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nur 10 Minuten

Warum nicht ?

Warum sollte ich mal nicht früher als gewöhnlich zu Bett gehen? Mein Lieblingsendung hatte ich mir schon einverleibt und damit sollte es für den Abend genügen. Schon öfter nahm ich mir vor, ohne zu zappen den TV nach dem ausgesuchten Programm einfach nur aus zu machen. Dafür muss man heutzutage nicht mal aufstehen. Aber nein, die Fernbedienung scheint mit den Händen verwachsen zu sein und lässt sich nur mit festen Willen abstreifen.

Nur 10 Minuten zappen und sehen, was noch so im TV Programm am laufen ist. Aber aus den 10 Minuten werden 20 oder 30 Minuten und wenn noch was von Interesse im TV läuft, werden aus den 10 Minuten schnell mehr als 1 Stunde und es ist um den Schönheitschlaf vor Mitternacht geschehen. Anschließend frage ich mich, warum? Warum hab ich mich wieder gegen den Schlaf vor Mitternacht entschieden?

Aber gestern Abend erlag ich der weitreichenden Macht der Fernbedienung nicht, nein, gestern Abend war ist entschlossen und die Flimmerkiste hörte mit dem Flimmern auf, weil ich die Macht darüber hatte.

ICH habe die Macht zurück erobert und machte mich ab, ins Bett. Statt Flimmerkiste bis in die Puppen, Schlaf vor Mitternacht, der soll ja besonders erholsam sein.

Gleich einschlafen konnte ich jedoch nicht. Meine Gedanken nagten noch an einigen Problemen und Problemchen, die schon am nächsten Tag auf mich warteten, als mein Schlafzimmer im Blaulicht flimmerte. Ohne Tatü Tataa aber mit viel Blink Blink Blink Blink und das genau unter meinem Fenster. 

Oh..brennt draußen irgendwo die Luft oder der Keller unter meinem Hintern? Warum das Blaulicht ? Neugierig spring ich aus dem Bett, das fährt schon der 2 und der 3 und der 4. Löschzug vor. Die Leiter ist noch nicht ausgefahren, zeigt aber Richtung meinem Haus. Die ersten Feuerwehrmänner bewegen sich in das Haus, 2 Nummer weiter von meiner. Die Feuerwehrmänner sind ruhig, wirken gar nicht hektisch. Krankenwagen und Notarztwagen standen auch schon vor der Tür, wahrscheinlich waren sie schon in der Wohnung, wo der Notruf abgesetzt wurde.

Geduldig reihten die Löschzüge sich nacheinander ein oder schoben sich auf der engen Straße ans  Haus voran. Aber alles blieb ruhig. 

Nach gefühlten 10 Minuten zieht der Trupp wieder ab und alles sieht so aus, als wäre nichts geschehen. Was geschehen war, weiß ich allerdings nicht. Würde ich in einem Dorf leben, wäre mir im Laufe des Tages noch zugetragen worden, was geschehen war. Ich lebe aber in einer Stadt und so bekommt man von den Schicksalen der Menschen, die in der Nachbarschaft leben nur ab und zu solch dramatischen Vorfälle mit. Doch bei wen etwas und was geschehen ist, das erfährt man eher selten.

Dramatisch sah es gestern aus, aber noch der Kürze der Zeit des Einsatzes zu urteilen, ging gestern Abend wohl doch alles glimpflich aus.

Ostseemaus

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..durch die Nacht

Wer nach Malle fliegt und das Nachtleben mitnehmen will, muss eine echte Nachteule sein, denn diese kann bis in die Morgenstunden hinziehen.

Bis Mitternacht sind die Bierzelte prall gefüllt. Knapp bekleidete Mädels drehen und winden sich ununterbrochen nach Ballermann-Musik auf Tanztischen während  Unmengen von Bier durch die Kehlen der Feierwütigen fließen.

Mitte September sind mehr ältere als jüngere auf der Partymeile. Von uns 5 Grazien stürzten sich am ersten Abend nur 4 in das Nachtleben vom El arenal.

Um 24 Uhr ist alles vorbei…die Dröhnung von Musik und Bier hört plötzlich auf und wer mehr Spaß haben will, zieht weiter durch die Nacht. Wie Heinzelmännchen laufen die Angestellten durch das große Partyzelt und haben binnen kurzer Zeit alles bei Seite geräumt und zusammen gestellt.

Das kurz vorher hier noch der Bär tobte, kann man sich bei diesem Anblick nicht vorstellen. Die Unterhaltungsindustrie auf Malle arbeitet am Fließband und die zahlreichen “Heinzelmännchen” im Hintergrund arbeiten wie die Kümmeltürken. Sie haben alle meinen Respekt.

Die Kellner verständigen sich bei der Lärmkulisse nicht nur mit Worten.

Andere  Kellner schleppen de Bierbestellungen durch die Enge der grölenden Massen. Wer da als Kellner den Überblick verliert, kann schon nach kurzer Zeit einpacken.

Aber die Geschäfte laufen auch am Ende der Saison gut. Ein eher zufälliges Bild zeigt den Umsatz, den ein Kellner während einer Schicht machen kann. Wir zahlten grade unsere Rechnung und baten den Kellner um ein gemeinsames Bild. Während er unseren Geldschein einsteckte, bückte er sich für das gemeinsame Bild zu uns unter. Für eine Extrapose ist keine Zeit.

Berauscht stürzen wir uns in die nächste Lokalität. Die zahlreichen Diskotheken preisen schon am Tag ihre Highlights an und an diesem Abend stand Jürgen Drews auf unserem Plan.

 

Nicht nur ich will Jürgen Drews nahe sein. Ich dränge mich unter die erhobenen Arme seiner Fans bis an die Bühne und erlebe ihn fast hautnah, Solange ich Schlager höre, solange ist Jürgen Drews auch dabei. Kaum zu glauben, dass er als “Rentner” die Massen noch so in den Bann ziehen kann. Wer auf der harten Partymeile nichts zu bieten hat wird nach den Worten von Onkel Jürgen “gnadenlos entsorgt”  Diese Sorge muss er nicht haben.

Eng gedrängt zwischen den anderen halte ich meine Position. Rechts neben mir steht ein kleiner Mann, der wahrscheinlich nur die Rücken der Menschen sehen kann. Als ich wenig später eine noch bessere Position erobere, wollte ich ihm einen Platz vor mir anbieten. “Ob er diesen Platz von mir als Frau annehmen wird” ? Ich zweifelte daran. Nach meinem Hin- und Her- Überlegen bot ich ihm mit einer Geste den Platz fast direkt an der Bühne an und er reagierte erwartungsgemäß.

Die erste Nacht war lang und so gegen 5 Uhr lag ich im Bett. Die Beine brummten vom stehen, bummeln und tanzen. Mein Kopf zum Glück nicht. Als Idealgetränk stellte sich für mich der  Longdrink  Wodka-Wasser heraus. Mit dem Gemisch  konnte ich meinen Alkoholpegel gut kontrollieren ….

…um am nächsten Tag wieder fit für die heiße Sonne von Spanien zu sein.

Ostseemaus

Schlaflos in Rostock

Es kann die plötzliche Sommerhitze der Grund dafür sein oder es gibt andere Gründe dafür. Jedenfalls hab ich heute Nacht kein Auge zugetan. Schlaflos lag ich in meinem Bett und die Hand an meine rechte Schläfe gepresst. Damit wollte ich den Innendruck der Migräne ausgleichen. Aber so einfach lies sie sich dann doch nicht vertreiben. Zusätzlich trieben düstere Gedanken in meinem Kopf ihr Unwesen. Sie ließen sich weder im Liegen auf der rechten Seite, noch auf der linken Seite, noch mit dem Kopf nach oben im Bett, noch mit dem Kopf ans Bettende gelegt abschütteln.Sohnemann hat mit einer laufenden Sticksäge in der Hand wieder einen epileptischen Anfall auf Arbeit bekommen. Es lag krampfend am Boden, als man ihn fand. Damit hat sich sein Praktikum vorzeitig beendet. Mutter und Tochter müssen ein neues Verhältnis zueinander aufbauen. Das alte hat sich aufgebraucht. Hat sich als nutzlos und nicht mehr tragfähig erwiesen. Ich fühl mich gelähmt und die Starre will sich mit alten Mitteln nicht lösen. Alle bisherige Lebenserfahrung will nicht greifen, ich muss nach neuen Wegen suchen.

Nur im Sitzen verschwanden all die bedrückenden Gedanken zu den letzten Ereignissen fast widerstandslos wie die Migräne. Sie pochten nicht mehr wie wild an meine Schläfe. Beim leisesten Anflug von Müdigkeit wollte ich all die nächtlichen Quälgeister überlisten.  Aber diese Nacht ließen sie einfach nicht locker. Quälten mich im Kopf und in meiner Seele. Es ist schon 5 Uhr durch.

Nun sollte der Fernseher alles vertreiben, was mir die Nacht verhagelte. Mit einem frisch gebrühten Kaffee sah ich mir bei Arte “Das Böse – Warum Menschen Menschen töten” an. Irgendwie passte dieser Bericht in meine niedergeschlagene Stimmung. Dem Bösen ist  sehr schwer auf die Spur zu kommen, so stellten die Wissenschaftler und Psychologen fest. Es verstellt sich so perfekt, dass Außenstehende es nicht erkennen. Das Böse hat keine Emotionen, kein Mitgefühl. Alles ist ausgelöscht und mit neuem Verhaltensmustern überschrieben. Alles hat seinen Ursprung in der Kindheit, fasst ein Wissenschaftler zusammen.

Nach dem Bericht bin ich schlauer. Ich überlege, ob ich auch mal so richtig böse sein kann. So in die Enge gerieben, vielleicht? Vielleicht würde sich das Böse in mir entfalten können. Aber das wäre eher eine Ab- oder  Notwehr und keine vorsätzliche Handlung aus der bösen Seele heraus.

Ich kann, so glaube ich, nicht wirklich böse sein, höchstens auf meine Schlaflosigkeit, die mir den Nachtschlaf geraubt hat. Mittlerweile ist es 6 Uhr durch und ich kann mir frische Brötchen holen. Also werde  ich mir frische Brötchen holen und für den Rest des Tages so tun, als wäre nichts geschehen. Als hätte ich die Nacht im Tiefschlaf verbracht und das Hin- und Herwälzen war nur ein böse Traum

Die schon aufgeheizte Sommerluft strömt in mein Schlafzimmer. Das wird ein heißer Tag. Der Frühnebel steigt von den Wiesen auf und bringt die Natur in ein erfrischendes Licht

Blick aus dem Schlafzimmer um 6 Uhr