Wohin geht die Reise ?

Das Karl Dall die Welt so plötzlich verlassen musste, damit hatte vermutlich kaum jemand gerechnet. Oh mein Gott, wie schnell der Tod einen Menschen doch heimsuchen kann. Ein schwacher Trost – Karl musste nicht leiden. Ich denke, jeder würde sich solchen einen schnellen Abgang wünschen. Ich jedenfalls würde diesen Wunsch definitiv auf meine Löffelliste setzten. Zumindest ist jetzt ein Spaßvogel mit seiner Reise im Promi-Himmel gelandet und die Engel haben nun was zu lachen.

Uns hat er ja auch viele spaßige Momente im Laufe der Jahre zurückgelassen, wie z.B. damals seinen Blödelgesang zusammen mit „Insterburg &Co.„, den wohl auch fast jeder kennt. Damals sah ich Karl das erste Mal im TV und dieser Auftritt von ihm bliebt bis heut in meinem Gedächtnis. Mehr Eigenwerbung geht für einen „Hit“ nicht. Noch heute kann ich über seinen uneitlen Auftritt lachen. 😂😂😂😂

Weniger zu lachen ist, das das Virus weiter unser Leben bestimmt und ich denke, das wir uns bis zum Sommer 2021 damit noch rumschlagen müssen. Wir Mecklenburger sind noch nicht so sehr davon überschwemmt, wie der Süden des Landes. Auf der Karte vom RKI sieht Deutschland auf dem Handy aus, als würde Deutschland im Fieber liegen. Tief dunkelrot der Süden und orange der Norden. Ich äußere einfach meine Vermutung, warum das „Fieber“ trotz Lockdown steigt. Bauen die Coronaleugner die Brücken für das Virus, die von Mensch zu Mensch geht? Das war bei mir nur so ein Gedanke, als man in den Nachrichten eine Demo von Querdenkern zeigte, die ohne Mundschutz und Anstand unterwegs waren. Natürlich ist das eine Unterstellung, aber ich wollte nur meine Vermutung äußern.

Dass wir Menschen für Pandemien wie die, die wir grade erleben, mitverantwortlich sind, wurde mir noch mal deutlich bewusst, als ich vor 3 Tagen Prof. Stefan Schaltegger in der abendlichen NDR-Sendung „DAS folgte. Er sprach von Zoonosen, d. h. ein Virus springt von Tier auf Mensch über, und ebenso kann das Virus von Mensch wieder auf das Tier überspringen und wieder zurück. Das Virus muss sich anpassen, also verändert es sich fortlaufend. Soviel zur Theorie.

Zu 2/3 tragen wir Menschen – so seine Erkenntnis – dazu bei, dass das Virus immer wieder unser Leben bedrohen kann.

  • Wir holen das Virus
    • Damit erwähnte er u.a. die Wildtiermärkte.  
  • Wir gehen zu den Viren
    • Beispiel..Urbarmachung von Sümpfen oder dichten (Ur)Wäldern, auf denen anschießend auch Nutztiere gehalten werden
  • Wir schaffen die Viren
    • Massentierhaltung, wie wir sie kennen. Tiere, wie Schweine und Kühe werden im unnatürlichen Raum gehalten und mit unnatürlichem Futter ernährt. Damit werden Brutherde für Krankheitserreger geschaffen, die unser Leben ebenfalls bedrohen können. 

Ich habe keine Probleme, diesen Argumenten zu folgen – ich bin auf dem Lande groß geworden – und sehe daher unsere Zukunft in einer Vision, die deutlich anders ist, als sie heute noch die Wirtschaftsbosse sehen. Mehr, Höher, weiter und und und. Die Superlative über die Superlative, bis nichts mehr geht.

Unser Konsumverhalten muss wieder gesünder werden. Nicht nur für uns Mensch, sondern auch für die Natur, dann lenkt auch die Wirtschaft ein und damit haben wir als Verbraucher auch unsere Zukunft in der Hand. Das ist unser bescheidener aber nicht unbedeutender Beitrag, den wir für unsere Zukunft und damit für unsere Nachkommen leisten können.

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große Reise ohne Rückkehr

Ich hatte mal vor einiger Zeit gelesen, dass es Menschen mitunter einfacher fällt, wenn sie in dem Moment allein sind. In dem Moment, wenn sie die Welt für immer verlassen. Vielleicht hat Jan Fedder sich deshalb entschieden, die Welt zu verlassen, wenn seine schöne Frau nicht zu Haus ist.

Man wusste ja aus den Medien, dass er zeitweise sehr krank war. Doch ich schöpfte Hoffnung, dass es mit ihm wieder aufwärts geht, als ich ihn kürzlich in einem Interview im Fernsehen sah. Mir fiel auf, dass seine Worte schnalzend klangen. Aber er war grade dabei zu erklären, warum es so war. Die Ärzte haben aber das bester daraus gemacht.

Doch das Jahresende hat er dann doch nicht mehr geschafft, ist noch vor Silvester gegangen. Der Aufschrei über seinen viel zu frühen Tod war deutschlandweit und er hinterlässt nicht nur seine trauernde Familie sondern auch eine große große Fangemeinde.

Ich sah Jan Fedder das erste mal nicht in seinen berühmten Klassikern – Das Boot und Großstadt-Revier – von denen heute immer die Rede ist, sondern in einer kurzen Fernsehproduktion. Sie lief vor vielen Jahren, daher erinnere ich mich an den Titel nicht mehr. Ein Schauspieler spielte in ein paar wenigen 10-Minuten-Kurzgeschichten immer die Hauptrollen, die dem Zuschauer nacheinander gezeigt wurden. Und jedes mal stellten dieser einen ganz anderen Charakter dar. Der Zuschauer bekam in kurze Zeit die breite Palette der Schauspielkunst zu sehen. Und Jan Fedder begeisterte mich damals über alles, denn seine Mimik in einer Szene ersetzten tausend Worte. Er hatte mir damit einen unvergesslichen Unterhaltungmoment geschenkt.

Ich könnte heulen, dass er schon viel zu früh gehen musste.

wie das Leben so spielt

Nur noch 3 Wochen, dann ist für mich das Trainingsjahr beendet. Neben dem Yoga bin ich ja noch im Kindersport unterwegs. Die jüngsten sind 3 Jahre und die ältesten 10 Jahre alt. Die meisten von ihnen kommen entweder selber oder werden von den Eltern, bzw. von den Erziehern aus den Tagesstätten in die Sporthalle gebracht. Andere wieder sammeln wir Trainer im Kindergarten eine und gehen mit ihnen in die Sporthalle, die fußläufig nach 20 Minuten erreicht ist.

Bei der Gelegenheit möchte ich meinen Hut vor den Erziehern ziehen, deren Job es ist, die lieben kleinen den ganzen Tag zu betreuen. Schon wenn ich an die Prozedur denke, wenn die Kinder sich ihre Sportsachen anziehen müssen. Das kann schon mal Ewigkeiten dauern, den Kinder sind schnell abgelenkt. Aber das ist es nicht allein. Die Wintersachen sind oft steif, die Reißverschlüsse der Anoraks lassen sich häufig nur schwer bewegen. Ein Kraftakt für Kind und Trainer oder Erzieher, jedes mal.

Zum Glück stehe ich nicht allein davor. Zum Kindersport müssen ab einer bestimmt Anzahl von Kindern immer 2 Trainer vor Ort sein. Und vor kurzem bekam ich , nachdem die Gruppenstärke wieder auf 20 gestiegen war, eine 2. Mann an die Seite gestellt. Ein netter junger Mann mit Format, der bis zum Beginn seiner Ausbildung sind im Kindersport nützlich machen will. Man sieht ihm das an, er kommt nicht aus Deutschland. Er spricht aber sicher deutsch und kann mit den Kindern gut umgehen. Ich glaubte, er käme auch Thailand und wäre ca. 25 Jahre alt. Gefragt hatte ich ihn aber nicht. Er ist auch als Sportler unterwegs. In seiner Heimat hätte er Kickboxen gemacht, so erzählte er mir. Aber in Rostock fand er keinen Sportverein dafür, also mache er „nur noch“ Boxen.

Später erfuhr ich von der Chefin des Vereins, das „M.“ erst 18 Jahre alt wäre und er seit 4 Jahren in Deutschland lebe. Er kam als unbegleiteter Minderjähriger aus Syrien nach Deutschland. Seine Familie sei bei einem Angriff gestorben. Alle weg. Ich war sprachlos und ich fragte mich, was ein Mensch alles aushalten kann, wenn er muss. Wenn ich an meine eigene Jugend denke und an die Jugend meiner Kinder in seinem Alter. Wir hatten nur „Grappen“ im Kopf, wie es bei Teenager halt so ist. Und dieser Junge hatte das schlimmste erleben müssen, was Mensch nur erleben kann. Den Verlust seiner ganzen Familie. Ihn hat das Leben jedenfalls böse mitgespielt. Und nun baut er sich ein Leben in Deutschland auf. Er will Tischler werden und damit kann er später in seiner Heimat eine Menge anfangen.

Als ich am selben Tag in einer Poststelle darauf wartete, dass ich dran kam, wurde ich ungewollt Zuhörer eines Gespräches zwischen Postkunden und der Angestellten. Er regte sich auf, weil er sein Paket von der Poststelle abholen musste. Irgendwas muss ja schief gelaufen, sonst hätte er sich mit seinem Gezeter nicht so lange aufgehalten. „Und dann kommen da noch Zusteller, die kaum deutsch sprechen“ bemerkte er.und er würde ihnen schon beibringen, wie man zustellt und deutsch spricht. Dabei konnte ich zusehen, wie sein Kamm im Nacken schwoll und höher und höher wurde. Seine Arroganz hatte noch Wachstumspotential. Er macht aus einen Furz einen Kanonenschuss und glaubt, dass das Leben ihm böse mitspielt.

Die Anstellte zog sichtlich den Kopf ein, versuchte dabei nicht, den Kunden zu widersprechen. „Sie und wir müssen es dann ausbaden“ Ich fragte mich, was wir wirklich ausbaden müssen und was so schlimm daran is wenn wir unser Päckchen nicht so pünktlich in die Hand bekommen, wie wir uns es vorgestellt haben.

Achja..allen Bloggern einen schönen 1. Advent.

Gruß aus dem Jenseits

Ich hab geträumt heut Nacht. Nein, nicht heute Nacht. Ich wurde wach und musste aber noch nicht aufstehen. Ich bin nur Frühaufsteher, wenn die Umstände das von mir verlangen. Haben sie heute aber nicht, heute ist Samstag. Also drehte ich mich wieder auf die Seite und schlief noch ein weiteres Stündchen in das Wochenende hinein. Deshalb träumte in der zweiten Runde meines Schlafes. Aber wie es mit den Träumen so ist, kaum hat man die Augen auf, schon sind sie ins Nirwana verschwunden. Zumindest für den ersten Teil des Tages.

Der Traum wollte wohl doch nicht unvergessen bleiben und brachte sich doch noch in Erinnerung. Ich war grade mit schwerem Einkauf über den Schulter hängend auf dem Heimweg vom Supermarkt. Wie aus dem Nichts kam ich eine Sequenz meines Traumes wieder in den Sinn.

Ich hatte von meinem Ex-Mann geträumt. Vor 2 Jahren lag er schwer erkrankt in der Klinik und verstarb nach wenigen Tagen dort. Ich war die letzte, die ihn noch lebend sah und war entsetzt, wie sehr die Krankheit ihm zugesetzt hatte. Auf den ersten Blick erkannte ich ihn nicht, auf den zweiten Blick auch nicht, erst auf den dritten Blick erkannte ich ihn an den Haaren. Doch ich war froh, dass ich ihn noch verabschieden konnte, auch wenn er nicht mehr bei Bewusstsein war. Unsere zwei gemeinsamen Kinder hatte uns für immer verbunden, auch wenn wir unser Leben nach 13 gemeinsamen Jahren getrennt verbrachten.

Zwei Jahre nach seinem Tod meldete er sich heute morgen wieder in meinem Traum zurück. Er war der junger stattliche Mann, den ich damals heiratete. Er hatte grade die 30 erreicht und ich war Mitte 20.. Damals fragte er mich, ob ich mir vorstellen könne, wie man sich fühlen mag, wenn man dem Tode nahe ist. Wir gingen logischer Weise davon aus, dass wir das Greisenalter erreichen würden, bevor das Thema aktuell werden würde. Hatte er ein Fünkchen Angst vor dem Tod? Ich antwortete unbekümmert: „Ich denke, das man sich dann unendliche müde fühlen würde und man froh wäre, dass man endlich die Augen schließen könne“ Ich verglich ein Menschenleben mit einem langen beschwerlichen Arbeitstag, an dem man am Ende des Tages todmüde ins Bett fallen würde. Das beruhigte meinen damals noch jungen Mann. Er legte sich ins Ehebett und schlief beruhigt ein. 7 Jahre später schlief jeder in seinem Bett, jeder an einem anderen Ort. Niemand von uns beiden konnte den anderen mehr verstehen und den Zusammenbruch der Ehe aufhalten. Einer hatte Groll auf den anderen, über viele Jahre lang. Aber der Tod verändert noch einmal alles.

Im Traum begegneten wir uns, als stünden wir noch am Anfang unsere Ehe. Er sah wirklich gut aus. Warum war mir das damals nicht aufgefallen? Vielleicht weil seine Gesichtszüge keine Groll mehr zeigten. Wir tauschten uns kurz über unsere missglückte Ehe aus. Weder er noch ich hatten einen Groll aufeinander, so dass alle bisher gemachten üblen Nachreden vom Winde verweht wurden. Ich erzählte ihm, dass unsere Kinder unser damals gemeinsam gebautes Haus verkaufen und ich seinem Esstisch, 4 Stühle und Waschmaschine übernommen hätte. Er war zufrieden, dass einige seiner Möbel in meinem Haushalt eine zweite Chance bekommen hätte. ER schwand dann wieder aus meinem Traum und ich wurde ein zweites mal wach.

Fast jeder Verstorbene meiner Familie tauchte ca. 2 Jahre nach seinem Tod in meinen Träumen auf, als wollte er mir zeigen, dass es ihm auf der anderen Seite gut gehen und ihr geschundener Körper wieder jugendlich frisch aussieht.

Vielleicht zeigen mir die Träume auch an, dass die Trauerarbeit über ihren Verlust in meinem Inneren abgeschlossen ist. Wenn letzteres der Fall ist, dass trage ich noch einen unerledigten Trauerfall in meinem Herzen, weil mein Groll dies verhindert ?

nur schwer zu fassen

Ich zermartere mir grade das Hirn und finde darin nur den einen Satz „Wenn du nicht weißt, worüber du schreiben willst, dann lass es sein“ Es einfach lassen, das wäre eine Möglichkeit. Immerhin konnte ich diesen Satz aus meinen Hirnwindungen ziehen. Hat Goethe den bedeutenden Satz gesagt? Ich weiß es nicht genau, aber einer von den großen Dichtern hat es gesagt. Dennoch verharre ich weiter vor dem „unbeschriebenen Blatt“ und warte auf das, worauf sich mein Kopf einschießen könnte

Komisch, warum halten sich bestimmte Sätze in einem Kopf auf der 1.Seite meines Gedächtnisses und andere wieder fallen einfach durch ein Sieb? Werden auf nimmer Wiedersehen verschüttet? Nach welchen System ordnet mein Kopf die Dinge, an die ich mich schnell wieder erinnern oder besser schnell wieder vergessen sollte  Ich habe keine Ahnung, aber es geschieht. Mein Kopf sortiert vor „Die guten ins Töpfchen, sie schlechten ins Kröpfchen“

Und es gibt Ereignisse, die sich für immer in Erinnerung fest einschreiben und sich nicht über das Sieb für Grobes verschütteln lassen. Das Jahr 2016 hatte einiges davon. Nicht nur in den Reihen des Promis hat der Sensemann gewütet, nein, auch in den eigen Reihen hat er seine Sense eingesetzt. Gleich zwei Männer hat es im letzten Jahr getroffen.

Ich nenne sie  „Ernst“, weil sie beide die selben Vornamen tragen Der ältere Egon zog sich im Geiste schon vor Jahren zurück. Er erkrankte an Demenz und vielleicht war sein Tod auch eine Erlösung für ihn. Aber Kafka brachte es auf den Punkt.

Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt trotzdem, wenn es passiert ist

Selbst wenn man auf den Tod vorbereitet ist, man erschrickt und ist bestürzt, wenn es doch passiert. Im Sommer verstarb der Vater unserer Kinder.

Was mag im Menschen vor sich gehen, wenn er auf dem Tod eines nahen Angehörigen nicht vorbereitet ist?

Wenn dieser am Morgen wie jeden Tag zur Arbeit geht, den Nachmittag aber nicht mehr überlebt? Wenn ihm sein Leben gewaltsam durch einen anderen genommen wurde? Durch einen, oh meine, durch 10 Schüsse wurde den Mann das Leben genommen. Mir fällt kein Gefühl dafür ein, das in solch einem Moment  vorherrschend sein kann. Selbst Entsetzen und Bestürzung ist zu milde ausgedrückt. Ist es Wut, Hass, Rache, Ohnmacht, Trauer? Ich denke, eine Überlagerung all dieser Gefühle und die Verarbeitung der blutigen Tat  hat für die Angehörigen noch gar nicht beginnen können. Der Getötete, der Schwager meiner Schwester, wurde aus dem Leben gerissen werden, das hatte ein anderer für ihn entschieden.

Jetzt weiß ich, warum ich vorhin so schwer in die Gänge kam. Ich wollte über den Tod schreiben und dieses Thema fließt nicht so locker flockig über die Tastatur. Ich  konnte noch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Mit Schreckenstaten hat sich das Jahr 2016 verabschiedet und mit Schreckenstaten hat das Jahr 2017 begonnen.

Und das Leben geht immer weiter

auch, wenn die Zeit für den Moment still steht, sobald einem eine Todesnachricht erreicht, wie diese, die uns am 1. Weihnachtstag erreichte:“George Michael ist tot„. Wieder einmal werden in diesem Jahr Fans der Popmusik vom plötzlichen Tod ihres Idols erschüttert.

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Ich nahm Georg Michael das erste mal als Sänger war, als er für den verstorbenen Sänger Freddie Mercury bei einen Gedenkkonzert zusammen mit Queen auf der Bühne stand. Das ist jetzt 25 Jahre her. Was für ein Sänger, dachte ich damals. Damit meinte ich nicht nur seinen Mut, weil er ein paar Songs von Feddie sang, sondern auch seine Musikalität, seine Stimme. Und ein schöner Mann war er sowieso. Das gefällt den Frauen, auch wenn Georg Michael nicht auf Frauen stand.

Heute gehen seine Fans damit relax um, damals, als er sich outete, war es noch nicht so. Das verlinkt Video beschreibt seine explodierende Freude nach dem Outing. Gut gemacht. Die Welt ist, wie sie ist und die Menschen sind so, wie sie sind. Daran können und sollten Fans nichts daran ändern.

Heute strahlte das ZDF eine einstündige Sendung aus, in der alle Künstler noch einmal erwähnt wurden, sie unsere Welt in diesem Jahr verließen und in den Himmel gegangen sind. Ich stellte fest, es muss ganz schon eng geworden sein, da oben.

Mach´s gut dort oben, Georg Michael

Unverwechselbar

“Sechszehn Schonsteine stützen den Himmel über der Stadt, höher aufragend als die höchsten Türme ringsum,  sechszehn Fabrikschlote, in einer Reihe, stabgrau und stel, wie sie nirgends noch einmal in Deutschland zu finden sind. Tag und Nacht wälzt sich der Qualm sich der Qualm aus den sechszehn Essenschlünden, Tag fr Tag. Er schwärzt im Winter den Neuschnee auf den Äckern, rußt im Frühling über die weißen Blüten der Kirschblütenzeilen  an den Chausseen, trübt sogar im Herbst noch die novemberdunklen Flüsse und umflort im Sommer die heiße gelbe Sonne.

Wenn der Wind von Westen herüberweht, was nicht selten geschieht, dann drückt er den Rauch der Fabriken in die Straßen der Stadt……………….”

Eine grandiose Bildersprache, finde ich.  Diese Sätze leiten das Buch “Spur der Steine “ ein.

Über 900 Seiten beschreibt der Buchautor Erik Neutsch das Abenteuer Wirtschaft während der 60iger Jahre in der damaligen DDR.

In der Bauwirtschaft spiegelte sich nicht nur damals die schwierige Wirtschaftslage der DDR wieder, diese hielt bis zu ihrem Untergang an.

Im Film schlüpfte Manfred Krug in die Rolle des Brigadeleiters Hannes Balla,  gab ihm damit ein unverwechselbaren Charakterzug, den er später in den zahlreichen Rollen, die Manfred Krug  spielte, einen ähnlichen Anstrich gab, immer spaßig, immer gut drauf.
vollbildaufzeichnung-05-11-2016-120625-bmpUnter anderem übernahm auch die Rolle des Gegenspielers Stephan von “Daniel Druskat”. Weitere Hauptrollen übernahmen u. a. auch Hilmar Thate  und Ursula Karruseit.  Das war eine Miniserie und wurde nur im Fernsehen gezeigt.

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Wie im Himmel

müssen sich die Tiere gefühlt haben, denen Tamme Hanken half, sie von ihrem stummen Leid befreite.

Das diesem Wunderheiler, so nenne ich ihn einfach mal,  dieses plötzliche Schicksal erwartet, damit hatte er sicher selber nicht gerechnet. Aber er starb so, wie sich viele den eigenen Tod wünschen, von einer Minute zur anderen von der Erde in den Himmel befördert zu werden.

Vorgestern las ich noch zu später die Stunde Nachrichten im Internet und glaubte. meine Augen nicht zu trauen. Wie kann das sein, dass der Mann tot ist ? Ein Hüne, ein Riese, wieder einmal ein Kerl wie ein Baum. Was um Gottes Willen hat Den Mann denn so plötzlich umgehauen ?

Im TV verfolgte ich mit Begeisterung , Bewunderung und Erstaunen seine Sendung “Der XXL Ostfriese”. Der Zuschauer konnte ihm dabei zusehen, wie er Tieren half, sie von Schmerzen befreite. Mann nannte ihn auch Knochenbrecher. Warum eigentlich ?

Tamme Hanken, ein Ostfriese, der die Fähigkeit, Tier zu heilen, von seinem Großvater lernte. Und seine Begabung war weltweit gefragt. Bis dato kannte ich über Ostfriesland nur Witze, die man sich zu DDR Zeiten schon erzählte. Doch Tamme Hanken war alles andere als eine Witzfigur, auch wenn er immer einen flotten Witz auf den Lippen hatte.

Mit Sicherheit zieht er eine riesige Trauergemeinde hinter sich her. Und diese bestehen nicht nur aus Menschen

Ich sah ihm gern zu, wie er den Pferden geholfen hatte. Das fand ich immer beeindruckend mit anzusehen, wenn der Knochenbrecher an ihren Hälsen ruckte, an den Beinen zog oder mit einen metallischen Gegenstand über die Wirbelsäule entlang fuhr. Danach ging durch das Tier ein heftiger Ruck, eins fiel sogar zu Boden und bliebt nach seiner Behandlung liegen. Oh je.. man sah die Angst des Pferdehalters ins Gesicht geschrieben. Doch Tamme blieb ruhig und wartet geduldig, bis das Pferd wieder auf den Beinen stand. Er hatte in meinn Augen ein Wunder vollbracht.

Er half nicht nur den großen Tieren, sondern auch den kleinen, dem Hund, der seit Jahrhunderte – oder Jahretausende ? – den Menschen besten Freund ist.

Einmal konnten die Zuschauer sogar zusehen, wie der Knochenbrecher vor laufender Kamera und auf dem Tisch die Moderatorin Barbara Schöneberger  flach legte. Sie lies alles über sich ergehen. Die Sendung sah ich sogar damals im Original. Ach, was sage ich, damals.. soo lange ist das noch gar nicht her. Ich lachte bei dem Anblick von Herzen.  Es war schön mit anzushen, wie beherzt der Knochenbrecher vor ging.

Im Zusammenhang mit dem Wirken von Tamme Hanken las ich mehrere Berufsbezeichnungen. Angefangen beim Knochenbrecher, Tierrheilkundler und Chiropraktiker. Mit meiner Schwester unterhielt ist mich vor einiger Zeit über die Praxis eines Chiropraktiker. Sie ist in der Schulmedizin zu Hause und sah in dieser Praxis wenig Sinn. Doch die zahlreichen Vorführungen von Tamme Hanken zeigten, dass diese Wunder bewirken kann.

Verwundert hatte mich gestern, dass Menschen aus seiner Umgebung den Begriff Tod nicht verwendeten, sondern sie sagten, er wäre von Oben gerufen worden oder er wäre über die Regenbrücke  gegangen. Damit lässt es sich vielleicht auch besser leben. Vielleicht konnte er vorher auch seine Fähigkeit an jemand anders weiter geben, der eben solch eine Begabung hat, wie er sie hatte. Das ist meine Hoffnung für Tier und Menschen, die jetzt auf seine heilenden Hände verzichten müssen..

Für die Familie stehen noch harte Tage ins Haus, denn der Tod einen nahem Angehörigen, der plötzlich und unerwartet eintrat, löst nicht nur einen Schock aus, sondern reißt auch eine große Wunde im “Herzen”, die lange braucht, bis sie in die Heilung geht.  Dafür wünsche ich der Familie ganz viel Kraft.

Für all die Menschen, die an seiner Seite lebten, für all die Tiere, denen er half, wird sein Tod ein großer Verlust sein. Auch für seine Fans, die ihm  in den zahlreichen TV Sendungen zuschauen durften.

Ostseemaus