so langsam komme ich

65. Tag seit der ersten Coronamaßnahme

wieder in die Püschen. Lange genug gedauert hat es ja, genau gesagt, 16 Tage war nichts mehr von mir zu lesen Nein, ich habe mir keinen Virus an Land gezogen. Zum Glück ist der Coronavirus im Mecklenburg-Vorpommern dünn gesät. Heute hatte das RKI keinen aktuellen Fall In Meck/Pom. ausgewiesen. Nein, ich war auch nicht sonst wie erkrankt, Ja..ich erfreue mich bester Gesundheit und so soll es auch bleiben.

Bei mir war Umzugsstress angesagt. Sohnemann hatte seine Wohnung in der Innenstadt aufgelöst und macht sich nun auf Suche nach einer bezahlbaren Wohnung Nähe Warnemünde. Das heißt, seine Möbel zogen erst mal in meine Wohnung ein und das bedeutetet für mich, alles aus meinem Haushalt verbannen, was ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit weder genutzt noch in der Hand hatte. Kaum zu glauben welch Trödel ich wider besseres Wissen aufbewahrt hatte. Möhl hier, Pröhl da. Also war der Umzug auch für mich eine gute Gelegenheit auszumisten. Nicht alles habe ich in die Tonne gekloppt, sondern „zum Mitnehmen“ an den Straßenrand gestellt. Hat gut geklappt, über Nacht verschwand, was ich am Tag rausgestellt hatte. Am Freitag zogen dann endgültig die Möbel um. Geschafft.

Am 25. Mai dürfen in Mecklenburg-Vorpommern die Sporthallen wieder für den Vereinssport öffnen, so die Regierungserklärung für unser Land. Juchhu…es geht wieder los. Dann die Ernüchterung. Es dürfen max 5 Teilnehmer an einer Trainingsstunde teilnehmen. Tanzende Fragezeichen auf meinen Kopf. Wer von den Mitgliedern darf kommen, wer muss zu Hause bleiben? „Der LSB (Landessportbund) muss die Gesetzesänderung aus Schwerin abwarten. Erst dann kann allgemein freigegeben werden. Danach ist erst das Sportamt dran mit einem genauen Starttermin“ Das schrieb mir der Chef des Vereins. So schnell schießen die Preußen dann doch nicht.

Sohnemann bekommt just in diesem Moment seine erste Arbeitseinweisung „Gäste bewirten in Coronazeiten“. Sein „Laden“ wird am kommenden Donnerstag wieder Gäste empfangen. Alle hoffen auf gute Geschäfte. Vielleicht wird Warnemünde in diesem Sommer für viele ein begehrtes Reiseziel, denn immerhin hat Warnemünde einen tollen Strand zu bieten.

Nachlese Jahreswechsel (2)

Am Neujahrmsmorgen erwachte ich mit einem „Quietschkopf“. Den habe ich gewöhnlich nur, wenn ich zu kräftig ins Glas gesehen habe. Der alkoholfreie Sekt dürfte also keine Aktien darin haben. Also war der Infekt noch dabei, sich zu entfalten und ich musste ich wieder mit einer IBU gegensteuern und den ersten Tag des neuen Jahres damit starten.

Als nächstes wunderte ich mich, dass schon wieder ein Jahr hinter mir lag und ich wieder mal nicht wusste, wo das vergangene Jahr geblieben war. Warum läuft einem die Zeit nur immer so schnell davon und das von Jahr zu Jahr schneller? Ich las mal über das Phänomen Interessantes.😏 Im Alter konzentriert man sich mehr auf Termine und den Alltag und freut sich weniger über die Highlights, die man vor sich hat, wenn man sich überhaupt noch welche in sein Leben mit einplant. Ich erinnere mich heute noch lebhaft daran, dass ich vor lauter Vorfreude auf den bevorstehenden (Dorf)Tanzabend schon 14 Tage die innere Spannung darauf aufsteigen ließ. Heute hacke ich oft die Feiertage einfach nur ab und gehe sofort zum nächsten Tagesordnungspunkt über. Mit anderen Worten, ich lebte nur und erlebe zu wenig und erschaffte mir zu wenig Erinnerungen aus meinen alten Tagen.

Doch für den Neujahrstag 2020 sollte es anders werden. Mit meinen Mädels wollte ich mir das größte Neujahrsevent in Europa ansehen und mir die 21. Inszenierung rum um den Warnemünder Leuchtturm ansehen. In dem Zusammenhang mache ich hier mal die Feststellung, dass das mein 2. Besuch zum Turmleuchten war, d.h 19 mal schaffte ich es nicht, meinen Hintern von der Couch zu hieven. Zu kalt, zu dunkel, zu ungemütlich, zu nass, an Ausreden erfinden wurde ich nicht müde. Sah ich am nächsten Tag die zahlreichen Videos, die man auf Youtube online stellte, ärgerte ich mich über mich selbst.

In diesem Jahr gab es für mich keine Ausreden. Einmal. weil ich meinen Enkelkindern das Feuerwerk zeigen wollte. Auch das Wetter war auf unserer Seite. Keine Wolken am Himmel. kein Lüftchen, das wehte und die keine Minusgrade, die uns hätten kalte Füße beschwert hätten. Nichts dergleichen.

Wir mischten uns unter die 90 000 Besuchern, die sich entlang der Promenade und am Strand versammelten. Zum Glück hatten die Mädels kein Problem mit Menschenmassen und so zwängten wir uns mutig unter die Massen, ergatterten sogar einen der vordersten Plätze. Wir würden also ganz nah dran sein. Dafür nahmen wir aber auch eine 90 minütige Wartezeit in Kauf. Achja….. wenn man auf ein Ereignis wartet, können 90 Minuten ja soooo lang sein.

Dann war es endlich soweit. Der Button für den Start wurde auf der Bühne vor den Leuchturm betätigt und wenige Sekunden später tauchten die Zuschauer in eine zauberhafte Welt von Licht, Laser, Musik und Feuerwerk ein, die unter dem Motto „Schicksal“ lief und mit dem Worten eingeleitet wurde: „

„Es ist sinnlos, im Alter das Leben zu verlängern , die Jugend soll man verlängern. Das Leben ist dazu da, dem Schicksal den Kampf anzusagen.“

Das ist nur eine klitzekleine Auswahl an Bildern. Massig Bilder und viele Videos befinden sich auf meinen Handy. Auf Youtube findet man zahlreiche Vollversionen auch von den zurück liegenden Jahren. Wer möchte, kann sich auf Youtube die komplette Show ansehen. Doch live ist live und das live erleben kann kein Video ersetzten und Erinnerungen schaffen. Erinnerungen, auf die man immer, wann man es möchte, zurück greifen kann.

Jeder Song, jedes Bild, was durch Feuerwerk, Licht und Laser am Himmel geschaffen wurde, erzeugte in mir eine Emotion und besonders emotional war für mich wieder der traditionelle Teil dieses Show, der denen gedenkt, die nicht mehr unter uns weilen und mit den Worten: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ eingeleitet wurde. Auf diese Weise brachte man die Lieben, die nicht mehr auf dieser Welt sein dürfen, nochmal zurück und lies sie in unserem Inneren daran teil haben.

Ein unvergesslicher Abend, ein unvergesslicher Jahresbeginn.

Nachlese Jahreswechsel

Okay, ein Drittel Januar ist schon wieder rum und ich komme noch mit dem Jahreswechsel daher.  Etwas spät, aber noch nicht zu spät. Die letzte Woche war voll mit Trainingszeit gepackt, da hatte ich am Abend keinen Bock mehr, den PC hoch zufahren.

Aber heute kann ich mir die Zeit dafür nehmen. Durch das Wohnzimmer schnurrt grade der Saugroboter, in der Küche summt der Geschirrautomat und im Bad brummt die Waschmaschine. „Hausfrau lässt arbeiten, während sie die klappernden Tasten der Tastatur hören kann“ 😀 Ein buntes Gemisch an Geräuschen. Ansonsten gibt es keine weitere Geräuschkulisse mehr in meiner Wohnung. Früher hörte ich noch hammerlaute Techno-Musik, doch diese wilden Jahre sind vorbei, vorbei, wie das vergangene Jahr. Früher war eine Silvesterparty ohne berauschenden Alkohol mit Jux und Knallerei für mich undenkbar, heute schaue ich nur zu, wie andere ihr Geld in die Luft jagen und sich einen Kater antrinken. Mein Silvesterspektakel besteht aus alkoholfreien Sekt und Wunderkerzen.

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Einmal mit der Fähre Hohe Düne, hin und zurück. Die Ostsee erfrischt bei der Überfahrt jeden Geist und meine verschnupfte Nase erholte sich ebenfalls. Zum Glück, denn ich übernahm den Infekt meiner Enkeltochter und fühlte mich am Silverstermorgen elend und schlapp. Es gab nichts, was mir nicht weht tat. Bis zum späten Nachmittag hatte ich mich wieder berappelt und  mit einer IBU die Symptome im Griff, die frische Luft der Ostsee trug ihren Teil dazu bei.

Ostsee am Silversterabend

Mit dem Mädels verbrachte ich den Silversternachmittag in Warnemünde.

Aber noch bevor die Silvesterparty  auf der Promenade in die Vollen ging, machten wir uns auf den Rückweg. Es war schon dunkel, als wieder auf der Fähre standen und uns übersetzten ließen. Auf halber Strecke wunderte ich mich, warum das Ufer sich seitlich weg bewegte. Wollte der Fährmann etwa rückwärts die Passagiere und Autos auf der anderen Seite absetzten ober litt ich gar wegen des Infektes unter einer Schwindel-Attacke?  beides war nicht der Fall. Der Fährmann machte sich am Silvesterabend einen eigenen Spaß und drehte die Fähre auf halber Höhe einmal um die eigene Achse und fuhr normal weiter. Er legte also während er Überfahrt einen kleinen Tanzmove ein. Nach der Verblüffung der Fahrgäste kam als nächstes ein Raunen und anschließend ein Beifall. Auch die Fahrgäste hatten ihren Spaß am Spaß des Fährmanns.

Für den Silverster-Abend nahmen wir uns nichts spektakuläres vor. Auf Pro 7 lief der Film: „Der Schuh des Manitus“ bei dem wir herzlich ablachen konnten und für den Rest des Abends bis Mitternacht übernahm mein TV die weitere Unterhaltung für die Mädels und mich. Mit ihren 13 und 14 Jahren haben sie nach kein Verlagen nach Partyrausch. Das sah, wenn ich so an meine Teene-Zeit zurück denke, bei mir schon etwas anders aus. Im mir steckte schon früh eine Partymaus und wäre ich damals so gediegen, wie meine Enkelkinder ins neue Jahr gerutscht, dann hätte mir bestimmt was gefehlt.

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Aber die Mädels hatten immer noch ihren Spaß mit meinen Wunderkerzen auf dem Balkon, während massenhaft die gesprengten Silvesterraketen sich um Himmel mit einem Knall zu weiten Fontänen öffneten.