Zeit ohne Internet?

Nach guten 4 Wochen Schreibpause raffe ich mich endlich auf, um wieder Beiträge für meinen Blog zu schreiben. Während ich mein handschriftliches Tagebuch weiter geführt hatte, lag mein Blog leider etwas auf Eis. Dafür gab es einen triftigen Grund. Meine Enkelkinder waren zu Besuch und ich war wieder wie eine junge Mutter eingespannt. Die Mädels (14 und 15) sind mir schon über den Kopf gewachsen und ich hatte Mühe, ihnen zu folgen.

Ich musste mit flinker Socke folgen

Zwei Teenies, von denen jedes seinen eigenen Interessen folgte. Die Große hatte sich über Netflix die Serie „Orange is the New Black“, eine Frauenknast-Serie, hergemacht und die Kleinere von den beiden fertigte ununterbrochen kleine Videoclips von ihrem Sänger Schwarm Wincent Weiss an. Selbst der Strand von Warnemünde war für sie deshalb nur Nebensache.

Vorbei ist die Zeit von Badespaß am Ostseestrand und Kleckerburgen bauen. Von einem Jahr auf das andere Jahr änderten sich die Schwerpunkte der Mädels. Mich sahen sie mit Bedauern an, weil ich meine Jugend in einer Zeit verbrachte, als es noch kein Internet gab.

Stimmt, ein Internet gab es in meiner Jugend nicht. Nicht einmal eine Vision davon, dass es so etwas wie ein Internet geben würde. TV gab es, aber nur in Schwarz-Weiß und ein teures TV-Gerät gab es nur in wenigen Haushalten. Also suchten wir als Teenies unsere Idole im Dorf. Es gab Dorfkapellen und diese Jungs hatten wir damals ins Auge gefasst und waren immer voller Hoffnung, das unser Schwarm uns auf der Tanzfläche wahrnahm. Und wenn mich mal ein Blick von meinen Schwarm traf, fiel ich fast in Ohnmacht. Als ganz so langweilig war meine Jugend dann doch nicht. Aber die Mädels sahen mich trotzdem mit Bedauern an. 😁😀

Und zum Abschluss noch ein paar maritime Bilder vom Stadthafen Rostock (leicht überzeichnet)

Es knallt

Auf dem Weg zum Penny – Markt in meiner Nähe schoss ich auf die Schnelle mit meinem Handy ein paar Fotos. Am Himmel zogen sich dichte Wolken zusammen und ich wollte aber trotzdem auf jeden Fall noch vor dem großen Regen wieder in meinen 4 Wänden sein. Die Wettervorhersage hatte ja schon seit Tagen auf eine mögliche Gewitterfront hingewiesen.

Aber schon oft hing der Himmel so voller grummeliger Wolken und genau so oft verzog sich die dicke Wolkenwand auch stillschweigend wieder. Deshalb hetzte ich mich beim Einkauf nicht. Schaute alle Regale gründlich durch. Ich kaufe immer ohne Einkaufszettel ein und wollte nichts vergessen und am Sonntag womöglich vor „Hunger sterben“ müssen. Oder was noch blöder wäre, mir fehlt eine Zutat und ich muss umdisponieren. Na ja.ganz so schlimm wäre es in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht gekommen und flexibel kann ich auch sein.

Als ich an der Kasse stand, brachen die Wolken auf und schütteten Kübel weise Wasser über Rostock. Jetzt die große Frage. Soll ich warten, bis alles vorbei war oder durch den Regen panschen? Ich hatte eine Großpackung Eis im Einkaufbeutel, also entschied ich – ich werde mich für das Eis opfern und durch den Platzregen laufen. Mit 3 vollen Einkaufsbeutel und einer großen Handtasche über der Schulter stelle ich mich dem Unwetter. Nur 5 Minuten Fußweg, halb so schlimm.

Ich sage mal, meine Augen hätten Scheibenwischer gebraucht, denn permanent lief mir Wasser von der Stirn in die Augen. Und mit dem Regen kam das Gewitter. Krach Wum…bloß schnell nach Hause. Nicht das der Blitz noch in meine Hacken schlägt. Hatte ich nicht vor 2 Tagen im Videotext gelesen, dass in Indien 100 Menschen an einem Tag vom Blitz erschlagen wurden? Ich wollte auf diese Weise auch keine Schlagzeile machen.

Ich wurde nicht vom Blitz getroffen, sondern war nur bis auf die Haut nass, von Scheitel bis zur Sohle.

Die Turnschuhe werden gute 3 Tage Trockenzeit brauchen

Das Unwetter zog so schnell ab, wie es gekommen war. Nach kurzer Zeit schien wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen.

Aber nicht alle erlebten in Rostock einen so sorglosen Tag nach dem kurzen Gewitter, wie ich. Eine Familie verlor in Lichtenhagen Dorf ihr Haus. Der Blitz hatte eine halbe Stunde, nachdem ich die Fotos mit meinem Handy gemacht hatte, das Reetdachhaus getroffen und es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Wie traurig. Ich kann mich gar nicht in solchen eine Situation hineinversetzen.

Aber das Leben geht immer weiter und weiter und weiter

Wieder da

Er ist wieder da

Wer Rostock in der Vergangenheit besucht hat, traf ihn in den letzten Jahren fast immer am Uni-Platz im Rostocker Stadtzentrum an. Mit den Jahrzehnten seines Daseins wurde er nicht nur zu einem viel fotografierten Original von Rostock, er bekam auch einen unverwechselbaren Namen von seinen Fans verpasst. Man nannte ihn liebevoll Spielmann-Opa.

Auch Wikipedia weiß einiges über den Rostocker Spielmann-Opa zu berichten und wer meinem Link folgt, findet dort auch das Denkmal, was man zu seinem 2. Todestag eingeweiht hatte. Und wieder dürfen ihn seine Fans fotografieren und sogar auch mal die Teufelsgeige auf Rücken streicheln.

Am 27. Mai wurde sein Denkmal am Uni-Platz offiziell eingeweiht.

Aber auch ich bin wieder da

Die letzten Wochen und Tage waren voll gepackt,

mit Möbel packen, Wohnung renovieren und fast sanieren,

mit Besuch und noch mal mit Besuch,

mit einer Reise und

einer Feier im Kreise der Familie.

Zum Glück ließen all die Lockerungen in der Coronakrise alles das zu, was es zu tun gab.

Es gab gute Nachrichten, über die man sich freuen konnte😀, es gab aber auch traurige Nachrichten, die es noch zu verarbeiten gilt. 😥

Und das Leben geht weiter und weiter und weiter