keine Fehlanzeige

Wie ein Schlag aus dem Hinterhalt traf es mich. Wer Migräneanfälle kennt,weiß wovon ich rede. Nichts ahnend legte ich mich am Samstag abend ins Bett und wurde am Morgen von einem Quietschkopf geweckt. Anders kann ich das Gefühl nicht bezeichnen. Der Kopf fühlt sich einseitig – in meinem Fall rechts –  wie eine quietschige Masse an. In der Hoffnung, das das schnell wieder vorbei geht, zog ich mir die Bettdecke wieder über den Kopf.

Mir war klar, entwickelt sich daraus eine Migräne, werde ich ihr hilflos ausgeliefert sein, denn Tabletten, die den Schmerz dämpfen, hatte ich nicht im Haus. Daran denke ich leider immer erst, wenn es zu spät ist. In der Woche ist da ja auch nicht so dramatisch, aber am Sonntag? Da hat keine Apotheke auf.

Wie befürchtet, um 10 Uhr stand ich mitten drin in der Hölle der Migräne. Nicht sitzen, nicht liegen, nicht stehen, nicht laufen, kein Licht, nicht essen, nicht schlafen,nicht wach sein Am besten wäre,ich löse mich auf und so verkroch ich mich noch mal unter meine Decke. Die Sonne schien grässlich in meinen Wohnung und jeder Lichtstrahl en Stich über das Auge mitten ins schmerzende Hirn.

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Störfeuer

wpid-20140902_135100.jpgMein Frühstück im Bett ist ausgefallen, es hat auch in der Vergangenheit nie eins gegeben, aber gegen ein frisch gebrühten Kaffee am Bett habe ich nichts. Doch heute wollte auch dieser mir nicht richtig schmecken. Obwohl draußen sonnenklarer Himmel, in meinem Kopf sieht es eher düster aus. Nach dem ersten Augenaufschlag ist klar, mein Schädel brummt mal wieder. Bohrt in meinem Kopf ohne Pause und macht nicht nur üble Laune, sondern auch Augenstechen.

Ich will den Übeltäter ausfindig machen “Vielleicht war´s mein Abendbrot?“ Die zahlreichen künstlichen Zusatzstoffe in den Lebensmittel machen mir oft schwer das Leben schwer. Einige Lebensmittel sorgten schon in der Vergangenheit dafür, dass ich morgens wie verkatert aufwache. zahlreiche Lebensmittel habe ich deshalb schon ausgemustert, andere vielleicht noch nicht ausfindig gemacht.

So wie mein Einkaufszettel heute zu Tage aussieht, kann ich jeden Supermarkt links liegen lassen und wäre mit dem guten alten “Tante Emma Laden” gut bedient. 80% der Lebensmittel im Supermarkt haben einfach zu viele Zusatzstoffe, die den Geschmack aufbessern sollen oder das Produkt für immer frisch aussehen lassen sollen und und und..die Trickkiste der Lebensmittelindustrie ist umfangreich.

Ohne Tablette geht es heute aber nicht. Sonst würde ich im 3 Minutentakt mir meine empfindlichen Augen reiben, weil die Sonnenstrahlen wie Nadelstiche in meine Augen bohren.

Die erste Tablette wirkt, doch der dumpfe Schmerz hält sich    wie 3 Wetter Taft unter meinen Haaren. Doch der Schmerz stört meinen Tagesablauf nicht mehr.

Bevor ich mich in den Tag stürze, krame ich noch mal den Artikel aus meine Yogazeitschrift raus. Da war doch was über Kopfschmerzen? Richtig, ich werde fündig:”

“Sind alle Doshas gereizt, beginnen die Kopfschmerzen bei Sonnenaufgang, nehmen mit den Verlauf der Sonne zu und werden nach Sonnenuntergang langsam weniger. Sie sitzen in den Augen und den Augenbrauen. Es handelt sich um pulsierende, sehr starke Schmerzen. Der Patient versucht, durch Ruhe und Lichtschutz den Tag zu überstehe”.

Ok..das passt genau so möchte ich heute den Tag an mir vorbei ziehen lassen, Ruhe und verdunkeln.

Doch ohne Moos nix los, so muss eine weitere Tablette mir über den Tag helfen.

Ein kleiner Selbsttest ergab..ich bin ein Pittatyp 

Pitta besteht aus den Elementen Feuer und Wasser und gilt als Energie der Erhitzung. In unserem Körper reguliert es alle biochemischen Vorgänge, ist verantwortlich für den Stoffwechsel und die Verdauung. Ist Pitta im Gleichgewicht, sorgt es für Aufnahmebereitschaft, Verständnis und Lernfähigkeit. Ist es im Ungleichgewicht kann es Wut hervorrufen, Verdauungsstörungen oder Entzündungen.

Der Vollstänigkeit halber muss noch gesagt werden, dass der Mensch alle Doshas in sich trägt, doch eins davon ragt mitunter heraus.

Ostseemaus

Umgehau´n

Sie schlich sich ein..leise und unbemerkt. Die rechte Schläfe zeichnete sich bis unter den rechten Wangenknochen metallisch ab. Es fühlte sich an. als würden die Knochen einem Metall weichen, dass unter Spannung liegt, dessen Umrandung sich um meinen ganzen Kopf wie eine Würgepflanze schlingt, die den Kopf langsam zusammenzieht. Der Körper schaltet seit letzen Abend scheinbar wahllos zwischen warm/ kalt und zwischen Übelkeit/Brechreiz hin- und her. Wer noch keine Migräne hatte, der weiß nicht wovon ich rede. Als ich heut früh aus dem Fenster sah, war mir klar, was mich derart umgehau´n hatte. Der Wetterumschwung von mild auf kalt mit der Schneefront, die in Regen überging, war der Grund dafür. Draußen alles wieder weiß und wenig später verschwand der Schnee. Nur dicke Flocken von Himmel zwischen Sonne und Wolken fielen zu Boden, ohne das sie als solche wirklich ankamen.

Hat die Migräne sich erst ungehindert eingenistet, dann lässt sie mich so schnell nicht mehr los. Ich flüchte an die frische Luft, damit der Wind den Kopf  abkühlen kann. Ich nutze die Zwangspause für einen Stadtbummel. Ich war das letzte mal dort unterwegs. als ich meine letzten Weihnachtseinkäufe machte.

Mit mir sind einige wenige in der graue Stadt unterwegs Die Geschäfte sind nicht besonders angefüllt und viel zu warm. Ich ertrage es nur kurze Zeit in einem Klamottenladen. Nach wenigen Minuten habe ich das Gefühl, als würden die Klamotten mich umzingeln, mich ersticken. Deshalb befürchte eine allergische Reaktion meines Körpers auf die Warenfülle. Klar, die Händler wollen verkaufen, die Waren sollen dem Verbraucher schon am Leib kleben, bevor er sich für einen Kauf entscheidet. Auch ich schaue mir das eine oder andere Stück an, dass ich gebrauchen könnte..aber eben nur könnte.

Innerlich überhitzt flüchte ich wieder auf die Straße und lass mich weiter treiben. Ein Laden wirbt für mit großen Lettern auf roten Grund den Kunden – Räumungsverkauf – ich folge dem Lockruf.

Der Gestank nach Chemie strömt weit vor die geöffnete Ladentür und überragt im Verkaufsraum alles. Ich frage mich, wie das Verkaufspersonal das erträgt. Ich würde mir bei dem Gestank ernsthaft um meine Gesundheit Sorgen machen. Alles stink gleich..sauer-süß-streng..meine Migräne schlägt noch einmal richtig Alarm. Nichts wie raus hier, die frische Luft ist kostenlos und gesund ist sie auch noch.

Ohne Tabletten werde ich heut nicht über den Berg kommen. Die Migräne schlägt auf meine Stimmung und unterdrückt jeden Tatendrang, ersetzt diesen mit depressiv resignierenden Gedanken, die mich runterziehen. Es ist gar nicht so einfach, sich von düsteren Gedanken nicht mitreißen zu lassen. Ich bin allein unterwegs und habe keine Ablenkung, was die Gedanken im Kopf betrifft. Sie können sich ungestört auslassen und mich mit auf ihre Achterbahn nehmen, wenn ich sie nicht unterbreche.

Also noch mal ins Geschäft um Tabletten zu holen. Der Rostocker Hof ist gleich nebenan. Ein Einkaufscenter, in den viele kleine und große Händler Platz gefunden haben. Doch einer hat wieder die Räume verlassen, hat seine Zelte abgebrochen. Er bot Bücher und CDs an. Aber E-Book und Musik zum runterladen aus dem Internet liefen diesem Unternehmen wohl den Rang ab. Er schrumpfte vor Jahren schon mal. Damals hatten dem Geschäft das Kopieren der CDs zu schaffen gemacht.

An seine Stelle ? Wieder mal ein Klamottenladen

Diese Klamottenläden – besonders von den großen renommierten Ketten – gehen mir schon sowas von auf den Senkel. Die Städte, egal wo ich bin, werden durch sie immer uniformierter.  Das ist sowas von stinklangweilig. Die kleinen Unternehmen, die Mieten sind im Zentrum der Stadt viel zu hoch – mit ihren Besonderheiten werden an den Stadtrand gedrängt und verschwinden für die Masse der Verbraucher. Obwohl ich in der Apotheke mich sofort mit einer Tablette versorgte, zuckt meine Migräne wieder auf. Bloß raus hier.

Auf den Weg zur Straßenbahn bleibe ich am Kino kleben. Soll ich ? Oder soll ich nicht? Eigentlich sollte mein Kopf heute flimmerfrei haben. Aber ein Kino ist kein Bildschirm…es hat eine Leinwand und in wenigen Minuten wurde der Schlussmacher aufgeführt. Regie und Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer. Er ist seid dem Tatortfilm  – Weil sie Böse sind – in meinen Augen ein herausragender Schauspieler, der seinen Zenit noch lange nicht erreicht hat. Er ist ein gebürtiger Norddeutscher, na da freut es mich besonders.

Der Film hatte mich echt umgehau´n und diesmal im positiven Sinne.

Beste Unterhaltung, die sich mit dem Thema Liebe von der negativen Seite nähert. Die Liebe sei nur was für dein Augenblick und würde wie “gewonnen, schon zerronnen” sich schnell wieder verflüchtigen. Dieser Film versucht die alltagstaugliche Liebe zu finden, die auch Krisen verträgt. “Erst drückt der Mann auf die Tube, weil er bei ihr landen will. Wenn er es dann geschafft hat, rücken seine Interessen wieder in den Vordergrund. Doch nun ich ist die Frau verwöhnt” meint der an die ewige Liebe Glaubende. “Jetzt ist die Frau dran”..setzt er fort. Die Frau, die sich eben noch von ihrem Mann trennen wollte, ist von diesem Worten inspiriert will sich ihrer alten verloren geglaubten Liebe auf neuen Wegen nähern.

Das Fazit des Filmes: “Liebe ist nichts für Feiglinge”

Nach dieser guten Kinounterhaltung hat sich meine Migräne verflüchtigt, was bleibt und sicher noch bleiben wird, wird das Nachdenken über das Fazit bleiben. Die Liebe ist schwer fassbar und wenn man sie dann doch in den Händen hält, bemerkt man es vielleicht gar nicht…oder ?

Ich frage mich, ob ich sie schon in der Hand hielt, ohne es zu bemerken oder sie verspielt habe, weil ich sie nicht halten konnte. Ob ich mir diese Frage jemals beantworten kann?

Ostseemaus