mein gesunder Menschenverstand

sagt mir, das unsere Lebensmittel nichts mehr mit dem Leben zu tun haben. Aus ihnen wird mehr und mehr ein technisches Produkt, selbst aus tierischen Nahrungsmittel werden technisches Produkte, in der das Tier als lebendiges Rad im Getriebe eingesetzt wird. Wider besseren Wissens, dass es so nicht weiter gehen kann, wird weiter gemacht.

Vielleicht hier und da etwas entschärft, d.h. die Legehenne darf, statt in einem Käfig in der Größe eines DIN A 4 Blattes ihre Eier auf ein Fließband rollen zu lassen, wieder auf den Boden oder sogar ins Freiland und scharren, wie es die Natur für sie vorgesehen hat. Aber an die blutigen Massaker, die die frisch geschlüpften männlichen Küken über sich ergehen lassen müssen, mag ich gar nicht denken. Ich frage mich, wer sich solch eine Gräultat überhaupt ausgedacht hat.

Ich bin ein Kind vom Lande, wie man so schön sagt. Ich erlebte die Landwirtschaft noch, wie man sie schon Millionen Jahre führte. Das hatte auch seinen Preis. Den wollen wir heute nicht zahlen. weil unsere Sinne nach anderen Gütern steht. Aus uns Menschen wurden Verbraucher, die ständig Hunger nach Neuanschaffungen befriedigen wollen und müsse  (ein)sparen und fängt bei den Lebensmitteln an.

ostern-018Die Osterzeit naht und die Küken werden gern als Symbol für die Festtage genutzt. Ein Bild der heilen Welt, die es nicht mehr gibt, wenn ich an die Tierhaltung und die Schredder denke.

Es wird Zeit fürs Umdenken.

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Lebenzeichen

Meine Mutter gab uns Kinder immer einen gut gemeinten Ratschlag:“Willst du was gelten, dann erscheine selten“  Das ist aber nicht der Grund  bei mir, warum ich mich hier so rar gemacht habe. An manchen Tagen fehlte mir die Muse und an anderen Tagen die Zeit. Da kann eine kurze Sendepause Wunder wirken und die Schreiblust kehrt wieder zurück, so wie heute.

Die letzten Wochen waren bei mir auch nicht ohne. Arbeiten und Haus voller Leute. Meine Tochter kam wieder mit ihrer 4 köpfigen Kinderschar zu Besuch und meine Wohnung war eins fix drei von Kindern überflutet. Ab nächstes Jahr springt ein weiter Hüpfer durch meine Wohnung, denn dann reist meine Tochter mit ihrer 5 köpfigen Kinderschar an.  Eine Überalterung in unserer Familie ? Weit gefehlt. Meine zahlreichen Enkelkinder lassen das Durchschnittsalter unserer Familie kräftig absinken.

Zum Glück müssen wir uns als Familie keine Sorgen um unsere Zukunft machen, müssen keine Angst haben, dass uns Bomben auf den Kopf fallen oder Terroristen unsere Familien auseinander reißen oder zerstören.  Wenn ich täglich die Bilder mit den Flüchtlingen sehe, die zur Zeit Europa erreichen, dann zerreißt es mich fast das Herz. All die kleinen Kinder, die aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden und mit ihren Eltern in eine neue bessere Zukunft flüchten.

Die Tränen konnte ich nicht mehr zurück halten, als das Bild von dem kleinen 4 Jährigen ertrunkenen Körper am Strand um die Welt ging.  Von welchem Leid zahlreiche Familien heimgesucht werden können, zeigen die aktuellen Bilder der Flüchtlingsströme. Ihre Angehörigen im Heimatland werden auf ein Lebenszeichen von ihren Lieben auf der Flucht vor Krieg uns Terror warten.

Ich hoffe für alle, die auf eine neue bessere Zukunft hoffen, diese auch in Europa bekommen,, auch wenn sie nicht in allen Ländern willkommen sind.

In meinen Lebenslauf kann ich auch auf eine Episode zurück blicken, die von Flucht gekennzeichnet war. Weil vor zig Jahren der Scheidungskrieg so heftig in eigenen Haus war, beschloss ich mit meinen damals 6 jährigen Sohn an der Hand – die Tochter war zu der Zeit im Ferienlager – nach der Arbeit einen Schlafplatz bei Freunden und Bekannten zu finden. Jeden Abend nach der Arbeit suchte ich andere Freunde und Bekannte und Verwandte auf, die mich bei ihnen übernachten ließen. Das war natürlich keine Dauerlösung, sondern nur zur Überbrückung, bis ich eine eigene Wohnung bekam, in die ich mit den Kindern einziehen konnte.

Fast alle halfen mir, aber einer meiner Verwandten schlug die Tür mir vor der Nase zu. Er lies mich mit meinem kleinen Sohn an der Hand in die Nacht ziehen. Er wollte meinen Ex-Mann damals nicht in den Rücken fallen oder hatte sogar Angst vor ihm. Weiß der Teufel, was damals in seinem Kopf vor sich ging. Später als alles ausgestanden war und ich nach etlichen Monaten wieder ins normale leben zurück fand, konnte er sich bei mir gar nicht genug bei mir entschuldigen. Er hätte damals Angst vor meinen Ex-Mann gehabt und und und . Ich sah, wie sehr unter seiner damaligen Entscheidung litt und seid dem von schlechten Gewissen geplagt wurde. Ich sagte ihm. es wäre schon ok. aber das schlechte Gewissen deshalb konnte ich mit den wenigen Worten nicht nehmen.

Der Ausnahmezustand damals, in dem ich jeden Abend nach der Arbeit eine Schlafstätte suchen musste, dauerte 3 Wochen, dann endlich konnte ich mein eigenes Reich beziehen und mich um eine neue bessere Zukunft kümmern. Doch zunächst hatte ich mit mir selber zu tun. Ich musste all die Endrücke verarbeiten, denen ich durch die Scheidung damals ausgesetzt war. Nicht nur das mein Mann damals mit Gewalt die Familie zusammen halten wollten und ich plötzlich einem fremden Mann vor mir sah, nein, auch zahlreiche Freunde entpuppten sich als Schein-Freundschaften und ich musste auch erleben und verarbeiten, dass es Menschen in meinem Umfeld gab  die mich in höchster Not anwiesen.

Ich war für Wochen und Monate traumatisiert.

Ostseemaus

Verbindungen–Versprechungen

wallpaper-551015So sieht das Leben mit Kinder und Kindeskinder aus. Immer was los, immer laut. Jeder sucht sich seinen Platz im Raum, seinen Platz in seiner Familie und das täglich neu, übernimmt in der Familiendynamik eine Rolle, die ihn prägt und noch lange begleiten wird.

Die Zeit, als ich als Mutter von einer kleinen Kinderschar umgeben war, ist vorbei. Meine Kinder sind groß und selbstständig und mit ihrer eigenen Kinderschar beschäftigt. Damit ist mein Platz klar, ich bin einfach nur da – nicht mehr und nicht weniger. Für niemanden außer für mich muss ich sorgen. Doch Sorgen mache ich mir trotzdem ab und an.

  • ich mache mir Sorgen um die Zukunft meines jüngsten Sohnes
  • ich mache mir Sorgen um die Zukunft meiner Enkelkinder. Welche Welt erwartetet sie, wenn sie erwachsen sind?
  • wie wird die Zukunft ihrer Kinder aussehen? Wird die übernächste Generation meiner Nachkommen die Welt und Schutt und Müll erleben?

Unschwer zu erkennen, das was meine Sorgen ausmacht, sind eine Art Zukunftsangst, die an die Gegenwart und Vergangenheit  gekoppelt ist. Sie sind die Verbindungen zwischen meinen Nachkommen und mir , zwischen den Zeitebenen, die nicht nur aus unsichtbaren Fäden bestehen, die sind wie Kettenglieder, die fest ineinanderreifen.

Die heile Kinderwelt, meine heile Kinderwelt zerbrach mit dem Erwachsen werden.

  • Warum kann die Welt nicht heil bleiben?
  • Warum ist das Abbild im Kopf von der Welt so falsch, dass es beim Abgleich zerfällt?

Das heißt, nicht die Welt zerfällt, sondern das Abbild von der Welt  und den Menschen, die in ihr leben.  Sie halten nie, was sie versprechen. Sie kamen wie ich auf die Welt und versprachen sich wie ich viel vom Leben. Doch dann vergeuden sie vielleicht ihr Leben mit Langeweile und Ablenkungen jeder Art, wie ich?

Ich versprach meinen Mitmenschen einiges, Versprechen, die wohl ich auch gebrochen habe

  • Den Partner glücklich zu machen
  • Den Kindern gute Eltern zu sein
  • Die Welt besser und schöner zu machen

Da frage ich mich, was ich mir vom Leben versprochen habe und welche Versprechen ich anderen gab?

Und überhaupt, was ist ein Versprechen?

  • Eine Vereinbarung zur Sicherheit – mit der Welt – mit den Mitmenschen?

Warum gab ich überhaupt ein Versprechen ab?

  • wollte ich gut dastehen?
  • wollte  ich jemanden beruhigen?
  • wolle ich mich beruhigen?

Die Zeiten, als ich Versprechungen abgab, sind schon lange vorbei. Ich halte nur meine Termine ein, sonst nichts

Ab und zu kommt es mir am Morgen vor, dass der Tag verspricht gut zu werden. Das ist aber nur so ein Gefühl, eine Ahnung, eine Vorahnung. Manchmal fällt ein Ereignis in den Tag, dass das Versprechen von guten Tag nichtig macht. Und dann verspricht des Tag aber doch ein gutes Ende zu nehmen.

Ostseemaus