Sommer, Sonne, Strand und Meer

Die Wetterwelt scheint sich zu verdrehen. Betrat ich sonst nach dem Flug den spanischen Boden, schlug mir gleich die Hitzewelle ins Gesicht. Ich fühlte mich sofort in einen viel zu heißen Raum ausgesetzt. Puh..mein Körper musste sich erst klimatisieren. Doch in diesem Jahr war es anders. Auch wenn Ende Juni es auf Mallorca auch brüten heiß war, als wir Anfang Juni dort waren, war es kühl und frisch und windig.

Und es gab noch andere Klagen zu hören. Die Mallegäste blieben aus. Die Hoteliers hatten Probleme, ihre Hotel voll zu kriegen. 30 % weniger Buchungen als im Juni 2018. Man spekulierte, Tunesien , Türkei und Kroatien stünden jetzt wieder auf der Bestenliste der Strand- und Partyurlauber. Wir konnten es überall spüren.

Auch auch an sonnigen Tagen blieben die Strände leer. So richtig in Schwung wie vor Jahren kamen die Strandtange nicht mehr. Dann könnte ich mich genau so gut an den Strand von Warnemünde legen. Der Unterschied zu Warnemünde ist, dass die Menschen am spanischen Strand vom S`Arenal problemlos ins Gespräch kommen. Das ist wie unter den Hundehaltern. Ich weiß, das klingt komisch, dieser Vergleich. Aber wer einen Hund hat oder hatte oder einen Hund liebt, merkt schnell, dass Hundehalter problemlos ins Gespräch kommen auch wenn sie sich nicht kennen.

Hier und da bildeten sich ein paar Grüppchen. Das sah wirklich schon mal anders aus., wie auf dem Bild unten aus 2015 zu sehen ist.

Doch die Mädels unserer kleinen Weibergruppe musste sich über ausbleibende Unterhaltung nicht beklagen. Es dauerte nicht lange und sie wurden umringt und in Gesprächen verwickelt. Sie sind es als Krankenschwestern gewöhnt, sind täglich mit fremden so zu unterhalten, als würde man sich schon länger kennen. Ich sage mal so, die Mädels halten die Gespräche am laufen und ohne ihr Zutun würden die Gespräche auch schnell verstummen. Ich halte mich derweil aus allem raus und beobachte nur.

Zum Wochenende kamen dann die Gruppen dann doch in Scharen und überfluteten die Promenade. Damit sich sie sich nicht aus dem Auge verlieren, tragen sie häufig das gleiche Outfit. Hier sind schon mal sie Mädels am Start.

Und hier planen – denke ich mal – die Jungs den Abend schon mal durch.

Aber wirklich hart hat es diesen Sommer die fliegenden Händler getroffen.

Man nennt sie jetzt illegale Händler und man hat beschlossen, diese „auszuhungern“. Wer als Tourist von ihnen etwas kauft, kann mit einer Ordnungsstrafe von 100 – 750 € rechnen. Sie liefen aber trotzdem wie verrückt am Strand und Straßenrestaurants umher. Aber ihr Absatz muss dramatisch eingebrochen sein. Ich habe mich gefragt, wovon die Illegalen in Zukunft leben sollen? Und wie kommen die Jungs wieder heim, wenn sie kein Geld für einen Rückflug verdienen?

Eine mögliche Antwort bekamen wir noch in der Woche. Meiner Schwester verschwand die Geldbörse aus ihrer Tasche. Sie war entsetzt, wie kamen sie an ihre Tasche?

Der Zufall wollte es, dass sie sogar den Dieb auf ihrem Handy als kurzen Videoclip hatten. Zwei Mädels machten grade einen Selfi-Clip. Währenddessen trat aus dem Hintergrund ein illegaler Händler an sie ran. Er trällerte unbedarft mit den Mädels mit, sah dabei sogar freundlich lachend auch mit in die Kamera. Die Mädels dachten sich nichts dabei. Auf dem Kurzfilm konnte man dann später sehen, dass er einen Blick in die offene Tasche meiner Schwester sah. Dann warf er ein großes Tuch drüber und schob seinen Arm drunter. Meiner Schwester dämmerte es kurze Zeit später erst, was geschehen sein könnte. Doch da war der Dieb schon weg. Wenig später las ich in den neusten Mallorca-Nachrichten, dass eine Diebesbande unterwegs sei und man schon 2 von ihnen festgesetzt hatte. Es dauerte noch eine Weile, bis die Verärgerung meiner über den Diebstahl verrauchte. Zum Glück hatte sie nur 15 € dabei und keine weiteren Papiere oder Geldkarten.

Aber ich kann mir jetzt gut vorstellen, dass die arbeitslosen illegale Händler so oder ähnlich gegensteuern müssen. Sie müssen ausbaden, was die Geldsäcke, die hinter den Illegalen Handel stehen, ihnen eingebrockt haben.

Aber mir musste es gelingen, mich von den fremden Schicksalen zu distanzieren und ich hoffe blauäugig, dass es auch für den Abtransport der illegalen Händler einen Plan der Stadt. Seit 2011 bin ich regelmäßig auf Mallorca, bis dato wurden die Händler immer geduldet.

Zum Abschluss noch ein Schnappschuss, den ich von der Promenade mitbrachte. So ein Smartphone kann einen schon mal umhauen und in den Bann ziehen.

Sonnenuntergänge

Heute mache ich es mir ganz einfach. Setze ein Bild nach dem anderen in den Blog. Bilder sprechen ja bekanntlich für sich.

Im Juni geht die Sonne auf Mallorca immer hinter dem höchsten Punkt von Palma unter und damit hatten wir jeden Abend ein wunderschönes Naturschauspiel mit einem perfekten Aussichtspunkt. Wie brachten uns in Positur und warteten jeden Abend auf das Lichtspiel der untergehenden Sonne.

Einige Bilder nahm ich mit meinen mittelmäßigen Smartphone auf, andere Fotos machte ich mit meiner richtigen Kamera. Daher ist die Bildqualiät untertschiedlich.

Und wir nahmen alles an Abendsonne mit nach Hause. Frauen gönnen sich ja sonst nix 🙂

der Himmel kann warten

Und, kaum hab ich mich einmal umgesehen, ist mein Urlaub auf Mallorca in die Geschichte eingegangen. Kaum zu glauben. Heut sah ich mir noch einmal die Bilder an und kann gar nicht glauben, dass ich für 9 Tage in die Spanien war. Aber noch weniger konnte ich glauben, dass die Möglichkeit bestand, dass ich gar nicht erst an meinem Urlaubsort ankommen könnte. Nur ab und zu holte mich ein Gedanke ein. Was ist, wenn der Flieger abstürzt? Kaum taucht ein ängstlicher Gedanke zum Fliegen auf, wische ich ihn auch schon fort. Täglich gehen tausende und abertausende Flugzeuge in die Luft und alle sind heil wieder runtergekommen. Warum also sollte der Flieger von „Condor“ nicht auch heil runterkommen?

Bevor wir als Mädelsgruppe gemeinsam in die Luft gehen können, musste ich vor meiner Abreise noch ein paar Vorbereitungen treffen. Dann standen endlich der Reisekoffer vor der Tür und meine Fahrt mit dem Fernbus nach Kiel war meine erste Etappe für unsere gemeinsame Reise.

Am nächsten Morgen .. ach, was schreibe ich, noch in der Nacht stand das Taxi vor der Tür. Zu um 3.20 Uhr bestellt und es stand pünktlich bereit. Nach einer knappen Stunde Schlaf mussten Schwesterherz und ich uns wieder aufraffen, der Flieger wird auf uns nicht warten. Mein Schwester wohnt am Stadtrand von Kiel und wir machten uns deshalb als erste auf den Weg. Unterwegs würde die 3.aus unserem Bunde noch dazu kommen und gemeinsam sollte es zum Flughafen Hamburg gehen.

Meine Schwester setzte sich neben den Taxifahrer und ich döste auf dem Hintersitz. Kaum Verkehr auf der Straße, nur ein paar LKW s zogen auf der Gegenfahrbahn an uns vorbei. Ich sah aus dem Seitenblick ihre gefühlten tausend Lichter auf Motorhaube und rund um die Fahrerkabine. Ich wusste gar nicht, dass die Brummis bei Nacht wie überbelichtete Tannenbäume aussehen.

Es rauschte ein Brummi seitlich vorbei, schon kam der nächste Brummi und der nächste Brummi war auch schon in Sicht. Einer nach dem anderen, kurz hinter einander. Der dritte Brummis hätte auch an meinem linken Auge vorbei fahren müssen, tat er aber nicht Unausgeschlafen, wie ich war, wunderte ich mich, dass das Lichtermeer des Brummis direkt auf uns zu fuhr und nicht, wie anderen wenige Momente zuvor, nicht links an uns vorbei fuhr. „Warum fährt er auf uns zu?“ Irgendwas stimmt da nicht. Irgendwas ist hier nicht richtig. Während ich mich wunderte und mich fragte, was hier nicht richtig ist, machte der Taxifahrer eine Vollbremsung und lenkte das Auto zeitgleich nach rechts. Ruckartig standen wir am rechten Rand eine Straßengrabens und nun stimmte auch das Bild wieder, was ich sah. Der Brummis zog links an uns vorbei.

„Wollte der uns überfahren?“ fragte ich naiv. Ich war noch nicht aus meinen Wundermodus raus. Hatte ich vielleicht als nächstes gedacht, das Taxi fährt die Flügel aus und überwindet im Überflug dem Brummi, der von der Gegenrichtung auf unserer Fahrbahn kam? Der Taxifahrer wetterte dem Brummifahrer hinterher, weil dieser wahrscheinlich mit Augen zu und durch auf unserer Fahrbahn die beidenBrummis überholen wollte und Dank des Taxisfahrer an uns vorbei rauschen konnte. Er hatte ja grade zu einem Überholmanöver angesetzt und deshalb beschleunigt. „Klar, wir wären jetzt platt gewesen. Den Frontalzusammenstoß hätten wir nicht überlebt“ sagte meine Schwester.

Ich fasse für mich zusammen. An diesem Morgen wären wir auch unter diesem Umstanden in den Himmel gegangen und ich wahrscheinlich mit dem fragenden Gedanken, warum der 3. Brummi nicht links an uns vorbei zieht, wie die anderen beiden auch, sondern seine Lichter direkt auf die Frontscheibe des Taxis zufahren. Für mich war der Moment so ein Art Nahtoderfahrung, bei der ich feststellte, dass meine Seele wundernd in die Himmel aufgestiegen wäre. Ich erinnerte mich noch an den Titel der letzten Blogeintrage „Die Tage sind gezählt“ Ich fand sie damals makaber und deshalb lustig.

Doch das Schicksal hatte zum Glück für uns zwei Schwestern kein so dramatisches plötzliches Ende vorgesehen und vor uns lagen wieder 9 lustige gemeinsame Tage auf Mallorca. Unser Flieger hob pünktlich 6.20 Uhr vom Hamburger Flughafen ab.

Von dem Schrecken in den frühen Morgenstunden erholten wir uns schnell, denn unser Fokus war ja auf Urlaub gerichtet. Nur ab und an schoss mit der Schrecken wegen des Beinaheunfalls noch in die Glieder.

Hotelzimmer mit Ausblick

Wie erhofft bekamen wir wieder ein Hotelzimmer in der oberen Etage und die Bucht lag wieder vor unseren Füßen. Die Mädels legten erst mal die Füße hoch und ich hielt den Moment auf der Kamera fest.

Der erste Urlaubstag kann beginnen

Nein, auf dem Tisch liegen keine Zigaretten, sondern ein Rommyspiel. Die Mädels haben endlich das Rauchen hinter sich gelassen und da dachte ich, falls sie doch noch eine Jieper auf eine Zigarette bekommen, dann sollten sie sich z.B. mit einen Kartenspiel ablenken können. Aber sie bekamen weder einen Jieper noch spielen wir Karten.