Dezemberfrühling

Die letzten Tage vor Weihnachten: Das Fest steht fast vor der Tür. In der Stadt verdichtet sich der Menschenstrom. Die, die ein Geschenk nicht per Mausklick übers Internet sondern über den Ladentisch erwerben wollen, werden täglich aktiver. Mich wird man ab Montag auch bei meinen letzten Angstkäufen in den Geschäften antreffen. Erst kommt der Plan, dann der Kauf.

Die Spannung steigt.

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Endspurt im Gewimmel

Ich halte ich  mich  mitten im Gewühle des Weihnachtsmarktes auf, stelle ich immer wieder eins fest. Alle Menschen sehen an diesen Tagen irgendwie gleich aus. Sie tragen fast alle dunkle bis schwarze Klamotten. Halten sich entweder an einer Bratwurst oder an einem Becher Glühwein oder an den prall gefüllten Einkaufstaschen fest. Sie hetzten, suchen krampfhaft nach den passenden Geschenken, die noch nicht ausgewählt wurden.

“Es gibt die Decke nur noch in weiß” Der Mann hat sein Smartphone am Ohr und spricht so laut, dass alle mithören müssen. Wahrscheinlich klärt er mit seiner Frau den Kaufauftrag ab. “Sie hat die Größe von 1,20 x 1,80 m..soll ich die kaufen?” will er nun wissen. Wie die Antwort ausfielt, weiß ich nicht. Aber das große Rennen um die Beschaffung der letzten Geschenke hat schon begonnen.

Düstere Gestalten an den Eingangstoren. Die beiden Herren stehen rechts und links an den Flügeln der Eingangstür von C&A, sie könnten auch Wachmänner sein, wenn sie nicht so finster ausgesehen hätten, Fast könnte man glauben, dass sie gemeinsam etwas planen, was am nächsten Tag in der Schlagzeilen der Medien zu lesen ist. “Bewaffneter Überfall auf Kaufhauskunden” oder so   Aber ihre Blicke sagten mir, dass die geistig schon längst abwesend sind und sich, statt im nasskalten Wetter draußen zu stehen, lieber daheim auf der Couch mit Bierchen und so den Abend beginnen würden. Aber statt dessen begleiten sie ihre Frauen zum Weihnachtseinkauf  und warten auf ihre Rückkehr aus dem Kaufhaus und das kann dauern.

Von weiten sehe ich sie schon. Die kleinen jungen Hundchen, die ganz brav und bündig bei ihrem Herrchen sitzen Die Herrchen sehen fast alle gleich aus. Sie sind alt, haben dicke Rauschbärte, sitzen auf dem Boden. Vor ihnen steht eine Bettelschale und neben ihnen der junge Hund. Eine neue Masche der organisierten Bettelei.  Ich frage mich, wo die Kassierer stehen, die sich sofort das Geld, was in der Bettelschale landet, einstecken.

Ihn sah ich schon öfter, auch im Sommer. Er begleitet seinen lauten und kräftigen Gesang mit seinem Akkordeon. Die Geldschale, die auf dem Boden steht, ist in der Dunkelheit kaum zusehen. Alle Passanten machen um ihn einen großen Bogen . Komisch, wie sich die Bewegungsströme der Menschen plötzlich aufteilen und sich wieder schließen, nur um  auf einen respektablen Abstand zum Straßenmusikant zu kommen.

Es ist schon 17 Uhr vorbei, das Tageslicht schon eine Weile weg. Ich tauche ab ins nächste Geschäft. Will nur kurz mal was schauen,  mir eine Inspirationen holen,. was ich meiner Enkeltochter schenken könnte.  In dem Geschäft dränen sich die Menschen und aus dem Gedränge heraus bleibt ein junger Mann vor mir stehen, hält mir eine Liste unter die Nase. Zeigt stumm auf den Text, der in großen Lettern zu lesen ist. “Wir sind taubstumm” darunter noch einige Sätze, die ich nur überfliege. Erst nahm ich an, nur eine Unterschrift oder so. Aber nein, es geht um Geld und einige haben schon fette Spenden eingetragen.  “Ich habe kein Bargeld bei mir”  antworte ich schnell. Er versteht mich sofort und geht weiter. Wahrscheinlich hat er als Taubstummer meine Schwingung gespürt. Ich frage mich, an welcher Ecke der Mann steht, der sich die Kohle anschließend in die Tasche stecken wird.

Kurze Zeit später steige ich in die nächste Straßenbahn Richtung Nikolei Kirche Rostock. Im gegenüberliegenden Gewölbekeller treffen sich die Trainer des Vereins, verabschieden das Jahr 2014.

Ostseemaus

Gerüche-Küche ?

Der Handel blüht auf. Das Weihnachtsgeschäft läuft zu Hochform auf. Die Waren türmen sich mannshoch in den Gängen der Supermärkte und Kaufhäuser Die in den weg gestellten  Warenberge haben sie Funktion eines klebrigen Fliegenfängers und sollen, wenn möglich direkt am Verbraucher kleben bleiben, wenn diese sie berühren.

Mein “Penny“ Supermarkt stellt seid Tagen Produkte so was von den in Weg der Eingangszone. dass man als Kunde entweder drüber klettern oder mit eine großen Bogen ausweichen muss. Sonst läuft man als Kunde Gefahr, sich von einem Einkaufszettel zu entfernen und am Ende statt Zucker, der in der Küche zum backen von Spekulatius benötigt wird, mit Toilettenpapier nach Hause kommt, das nach Spekulatius riecht.

Dafür könnte man fast das backen einsparen Zwinkerndes Smiley……

denn die weihnachtlichen Gerüche kann ich mir jetzt Dank dem weihnachtlichen Klopapier auch aus der Toilette holen.

Ostseemaus

erste Vorboten

Neuer Markt Rostock

Die ersten Vorboten für Weihnachten 2013 stehen schon auf dem Neuen Markt. So richtig passt der Anblick einer Weihnachtspyramide noch nicht in meinen Zeitgeist. Aber der Handel will sein Hauptgeschäft des Jahres machen.

Weihnachtsbuden

Noch sehen die Weihnachtsbuden auf dem Uniplatz wie zu groß geratene Hundehütten aus, doch in wenigen Tagen drängen sich die Menschenmassen an ihnen vorbei oder bleiben stehen, um sich nicht nur die Mägen zu füllen, sondern auch die Weihnachstpäckchen für ihre Angehörigen.

Die Wunschzettel der Kleinen sind schon geschrieben, die Wunschzettel der Großen müssen vielleicht noch überarbeitet werden. In einer Gesellschaft des Überflusses, keine leichte Aufgabe seine Angehörigen noch zu überraschen. Das war im Zeitalter der Mangelware einfacher. Der Beutejäger trifft als Weihnachtsmann auf mit Waren zugestellte Verkaufsflächen und prall gefüllte Regale. Schon jetzt kommt man als Kunde vor lauter Warenfülle in den Geschäften kaum vorwärts. Jeder Händler will der erste sein, der seine Waren an den Kunden bringt.

Na..dann – auf die Plätze, fertig, los 😉 auf ins Getümmel der Weihnachtsgeschäfte 🙂

Ostseemaus