Zeitdokumente

32. Tag seit der Maßnahme

Kaum zu glauben, wie sich die Welt in wenigen Wochen geändert hat. Vor 6 Wochen habe ich nicht mal im Traum daran gedacht, dass ich mal solche Fotos im Vorbeigehen machen kann, wie sie in der Galerie zu sehen sind. Und da ist das Foto mit dem abgesperrten Spielplatz noch relativ harmlos. Das Absperrband hätte auch auf einen reparaturbedürftigen Spielplatz hin deuten können. Aber in Zeiten von Corona hat das Bild eine ganz andere Bedeutung. Er zeigt uns, wie sehr unser Leben durch den Virus auf den Kopf gestellt wurde und auch in Zukunft noch wird.

Die anderen Bilder sind aus dem Supermarkt, in meiner Nähe. Gestern nahm ich eine bildhafte Erinnerung an diese außergewöhnliche Zeit mit. Besonders fiel mir natürlich der Hinweis ins Auge, der die häusliche Gewalt anspricht. Schlimm für den – meistens sind es ja sie Frauen, die in die Bedrängnis geraten – der in solch einer beklemmenden Situation auf engsten Raum leben muss. Wie gut, dass der Staat dafür auch ein Angebot macht und den Hilfesuchenden einen Weg aufzeigt. Ich kenne häusliche Gewalt und weiß, wie schlimm es ist, wenn jemand in seiner Ohnmacht Macht demonstrieren will.

Aber auch zu Hause, in meinen sicheren 4 Wänden gilt es schon Zeitdokumente festzuhalten. Sohnemann und ich kamen uns gestern Abend, was das TV-Programm betraf in die Quere. Also hat Sohnemann mein TV als SEIN TV während meiner kurzen Abwesenheit markiert.

So kann es Mutter gehen, wenn Sohn als Gastronom zu Hause Däumchen drehen muss. TV hatte er bisher immer abgewinkt und sich lieber auf seinem Laptop Filmchen auf YouTube oder auf Netflix angesehen. Natürlich war alles nur ein Spaß, worüber wir auch später noch herzlich lachen werden können.

Männerstress

Heute hab ich mich noch mal auf den Rostocker Weihnachtsmarkt gewagt. Das Wetter und die letzten Weihnachtseinkäufe haben heute viele Menschen in die Einkaufsstraße gelockt. Die Straßenbahnen waren voll, die Geschäfte waren voll und die Straßen waren voll. Neben der Weihnachtsmusik, die von den Schaustellern unter die Menschenmassen gedonnert wurde, konnte ich ganz deutlich auch das Quengeln der Kinder und das Knurren der Männer raus hören. Sie hatten wirklich Null-Bock auf das Gewühl in den Geschäften, während die Frauen sich mit Freude ins Getümmel stürzen.

Ich ging mit dem Menschenstrom ins größte Einkaufszentrum von Rostock, das „KTC“. Vor mir gingen zwei Männer. Einer von ihnen hielt sein Kind an der Hand. Ich schnappte die wenigen Worte auf : „Wenn ich Massen schon sehe, die alle KTC strömen“ knurrte einer von ihnen. Der andere bestätige den Stress, dem auch er sich nicht entziehen konnte. Wahrscheinlich waren ihre Frau schon im Einkaufszentrum und sie folgten ihnen brav. Ich konnte mit etwas Fantasie ihre aufgestellten Haare sehen. Aber mit gefangen, mit gehangen .

Wenig später. Ich hatte Hunger und kaufte mir eine Bratwurst mit Pommes und Currysoße. Obwohl die Kröpeliner Straße voller „Fressbuden“ stand, auch der Bratwurststand – Fränkis Currybratwurst- hatte voll zu tun. Ich musste mich schlank machen, damit ich an einem Stehtisch mein Essen abstellen konnte. Und auch hier wurde ich ungewollter Mithörer eines Gesprächs. Zwei Frauen und ein Mann gönnten sich wie ich eine kleine Mahlzeit zwischendurch. Kaum hatte der Mann den letzten Rest seiner Bratwurst verdrückt, verdrückte er sich . „Oder soll ich mit euch mitkommen?“ frage er höflich aber unlustig die beiden Frauen, die er begleitet. „Oh nein, du wärst uns nur ein Klotz am Bein“ . Erleichtert zog der Mann Leine, nachdem sie einen Zeitpunkt vereinbart hatten, wann sie sich wieder treffen wollten. Die Frauen nahmen sich 2 Stunden Zeit für ihren Einkaufsbummel und er bekam 2 Stunden frei zum bummeln.

Anstehen musste man heute überall. Egal, ob an der Kasse oder an der Toilette, ja, ich musste mich sogar an eine lange Schlange zum Geldautomaten anstellen.

Menschenskinder

Wer Menschengedränge nicht leiden kann, wird Kröpeliner Strasse bis Ende Dezember sicher meiden. Seit Montag hat der Rostocker Weihnachtsmarkt die Tore geöffnet.

Sohnemann ist solch ein Kandidat. Er wiederholt sein Gezeter jedes Jahr, wenn er zur Zeit des Weihnachtsmarktes über den Boulevard gehen muss, ich betone MUSS. Aber ich habe ja nicht nur Sohnemann als Einzelkind. Nein, er ist der „Nachkömmling“in der Familie. Seine Geschwister leben weit weg der Heimat und leben schon seit vielen Jahren ihr eigenes Leben mit Kind und Kegel. Aber auch die beiden Großen hassen jedes Gedränge unter Menschenmassen und umlaufen die geballte Ladung Menschen weitläufig.

Im Gegensatz zu meinen Kindern stören mich dicht gedrängte Menschenmassen nicht im Geringsten Was mich eher stört, sind die Gerüche, die von allen Seiten in meine Nase strömen. Und ein herausragender Geruch ist, wie sollte es anders sein, der Glühwein. Mit ihm verknüpfe ich einen schweren Kater und der liegt aber schon mehr als 30 Jahre zurück. Ich glaubte damals, ich komme gar nicht mehr davon auf die Beine und verbrachte den Tag darauf mit schwerem Magen- und Kopfschmerz im Bett. Ein verkaterter Tag war damals wie heute ein verlorener Tag. Also schwor ich dem Glühwein für alle Zeiten ab und mein „Riechkolben“ erinnert mich jährlich daran.

Um seine Bürger der Stadt und Besucher des Weihnachtsmarktes vor terroristischen Übergriffen zu schützen, hat die Stadt an einem guten Sicherkeistkonzept getüpftelt und es im NDR wenige Tage vor der Eröffnung vorgestellt. Es stehen nicht nur überall gut sichtbare Poller auf den Zufahrten zum Markt, nein, man sieht überall Polizeiwagen und Polizisten, die Streife gehen. Dass sie eine Waffe bei sich tragen, ist schon ein gewohntes Bild. Aber was soll man machen. Es kann der Friedlichste nicht in Frieden Leben, wenn es den im Kopf Verkorksten nicht gefällt.

Am nächsten Wochenende werde ich mit meinen Enkelkinder über den Weihnachtsmarkt gehen und darauf bauen, dass die Sicherheit auch so funktioniert, wie von der Stadt angedacht. Ob wir dann in das große Riesenrad steigen werden, weiß ich nicht. Solange ich denken kann, steht das Riesenrad auf den Weihnachtsmarkt, aber rein gewagt habe ich mich wegen der Höhenangst bisher noch nie. Also es gibt für mich immer noch was neues zu entdecken. 😀

ich war noch niemals in New York

„Hast du dir den Film schon angesehen?“ fragte sie mich.

Der Film „Ich war noch niemals ins New York“ ist zur Zeit in meinem Umfeld aller Munde. Er gehört wohl zu den Filmen, die auch Leute ins Kino lockt, die sich sonst eher auf das Streamen stehen. Die meisten wollen warten, bis Netflix oder Amazon den Film in ihr Repertoire mit aufnimmt. Aber für mich ist das wie aufgewärmtes Essen. Ich sehe mir die Filme lieber im Kino an. Ganz allein mit der Leinwand und die einzige kurze Ablenkung, wenn man seinen Nachbarn etwas zuflüstern möchte, was nicht warten kann.

„Nein, ich habe ihn mir noch nicht angesehen“ antwortete ich, dabei frage ich mich, ob sie meine Gedanken lesen kann? Denn ich hatte die selbe Frage auf den Lippen. „Wollen wir am Samstag uns den Film gemeinsam ansehen?“ Gesagt getan, gestern sahen wir uns dem Film an. Ich war zwar noch nie ein Fan von Udo Jürgens, denn auf seine Songs baute das Filmmusical ja auf. Ich war gespannt.

Gespannt war ich auf Katharina Thalbach. Der Trailer zum Film lief ja schon seit einigen Wochen und ich wollte auf keinen Fall einen Film mit Katharina Thalbach versäumen. Aber auch auf Moritz Bleibtreu war ich neugierig. Er spielte sonst immer ernste Rollen mit komplizieren Charakteren, zumindest, was ich von im gesehen habe.

In quietschbunten Farben lief der Film, wie schon im Trailer zu sehen war, über die Leinwand. Schon nach kurzer Zeit sog die Filmhandlung mich in sich auf und ich ging mit den Protagonisten auf die Reise nach New York. Ich ließ mich mit mitreißen, mit all den Emotionen, die im Film verpackt waren Es wurde gelacht, es wurde geweint. Eigene Lebensmomente spiegelten sich in so manch einer Szene wieder.

Geflasht war ich vom „Griechischen Wein“, getanzt von Pasquale Aleardi.. Mein Gott, war das ein Auftritt. Mir blieb die Spucke weg und ich war mir sicher, schon allein deshalb werde ich mir den Film noch einmal ansehen 😀

Eine wirklich große Überraschung für mich waren die beiden Schauspieler, die im Video zu sehen sind. Sie spielten zwei Schwule, die sich sofort ineinander verliebten. Im Clip beantworten sie einige Fragen dazu.

Fast jede Form der Liebe konnte man im Film sehen. Die Jugendliebe, die gleichgeschlechtliche Liebe und die Liebe von zwei Menschen, die sich neu verlieben. Doch bevor sie zusammenfinden konnten, musste jeder für sich innere Hürden überwinden, wollten sie ihrer Liebe nicht im Wege stehen.

„Ja, da war für jeden etwas dabei“ fasste meine Bekannte, als der Abspann lief.

„Jeder muss über seinen Schatten springen, wenn er sein Glück finden will“ ergänzte sie noch.

Dem konnte ich nichts mehr hinzufügen. In Liebensdingen tut man sich oft schwer. Vielleicht hat man die eine oder andere Chance im Leben verpasst, weil man sich selber im Wege stand ?

neue Wirkungsstätte und Pilgerort für Fans ?

Wer den „Joker“ schon gesehen hat, kennt die nicht enden wollende Treppe mit 131 Stufen. Sie wird mehrmals im Film gezeigt. Anfangs schleppt der Joker sich die vielen Stufen nach oben und am Ende tanzt er diese leichtfüßig nach unten.

Jetzt wollen die Fans von Joker auch einmal so wie Joker die Treppe nach unten tanzen. 😀 😀 😀 😀 .. cool . Ein Tiefschlag für die Kritiker, die den Film auseinander pulen, um Fehler und Unschlüssigkeiten zu finden und nachweisen..

bildhaft zusammen gestellt

Die Heimat hat mich wieder und das schon seit letzten Samstag. Doch Zeit für den Blog hatte ich noch nicht. Also dachte ich heute, warum nicht einen kleinen Videoclip zusammenstellen und als erste Zusammenfassung den netten Lesern anbieten. Er dauert nur eine knappe Minute, dafür habe ich dann doch gute 2 Stunden investiert. Schuld daran ist die Qual der Wahl. Man kommt mit einer gefühlten Million an Bildern wieder heim und daraus etwas auszuwählen trieb mir heute Vormittag den Schweiß auf die Stirn.

Naja.. und dann noch der Video-Editor, deren Bedienung ich mir so nebenbei aneignen musste. Deshalb verwendete ich fast nur Bilder. Das Ergebnis ist dürftig, aber Frau kann ja noch besser werden.

Ein bißchen Spaß muss sein

Das erste mal habe ich mich in meinem Wohngebiet unters feiernde Volk gemischt. Nicht das ist mir zu fein dafür bin, nein, aber meine Leute sträuben sich, an Volksfesten teil zunehmen. Doch dieses Jahr hatte es geklappt, ich schloss mich einen bekannten Familie an. So hatte ich es gestern doch tatsächlich zum 15. Mühlenfest geschafft. Dafür musste ich nicht weit laufen, denn der Festplatz liegt fast vor meiner Tür. Deshalb sagte ich mir gestern: „Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“

Der gestrige Abend war wie gemacht dafür, es war sommerlich warm und erinnerte mich an die warmen Nächte in Spanien. Aber mit dem Klimawandel haben wir nun auch in Deutschland immer öfter wohlig warme Sommerabende, so wie gestern.

Angekündigt war für den Samstagabend ein Wolfgang Petry Double, namens Dirk Maron. Auf seiner Internetseite und auf seiner Autogrammkarte ist vermerkt, dass nur er die originalen Feundschaftbänder von Wolfgang Petry trägt.

In der Hochzeit von Wolfgang Petry stand ich nur auf Rockmusik und belächelte alle, die sich den Schlagerschmalz reinzogen. Aber es gab keine Familienfeier, auf der nicht nach den Schlagern von Wolfgang Petry getanzt wurde. Sein Duoble lies gestern die Hochzeit von Wolfgang Petry noch einmal aufleben und siehe da, alle um mich herum waren wie damals hin- und her gerissen von Musik. Egal, ob jung oder alt, denn ein großer Teil der Fans vor der Bühne waren 1999 – damals gab Wolfgang Petry sein letztes Konzert – noch gar nicht auf der Welt. Daran erkennt man wieder mal, wenn die Musik, egal welcher Art, die Herzen der Menschen erreicht, bleibt diese Musik ewig jung.

sehenswert die beiden jungen Leute aus dem Publikum, die wie Profis den Sänger mit einer Luftgitarre begleiteten. Sie steigerten sich von Minute zu Minute

Ich tanzte mit FlipFlops und das machte mir gar nichts aus. Ist der Mensch erst mal beschwingt, wachsen ihm Flüge.

Ich ging dann durchgeschwitzt kurz vor Mitternach wieder heim. Auf dem Heimweg sah viele Jungs, die mir ihrer Frontseite rechts und links auf meinen Weg zu den Büschen standen. Naja,,einmal im Jahr wird die Natur das aushalten – müssen.

so langsam wird´s

Schon 4 Tage alt ist der Frühling 2019. In diesem Jahr stand die Sonne schon am 20. März um 22.58 Uhr direkt über den Äquator. Na super schon einen Tag eher als sonst. Die Südstaatler Deutschlands hatten ja schon richtig warmes Wetter, wir Nordstaatler müssen noch warten. Nicht, das der Himmel über Rostock nicht blau ist, nein, so ist es nicht. Aber bis Mittag muss man sich gedulden und die Wärme bleibt dann doch hinter dem Horizont hängen.

Zu meinen kurzen Ausflug nach Warnemünde hätte ich mir gestern besser eine dickere Jacke angezogen. Auf der Fähre war es dann doch frisch, aber das hielt die Menschen nicht von ihren Wochenendausflügen ab.

Eigentlich war es kein richtiger Ausflug. Sohnemann wurde Freitag aus seinem freien Tag zur Arbeit gerufen. Eine Kollegin war plötzlich erkrankt und konnte nur zum Arzt, wenn jemand für sie einspringt.

Na super …ade..freier Tag. Er wurde erst weit nach Mitternacht abgelöst und übernachtete bei einem Kollegen, der seine Wohnung in Warnemünde hat. Nicht schlecht, Herr Specht, damit ersparte Sohnemann sich die Nachtfahrt von A nach B. Aber, er hatte keine Tabletten gegen seine Epilepsie für den nächsten Tag dabei. Also, was macht Mutters? Packt ein kleines „Köfferchen“ und legt zum Medikament auch gleich ein frisches weißes Hand dazu. Man weiß ja nie.

Am Abend erzählte Sohnemann mir, dass das besagte Hemd nicht er, sonder sein Kollege tragen würde. Einer der Köche hatte seine Kelleneroutfit aus Jux und Dallerei einmal kurz mit dem Schlauch der Spüle nass gespritzt. So richtiger Spaß konnte dabe aber nicht aufkommen. Naja..ich hätte es auch nicht lustig gefunden, wenn ich tropfnass vor die Gäste treten müsste. Aber Jungs lieben halt die derben Späße.

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