Kaum zu glauben

..das ich 160 Minuten am Stück und ohne Pause im Kino auf einen Fleck saß und dabei die Zeit vergaß. Und bei einer 160 minütigen Filmvorstellung muss man nicht nur gutes Sitzfleisch haben, sondern auch Ausdauer und an der Geschichte dran bleiben können. Als ich das Kino verließ, waren fast 3 Stunden ins Land gegangen und ich hatte mich kein bisschen gelangweilt.

Als erstes war ich froh, dass ich als Fan von Brad Pitt den Schauspieler wieder für mich ganz allein hatte. Nachdem er für mich aus dem Schattendasein seiner Noch-Ehefrau und starren Posen auf den roten Teppich neben seiner Noch-Ehefrau, wieder hervor trat, nehme ich ihn auch wieder als Schauspieler, als guten Schauspieler, als sehr guten Schauspieler wahr. Hätte er mich damals gefragt, ob er die Frau, der die Welt zu Füßen lag, heiraten sollte, hätte ich ihm davon abgeraten. Aber er hatte mich nicht gefragt, wozu auch. 😀 Aber mein Gefühl hatte mich damals doch nicht getäuscht und ich hatte die Worte, die ein Kritiker sogar in einem Artikel über ihn schrieb „seit dem sähe Brad Pitt aus, als wäre er von einem Laster überfahren worden“ mehrfach unterschreiben können, aber der Rest der Welt sah ja das anders.

Im Film „Onve Upon a Time …in Hollywood“ nahm ich Brad Pitt die Rolle des starken Mannes ab und jede Großaufnahme von ihm erfüllte mich mit Freude über seine Rückkehr und nicht nur das, er konnte wortlos sogar die Zuschauerraum mit eine Präsenz füllen, die nach seines Gleichen sucht.

Aber auch Leonardo diCaprio begeisterte mich ohne Ende. Der häufige Wechsel zwischen den unsicheren Schauspieler, den er im Film darstellte und der Rolle des harten Westernitalo, zwischen der er für den Zuschauer häufig wechselte, zog mich so sehr in den Bann, dass ich ihm jeder Szene zu 100 % abnahm. Außerdem ist diCaprio wegen seiner Hochhaushohen von 5 .000. 000 Dollar Spende für die Aufforstung des noch brennenden Amazonasgebietes auch als Aktivist im Kampf gegen den Klimawandel ans Herz gewachsen. Es ist nicht nur ein grandioser Schauspieler, sondern auch ein großartiger Mensch.

Eigentlich saß ich während des ganzen Filmes auch ein bisschen auf Kohlen, denn ich wusste ja, wie der Film ausgehen würde. Die Geschichte um die damaligen Morde kannte ich ja schon durch zahlreiche Dokumentationen . Die junge, kurz vor der Geburt stehende Mutter würde sterben und weitere 6 Personen, die mit ihr sich im selben Haus aufhielten. Als der Couwdown dazu angeschoben wurde, hielt ich mir schon mal Augen und Ohren zu und blinzelte nur ab und zu auf die Leinwand. Und dann war es soweit, die Hölle ging los und wie man als Zuschauer von Tarantino-Filmen gewöhnt ist, es floss und spritzte Blut, jede Menge Blut und die Schreie der Sterbenden waren wie nicht mehr von dieser Welt.

Für mich völlig unerwartet, lenkte Tarantino das damalige grausige Ende in eine ganz andere Richtung. Das war für mich so ein genialer Schachzug vom Regisseur, das ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam. Und, nicht nur das, Tarantino ist es gelungen, mich während des ganzen Filmes unter einer diffusen Spannung zu halten, weil ich ein bestimmtes Ende erwartete und schon auf halber Strecke die arme junge hochschwangere Frau um ihr Schicksal im Film bedauerte.

Eine tolle Kritik zum Film – wer sich 15 Minuten Zeit dafür nimmt, wir vieles über die Vielschichtigkeit des Filmes, des Regisseur, der Darsteller erfahren.