Lucky

Wer auf große Action steht, der wurde in diesem Film nicht bedient, auch wenn es i der Geschichte um Leben und Tod ging. In dem Film, den ich mir heute im Kino ansah, ging es ruhig, ja eher subtil zu. Es wurde wenig gesprochen und wenn gesprochen wurde, dann über Lebensfragen, mit denen man sich sonst kaum auseinandersetz, wie z.B. „Was ist Realismus“ Im Film wurde geklärt, dass „Realismus eine Sache ist, der man sich stellen und lernen muss, mit ihr umzugehen“

Die Hauptfigur Lucky, gespielt von Harry Dean Stanton, muss sich nach einem Zusammenbruch trotz ärztlich nachgewiesener körperlichen Gesundheit mit seinem Lebensende auseinander setzen.

Ich weiß, jeder Versuch von mir, den Film „Lucky“ zu reflektieren, würde jetzt scheitern.

Zu vielschichtig ist die einfache Geschichte, die über Lucky erzählt wird, als dass ich sie mit wenigen Worten nacherzählen könnte. Ich ging mit zahlreichen Eindrücken aus dem Film und nun will es mir nicht gelingen, darüber wirklich was zu schreiben.

Im Film wie im Leben ist die Figur „Lucky“ bzw. der Schauspieler Harry Dean Stanton 90 Jahre alt und es ist nicht schwer zu erkennen, dass Harry Dean sich mit seinem eigenen Lebensende auseinander setzen muss, während er Lucky darstellt. Das merkte man als Zuschauer in fast jeder Szene. Mir ging das wirklich unter die Haut und als Harry Dean, bevor er hinter den filmischen Vorhang ging, noch einmal mit einem Lächeln in den Zuschauerraum blickte und damit jedem einzelnen Zuschauer noch einmal in die Augen sah, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurück halten. Er hatte sich auf diese Weise von jedem seiner Fans direkt verabschiedet, für immer. Im selben Jahr, als der Film abgedreht wurde, verstarb der grandiose Schauspieler und Sänger – als solches war auch einmal im Film zu sehen und zu hören – und trat damit auch von seiner Lebensbühne ab.

„Ich sehe die Dunkelheit“ gesunden von Johnny Cash warf auch den Zuschauern sich selbst zurück, während man auf das Bild des ängstlich drein schauenden Lucky sah, während er die Bettdecke sich über den Leib zog , was auf jeden einzelnen zukommen wird, wenn er seine Lebensbühne verlassen muss.

Nach dem Film ließen wir den Abend in einem historischen Restaurant – ehemaliger Wittenspeicher –  heute „Zwanzig12“  genannt, noch ausklingen. Die Raucher werden in dieser Lokalität nicht an den Rand der Gastronomie verschoben, denn nichts elten landen die Raucher in einem Glaskasten und werden dadurch eigentümlich zur Schau gestellt. Nein, „Zwanzig12“ bietet seinen Rauchern einen  Gastraum als Raucherlounge mit Charakter an.