Emotionen, Kinder, Leben, Menschen

geschafft

Nein, nicht ich bin geschafft, zum Glück, sondern die Woche ist geschafft. In dieser Woche gab es ja sogar ein Zwischenplateau, auf dem man sich auf den faulen Pelz legen konnten. Der 1. Mai, ein Feiertag für alle des Landes. Feiertag nicht ganz richtig, sondern genau gesagt, Maifeierrtag , denn es ist der Tag der Arbeit, der Tag der Arbeiterbewegung und der Tag der Arbeiterklasse.

In den Nachrichten war zu lesen, dass es in allen Städten Demos gab. Sie verliefen fast alle friedlich. Ich gebe zu, dass ich seit der Wende mich keiner Mai-Demo mehr angeschlossen habe. Die DDRler wurden damals ja „gezwungen“ an den Demos teilzunehmen. Die Betriebe bekamen von den Organisatoren Stellplätze zugewiesen, d.h. man ging als Firma geschlossen. Klar, es war ja auch damals schon Tag der Arbeit. Mit dem Wegfall meiner Firma blieb ich auch von den Demos weg.

Ich erinnere mich noch an die letzten Jahre vor der Wende, wie sehr ich als Lehrausbilder meine Lehrlinge dazu motivieren musste, daran teil zu nehmen. Sie wollten ja an einem freien Tag frei haben und sonst nix. Als ich sie dann endlich auf dem zugewiesenen Stellplatz zusammen hatte, wollte niemand die Fahne tragen. Und wieder musste ich Motivationsarbeit leisten. :D. Aber irgendwie kamen wir dann doch gemeinsam auf den Weg und ich musste mir auf dem Weg durch die Lange Straße ein paar grimmige Blicke meiner Lehrlinge gefallen lassen.

Geschafft, das alles ist schon lange Geschichte und die Lehrlinge von damals sind erwachsen.

Die Trainingswoche lief normal, ohne besondere Vorkommnisse. Der Kleine Mann kam in dieser Woche nicht zum Training. Vielleicht muss er sich wieder stabilisieren. Von seinen Mitschülern erfuhr ist, dass er aber in der Schule war.

Geschafft, Trainingswoche ohne besondere Verkommnisse verlaufen.

Am Montag überraschte mich ein Blick auf meinen Kontostand. Ich erwarte nur noch die letzten Groschen des Monats oder gar schon Miese. Doch ich traute meinen Augen nicht, ein höherer Geldbetrag wurde von der Krankenkasse auf meine Konto überwiesen. Das kann doch nur ein Irrtum sein, oder ? Nein, war es nicht. Mein Beitragskonto wurde erneut überprüft, aus dem Minus wurde Plus. Man stellte fest, dass ich in der Vergangenheit zu viel einzahlen musste. Man hatte mich versehentlich falsch einstuft oder ein so wichtiges Häkchen schlicht weg nicht gemacht. In der Vergangenheit hatte ich mich immer gewundert, warum man mich mit meinen paar Kröten als Großverdiener sah. So kann eine Woche auch beginnen…mit einem fetten Plus auf dem Konto.

Geschafft, erfolgreich Minus gegen Plus ausgetauscht.

Vergeblich versuchte ich in der vergangenen Woche vor Ort ein paar neue Wohnzimmer- Gardinen zu kaufen. Zumindest in den Geschäften, die in meiner Einflugschneise liegen, konnte ich keine Gardinen finden. Sie sind schlichtweg aus den Angeboten der städtischen Geschäfte verschwunden. Über den Onlinehandel gehe ich nur, wenn es nicht anderes geht. Also bestellte ich heute welche über den Ottoversand, der mit guten Angeboten lockte. Zur 40%igen Preisenkung, konnte 20 % Rabatt verrechnen lassen und weil der Ottoversand bis Ende Mai auf Versandkosten verzichtet, konnte ich heute ein echtes Schnäppchen machen.

Geschafft, am Ende nächster Woche hängen neue Gardinen in meinem Wohnzimmer.

Achja.. die Bäume haben in meinem Innenhof fast ihre Blütenpracht abgeworfen, leider

Das war s denn wohl mit dem Frühling

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Bildgalerie, Erinnerung, Leben, Menschen

geschafft und bombensicher

Geschafft bin ich nicht, zum Glück. Aber ich hatte gut zu tun . Zur Zeit laufe ich von einer Sporthalle zur anderen und trainiere Kinder in jedem Alter. Angefangen bei 2 Jahren und die Größten sind 10 Jahre alt. Mein Hauptgeschäft ist Yoga, aber der Trainermangel des Vereins „zwingt“ mich, auch im Kindersport aktiv zu sein und das ist echt eine Knüppelarbeit.

Am Montag hatte ich die Kindergartenkinder im Alter von 4 – 6 Jahre. Fröhlich zogen sie mit mir Richtung Sporthalle, doch als wird drin waren, hatten sie keine Lust mehr auf Sport. Spontan stauten sich bei mir die Schweißperlen auf der Stirn und ich wünschte mir, ich hätte ein Stimmorgan, dass jeden an die Wand nagelt. wenn ich ihn ihn laut und deutlich anspreche. Doch meine Stimmfrequenz geht im Kinderlärm unter und ich musste andere „Geschütze“ auffahren. Und ? es hat geklappt. Ich bekam spontan Aufmerksamkeit mit der Ansage: „Wenn das mit euch nicht klappt, wird am Ende nicht mehr gespielt“ Sie sahen mich mit großen Augen und versprachen Besserung. Bei der Gelegenheit zog und ziehe ich vor jeder Erzieherin den Hut. Kein Wunder, dass der Krankenstand bei den Erziehern oftmals hoch ist.

Am Dienstag hatte ich die Kinder im Alter von 6 – 10 Jahre. Und auch bei denen muss sich eine Frau wie ich durchbeißen. Die 10 Jährigen wollen einem gern auf der Nase rumtanzen und davon muss ich sie zu jedem Training abhalten. Bei den meisten gelingt es mit einer Ermahnung, aber eine von den „lieben“ Kindern verhält sich, wie ein Aal, der einem permanent durch die Finger rutscht. Sie sitzt heulend in der Ecke, wenn andere Mädels , nachdem sie einen Blick auf sie geworfen haben und lachen. Sie glaubt, man würde über sie lachen. Umgekehrt teil sie unter anderen aus, dass es nur so raucht. Nun überlege ich schon seit Tagen, wie ich dem Mädchen bei kommen kann.

Am Mittwoch zwei Trainingseinheiten mit Vorschulkinder. Die waren alle lieb und hatten Spaß. Zum Glück kamen die Kinder nicht aus der Innenstadt, denn die Innenstadt wurde am Mittwoch Vormittag evakuiert.

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Gammeltag

Noch heute erinnere ich mich an die kleinen Anekdoten meines Vater, wenn er von seinen Beobachtungen um unser Haus erzählte. Wir lebten auf dem Land, ein einfaches Leben, aber nicht langweilig. Ich hatte eher die Jungs als die Natur um mich herum im Blick. Am frühen Morgen kam ich nur aus dem Bett, wenn der Wecker mich gnadenlos dazu aufforderte. Ich war eine Langschläferin.  Mein Vater, der Frühaufsteher der Familie, war jedoch schon lange vor meinem Aufstehen in Haus und Garten unterwegs.

Ab und an erzählte er, was er auf unserem Hof in der Natur beobachtet. Ich glaube, es kannte jeden Vogel, der sich in unseren Garten einnistete. Und auch so war das liebe Vieh, wie Hühner, Hähne, Katzen und Hund, unterwegs und hatte wie mein Vater so seine Gewohnheiten. Er sah, was ich nicht sah. Doch heimlich beneidete ich ihn für seinen Fähigkeit die Natur um ihn herum zu beobachten. Ich hatte damals nicht gedacht, dass es auch auf einen einfachen Bauernhof spannend sein kann.

Erst als ich vom Land in die Stadt zog, spürte ich, wie sehr mir die Natur fehlte. Ich landete in einer Betonstadt. Die Neubaugebiete der Stadt schossen aus dem Boden und ich fühlte mich zwischen den Betonwänden regelrecht eingeklemmt. Es sollte mehr als 10 Jahre dauern, bis ich mich an den Stadtleben gewöhnt hatte.

Heute bin ich in die Jahre gekommen und meine Blickrichtung hat sich geändert. Nicht  mehr die Jungs stehen bei mir ganz oben auf der Liste, sondern die Natur. Sie ist logischerweise in einem Wohngebiet, den man früher Plattenbausiedlung nannte, nur mäßig üppig. Die Innenhöfe sind begrünt und hier und da ein paar Grünflächen. Naja.. eine Stadt ist halt kein ländliches Gebiet.

Mein Innenhof ist meine grüne Oase, wenn ich aus dem Fenster schaue. In Sommer ganz angenehm, im Winter  eher grau in grau. Trotzdem halt ich den einen oder anderen bildlichen Eindruck fest, wenn ich mal wieder einen Gammeltag einlege, so wie gestern, als die Sonne die weiße Wäsche im Sonnenlicht das Geäst  durchscheinen ließ.

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frische Wäsche

Aber auch tierisches Leben regt sich wieder, wenn die Sonne den Tag erstrahlen lässt. Die Amseln im Hof sind an solchen Tagen in einer lautstarken Unterhaltung vertieft.

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Frau oder Herr Amsel

Immer, wenn ich das natürliche Leben in der kleine Oase vor meinen Balkon beobachte, denke ich daran, wie mein Vater dies früher auch tat. Sohnemann würde mit Sicherheit abwinken, denn er ist heute so alt, wie ich damals war. Er hat noch andere Dinge im Kopf als leuchtende Wäsche auf dem Innenhof oder zwitschernde Amseln 😉

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Emotionen, Erinnerung, kunterbunt, Leben, Menschen, Natur, Tierleben, Tränen, Wissen

mein gesunder Menschenverstand

sagt mir, das unsere Lebensmittel nichts mehr mit dem Leben zu tun haben. Aus ihnen wird mehr und mehr ein technisches Produkt, selbst aus tierischen Nahrungsmittel werden technisches Produkte, in der das Tier als lebendiges Rad im Getriebe eingesetzt wird. Wider besseren Wissens, dass es so nicht weiter gehen kann, wird weiter gemacht.

Vielleicht hier und da etwas entschärft, d.h. die Legehenne darf, statt in einem Käfig in der Größe eines DIN A 4 Blattes ihre Eier auf ein Fließband rollen zu lassen, wieder auf den Boden oder sogar ins Freiland und scharren, wie es die Natur für sie vorgesehen hat. Aber an die blutigen Massaker, die die frisch geschlüpften männlichen Küken über sich ergehen lassen müssen, mag ich gar nicht denken. Ich frage mich, wer sich solch eine Gräultat überhaupt ausgedacht hat.

Ich bin ein Kind vom Lande, wie man so schön sagt. Ich erlebte die Landwirtschaft noch, wie man sie schon Millionen Jahre führte. Das hatte auch seinen Preis. Den wollen wir heute nicht zahlen. weil unsere Sinne nach anderen Gütern steht. Aus uns Menschen wurden Verbraucher, die ständig Hunger nach Neuanschaffungen befriedigen wollen und müsse  (ein)sparen und fängt bei den Lebensmitteln an.

ostern-018Die Osterzeit naht und die Küken werden gern als Symbol für die Festtage genutzt. Ein Bild der heilen Welt, die es nicht mehr gibt, wenn ich an die Tierhaltung und die Schredder denke.

Es wird Zeit fürs Umdenken.

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Emotionen, Erinnerung, Kinder, Leben, Menschen, Tränen

Lebenzeichen

Meine Mutter gab uns Kinder immer einen gut gemeinten Ratschlag:“Willst du was gelten, dann erscheine selten“  Das ist aber nicht der Grund  bei mir, warum ich mich hier so rar gemacht habe. An manchen Tagen fehlte mir die Muse und an anderen Tagen die Zeit. Da kann eine kurze Sendepause Wunder wirken und die Schreiblust kehrt wieder zurück, so wie heute.

Die letzten Wochen waren bei mir auch nicht ohne. Arbeiten und Haus voller Leute. Meine Tochter kam wieder mit ihrer 4 köpfigen Kinderschar zu Besuch und meine Wohnung war eins fix drei von Kindern überflutet. Ab nächstes Jahr springt ein weiter Hüpfer durch meine Wohnung, denn dann reist meine Tochter mit ihrer 5 köpfigen Kinderschar an.  Eine Überalterung in unserer Familie ? Weit gefehlt. Meine zahlreichen Enkelkinder lassen das Durchschnittsalter unserer Familie kräftig absinken.

Zum Glück müssen wir uns als Familie keine Sorgen um unsere Zukunft machen, müssen keine Angst haben, dass uns Bomben auf den Kopf fallen oder Terroristen unsere Familien auseinander reißen oder zerstören.  Wenn ich täglich die Bilder mit den Flüchtlingen sehe, die zur Zeit Europa erreichen, dann zerreißt es mich fast das Herz. All die kleinen Kinder, die aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden und mit ihren Eltern in eine neue bessere Zukunft flüchten.

Die Tränen konnte ich nicht mehr zurück halten, als das Bild von dem kleinen 4 Jährigen ertrunkenen Körper am Strand um die Welt ging.  Von welchem Leid zahlreiche Familien heimgesucht werden können, zeigen die aktuellen Bilder der Flüchtlingsströme. Ihre Angehörigen im Heimatland werden auf ein Lebenszeichen von ihren Lieben auf der Flucht vor Krieg uns Terror warten.

Ich hoffe für alle, die auf eine neue bessere Zukunft hoffen, diese auch in Europa bekommen,, auch wenn sie nicht in allen Ländern willkommen sind.

In meinen Lebenslauf kann ich auch auf eine Episode zurück blicken, die von Flucht gekennzeichnet war. Weil vor zig Jahren der Scheidungskrieg so heftig in eigenen Haus war, beschloss ich mit meinen damals 6 jährigen Sohn an der Hand – die Tochter war zu der Zeit im Ferienlager – nach der Arbeit einen Schlafplatz bei Freunden und Bekannten zu finden. Jeden Abend nach der Arbeit suchte ich andere Freunde und Bekannte und Verwandte auf, die mich bei ihnen übernachten ließen. Das war natürlich keine Dauerlösung, sondern nur zur Überbrückung, bis ich eine eigene Wohnung bekam, in die ich mit den Kindern einziehen konnte.

Fast alle halfen mir, aber einer meiner Verwandten schlug die Tür mir vor der Nase zu. Er lies mich mit meinem kleinen Sohn an der Hand in die Nacht ziehen. Er wollte meinen Ex-Mann damals nicht in den Rücken fallen oder hatte sogar Angst vor ihm. Weiß der Teufel, was damals in seinem Kopf vor sich ging. Später als alles ausgestanden war und ich nach etlichen Monaten wieder ins normale leben zurück fand, konnte er sich bei mir gar nicht genug bei mir entschuldigen. Er hätte damals Angst vor meinen Ex-Mann gehabt und und und . Ich sah, wie sehr unter seiner damaligen Entscheidung litt und seid dem von schlechten Gewissen geplagt wurde. Ich sagte ihm. es wäre schon ok. aber das schlechte Gewissen deshalb konnte ich mit den wenigen Worten nicht nehmen.

Der Ausnahmezustand damals, in dem ich jeden Abend nach der Arbeit eine Schlafstätte suchen musste, dauerte 3 Wochen, dann endlich konnte ich mein eigenes Reich beziehen und mich um eine neue bessere Zukunft kümmern. Doch zunächst hatte ich mit mir selber zu tun. Ich musste all die Endrücke verarbeiten, denen ich durch die Scheidung damals ausgesetzt war. Nicht nur das mein Mann damals mit Gewalt die Familie zusammen halten wollten und ich plötzlich einem fremden Mann vor mir sah, nein, auch zahlreiche Freunde entpuppten sich als Schein-Freundschaften und ich musste auch erleben und verarbeiten, dass es Menschen in meinem Umfeld gab  die mich in höchster Not anwiesen.

Ich war für Wochen und Monate traumatisiert.

Ostseemaus

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kunterbunt, Leben, Menschen

Verbindungen–Versprechungen

wallpaper-551015So sieht das Leben mit Kinder und Kindeskinder aus. Immer was los, immer laut. Jeder sucht sich seinen Platz im Raum, seinen Platz in seiner Familie und das täglich neu, übernimmt in der Familiendynamik eine Rolle, die ihn prägt und noch lange begleiten wird.

Die Zeit, als ich als Mutter von einer kleinen Kinderschar umgeben war, ist vorbei. Meine Kinder sind groß und selbstständig und mit ihrer eigenen Kinderschar beschäftigt. Damit ist mein Platz klar, ich bin einfach nur da – nicht mehr und nicht weniger. Für niemanden außer für mich muss ich sorgen. Doch Sorgen mache ich mir trotzdem ab und an.

  • ich mache mir Sorgen um die Zukunft meines jüngsten Sohnes
  • ich mache mir Sorgen um die Zukunft meiner Enkelkinder. Welche Welt erwartetet sie, wenn sie erwachsen sind?
  • wie wird die Zukunft ihrer Kinder aussehen? Wird die übernächste Generation meiner Nachkommen die Welt nur mit Schutt und Müll erleben?

Unschwer zu erkennen, was meine Sorgen ausmacht, sind eine Art Zukunftsangst, die an die Gegenwart und Vergangenheit  gekoppelt ist. Sie sind die Verbindungen zwischen meinen Nachkommen und mir , zwischen den Zeitebenen, die nicht nur aus unsichtbaren Fäden bestehen, die sind wie Kettenglieder, die fest ineinanderreifen.

Die heile Kinderwelt, meine heile Kinderwelt zerbrach mit dem Erwachsen werden.

  • Warum kann die Welt nicht heil bleiben?
  • Warum ist das Abbild im Kopf von der Welt so falsch, dass es beim Abgleich zerfällt?

Das heißt, nicht die Welt zerfällt, sondern das Abbild von der Welt  und den Menschen, die in ihr leben.  Sie halten nie, was sie versprechen. Sie kamen wie ich auf die Welt und versprachen sich wie ich viel vom Leben. Doch dann vergeuden sie vielleicht ihr Leben mit Langeweile und Ablenkungen jeder Art, wie ich?

Ich versprach meinen Mitmenschen einiges, Versprechen, die wohl ich auch gebrochen habe

  • Den Partner glücklich zu machen
  • Den Kindern gute Eltern zu sein
  • Die Welt besser und schöner zu machen

Da frage ich mich, was ich mir vom Leben versprochen habe und welche Versprechen ich anderen gab?

Und überhaupt, was ist ein Versprechen?

  • Eine Vereinbarung zur Sicherheit – mit der Welt – mit den Mitmenschen?

Warum gab ich überhaupt ein Versprechen ab?

  • wollte ich gut dastehen?
  • wollte  ich jemanden beruhigen?
  • wolle ich mich beruhigen?

Die Zeiten, als ich Versprechungen abgab, sind schon lange vorbei. Ich halte nur meine Termine ein, sonst nichts

Ab und zu kommt es mir am Morgen vor, dass der Tag verspricht gut zu werden. Das ist aber nur so ein Gefühl, eine Ahnung, eine Vorahnung. Manchmal fällt ein Ereignis in den Tag, dass das Versprechen von guten Tag nichtig macht. Und dann verspricht des Tag aber doch ein gutes Ende zu nehmen.

Ostseemaus

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extrem und schön

Wer`s  glaubt, wird selig. Nach diesem Leben, ein neues Leben zu bekomme, daran glauben nur der Gläubige. Der nüchterne Betrachter sieht die Realität anders. Es gibt nur ein Lebern das gelebt werden kann und dann ist Schluss mit lustig. Und wer sein aktuelles Leben vertrödelt, der kann den vertanen Jahren  am Ende seines Lebens nachheulen oder auch nicht.

In meinem Kopf pendelt diese Einstellung zur einer möglichen Wiedergeburt hin und her. Mein rationaler und gesunder Menschenverstand sieht darin eine Unmöglichkeit, mein Glaube an das Überleben meiner Energie nach meinem Ableben lässt mich zu einem anderen Abschluss kommen und deshalb konditioniere ich mein Karma schon mit Wünschen für mein nächstes Leben auf Erlebnisse, die ich in diesen Leben nie erleben werde. Bestenfalls als Zuschauer kann ich z.B. dem Lebensgefühl folgen,  das die Extremsportler in diesem Clip für die Zuschauenden festgehalten haben. Und sicher ist, wenn ich noch mal auf die Welt komme, werde ich meinem Körper nicht mit Party machen und rauchen schädigen, sondern ihn ihn andere Dinge erleben lassen, die mir keinen Kater bereiten,  werde nach den Aufwachen sondern in späteren Jahre, wenn das Bewusstsein erwacht. Große Worte, die, so hoffe ich , in Gottes Ohren vordringen.

Mit einer speziellen Kamera, die am Helm befestigt ist, erlebt der Zuschauer in diesem Clip die sportlichen Aktivitäten aus der Ich – Perspektive. Aber wie mein Yogalehrer immer zu sagen pflegt: “Glaub mir kein Wort. Finde es selber heraus” und schau es dir an.

Ostseemaus

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plötzlich und unerwartet

“Ich bin ja noch neu” war die Erkenntnis von Sohnemann, als er als kleiner Junger erkannte, dass das Leben endlich ist. Ein beruhigendes Gefühl, wenn man als Mensch das Leben noch vor sich hat. Man fühlt sich unverletzbar, das Leben kann einem nichts anhaben und der Tod schon gar nicht. Krankheit und Tod gibt es nur für die anderen. Und wenn überhaupt, ist das eigene sterben nur im Greisenalter zu erwarten, dann, wenn der Körper ermüdet und schlaff in den Seilen hängt.  Eine Schutzblase, sie solange hält, bis es Menschen trifft, die in der eigenen Generation wie man selbst oder sogar noch jünger ist..

Gestern sah ich beim Zappen und vor dem Schlafen gehen  noch einen Bericht über den plötzlich und unerwarteten Tod die Schauspielerin Chantal de Freitas. Ich kannte sie nicht, erfuhr in dem Zusammenhang, dass sie mit den mir eher bekannten Schauspieler Kai Wisinger verheiratet war. Über die Todesursache der jungen Frau ist man sich nicht im klaren, sie sei plötzlich und unerwartet gestorben.

Schicksale, die es sich täglich mehrere gibt. Plötzlich wird ein Mensch mitten aus seinem Leben und dem Kreis seiner Angehörigen gerissen. Vielleicht hätte ich diesem kurzen Bericht doch nicht so intensiv folgen sollen. In der Nacht wälzte ich mich von einer Seite auf die andere. Egal, auf welcher Seite auch ich lag, die Schaurigkeit des Todes streifte mich auf jeder Seite. Die Morgendämmerung konnte die ewige Dunkelheit des eigenen Endes auch nicht erleuchten. Bereits verstorbene Verwandte und Bekannte kamen mir in den Sinn. Der Vater meines Sohnes, der mit 41 starb. Er kam eines Abends nach Hause, klagte über Unwohlsein und überlebte die Nacht nicht mehr. Meine Freundin, sie war nur leicht erkrankt , sich schonen wollte und sich zur Erwärmung einen Tee zubereitete. Sie nahm sich den frisch gebrühten Tee mit ans Bett und kam nicht mehr dazu, ihren Tee zu Ende zu trinken, sie verstarb, bevor sie die Tasse leeren konnte.

  • Für den Rest der verbleibenden aber schon hellen Nacht quälten mich viele Fragen.
  • Wann wird es für mich so weit sein?
  • Wann und wie wird es geschehen?
  • Werde ich einen schweren Weg des körperlichen und geistigen Verfalls gehen müssen?
  • Oder erwischt es mich plötzlich und unerwartet?
  • Werde ich alles, was ich im Leben noch zu erledigen habe auch schaffen?

Schon seid längerem  spüre ich innerliche Aufräumarbeiten, versuche zu Menschen, an die ich in der Vergangenheit mit Groll dachte, eine neue versöhnliche Sichtweise zu finden. Das ist mein Weg, meinen irdischen Frieden zu finden, damit auch  mein himmlischer Frieden möglich ist.

Weil ich ja nicht mehr “neu” bin, muss meine Seele sich mit der der eigenen Endlichkeit auseinandersetzen. Sie tut es auf ihre Weise, mal über Träume oder sie nimmt Impulse aus  Berichte über den viel zu frühen Tod einer junger Frau, die noch mitten im Leben stand, auf.

Nach viel zu wenig Schlaf und noch schlaftrunken, will ich wissen, ob die Sonne noch für mich scheint. Ein strahlend blauer Himmel begrüßt mich, die Sonne hüllt die Welt in ihr gelbes Licht ein. Die Schaurigkeit der Nacht fällt von mir ab und mein Blick auf den Krankenwagen, der vor der Tür steht.

Diesmal ist er nicht für Sohnemann, denke ich erleichtert, denn für ihn stand der Krankenwagen schon häufig vor der Tür. Auch wenn er noch “neu” ist, das Leben hat ihm schon gezeigt, dass er verletzlich ist.

Das Leben geht weiter und weiter und weiter und weiter und weiter und irgend wann auch ohne mich.

Ostseemaus

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