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Rostock in Trauer

Die Nachricht nahm gestern jeder Rostocker mit Traurigkeit auf. Jetzt wird der Spielmann-Opa das Stadtbild nur noch in der Erinnerung derer prägen, die ihn mit seinem Akkordeon im Stadtzentrum erlebt haben. Für die Rostocker war er sowieso ein Vertrauter und die Touristen machten gern ein Foto von ihm. Er gehörte ebenso zum Stadtbild wie der Brunnen der Lebensfreude.

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Als ich am Freitag über den Platz ging, auf dem der Spielmann-Opa seinen Standort hatte, musste ich daran denken, das sich ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ich nahm an, die Hitze würde ihn davon abhalten, mit seinem Akkordeon-Spiel die vorbeigehenden Menschen zu unterhalten. Leider verstarb an dem Tag der Mann, der sich zu seinem 95. Geburtstag gemeinsam mit dem Rostocker Rapper Materia in das Ehrenbuch der Stadt eintragen durfte und ein kleines Denkmal bekam er auch.

Die lokalen Medien informierten gestern die Bürger der Stadt darüber und wer wollte, konnte auch seine Gefühle über die Nachricht mitteilen. und auch das NDR-Fernsehen hatte an ihn gedacht und seiner gedacht.

Ruhe in Frieden Spielmann-Opa. 😦 Ich bin sicher, du wirst weiter deinem Spiel Musik machen und für die Engel im Himmel spielen.

 

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Emotionen, Erinnerung, kunterbunt, Leben, Menschen, Traumzeit

Gruß aus dem Jenseits

Ich hab geträumt heut Nacht. Nein, nicht heute Nacht. Ich wurde wach und musste aber noch nicht aufstehen. Ich bin nur Frühaufsteher, wenn die Umstände das von mir verlangen. Haben sie heute aber nicht, heute ist Samstag. Also drehte ich mich wieder auf die Seite und schlief noch ein weiteres Stündchen in das Wochenende hinein. Deshalb träumte in der zweiten Runde meines Schlafes. Aber wie es mit den Träumen so ist, kaum hat man die Augen auf, schon sind sie ins Nirwana verschwunden. Zumindest für den ersten Teil des Tages.

Der Traum wollte wohl doch nicht unvergessen bleiben und brachte sich doch noch in Erinnerung. Ich war grade mit schwerem Einkauf über den Schulter hängend auf dem Heimweg vom Supermarkt. Wie aus dem Nichts kam ich eine Sequenz meines Traumes wieder in den Sinn.

Ich hatte von meinem Ex-Mann geträumt. Vor 2 Jahren lag er schwer erkrankt in der Klinik und verstarb nach wenigen Tagen dort. Ich war die letzte, die ihn noch lebend sah und war entsetzt, wie sehr die Krankheit ihm zugesetzt hatte. Auf den ersten Blick erkannte ich ihn nicht, auf den zweiten Blick auch nicht, erst auf den dritten Blick erkannte ich ihn an den Haaren. Doch ich war froh, dass ich ihn noch verabschieden konnte, auch wenn er nicht mehr bei Bewusstsein war. Unsere zwei gemeinsamen Kinder hatte uns für immer verbunden, auch wenn wir unser Leben nach 13 gemeinsamen Jahren getrennt verbrachten.

Zwei Jahre nach seinem Tod meldete er sich heute morgen wieder in meinem Traum zurück. Er war der junger stattliche Mann, den ich damals heiratete. Er hatte grade die 30 erreicht und ich war Mitte 20.. Damals fragte er mich, ob ich mir vorstellen könne, wie man sich fühlen mag, wenn man dem Tode nahe ist. Wir gingen logischer Weise davon aus, dass wir das Greisenalter erreichen würden, bevor das Thema aktuell werden würde. Hatte er ein Fünkchen Angst vor dem Tod? Ich antwortete unbekümmert: „Ich denke, das man sich dann unendliche müde fühlen würde und man froh wäre, dass man endlich die Augen schließen könne“ Ich verglich ein Menschenleben mit einem langen beschwerlichen Arbeitstag, an dem man am Ende des Tages todmüde ins Bett fallen würde. Das beruhigte meinen damals noch jungen Mann. Er legte sich ins Ehebett und schlief beruhigt ein. 7 Jahre später schlief jeder in seinem Bett, jeder an einem anderen Ort. Niemand von uns beiden konnte den anderen mehr verstehen und den Zusammenbruch der Ehe aufhalten. Einer hatte Groll auf den anderen, über viele Jahre lang. Aber der Tod verändert noch einmal alles.

Im Traum begegneten wir uns, als stünden wir noch am Anfang unsere Ehe. Er sah wirklich gut aus. Warum war mir das damals nicht aufgefallen? Vielleicht weil seine Gesichtszüge keine Groll mehr zeigten. Wir tauschten uns kurz über unsere missglückte Ehe aus. Weder er noch ich hatten einen Groll aufeinander, so dass alle bisher gemachten üblen Nachreden vom Winde verweht wurden. Ich erzählte ihm, dass unsere Kinder unser damals gemeinsam gebautes Haus verkaufen und ich seinem Esstisch, 4 Stühle und Waschmaschine übernommen hätte. Er war zufrieden, dass einige seiner Möbel in meinem Haushalt eine zweite Chance bekommen hätte. ER schwand dann wieder aus meinem Traum und ich wurde ein zweites mal wach.

Fast jeder Verstorbene meiner Familie tauchte ca. 2 Jahre nach seinem Tod in meinen Träumen auf, als wollte er mir zeigen, dass es ihm auf der anderen Seite gut gehen und ihr geschundener Körper wieder jugendlich frisch aussieht.

Vielleicht zeigen mir die Träume auch an, dass die Trauerarbeit über ihren Verlust in meinem Inneren abgeschlossen ist. Wenn letzteres der Fall ist, dass trage ich noch einen unerledigten Trauerfall in meinem Herzen, weil mein Groll dies verhindert ?

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Emotionen, Erinnerung, Fragen, kunterbunt, Leben, Menschen, Tränen

Dem Himmel so nah

Ich erinnere mich noch genau an dem Moment, als ich von der schrecklichen Nachricht erfuhr. Die Erde schien deshalb still zu stehen und die Menschen hatten nur noch Gesprächsthema, der Tod von Lady Di.

Ich arbeitete damals in der Immobilienbranche. Ende August, Anfang September fand in Rostock die Immobilienmesse statt und es war Sonntag. Ich war an dem Tag Standbetreuer für unsere Baufirma. Ich machte mich schon früh auf den Weg ans andere Ende der Stadt. Damals war man nicht permanent online, wie heute, als bekam ich bis zu meinem Eintreffen in die Messehalle nichts von den neusten Nachrichten mit. Auch am Morgen hörte ich weder Radio oder hatte vielleicht die Flimmerkiste laufen. Nichts dergleichen. Für mich war die Welt noch so,wie sie am Tag zuvor war.

In der Messehalle angekommen, begrüße mich mein Kollege mit den Worten: „Weißt du noch nicht, was passiert ist ?“ Er stand vor mir, die Arme vor dem Brustkorb verschränkt und schaute mich fragend an. „Nein, weiß ich nicht. Was ist denn passiert?“ „Lady Di ist tot“ er sah immer noch bestürzt aus. Mein Kollegen kannte ich als jemand, der sich nicht mit Yellopress und Königshäuser beschäftigte, diese Themen waren ihn zu banal und klatschträchtig. Aber der Tod von Lady Di muss ihn tief getroffen haben.  „Nein, das glaube ich nicht“ Ich erinnerte mich noch an den letzten Zeitungsartikel, denn ich über Lady Di las. Man veröffentlichte Urlaubsbilder. Lady Di war im Badeanzug zu sehen und saß auf dem Dach einer Yacht. Ich hatte sie gestern doch noch „gesehen“, wie kann das sein?

Bis heute ist mir der Moment noch genau in Erinnerung, als ich das erst mal vom Tod Dianas hörte.

Was die Welt erschütterte, konnte ich noch nicht glauben Erst als ich am Abend die Nachrichten dazu sah, begriff ist, dass das Unglaubliche doch passiert war Jeder, aber auch jeder Sender beschäftigte sich mit Dianas Tod. Und ich sah mir alle Beträge an, die ich zeitliche nacheinander sehen konnten. Ich hoffte, das ein Sender den Menschen sagen konnte, Diana hat den Unfall doch überlebt und ist auf den Weg der Besserung. Ich hoffte, man könnte die Zeit zurück drehen und die Fahrt würde im 2. Anlauf doch nicht tödlich verlaufen. Dem war aber nicht so.. was die Welt nicht glauben wollte. war passiert. Nach einer Woche kam die schreckliche Nachricht dann auch in meinem Innersten an.

Die Königin der Herzen  hat für immer die Welt verlassen

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für immer verlassen

„Das ist mit K. letzten Sommer ja auch schnell gegangen” Ich traf nach ewigen Zeiten zufällig eine Bekannte auf der Straße. Wir hatten uns ein gutes Jahr nicht mehr gesehen. Und wie das so ist, bringt man sich auf die Schnelle  über die Ereignissen der vergangen Zeit auf den Laufenden.

Ich erzählte vom dem fatalen Treppensturz meine Sohnes, den es nach 9 Wochen Reha erst wieder nach Hause brachte und am kommenden Montag zu seinem Arbeitsplatz bringen würde. Und meine Bekannte brachte mich über K. auf dem laufenden. Sie kennt K. vom Line-Dance und ich kenne K. seit 30 Jahren. K. wohnt im Nachbarhaus und war der Mann einer früheren Kollegin. Wenn K. und ich uns vorm Haus trafen, gingen wir nie an einander vorbei, ohne ein paar Worte zu wechseln. Wir hatten eines gemeinsam. Wir zogen mit unseren Familien in den damals grade fertig gestellten Wohnblock, der zum Teil noch Baustelle war. 30 Jahre teilten den selben Ausblick aus unseren Wohnungen

Fast alle Mieter von damals suchten schon das Weite. Neubaublöcke waren zu DDR Zeiten noch beliebt, nach der Wende versuchten sehr viele wieder in die Innenstadt zu komme. Nur K. und ich gehörten nur noch zu “Erstausstattung”. Wir hatten also eine gemeinsame 30 jährige Geschichte.

Auch wenn ich K. nicht persönlich vor dem Haus traf, ich wusste, wann er zu Hause war und wann nicht. Der fuhr seit einer gefühlten Ewigkeit den orange farbenen Transporter names “…Sonnenschein” , wie auf dem Foto zu sehen ist. K. brachte damit behinderte Kinder von A nach B.

Doch was geschah mit K.. Was ging im letzten Jahr mit ihm so schnell? Ich ahnte nichts gutes.”Du willst doch nicht etwa sagen…“? , Was ich ahnte aber nicht zu glauben wagte und schon gar nicht aussprechen, Sie bestätige mir. “Ja. es stimmt. K. ist letztes Jahr überraschend verstorben. Von jetzt auf Gleich, sozusagen” Das war wirklich eine Schreckendnachricht für mich, denn K. war ne ganze Ecke jünger als ich.  Und das Schlimme für mich war, ich hatte es nicht bemerkt. Denn erst  just in dem Moment, als ich von seinem Tod erfuhr, fiel mir auf, dass ich K. nicht mehr gesehen und schon gar nicht mehr gesprochen hatte und das das  der orangene Transporter auch nicht mehr auf dem gewohnten Platz stand. Mit einem mal begriff ich, K. war tot, . K. wahr schon vor einem Jahr gegangen. Das kann doch nicht wahr sein, aber es war so. Grade vor ein paar Tagen hatte ich Sohnemann mit einem Schmunzeln erzählt, wie K. sich eine Freundin nach der anderen aus dem Internet geholt hatte.

Weil ich K. schon so lange kannte, wusste ich auch einiges aus seinem Privatleben,. Es war nicht einfach. Als ich seiner gedachte, fiel mir auf, das er im Grunde ein verlassenes Kind und später ein verlassener Mann  war. Erst verließ der Vater die Familie, damals war  K.  noch ein Kind.. Darauf hin stürzte die Mutter sich in Alkohol, vom dem sie Zeit ihres Lebens nie wieder weg kommen sollte. Nach seiner Familiengründung, aus dem 2 Kinder hervor gegangen sind, verließ seine Frau nach 7 oder 8 Jahren Ehe ihn. Kurze Zeit später brach seine geliebte Tochter den Kontakt mit ihm ab und verweigerte damit auch den Kontakt zu seinem Enkelkind.

Seither bemühte K. sich um eine Partnerin, was im Internetzeitalter dem Single gar nicht mehr so schwierig ist, Datingportale gibt es ja genug und so sah ich K. immer mal wieder mit einer “Neuen” im Arm, sie wechselten aber immer.Die letzte Frau, von der er mir erzählte, war alkoholabhängig und K. glaubte, sie vor dem Untergang retten zu können. Und K. erzählte mir, wie traurig er war, weil seine geliebte Tochter eine Großmutter “mietete”, die auf ihr Baby aufpassen sollte. K. erfuhr darüber über das lokale Fernsehen. Damals startete man ein Projekt in der Stadt, bei dem Omas oder Opas auch sich um Kleinkinder kümmern würden, wenn die Jungeltern keine Zeit hatten. K. tat mir unendlich leid. Er war wirklich von allen verlassen worden, die zu seiner Familie gehörten.

Ich hoffe für K., dass er trotz alledem auf seine Weise glücklich geworden ist, denn ich erlebte ihn nie niedergeschlagen

Ruhe in Frieden K. Sad smile

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nur schwer zu fassen

Ich zermartere mir grade das Hirn und finde darin nur den einen Satz „Wenn du nicht weißt, worüber du schreiben willst, dann lass es sein“ Es einfach lassen, das wäre eine Möglichkeit. Immerhin konnte ich diesen Satz aus meinen Hirnwindungen ziehen. Hat Goethe den bedeutenden Satz gesagt? Ich weiß es nicht genau, aber einer von den großen Dichtern hat es gesagt. Dennoch verharre ich weiter vor dem „unbeschriebenen Blatt“ und warte auf das, worauf sich mein Kopf einschießen könnte

Komisch, warum halten sich bestimmte Sätze in einem Kopf auf der 1.Seite meines Gedächtnisses und andere wieder fallen einfach durch ein Sieb? Werden auf nimmer Wiedersehen verschüttet? Nach welchen System ordnet mein Kopf die Dinge, an die ich mich schnell wieder erinnern oder besser schnell wieder vergessen sollte  Ich habe keine Ahnung, aber es geschieht. Mein Kopf sortiert vor „Die guten ins Töpfchen, sie schlechten ins Kröpfchen“

Und es gibt Ereignisse, die sich für immer in Erinnerung fest einschreiben und sich nicht über das Sieb für Grobes verschütteln lassen. Das Jahr 2016 hatte einiges davon. Nicht nur in den Reihen des Promis hat der Sensemann gewütet, nein, auch in den eigen Reihen hat er seine Sense eingesetzt. Gleich zwei Männer hat es im letzten Jahr getroffen.

Ich nenne sie  „Ernst“, weil sie beide die selben Vornamen tragen Der ältere Egon zog sich im Geiste schon vor Jahren zurück. Er erkrankte an Demenz und vielleicht war sein Tod auch eine Erlösung für ihn. Aber Kafka brachte es auf den Punkt.

Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt trotzdem, wenn es passiert ist

Selbst wenn man auf den Tod vorbereitet ist, man erschrickt und ist bestürzt, wenn es doch passiert. Im Sommer verstarb der Vater unserer Kinder.

Was mag im Menschen vor sich gehen, wenn er auf dem Tod eines nahen Angehörigen nicht vorbereitet ist?

Wenn dieser am Morgen wie jeden Tag zur Arbeit geht, den Nachmittag aber nicht mehr überlebt? Wenn ihm sein Leben gewaltsam durch einen anderen genommen wurde? Durch einen, oh meine, durch 10 Schüsse wurde den Mann das Leben genommen. Mir fällt kein Gefühl dafür ein, das in solch einem Moment  vorherrschend sein kann. Selbst Entsetzen und Bestürzung ist zu milde ausgedrückt. Ist es Wut, Hass, Rache, Ohnmacht, Trauer? Ich denke, eine Überlagerung all dieser Gefühle und die Verarbeitung der blutigen Tat  hat für die Angehörigen noch gar nicht beginnen können. Der Getötete, der Schwager meiner Schwester, wurde aus dem Leben gerissen werden, das hatte ein anderer für ihn entschieden.

Jetzt weiß ich, warum ich vorhin so schwer in die Gänge kam. Ich wollte über den Tod schreiben und dieses Thema fließt nicht so locker flockig über die Tastatur. Ich  konnte noch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Mit Schreckenstaten hat sich das Jahr 2016 verabschiedet und mit Schreckenstaten hat das Jahr 2017 begonnen.

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auch, wenn die Zeit für den Moment still steht, sobald einem eine Todesnachricht erreicht, wie diese, die uns am 1. Weihnachtstag erreichte:“George Michael ist tot„. Wieder einmal werden in diesem Jahr Fans der Popmusik vom plötzlichen Tod ihres Idols erschüttert.

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Ich nahm Georg Michael das erste mal als Sänger war, als er für den verstorbenen Sänger Freddie Mercury bei einen Gedenkkonzert zusammen mit Queen auf der Bühne stand. Das ist jetzt 25 Jahre her. Was für ein Sänger, dachte ich damals. Damit meinte ich nicht nur seinen Mut, weil er ein paar Songs von Feddie sang, sondern auch seine Musikalität, seine Stimme. Und ein schöner Mann war er sowieso. Das gefällt den Frauen, auch wenn Georg Michael nicht auf Frauen stand.

Heute gehen seine Fans damit relax um, damals, als er sich outete, war es noch nicht so. Das verlinkt Video beschreibt seine explodierende Freude nach dem Outing. Gut gemacht. Die Welt ist, wie sie ist und die Menschen sind so, wie sie sind. Daran können und sollten Fans nichts daran ändern.

Heute strahlte das ZDF eine einstündige Sendung aus, in der alle Künstler noch einmal erwähnt wurden, sie unsere Welt in diesem Jahr verließen und in den Himmel gegangen sind. Ich stellte fest, es muss ganz schon eng geworden sein, da oben.

Mach´s gut dort oben, Georg Michael

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ich werde ihn vermissen

Ihn und sein stets freundliches Gesicht, dass immer ein Lächeln in den Augen hatte, auch wenn es um eine ernste Angelegenheit ging.

Für 8 Jahre war Obama für mich DAS Gesicht Amerikas. Gestern verabschiedete er sich in seiner Funktion als  US-Präsident auch von Deutschland. Ich hätte heulen können. Für mich er war ein Ausnahmepolitiker, der statt Gräben oder Mauern schuf, stets Brücken baute. Alles Gute für dich und deine Familie Barack Obama.

An dieses Gesicht Amerikas muss ich mich erst gewöhnen und eine  seiner  zahlreichen “dummen Sprüche” als Kandidat auf das Präsidentenamt klingt noch in meinen Ohren nach. “Wir bauen eine Mauer nach Mexiko und die Mexikaner müssen diese bezahlen” Also alles andere als ein Brückenbauer – er geht in die Politik ein, der die Mauer wieder errichten will und wird?

Die Welt wird kälter, die politische Welt noch kälter.

Ich denke, wie ich , verabschiedeten sich viele Menschen und auch Politiker von Obama mit schwerem Herzen und nicht nur einer Träne im Auge.

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Unverwechselbar

“Sechszehn Schonsteine stützen den Himmel über der Stadt, höher aufragend als die höchsten Türme ringsum,  sechszehn Fabrikschlote, in einer Reihe, stabgrau und stel, wie sie nirgends noch einmal in Deutschland zu finden sind. Tag und Nacht wälzt sich der Qualm sich der Qualm aus den sechszehn Essenschlünden, Tag fr Tag. Er schwärzt im Winter den Neuschnee auf den Äckern, rußt im Frühling über die weißen Blüten der Kirschblütenzeilen  an den Chausseen, trübt sogar im Herbst noch die novemberdunklen Flüsse und umflort im Sommer die heiße gelbe Sonne.

Wenn der Wind von Westen herüberweht, was nicht selten geschieht, dann drückt er den Rauch der Fabriken in die Straßen der Stadt……………….”

Eine grandiose Bildersprache, finde ich.  Diese Sätze leiten das Buch “Spur der Steine “ ein.

Über 900 Seiten beschreibt der Buchautor Erik Neutsch das Abenteuer Wirtschaft während der 60iger Jahre in der damaligen DDR.

In der Bauwirtschaft spiegelte sich nicht nur damals die schwierige Wirtschaftslage der DDR wieder, diese hielt bis zu ihrem Untergang an.

Im Film schlüpfte Manfred Krug in die Rolle des Brigadeleiters Hannes Balla,  gab ihm damit ein unverwechselbaren Charakterzug, den er später in den zahlreichen Rollen, die Manfred Krug  spielte, einen ähnlichen Anstrich gab, immer spaßig, immer gut drauf.
vollbildaufzeichnung-05-11-2016-120625-bmpUnter anderem übernahm auch die Rolle des Gegenspielers Stephan von “Daniel Druskat”. Weitere Hauptrollen übernahmen u. a. auch Hilmar Thate  und Ursula Karruseit.  Das war eine Miniserie und wurde nur im Fernsehen gezeigt.

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Wie im Himmel

müssen sich die Tiere gefühlt haben, denen Tamme Hanken half, sie von ihrem stummen Leid befreite.

Das diesem Wunderheiler, so nenne ich ihn einfach mal,  dieses plötzliche Schicksal erwartet, damit hatte er sicher selber nicht gerechnet. Aber er starb so, wie sich viele den eigenen Tod wünschen, von einer Minute zur anderen von der Erde in den Himmel befördert zu werden.

Vorgestern las ich noch zu später die Stunde Nachrichten im Internet und glaubte. meine Augen nicht zu trauen. Wie kann das sein, dass der Mann tot ist ? Ein Hüne, ein Riese, wieder einmal ein Kerl wie ein Baum. Was um Gottes Willen hat Den Mann denn so plötzlich umgehauen ?

Im TV verfolgte ich mit Begeisterung , Bewunderung und Erstaunen seine Sendung “Der XXL Ostfriese”. Der Zuschauer konnte ihm dabei zusehen, wie er Tieren half, sie von Schmerzen befreite. Mann nannte ihn auch Knochenbrecher. Warum eigentlich ?

Tamme Hanken, ein Ostfriese, der die Fähigkeit, Tier zu heilen, von seinem Großvater lernte. Und seine Begabung war weltweit gefragt. Bis dato kannte ich über Ostfriesland nur Witze, die man sich zu DDR Zeiten schon erzählte. Doch Tamme Hanken war alles andere als eine Witzfigur, auch wenn er immer einen flotten Witz auf den Lippen hatte.

Mit Sicherheit zieht er eine riesige Trauergemeinde hinter sich her. Und diese bestehen nicht nur aus Menschen

Ich sah ihm gern zu, wie er den Pferden geholfen hatte. Das fand ich immer beeindruckend mit anzusehen, wenn der Knochenbrecher an ihren Hälsen ruckte, an den Beinen zog oder mit einen metallischen Gegenstand über die Wirbelsäule entlang fuhr. Danach ging durch das Tier ein heftiger Ruck, eins fiel sogar zu Boden und bliebt nach seiner Behandlung liegen. Oh je.. man sah die Angst des Pferdehalters ins Gesicht geschrieben. Doch Tamme blieb ruhig und wartet geduldig, bis das Pferd wieder auf den Beinen stand. Er hatte in meinn Augen ein Wunder vollbracht.

Er half nicht nur den großen Tieren, sondern auch den kleinen, dem Hund, der seit Jahrhunderte – oder Jahretausende ? – den Menschen besten Freund ist.

Einmal konnten die Zuschauer sogar zusehen, wie der Knochenbrecher vor laufender Kamera und auf dem Tisch die Moderatorin Barbara Schöneberger  flach legte. Sie lies alles über sich ergehen. Die Sendung sah ich sogar damals im Original. Ach, was sage ich, damals.. soo lange ist das noch gar nicht her. Ich lachte bei dem Anblick von Herzen.  Es war schön mit anzushen, wie beherzt der Knochenbrecher vor ging.

Im Zusammenhang mit dem Wirken von Tamme Hanken las ich mehrere Berufsbezeichnungen. Angefangen beim Knochenbrecher, Tierrheilkundler und Chiropraktiker. Mit meiner Schwester unterhielt ist mich vor einiger Zeit über die Praxis eines Chiropraktiker. Sie ist in der Schulmedizin zu Hause und sah in dieser Praxis wenig Sinn. Doch die zahlreichen Vorführungen von Tamme Hanken zeigten, dass diese Wunder bewirken kann.

Verwundert hatte mich gestern, dass Menschen aus seiner Umgebung den Begriff Tod nicht verwendeten, sondern sie sagten, er wäre von Oben gerufen worden oder er wäre über die Regenbrücke  gegangen. Damit lässt es sich vielleicht auch besser leben. Vielleicht konnte er vorher auch seine Fähigkeit an jemand anders weiter geben, der eben solch eine Begabung hat, wie er sie hatte. Das ist meine Hoffnung für Tier und Menschen, die jetzt auf seine heilenden Hände verzichten müssen..

Für die Familie stehen noch harte Tage ins Haus, denn der Tod einen nahem Angehörigen, der plötzlich und unerwartet eintrat, löst nicht nur einen Schock aus, sondern reißt auch eine große Wunde im “Herzen”, die lange braucht, bis sie in die Heilung geht.  Dafür wünsche ich der Familie ganz viel Kraft.

Für all die Menschen, die an seiner Seite lebten, für all die Tiere, denen er half, wird sein Tod ein großer Verlust sein. Auch für seine Fans, die ihm  in den zahlreichen TV Sendungen zuschauen durften.

Ostseemaus

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