Nachlese Jahreswechsel (2)

Am Neujahrmsmorgen erwachte ich mit einem „Quietschkopf“. Den habe ich gewöhnlich nur, wenn ich zu kräftig ins Glas gesehen habe. Der alkoholfreie Sekt dürfte also keine Aktien darin haben. Also war der Infekt noch dabei, sich zu entfalten und ich musste ich wieder mit einer IBU gegensteuern und den ersten Tag des neuen Jahres damit starten.

Als nächstes wunderte ich mich, dass schon wieder ein Jahr hinter mir lag und ich wieder mal nicht wusste, wo das vergangene Jahr geblieben war. Warum läuft einem die Zeit nur immer so schnell davon und das von Jahr zu Jahr schneller? Ich las mal über das Phänomen Interessantes.😏 Im Alter konzentriert man sich mehr auf Termine und den Alltag und freut sich weniger über die Highlights, die man vor sich hat, wenn man sich überhaupt noch welche in sein Leben mit einplant. Ich erinnere mich heute noch lebhaft daran, dass ich vor lauter Vorfreude auf den bevorstehenden (Dorf)Tanzabend schon 14 Tage die innere Spannung darauf aufsteigen ließ. Heute hacke ich oft die Feiertage einfach nur ab und gehe sofort zum nächsten Tagesordnungspunkt über. Mit anderen Worten, ich lebte nur und erlebe zu wenig und erschaffte mir zu wenig Erinnerungen aus meinen alten Tagen.

Doch für den Neujahrstag 2020 sollte es anders werden. Mit meinen Mädels wollte ich mir das größte Neujahrsevent in Europa ansehen und mir die 21. Inszenierung rum um den Warnemünder Leuchtturm ansehen. In dem Zusammenhang mache ich hier mal die Feststellung, dass das mein 2. Besuch zum Turmleuchten war, d.h 19 mal schaffte ich es nicht, meinen Hintern von der Couch zu hieven. Zu kalt, zu dunkel, zu ungemütlich, zu nass, an Ausreden erfinden wurde ich nicht müde. Sah ich am nächsten Tag die zahlreichen Videos, die man auf Youtube online stellte, ärgerte ich mich über mich selbst.

In diesem Jahr gab es für mich keine Ausreden. Einmal. weil ich meinen Enkelkindern das Feuerwerk zeigen wollte. Auch das Wetter war auf unserer Seite. Keine Wolken am Himmel. kein Lüftchen, das wehte und die keine Minusgrade, die uns hätten kalte Füße beschwert hätten. Nichts dergleichen.

Wir mischten uns unter die 90 000 Besuchern, die sich entlang der Promenade und am Strand versammelten. Zum Glück hatten die Mädels kein Problem mit Menschenmassen und so zwängten wir uns mutig unter die Massen, ergatterten sogar einen der vordersten Plätze. Wir würden also ganz nah dran sein. Dafür nahmen wir aber auch eine 90 minütige Wartezeit in Kauf. Achja….. wenn man auf ein Ereignis wartet, können 90 Minuten ja soooo lang sein.

Dann war es endlich soweit. Der Button für den Start wurde auf der Bühne vor den Leuchturm betätigt und wenige Sekunden später tauchten die Zuschauer in eine zauberhafte Welt von Licht, Laser, Musik und Feuerwerk ein, die unter dem Motto „Schicksal“ lief und mit dem Worten eingeleitet wurde: „

„Es ist sinnlos, im Alter das Leben zu verlängern , die Jugend soll man verlängern. Das Leben ist dazu da, dem Schicksal den Kampf anzusagen.“

Das ist nur eine klitzekleine Auswahl an Bildern. Massig Bilder und viele Videos befinden sich auf meinen Handy. Auf Youtube findet man zahlreiche Vollversionen auch von den zurück liegenden Jahren. Wer möchte, kann sich auf Youtube die komplette Show ansehen. Doch live ist live und das live erleben kann kein Video ersetzten und Erinnerungen schaffen. Erinnerungen, auf die man immer, wann man es möchte, zurück greifen kann.

Jeder Song, jedes Bild, was durch Feuerwerk, Licht und Laser am Himmel geschaffen wurde, erzeugte in mir eine Emotion und besonders emotional war für mich wieder der traditionelle Teil dieses Show, der denen gedenkt, die nicht mehr unter uns weilen und mit den Worten: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ eingeleitet wurde. Auf diese Weise brachte man die Lieben, die nicht mehr auf dieser Welt sein dürfen, nochmal zurück und lies sie in unserem Inneren daran teil haben.

Ein unvergesslicher Abend, ein unvergesslicher Jahresbeginn.

full house oder die Königstrasse?

Karten sind neu gemischt

Zum Jahresbeginn werden die Karten für das eigne Leben neu gemischt. Die Punkte des letzten Jahres sind auf einem Zettel notiert und zählen sich jährlich mit den schon vorhandenen Zusammen. So wie bei einem  Kartenspiel hängt  ein Teil des eigene Leben auch vom Glück ab. Ich kann noch so clever sein , doch bleibt ein Teil meines Lebens vom Glück abhängig.

Eine Trumpfkarte für dieses Jahr in meiner Hand, das wäre nicht schlecht. Halte ich sie schon in meiner Hand? Wenn ja, dann hoffe ich, das ich rechtzeitig erkenne, wann ich sie auszuspielen habe. Oder aber , ich behalte den schwarzen Peter in der Hand und habe das Nachsehen, während andere auf der Gewinnerseite sind.

Der Jahreswechsel regt mich immer wieder auf´s neue an, über die Inhalte meines Lebens nachzudenken. Will ich alles so weiter machen wie bis bisher oder stehen dringende Veränderungen an. Ich sortiere sozusagen das Blatt in meiner Hand so, dass ich schnell einen Überblick bekommen, welche Karten ich behalten sollte und welche ich besser ablegen sollte, damit  sie am Ende des Jahres nicht als Minuspunkte in die Gesamtrechnung eingehen. Dann hoffe ich noch auf das Glück, das mir eine Karte zufällt, die mein Leben einfacher macht. So hätte ich mehr Zeit Dinge zu tun, die ich schon immer mal machen wollte, sofern ich sie nicht vergessen habe.

alles gute

Allen Lesern

dieses Blog wünsche ich

ein erfolgreiches, gesundes und frohes neues Jahr 2015

Ostseemaus

gesundes Neues

So..als wäre es gestern gewesen. Hatte ich mich nicht erst vor wenigen Wochen auf das neue Jahr eingestellt? Zappte ich nicht vor ein paar Tagen an all den Jahresrückblicken im TV vorbei? Warum der Blick zurück., wenn er mich doch nicht in die vergangene Zeit zurück bringt. Vielleicht emotional noch einmal., also eine kurze Reise durch die Gefühlwelt längst vergangener Tage ?  Das kann doch nur gut sein, oder doch nicht ?

Ich hatte, wie jedes Jahr, gute und schlechte Zeiten im Jahr 2012.

Meine Tante wurde 80 Jahre. Ein wunderbares Alter, wenn der Mensch noch alle Sinne beisammen hat und das ist bei bei meiner Tante der Fall.  Sie ist das jüngste Kind von 7 Kindern – 5 Mädchen, 2 Jungen.

Und so kam die Familie noch einmal zusammen, an einem herrlichen Sommertag. Das Wetter war wie extra bestellt zur Feier des Tages

Die Fotos von längst vergangenen Jahren  hatten wir uns schon tausendfach angesehen, aber wir tun es an diesem Tag auch zum 1001.mal.  Damals gab es wenige Fotos, alle in Schwanzweiß, sehr klein und  einige von ihnen waren in schlechter Qualität. Aber sie enthalten trotzdem das volle Leben der Vergangenheit unsere großen Familie., so wie hier ein altes Bild, dass die Lebensfreude zeigt, als die Menschen nichts besaßen..außer sich selbst. Medienüberflutung und Unterhaltungsindustrie  gab es noch nicht….dafür sehr viel eigene Kreativität in Sachen Spaß und Unterhaltung.

Der Akkordeon Spieler – mein Vater – führte die feiernde Gruppe mit Musik durch´s Dorf, die ihm singend folgte. Die gute Laune wurde so durch das Dorf getragen.

2012 war für mich auch das Jahr der Begegnung mit meiner traurigen Vergangenheit. Diese hatte mich wieder  eingeholt. Ich musste erkennen,  das unbewältigte Emotionen trauriger Tage immer wieder zu einem Schnelldurchstart bereitstehen und das tun sie, wenn man es am wenigsten erwartet. Die Emotionen mit der Ohnmacht Hand in Hand überrollen einen wie ein rasender Zug mit lautem Gepolter. Ich glaubte wie damals im Getöse, dem schmerzenden Gefühl, in dieser Hölle auf Ewig gefangen zu sein. Der Zug hat sich entfernt…er hat noch einmal die alten Spuren, die ja schon vor Jahren gelegt wurden, geprägt. Sie haben nach dem letzten donnernden Überrollen ein tiefere Prägung hinterlassen.

2012 trat auch mein 3. Kind in sein selbstbestimmtes Leben. Kurz vor seinem 23. Geburtstag erhielt der den Schlüssel für seine erste eigene Wohnung. Vorbei für ihn die Zeit unter Mutters Fittiche, die ihn, für ihn jedoch immer nervend. vor Unheil beschützen wollte. Nun muss er sich selber beschützen und vielleicht klingt der eine oder andere mütterliche Rat in seinen Ohren noch nach. Einen väterlichen Rat kann er sich leider nicht mehr einholen. Aber vielleicht hat sein Vater zu seinen Lebzeichen seinem Sohn Ratschläge geben könne, von denen er heute noch partizipieren kann.

Das Jahre 1012 geht zu Ende..der letzte Sonntag in diesem Jahr. Schaue ich aus dem Fenster, sehe ich Sonnenschein und dicke Regenwolken im Wechsel. Die weißen Wintertage sind schon vor ein paar Wochen verschmolzen, der Rasen sieht grün aus.. Die Jahreszeiten scheinen durcheinander…und doch..das Leben nimmt weiter seinen Lauf. Das neue Jahre steht schon in seinen Startlöchern und wartet auf seinen Einsatz, wie der Umweltkalender 2013 meiner Stadt.

Ich wünsche allen Bloggern und Lesern meines Blogs

einen guten Rutsch ins neue Jahr 

und ein gesundes freudvolles 2013.

Ostseemaus