das Hauptziel war, das Kind zu finden, dass  aus der Liebe eines Menschen und einem künstlichen Wesen (im Film Replikant genannt) entstand. Das heißt, die Geschichte von Blade Runner 2040 greift auf den Film Blade Runner  aus dem Jahre 1982 zurück, in dem Harrison Ford die Hauptrolle,als den Blade Runner spielte. Das neue Wesen, das im damaligen 2019 aus der Lieben von Mensch und künstlichen Wesen entstand, sollte vernichtet werden, damit die Trennung zwischen Menschen und künstliche Wesen in einer klaren Struktur bleibt. Ich würde das als eine neue Form Rassentrennung interpretieren.

Achja.. wer empfindliche Ohren hat, der sollte sich Ohrstöpsel mit ins Kino nehmen. Die Musik ist wirklich laut, aber das nur am Rande bemerkt 😉

Wiedererkennung

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte mal im Kino war. Schließlich habe ich mein Homekino, spricht Smart-TV, DVD-Player, Digital-Recorder und Netflix , schon so weit ausgebaut, dass mein Tag 48 Stunden bräuchte um mir alles anzusehen, was sich am Möglichkeiten mir schon allein zu Hause bietet.  Aber nichts von all dem erreicht für mich den Zauber einer Kinovorstellung. In völliger Dunkelheit und ohne Ablenkung kann ich in die Handlungen eintauchen, die sich vor meinen Augen auf der großen Kinoleinwand abspielen. Diese Intensität erreiche ich zu Haus auf der Couch und nicht selten noch zusätzlich mit einem Smartphone in der Hand, niemals erreichen.

Deshalb gönnte ich mir gestern den Film: „Das Pubertier“. Als Regisseur Leander Haußmann und Schauspieler Jan Liefers, beides bei mir ein „muss ich sehen“ . Also lies ich mich berieseln von grandiosen Schauspielern in dem Film das Leben einer Familie darstellten, dessen Kinder in die Pubertät sind. Vieles, was gezeigt wurde, kann ich unterschreiben. Ohje…was war meine Tochter damals zickig, war kaum auszuhalten. Und mein Sohn erst. Tagelang sah ich ihn nur unter der Kapuze. Und das Weckszenario jeden Morgen, mein Gott, was hat mich das Kraft gekostet. Danach spürte ich schon am Morgen die ersten Erschöpfungserscheinungen an meiner Willenskraft.

Leander Hausmann hat nach gleichnamiger Romanvorlage von Jan Weiler das Leben einer Familie mit den pubertären Kindern liebevoll in Szene gesetzt. Anfang kam schien mir alles etwas überzogen, doch dann hatte sich die Handlung eingegroovt und mir kamen am Schluss wie dem Vater die Tränen, als aus dem pubertären Kind eine kleine Erwachsene wurde und das Elternhaus verlies.

buntes Wochenende

“Nee…den will ich nicht sehen “ …”und ich will den anderen nicht sehen”  So geht es eine Weile hin und her, bis Sohnemann und ich uns auf einen Film einigen können. “OK…dann treffen wir uns um 19 Uhr am Schröderplatz”

Wir entschieden uns für eine Spätvorstellung im Lichtspieltheater Wundervoll, kurz gesagt; LiWu. Ein altes Kino aus DDR Zeiten – ehemals Metropol Theater – was noch keine großartigen Umbauten hinter sich hat. Die Filme, die man sich dort ansehen kann, sind schon aus den großen Kinos raus, so wie der Film, für den wir uns entschieden haben.

“Bevor wir ins Kino gehen, spielen wir Billard im PleitegeierNa super, Sohnemann zeigt mir die Kneipen von Rostock Zwinkerndes Smiley. Die rustikale Kneipe liegt mitten in der Stadt und hat im Keller einen Billardraum. Wer es gelackt mag, für den ist die Kneipe jedoch nicht geeignet, Sie wird vorwiegend von jungen Leuten aufgesucht.

Bevor ich mich in das Kneipenleben und den Kinosaal stürze, flaniere ich noch eine Weile durch die Kröpeliner Straße. Hätte ich die Zeitung gelesen, hätte ich auch gewusst, dass am Samstag der Christopher Street Day wäre. Doch als ich in der Innenstadt eintraf war so gut wie alles schon gelaufen. Der Umzug war schon lange durch, die schrill bunt gekleideten Menschen waren schon am feiern.

Den Umzug 2015 habe ich leider verpasst. Der war bestimmt wieder eine Augenweide. Hier und da liefen noch ein paar “bunte Vögel” über den Neuen Markt. Die meisten, die ich sah, waren Mädels, die sich ebenso so schrill wie die Männer kleideten.

Vor ein paar Jahren zog ein Umzug an mir auf dem Boulevard vorbei. Ich war grade einkaufen und traf einen alten Bekannten. Wir unterhielten uns über längst vergangene Zeiten. “Da kommen wieder die Verrückten” sagte der Bekannte – ein sonst netter sanftmütiger Kerl – , als der Umzug sich mit Musik schon aus der Ferne ankündigte, Wieder einmal bestätigt sich, das die Menschen ohne Unterlass für mehr Toleranz kämpfen müssen. Niemand soll sich wegen seiner Veranlagung verstecken müssen.

Unter die CSD Besucher mischten sich auch die jungen Bräute, die mit ihren Freundinnen ihren Junggesellinnen Abschied machten.

Um 19 Uhr traf ich Sohnemann wie verabredet. Er brachte seinen Freund mit. Wir gingen zu dritt in den Pleitegeier um gemeinsam Billard zu spielen. Höchstleistungen waren von mir nicht zu erwarten. So weit ich zurück denken kann habe ich das 2. Mal in meinem Leben einen Oueue in der Hand und auch keinen Plan, wie ich die Poolbillardkugel einlochen soll. Unter dem Motto: “Dabei sein ist alles” übe ich nach meiner Verliererrunde noch am einlochen, als die Jungs schon gemütlich ihr Bier trinken.

Zum Abschluss des Tages war eine Filmvorstellung vorgesehen. Wir entschieden uns für “Escobar Paradise Lost” So eine richtige Ahnung hatte ich nicht, welch ein Film auf mich wartet, denn ich hatte mir den Inhalt nur flüchtig durchgelesen.

Ich wollte mich überraschen lassen. Anfangs dachte ich:”Naja” und dann.. “Oh je” .. und die Augen weit auf, Dann dachte ich” Oh nein” wir furchtbar, wie grausam. Statt auf die Leinwand zu schauen, schloss ich die Augen, statt zu hören, stopfte ich mir die Finger auf die Ohren. Ich wollte weder sehen noch hören, wie es weiter ging, denn der gesunde Menschenverstand sagte mir, wie es weiter gehen wird. “Auf keine Fall geht DAS gut aus”

Die Spannung stieg weiter, weiter und weiter, Ich war mit dem Protagonisten schon so sehr verbunden, dass ich mit ihm litt, Es wurde unerträglich für mich, ich entwickelte Fluchtgedanken. Vielleicht sollte ich aus dem Kino fliehen? Überstürzt aus dem Kino rennen? Oder bis zum bitteren Ende die Augen und Ohren schließen und mich längst zwischen die Sitze legen? An diesen unterschiedlichen Alternative nagte ich, während er Film seinem traurigen Ende entgegenlief.

“Ich konnte am Ende nicht anders” sagte Sohnemann “mir kamen die Tränen” Nach dem Film unterhielten wir uns nach lange über den Film. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass es den Drogenhändler tatsächlich gab und seinen Lebensweg auch real von Leichen gepflastert war, bis man ihn in den 90iger Jahren erschoss

Ostseemaus

alles neu ?

Mit den Jahren sah ich schon viel kommen und gehen…sogar ein Staat verschwand  über Nacht, wurde von einem neuen ersetzt.  Mit ihm verschwand nicht nur das DDR-Geld, sondern auch vieles, was über Jahrzehnte vertraut war, jede Menge Firmen wurden abgewickelt, der Konsum und die HO verschwanden, leider auch zahlreiche Bäcker und Fleischer. Alle stürmten nun die Supermärkte und Discounter, kleine Handelsunternehmen  waren dem Untergang geweiht.

Loslassen  war das Thema, was mich die  Jahre  danach  weiter begleiten sollte. Die Kinder wurden größer und verließen ihre Kinderzimmer, ich musste auch liebe  Menschen  aus meinem Umfeld in den Himmel ziehen lassen.

Deshalb war es eine Wohltat,, wenn etwas altbekanntes Bestand hatte und nicht einfach von der Bildfläche einfach verschwand, wie z.B. ein altes Kino,

Bildquelle: Klick Bild

dass ich wegen der moderaten Preise öfter besuchen konnte, als die modernen Kinos in denen nur die Blockbuster  für viel Geld gezeigt wurden. Der Hansa Filmpalast  liegt abseits der Flaniermeile und die Besucher blieben trotz  kleine Preise weg. Dann fiel der Projektor aus  und für die neue teure digitale Technik  fehlte das Geld und es lohnte sich die Investition auch wegen des geringen Zulaufes nicht.

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ausgeflimmert

Seid Wochen hat Sohnemann seinen unterschriebenen Arbeitsvertrag als Geringverdiener in den Händen. Probearbeit war gut und überzeugend. Im Juni die Einarbeitung und ab Juli das selbstständige arbeiten. Alles ist super, doch dann kommt in Juni die Info vom Chef des Kinos  “Wegen technischer Probleme erst mal kein Einsatz möglich” Nicht so schön, aber nu hat Sohnemann schon so lange auf einen guten Nebenjob gehofft, dann kommt es auf die paar Tage auch nicht an.

Im Kino wollte er arbeiten. Der Hansa Filmplast ist ein altes Kino der Stadt und zeigt Filme, die aus den großen Kinos raus gingen. Die Preise waren gut. Anfangs konnte man mit 2,50 € später für 3,50 € Filme ansehen, die man in der ersten Runde verpasst hat. Ein guter Preis für alle, die sich das teure Kino nicht leisten können. Das Kino war immer prall gefüllt.

Nach der Info vom Chef sind fast 4 Wochen ins Land gegangen. “Da stimmt was nicht” sag ich Sohnemann. “Frag doch mal nach” “Die müssen erst das Geld für den Notstromgenerator bewilligt bekommen. Dann geht es weiter” Ich nehme das erst mal so hin, kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass ein Kino-Unternehmen wochenlang ein Kino schließt, weil eine Reparatur noch nicht gemacht wurde,

Gestern Abend haben sich meine schlechten Vorahnungen bestätigt. “Das Kino wird geschlossen” hat Sohnemann erfahren.

damals noch mit Licht

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