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Hanse Sail 2019

Viel gesehen hatte ich nicht, wenn man davon ausgeht, dass die Hanse Sail 2019 von Donnerstag bis Sonntag geht, d.h. sie ist immer noch, während ich hier schreibe, am laufen, war es fast gar nix, was ich mir gesten angesehen habe. . Nur 90 Minuten lief ich über den Stadthafen , nur mit einem Begleiter, meiner Kamera. Meine Familie hatte noch nie Bock auf Menschenmassen. Also ziehe ich allein los. Doch dieses Jahr musste ich mich echt motivieren. damit die 29. Hanse Sail nicht ganz ungesehen, an die mir vorbei rauscht.

Ein paar männliche Vorboten der Hanse Sail hatte ich schon in der Stadt gesehen. Männer in Seemannsuniformen sehen für´s Frauenauge ja immer schneidig aus 😀 und auch meinen Blick zogen sie an, ich sah ihnen nicht nur nach, sondern fotografierte ihnen auch hinterher. Bevor sie hinter der Hausecke verschwanden erwischte meine Kamera sie noch auf den letzten Pfiff.

Warum mir die Motivation fehlte? Ich glaube, es war eine Kombination aus Müdigkeit und Lustlosigkeit. Seit Tagen fühlte sich das Wetter in Rostock labberig an. Lauwarm und bewölkt, kein Reizklima, das ließ meinen Blutdruck noch tiefer sinken, als er ohnehin schon ist. Vielleicht zog die Müdigkeit die Lustlosigkeit auch nach sich. Mit einem inneren Schups verließ ich gestern nachmittag endlich das Haus, mit der Absicht, mich unter die Leute zu wagen, die dicht gedrängt den Stadthafen rauf- und runter gingen. Im Gegensatz zum Rest meiner Familie beleben mich Menschenmassen, ich tanke regelrecht Energie auf und darauf hoffe ich gestern auch. Es funktionierte.

Kaum stand ich im Gedränge, schon verflogt die Trägheit aus meinen Knochen. Die Sonne schien und die Menschen waren bester Laune und hatten Spaß, wie man auf dem Bild sehen kann. …..

….und meine Kamera hatte gleich zu tun, um alle die Boote und Segelschiffe für meine Ewigkeit festzuhalten. Zuerst fiel mir das kleine Boot ins Auge. Es legte grade ab, als ich am Kai vorbei lief. Ich gehe dort nur noch selten entlang – es war mal meine Lieblingsspaziermeile – weil die gegenüberliegenden Bauten massiv und furchtbar die schönen Kulisse verdorben haben. Die Städtebauer haben auf dem Stückchen Land direkt am Wasser dicht gedrängt hohe Gebäude errichten lassen. Die Menschen, die dort für hohe Mieten leben werden, haben weniger grün um sich herum. als ich in meinem schnöden Neubauviertel. Natürlich haben die Bewohner in der Randlage den begehrten Blick auf das Wasser, aber der Rest schaut nur auf Mauern und Fenster der Nachbarhäuser. Naja..genug gemault, weiter geht´s .

Als nächstes fiel mir eine Rostlaube namens Undine ins Auge. Ich glaube, sie wird jedes Jahr zu Hanse Sail zur Schau gestellt.

Obwohl UNDINE so viel Rost angesetzt hatte oder vielleicht auch deshalb, UNDINE war für jeden Fotografen ein beliebtes Fotomodell und immer hatte ich einem Fotografen vor der Nase, der schneller an sein Model dran war, als ich. 😀 Auf dem Foto sah die rostige UNDINE sogar noch schöner aus.

Aber ist wollte noch mehr von der Hanse Sail sehen, als nur UNDINE. Dieses Jahr lagen auch die größeren Segelschiffe im Stadthafen und nicht wie sonst am Kai von Warnemüde. Aber wirklich schön sehen sie aus, wenn sie mit aufgeblähten Segeln auf dem Wasserweg unterwegs waren. Doch den Anschluß hatte ich verpasst, denn für die Windjammer- Parade hätte ich mich um 10 Uhr auf der Mole von Warnemünde platzieren müssen., dann hätte ich auch solch prächtige Segelschulschiffe wie die Krutenshtern gesehen.

Als ich endlich in die Püschen kam, hatte man die Segel schon eingezogen.

Statt dessen nahm ich die Kleinboot- Parade ab 😀

Dann endlich bekam ich doch etwas besonderes zu sehen – jaaa…ein Drachenboot und gleich mit 3 Köpfen 😀 Auch ein blindes Hund findet mal ein Korn 😀

Damit hatte sich meine Ausbeute von Bildern an tollen Segelbooten schon erschöpft. Dafür gab es dieses Wirrwarr von Masten, Seilen und Menschen, was ich noch auf meiner Kamera festhalten konnte.

Dann wandte ich mich dem Volksfest der Hanse Sail zu und sah den Line Dancern eine Weile zu. In Line tanzen, das ist etwas für jung und alt, dick oder dünn, egal, jeder kann mit machen, wer Spaß daran hat und wer nicht nur was für seinen Kreislauf sondern auch für seinen Kopf tun will. Die zahlreichen Schrittkombinationen mit vor-, zurück- und seitwärts Bewegungen muss Mann oder Frau sich gut merken könne, will man nicht aus der Reihe tanzen.

An den mittelalterlichen Piraten kam ich auf den Weg zu nächsten Bühne nicht vorbei, ohne sie für meinen Blog zu verewigen.

Auf der nächsten Bühne wurde es rockig. Die Jungs hatten mich null komma nix in ihren Bann gezogen. Handgemachte Musik mit starken Gitarrensound, was will man mehr.

Die Jungs warfen ihre Haare im Rhythmus ihrer Musik von rechts nach links.

Die jungen Künstler – die nennen sich Lout Shout Band – ließen den guten alten Rock´n Roll wieder aufleben. Neben eigenen Songs gab es auch etwas von AC DC zu hören.

Die Jungs kamen zwar nicht so hart rüber, wie die echten ACDCs , gaben aber alles. Der durchdringende Gitarrensound des Intros drang schnell unter meine Haut und ich vergaß dabei sogar die dicken Regenwolken, die sich über unsere Köpfe zusammenschoben.

Kaum hatten die Band sich verabschiedet, öffneten sich die Schleusen der Regenwolken und ich nahm den kürzesten Weg zur Straßenbahn. Als ich aus der Bahn wieder ausstieg, war der Himmel schon wieder blau und die Sonne strahlte hell und frisch über die Hanse Sail 2019.

Was ist sonst noch alles verpasst habe, kann am in diesem Artikel der Ostsee- Zeitung nachlesen.

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geschafft

Nein, nicht ich bin geschafft, zum Glück, sondern die Woche ist geschafft. In dieser Woche gab es ja sogar ein Zwischenplateau, auf dem man sich auf den faulen Pelz legen konnten. Der 1. Mai, ein Feiertag für alle des Landes. Feiertag nicht ganz richtig, sondern genau gesagt, Maifeierrtag , denn es ist der Tag der Arbeit, der Tag der Arbeiterbewegung und der Tag der Arbeiterklasse.

In den Nachrichten war zu lesen, dass es in allen Städten Demos gab. Sie verliefen fast alle friedlich. Ich gebe zu, dass ich seit der Wende mich keiner Mai-Demo mehr angeschlossen habe. Die DDRler wurden damals ja „gezwungen“ an den Demos teilzunehmen. Die Betriebe bekamen von den Organisatoren Stellplätze zugewiesen, d.h. man ging als Firma geschlossen. Klar, es war ja auch damals schon Tag der Arbeit. Mit dem Wegfall meiner Firma blieb ich auch von den Demos weg.

Ich erinnere mich noch an die letzten Jahre vor der Wende, wie sehr ich als Lehrausbilder meine Lehrlinge dazu motivieren musste, daran teil zu nehmen. Sie wollten ja an einem freien Tag frei haben und sonst nix. Als ich sie dann endlich auf dem zugewiesenen Stellplatz zusammen hatte, wollte niemand die Fahne tragen. Und wieder musste ich Motivationsarbeit leisten. :D. Aber irgendwie kamen wir dann doch gemeinsam auf den Weg und ich musste mir auf dem Weg durch die Lange Straße ein paar grimmige Blicke meiner Lehrlinge gefallen lassen.

Geschafft, das alles ist schon lange Geschichte und die Lehrlinge von damals sind erwachsen.

Die Trainingswoche lief normal, ohne besondere Vorkommnisse. Der Kleine Mann kam in dieser Woche nicht zum Training. Vielleicht muss er sich wieder stabilisieren. Von seinen Mitschülern erfuhr ist, dass er aber in der Schule war.

Geschafft, Trainingswoche ohne besondere Verkommnisse verlaufen.

Am Montag überraschte mich ein Blick auf meinen Kontostand. Ich erwarte nur noch die letzten Groschen des Monats oder gar schon Miese. Doch ich traute meinen Augen nicht, ein höherer Geldbetrag wurde von der Krankenkasse auf meine Konto überwiesen. Das kann doch nur ein Irrtum sein, oder ? Nein, war es nicht. Mein Beitragskonto wurde erneut überprüft, aus dem Minus wurde Plus. Man stellte fest, dass ich in der Vergangenheit zu viel einzahlen musste. Man hatte mich versehentlich falsch einstuft oder ein so wichtiges Häkchen schlicht weg nicht gemacht. In der Vergangenheit hatte ich mich immer gewundert, warum man mich mit meinen paar Kröten als Großverdiener sah. So kann eine Woche auch beginnen…mit einem fetten Plus auf dem Konto.

Geschafft, erfolgreich Minus gegen Plus ausgetauscht.

Vergeblich versuchte ich in der vergangenen Woche vor Ort ein paar neue Wohnzimmer- Gardinen zu kaufen. Zumindest in den Geschäften, die in meiner Einflugschneise liegen, konnte ich keine Gardinen finden. Sie sind schlichtweg aus den Angeboten der städtischen Geschäfte verschwunden. Über den Onlinehandel gehe ich nur, wenn es nicht anderes geht. Also bestellte ich heute welche über den Ottoversand, der mit guten Angeboten lockte. Zur 40%igen Preisenkung, konnte 20 % Rabatt verrechnen lassen und weil der Ottoversand bis Ende Mai auf Versandkosten verzichtet, konnte ich heute ein echtes Schnäppchen machen.

Geschafft, am Ende nächster Woche hängen neue Gardinen in meinem Wohnzimmer.

Achja.. die Bäume haben in meinem Innenhof fast ihre Blütenpracht abgeworfen, leider

Das war s denn wohl mit dem Frühling

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ab und auf

so ist das Leben. Für ´s Leben wird es ja umgekehrt formuliert. Im Leben geht es manchmal auf und und dann ab.

Für die Wohnblocks um mich herum sah es in der Vergangenheit anders aus. Zahlreiche Blöcke wurden abgerissen, denn die Menschen zogen weg. Sie bauten sich ihr eigenes Häuschen im Speckgürtel von Rostock und zogen dort hin, wo sie Arbeit fanden. Die Wohnunsgesellschaften ließen die Blöcke abreißen, die zum Teil leer standen.

Vor knapp 10 Jahren riß man im östlichen Wohngebieten ganze Straßenzüge ab und damit hatte es sich.

20 Jahre wurde darin gewohnt und dann verschwanden die Wohnungen.

Um ihrer zu Gedenken, machte ich damals ein paar Bilder und auch ein Video.

Doch die Zeiten haben sich geändert.

Die Menschen suchen preiswerten Wohnraum, den man in der Innenstadt nicht mehr finden kann. Also wird am Stadtrand wieder aufgebaut und die Lücken werden geschlossen.

Na super, es wird wieder gewohnt in den schnöden Plattenbausiedlungen.

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Der „Papst“

„Was, du kennst die alte urige Kneipe nicht?“ Nein. Sohnemann kannte sie noch nicht. Ich erzählte ihn von den urigen Kneipen, die Bo. ab und an in seinem Blog zeigt. Wir waren grade unterwegs zum Stadthafen, als wir drüber sprachen. Wir wollen nach dem Essen in der Stadt den sonnigen Dienstag nutzen und am Stadthafen Richtung Heimat zu gehen. Da dem Gespräch erinnerte ich mich an eine alte Seemannskneipe, die es schon 150 Jahre in Rostock gib „Zur Kogge“.

Ich war auch schon seit 10 Jahren nicht mehr da und weil die „Kogge“Q auf unseren Weg lag, zog es Sohnemann, wie sollte es auch anders sein, in die unbekannte urige Kneipe. Eine alte urige Kneipen, da leuchten seine Augen und nun, wo er von ihr erfahren und einen freien Tag hatte, wollte er die „Kogge“ unbedingt auch von innen sehen. Also lies ich mich überreden und ging mit. Die Kogge erinnertne mich noch einmal an meinen verstorbenen Ex-Mann der viele Jahre dort als Koch arbeitete.

Schon an der Eingangtür wurde man auf die Historie hingewiesen – anno 1856

Ein altes ehrenwertes Haus, dass seiner Gründung schon sehr viel gesehen und erlebt haben musste. Die Inneneinrichtung wurde wie eine Kogge gebaut, mit Ober- und Unterdeck. Wir nahmen im Unterdeck Platz. Wer da wohl alles schon ein und ausgegangen sein muss?

Alte Erinnerungsfotos zeigen den Besuchern, wie man es sich damals in der Kogge gut gehen lies.

Das bekannteste und älteste Inventar, der Tresen. Den gibt es schon seit 1859 und ist für jeden, der die Lokalität das erste mal betritt, sofort ein Foto wert. Der hat nun wirklich alles gesehen, was sich in der Lokalität seit 150 Jahren abgespielt hat. Doch was rechts zu ihm noch zu entdecken gab, dass das hat der Tresen noch nie sehen können. Aber ein zu reichlicher Ausschank hat so machen Feierwütigen in den hinteren Raum gezwungen.

Nach einem großen „Rostocker“ musste Sohnemann erst mal nach hinten für kleine Jungs. Er kam mit Staunen wieder zurück. Sowas hatte er noch nie gesehen. Mit weiten Armen zeigte er mir, wie groß das Becken im Herrenklo war. Es sah wie ein übergroßes Pullerbecken, doch die Abschrägung fehlte. Und um mir den Abfluss zu beschreiben, brauchte er beide Hände. Kann es das sein, was wir dabei dachten? Er holte sich Gewissheit beim Kellner. Ja, wir lagen richtig. Es war ein großes Kotzbecken oder auch Speibecken genannt und dieses nannte man in der Kogge „Den Papst“ . Es wäre das Größte in Europa, wusste er mit Stolz zu berichten. Ich hab s nicht gesehen, aber die weit ausgebreiteten Arme meines Sohnes ließen darauf schließen, das der Durchmesser in etwas1 Meter große gewesen sein musste.

mein SoftDrink -Wodka-Soda – würde mich zum Glück nicht geradewegs zum „Papst“ führen. Ich sah später nach, einen „Papst“ fürs Weibervolk gab es nicht 😉

Der Seebär in der Ecke sah uns zu. Und wie auf dem Foto gut zu erkennen ist, es wurde an dem runden Tisch schon kräftig gefeiert.

Wer noch mehr über die historische Kogge erfahren möchte, wird in diesem kurzen Bericht, den der NDR vor 6 Jahren machte, noch über weitere Begebenheiten in der Geschichte der urigen Kneipe erfahren.

Und für alle, die einen Besuch in Rostock planen, es lohnt sich, diese Lokalität auch auf seinen Zettel auf haben 🙂

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geschafft und bombensicher

Geschafft bin ich nicht, zum Glück. Aber ich hatte gut zu tun . Zur Zeit laufe ich von einer Sporthalle zur anderen und trainiere Kinder in jedem Alter. Angefangen bei 2 Jahren und die Größten sind 10 Jahre alt. Mein Hauptgeschäft ist Yoga, aber der Trainermangel des Vereins „zwingt“ mich, auch im Kindersport aktiv zu sein und das ist echt eine Knüppelarbeit.

Am Montag hatte ich die Kindergartenkinder im Alter von 4 – 6 Jahre. Fröhlich zogen sie mit mir Richtung Sporthalle, doch als wird drin waren, hatten sie keine Lust mehr auf Sport. Spontan stauten sich bei mir die Schweißperlen auf der Stirn und ich wünschte mir, ich hätte ein Stimmorgan, dass jeden an die Wand nagelt. wenn ich ihn ihn laut und deutlich anspreche. Doch meine Stimmfrequenz geht im Kinderlärm unter und ich musste andere „Geschütze“ auffahren. Und ? es hat geklappt. Ich bekam spontan Aufmerksamkeit mit der Ansage: „Wenn das mit euch nicht klappt, wird am Ende nicht mehr gespielt“ Sie sahen mich mit großen Augen und versprachen Besserung. Bei der Gelegenheit zog und ziehe ich vor jeder Erzieherin den Hut. Kein Wunder, dass der Krankenstand bei den Erziehern oftmals hoch ist.

Am Dienstag hatte ich die Kinder im Alter von 6 – 10 Jahre. Und auch bei denen muss sich eine Frau wie ich durchbeißen. Die 10 Jährigen wollen einem gern auf der Nase rumtanzen und davon muss ich sie zu jedem Training abhalten. Bei den meisten gelingt es mit einer Ermahnung, aber eine von den „lieben“ Kindern verhält sich, wie ein Aal, der einem permanent durch die Finger rutscht. Sie sitzt heulend in der Ecke, wenn andere Mädels , nachdem sie einen Blick auf sie geworfen haben und lachen. Sie glaubt, man würde über sie lachen. Umgekehrt teil sie unter anderen aus, dass es nur so raucht. Nun überlege ich schon seit Tagen, wie ich dem Mädchen bei kommen kann.

Am Mittwoch zwei Trainingseinheiten mit Vorschulkinder. Die waren alle lieb und hatten Spaß. Zum Glück kamen die Kinder nicht aus der Innenstadt, denn die Innenstadt wurde am Mittwoch Vormittag evakuiert.

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Bilder sprechen für sich

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Rostock in Trauer

Die Nachricht nahm gestern jeder Rostocker mit Traurigkeit auf. Jetzt wird der Spielmann-Opa das Stadtbild nur noch in der Erinnerung derer prägen, die ihn mit seinem Akkordeon im Stadtzentrum erlebt haben. Für die Rostocker war er sowieso ein Vertrauter und die Touristen machten gern ein Foto von ihm. Er gehörte ebenso zum Stadtbild wie der Brunnen der Lebensfreude.

Bildquelle: Wikipedia – Klick Bild

Als ich am Freitag über den Platz ging, auf dem der Spielmann-Opa seinen Standort hatte, musste ich daran denken, das sich ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ich nahm an, die Hitze würde ihn davon abhalten, mit seinem Akkordeon-Spiel die vorbeigehenden Menschen zu unterhalten. Leider verstarb an dem Tag der Mann, der sich zu seinem 95. Geburtstag gemeinsam mit dem Rostocker Rapper Materia in das Ehrenbuch der Stadt eintragen durfte und ein kleines Denkmal bekam er auch.

Die lokalen Medien informierten gestern die Bürger der Stadt darüber und wer wollte, konnte auch seine Gefühle über die Nachricht mitteilen. und auch das NDR-Fernsehen hatte an ihn gedacht und seiner gedacht.

Ruhe in Frieden Spielmann-Opa. 😦 Ich bin sicher, du wirst weiter deinem Spiel Musik machen und für die Engel im Himmel spielen.

 

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Vorher – nachher

Zur Zeit wird in der Innenstadt von Rostock viel gebaut. Es werden Bauflächen erschlossen, die auch außergewöhnlich sind. Aber die Planer finden immer die richtige Lösung, um auch attraktive Lagen zu bebauen. Die Wohnungen sind für anspruchsvolle Mieter, d.h. es sind deftige Mieten zu zahlen.

Leider verschwinden damit auch urige Flächen, die ich gern für meine Spaziergänge in der Innenstadt nutzte.
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Unter dem überhängenden Gebäude, das in diesem Jahr fertig gestellt wurde, lustwandelt es sich für mich nicht mehr so gut. Für mich verschlimmbessert so manchen neue Bauwerk meine Stadt. IMG_0248-min

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(K)eine Zeitschleife ?

Wieder einmal brante eine Hütte in Rostock. Dabei ist der Begriff Hütte stark untertrieben. Auf den letzten Metern in Richtung Wohnung begrüßte mich gestern Abend eine dicke Rauchfahne, die direkt über meinem Haus zu schweben schien. Oder brannte sogar meine „Hütte“ ?

Erschrocken checkte ich innerlich ab, ob ich den Herd ausgemacht habe, bevor ich die Wohnung verlassen hatte. Aber ich schaue immer noch mal bewusst in die Ecke, in der mein Küchenherd steht. Auch das Bügeleisen, dass ich am Vormittag im Einsatz hatte, hatte ich aufgewickelt weggestellt. Und einen Tauchsieder – wenn es den überhaupt noch in Haushalten gibt – gibt es bei mir auch nicht. Also meine Hütte kann nicht brennen, es sei denn, jemand anderes hat vergessen, seinen Herd auszumachen.

Kaum hatte ich den Durchgangstunnel betreten und der Blick frei war, sah ich woher die Rauchfahne kam. Wieder einmal war ein Feuer auf den Recyclinghof entstanden, der nur wenige Kilometer von meiner Wohnung entfernt liegt. Wie kann das sein ? Bin ich in eine Zeitschleife geraten und diese hat mich wieder in den Monat Mai zurück gebeamt ?

Aber nein, das was ich vor meiner Haustür sah, war real. Es brannnte und wieder steht der Recyclinghof in Flammen und das Feuer machte fette weit sichtbare Rauchwolke über Rostock.

Das Internet weiß alles und mit wenig Klicks konnte ich die brandneue Nachricht lesen. „Großbrand auf Rostocker Deponie“. Nicht nur Brand, sondern „Großbrand“ schrieb man in der Lokalpresse. Und der Schaden? Astronomische Summen. „10 Millionen Euro werden nicht reichen“ hieß es weiter. Ohje.. nicht „nur“ das uns die Luft verpestet wurde, das ganz wird noch sauteuer für den Konzern von Veolia. Die Jungs werden jetzt den Kopf aber richtig voll haben….

und müssen sich ernsthafte Gedanken machen, damit niemand weiter zu Schaden kommt. Weil es schon der 4. Brand dieser Art in und um Rostock seit Mai war, wird nun untersucht, warum immer und immer wieder einige Kilometer weit sichtbare Rauchwolke über Rostock schwebt und die Luft der Bewohner der Stadt erheblich verpestet.

Erster Erklärungsversuch Zitat Rostock Heute:

„Nach ersten Erkenntnissen kam es während des Häckselns von Restmüll zur thermischen Erhitzung des zerkleinerten Mülls, der dem Zerkleinerungsprozess erneut zugeführt werden sollte. Hierbei kam es zum Ausbruch eines offenen Feuers. Die Flammen erfassten schnell den restlichen Müll und griffen dann auf die Anlagen und das Gebäude über. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. „

Einen weiteren Erklärungversuch las ich in einem anderen Bericht. Eine Batterie könnte einen Funkenflug beim Schreddern der gelben Säcke verursacht und damit den Brand ausgelöst haben. Sollte eine gemeine Haushaltsbattrie für das gestrige Flammeninferno verantwortlich sein?

Auf jeden Fall werden den Verantwortlichen während der nächsten Tage und Wochen die Köpfe ordentlich rauchen und vielleicht sogar welche rollen. Wer weiß, was wir nahe gelegenen Bürger der Stadt während der Brandzeit eingeatmet haben. Den Ruß, der sich auf die Erde gelegt hat, wird man auch nicht als Dünger bezeichnen können und vielleicht hat sogar die Ernten von Getreide bzw. Erdbeeren mit Schadstoffen belastet. Ich mag das gar nicht zu Ende denken.

Jedenfalls, als ich heute morgen auf den Balkon ging, roch die Luft nicht wie sonst, angenehm frisch, sondern sie war mit einem süßlichen Fremdgeruch gemischt.

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