Rostock in Trauer

Die Nachricht nahm gestern jeder Rostocker mit Traurigkeit auf. Jetzt wird der Spielmann-Opa das Stadtbild nur noch in der Erinnerung derer prägen, die ihn mit seinem Akkordeon im Stadtzentrum erlebt haben. Für die Rostocker war er sowieso ein Vertrauter und die Touristen machten gern ein Foto von ihm. Er gehörte ebenso zum Stadtbild wie der Brunnen der Lebensfreude.

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Als ich am Freitag über den Platz ging, auf dem der Spielmann-Opa seinen Standort hatte, musste ich daran denken, das sich ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ich nahm an, die Hitze würde ihn davon abhalten, mit seinem Akkordeon-Spiel die vorbeigehenden Menschen zu unterhalten. Leider verstarb an dem Tag der Mann, der sich zu seinem 95. Geburtstag gemeinsam mit dem Rostocker Rapper Materia in das Ehrenbuch der Stadt eintragen durfte und ein kleines Denkmal bekam er auch.

Die lokalen Medien informierten gestern die Bürger der Stadt darüber und wer wollte, konnte auch seine Gefühle über die Nachricht mitteilen. und auch das NDR-Fernsehen hatte an ihn gedacht und seiner gedacht.

Ruhe in Frieden Spielmann-Opa. 😦 Ich bin sicher, du wirst weiter deinem Spiel Musik machen und für die Engel im Himmel spielen.

 

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Gruß aus dem Jenseits

Ich hab geträumt heut Nacht. Nein, nicht heute Nacht. Ich wurde wach und musste aber noch nicht aufstehen. Ich bin nur Frühaufsteher, wenn die Umstände das von mir verlangen. Haben sie heute aber nicht, heute ist Samstag. Also drehte ich mich wieder auf die Seite und schlief noch ein weiteres Stündchen in das Wochenende hinein. Deshalb träumte in der zweiten Runde meines Schlafes. Aber wie es mit den Träumen so ist, kaum hat man die Augen auf, schon sind sie ins Nirwana verschwunden. Zumindest für den ersten Teil des Tages.

Der Traum wollte wohl doch nicht unvergessen bleiben und brachte sich doch noch in Erinnerung. Ich war grade mit schwerem Einkauf über den Schulter hängend auf dem Heimweg vom Supermarkt. Wie aus dem Nichts kam ich eine Sequenz meines Traumes wieder in den Sinn.

Ich hatte von meinem Ex-Mann geträumt. Vor 2 Jahren lag er schwer erkrankt in der Klinik und verstarb nach wenigen Tagen dort. Ich war die letzte, die ihn noch lebend sah und war entsetzt, wie sehr die Krankheit ihm zugesetzt hatte. Auf den ersten Blick erkannte ich ihn nicht, auf den zweiten Blick auch nicht, erst auf den dritten Blick erkannte ich ihn an den Haaren. Doch ich war froh, dass ich ihn noch verabschieden konnte, auch wenn er nicht mehr bei Bewusstsein war. Unsere zwei gemeinsamen Kinder hatte uns für immer verbunden, auch wenn wir unser Leben nach 13 gemeinsamen Jahren getrennt verbrachten.

Zwei Jahre nach seinem Tod meldete er sich heute morgen wieder in meinem Traum zurück. Er war der junger stattliche Mann, den ich damals heiratete. Er hatte grade die 30 erreicht und ich war Mitte 20.. Damals fragte er mich, ob ich mir vorstellen könne, wie man sich fühlen mag, wenn man dem Tode nahe ist. Wir gingen logischer Weise davon aus, dass wir das Greisenalter erreichen würden, bevor das Thema aktuell werden würde. Hatte er ein Fünkchen Angst vor dem Tod? Ich antwortete unbekümmert: „Ich denke, das man sich dann unendliche müde fühlen würde und man froh wäre, dass man endlich die Augen schließen könne“ Ich verglich ein Menschenleben mit einem langen beschwerlichen Arbeitstag, an dem man am Ende des Tages todmüde ins Bett fallen würde. Das beruhigte meinen damals noch jungen Mann. Er legte sich ins Ehebett und schlief beruhigt ein. 7 Jahre später schlief jeder in seinem Bett, jeder an einem anderen Ort. Niemand von uns beiden konnte den anderen mehr verstehen und den Zusammenbruch der Ehe aufhalten. Einer hatte Groll auf den anderen, über viele Jahre lang. Aber der Tod verändert noch einmal alles.

Im Traum begegneten wir uns, als stünden wir noch am Anfang unsere Ehe. Er sah wirklich gut aus. Warum war mir das damals nicht aufgefallen? Vielleicht weil seine Gesichtszüge keine Groll mehr zeigten. Wir tauschten uns kurz über unsere missglückte Ehe aus. Weder er noch ich hatten einen Groll aufeinander, so dass alle bisher gemachten üblen Nachreden vom Winde verweht wurden. Ich erzählte ihm, dass unsere Kinder unser damals gemeinsam gebautes Haus verkaufen und ich seinem Esstisch, 4 Stühle und Waschmaschine übernommen hätte. Er war zufrieden, dass einige seiner Möbel in meinem Haushalt eine zweite Chance bekommen hätte. ER schwand dann wieder aus meinem Traum und ich wurde ein zweites mal wach.

Fast jeder Verstorbene meiner Familie tauchte ca. 2 Jahre nach seinem Tod in meinen Träumen auf, als wollte er mir zeigen, dass es ihm auf der anderen Seite gut gehen und ihr geschundener Körper wieder jugendlich frisch aussieht.

Vielleicht zeigen mir die Träume auch an, dass die Trauerarbeit über ihren Verlust in meinem Inneren abgeschlossen ist. Wenn letzteres der Fall ist, dass trage ich noch einen unerledigten Trauerfall in meinem Herzen, weil mein Groll dies verhindert ?

Dem Himmel so nah

Ich erinnere mich noch genau an dem Moment, als ich von der schrecklichen Nachricht erfuhr. Die Erde schien deshalb still zu stehen und die Menschen hatten nur noch Gesprächsthema, der Tod von Lady Di.

Ich arbeitete damals in der Immobilienbranche. Ende August, Anfang September fand in Rostock die Immobilienmesse statt und es war Sonntag. Ich war an dem Tag Standbetreuer für unsere Baufirma. Ich machte mich schon früh auf den Weg ans andere Ende der Stadt. Damals war man nicht permanent online, wie heute, als bekam ich bis zu meinem Eintreffen in die Messehalle nichts von den neusten Nachrichten mit. Auch am Morgen hörte ich weder Radio oder hatte vielleicht die Flimmerkiste laufen. Nichts dergleichen. Für mich war die Welt noch so,wie sie am Tag zuvor war.

In der Messehalle angekommen, begrüße mich mein Kollege mit den Worten: „Weißt du noch nicht, was passiert ist ?“ Er stand vor mir, die Arme vor dem Brustkorb verschränkt und schaute mich fragend an. „Nein, weiß ich nicht. Was ist denn passiert?“ „Lady Di ist tot“ er sah immer noch bestürzt aus. Mein Kollegen kannte ich als jemand, der sich nicht mit Yellopress und Königshäuser beschäftigte, diese Themen waren ihn zu banal und klatschträchtig. Aber der Tod von Lady Di muss ihn tief getroffen haben.  „Nein, das glaube ich nicht“ Ich erinnerte mich noch an den letzten Zeitungsartikel, denn ich über Lady Di las. Man veröffentlichte Urlaubsbilder. Lady Di war im Badeanzug zu sehen und saß auf dem Dach einer Yacht. Ich hatte sie gestern doch noch „gesehen“, wie kann das sein?

Bis heute ist mir der Moment noch genau in Erinnerung, als ich das erst mal vom Tod Dianas hörte.

Was die Welt erschütterte, konnte ich noch nicht glauben Erst als ich am Abend die Nachrichten dazu sah, begriff ist, dass das Unglaubliche doch passiert war Jeder, aber auch jeder Sender beschäftigte sich mit Dianas Tod. Und ich sah mir alle Beträge an, die ich zeitliche nacheinander sehen konnten. Ich hoffte, das ein Sender den Menschen sagen konnte, Diana hat den Unfall doch überlebt und ist auf den Weg der Besserung. Ich hoffte, man könnte die Zeit zurück drehen und die Fahrt würde im 2. Anlauf doch nicht tödlich verlaufen. Dem war aber nicht so.. was die Welt nicht glauben wollte. war passiert. Nach einer Woche kam die schreckliche Nachricht dann auch in meinem Innersten an.

Die Königin der Herzen  hat für immer die Welt verlassen

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