endlich…

..durfte ich heute die Uhren wieder zurück stellen. Kaum zu glauben, aber in meinem Haushalt befinden sich noch 5 Uhren, die ich per Hand nachstellen muss. D.h. ein Wecker, den ich für meinen Yogaunterricht nutze, den hatte ich nie umgestellt. Das ist noch ein gutes altes Stück aus der Zeit, als man von der Zeitumstellung nur aus der Geschichte wusste.

Ich erinnere mich noch an den Moment, als mein damaliger Mann den Zeiger schon am Abend eine Stunde vorstellte. Er war Frühaufsteher, dem machte es nichts aus. Mir  tat der Moment richtig weh, körperlich weh. Mit einem mal war es nicht mehr 19 Uhr, sondern schon 20 Uhr. Ich litt nicht nur bei dem Anblick, sondern auch bei dem Gedanken, am nächsten Tag eine Stunde früher aus dem Bett zu müssen. Nein, das war so gar nicht meins. Nein, ich wollte mich dagegen auflehnen, aber Entscheidungen der Politik nehmen auf Einzelschicksale, wie meins, keine Rücksicht. Ich glaube, ich litt in den ersten Jahren der Sommerzeit einige Wochen noch so vor mich hin, bevor ich mich daran gewöhnte. Dazu muss man wissen, dass ich KEIN Frühaufsteher bin. Nie konnte ich Menschen verstehen, die es an den Wochenenden morgens um 6 Uhr aus dem Bett trieb, weil sie es darin nicht mehr aushielten. Wie kann das sein ? Die gemütlich warme Höhle schon so früh zu verlassen, wenn man es nicht dringend sein muss? Muss das sein? Nein.

Die Erleichterung bei mir war groß, als die EU sich diesen Sommer der Zeitumstellung widmete. Soll das hin und her zwischen den Zeiten bald wieder vorbei sein? Die Bürger stimmten für „weg mit der Zeitumstellung“ und man wünscht sich die dauerhafte Sommerzeit. Nun ist diese im Gespräch. Das verlängerte Tageslicht am Abend ist verlockend.

Es dauerte nicht lange, da meldeten sich die Kritiker der dauerhaften SZ zu Wort. Der Schulbeginn sollte im Winter dann eine Stunde später beginnen. Ich kann die Lehrer verstehen, sie haben so schon Mühe, die Kinder in den ersten Stunden wach zu halten. Auch Mediziner meldeten sich zu Wort. Für den Körper wäre die Sommerzeit auf Dauer nicht gesund, weil die Aktivität sich nach dem Stand der Sonne richtet. Wenn die Sonne am höchsten steht, dann hat der Mensch die meiste Power. Wir würden also permanent gegen unseren BioRhythmus arbeiten und das würde uns Menschen auf Dauer krank machen. Unter anderen wurde die Zunahme von Depressionen prognostiziert und auf die erhöhten Ausgaben der Krankenkassen hingewiesen.

Ich trage beide Standpunkte mit und so weit ich weiß, hatte man in Russland das Projekt dauerhafte Sommerzeit schon mal gestartet und das nach kurzer Zeit wieder eingestampft. Die Menschen fanden aus der Müdigkeit nicht mehr raus, kamen morgen nur noch schwer aus den Betten. Darauf wurde die Winterzeit als dauerhaft erklärt, aber auch dies nicht zur Freude aller Russen. 

Der verlinkte Artikel ist lustig und unterhaltsam zu lesen, vor allen Dingen die Begründung, warum man nun doch wieder die Zeitumstellung wünsche.

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Momentaufnahmen

Ich hoffe, das ist das letzte mal in diesem Winter, das ich durch den Schnee stapfen musste. Heute ist der Schnee von gestern zum Glück schon wieder weg, aber gestern zeigte es sich noch ein letztes mal ? mit seiner matschigen Schneedecke. Schön anzusehen, wenn man nicht durch den Schneematsch gehen musste. Doch ich fand auf meinem Weg noch ein paar nette Motive, die nur der Winter zaubern kann und die ich auf jeden Fall noch als Schnappschuß mitnehmen und euch zeigen wollte.

Wöchentlich wird in unseren Wohngebiet Sperrgut abgeholt. Die Bürger müssen dafür kein Extra-Geld zahlen und stellen ihre Altmöbel schon tage vor der Abholung vor die Tür. Die kostenlose Entsorgung wird – so denke ich – mit der Miete abgegolten.

In einem leichten Schneeschleier eingehüllt, hat eine ausgediente Couchgarnitur noch einmal vor ihrer Entsorgung einen besonderen Charm aus dem Zusammenspiel der Farbe ausdrücken dürfen.

Die Metallstützen für die Balkons fielen mir ebenfalls wegen ihrer weißen Zierde ins Auge. Wenig später, nachdem ich das Gebäude wieder verlassen hatte, wären diese Bilder nicht mehr möglich gewesen. Die milden Temperaturen haben alles wieder verschwinden lassen.

neuer Zeitgeist ?

Wieder bündig,  mit der Zeit, Endlich, nach 7 Monaten Sommerzeit hab ich nicht mehr das Gefühl, dass mir die Zeit im Nacken steht. Sie schmiegt sich nun wieder bündig an mich und verbindet sich wieder mit meine Biorhythmus.

Wir Menschen denken effizient und alles  Leben sollte sich dem unterordnen. Nicht immer gelingt es so, wie der Mensch es sich vorgestellt hat.

Energie sollte mit der Sommerzeit gespart werden, Schon nach 10 Jahren hatte man erkannt, ein Wunschvorstellung. Und selbst wenn es so gewesen  wäre. Damals, als man die Sommerzeit einführte, gab es gefühlt nur 10 % der technischen Geräte, die wir heute ständig im Betrieb haben. Angefangen über PC, Laptop. Smartphone, schnurlose Telefone und was sonst noch alles  täglich an der Steckdose hängt. Der Fernseher ebenso, als Stand-by, der Geschirrspülautomat, was der Traum alles Hausfrauen der Vergangenheit war und und und, wenn ich dann noch an den ganzen oft sinnlosen und quietschenden Schnickschnack der Kinderspielsachen denke? Die hängen zwar nicht an der Steckdose um die nervenden Geräusche zu machen, aber dafür an den Batterien, die häufig wieder aufgeladen werden müssen.  Der gesparte Strom ist schon längst wieder aufgefressen von zahlreichen Elektrogeräten, die in alles Hauhalten stehen.

Für die Russen ist nun Schluss mit Sommerzeit und dem hin und her springen zwischen den Zeiten. Die Russen haben sich beschwert, kamen morgens nicht mehr aus den Betten, weil die Sommerzeit für ewig gelten sollte. Die 11 Zeitzonen wurden auf 9 Zeitzonen reduziert – mein Gott, was für ein großes Land – das brachte ihren Biorhythmus noch mehr durcheinander. Gute Entscheidung vom Kreml., würde ich sagen. Warum den Menschen Zeit stehlen, auch wenn es nur eine Stunde ist.

Wir Menschen leben schon seid Jahrtausenden mit der Natur und dem Rhythmus der Zeit der auf- und untergehenden Sonne. Wir haben uns daran gewöhnt, dass sich die Tage im Laufe des Jahres verlängern und wieder verkürzen, unser Organismus braucht diese Zyklen. Ich hoffe darauf, dass Europa dem Kreml nacheifern wird und die Normalzeit wieder einführt.

Ostseemaus

Licht ins Dunkle

Die dunkle Jahreszeit hat nun endgültig begonnen Das Tageslicht wird mit jedem Tag knapper. Das ist auch die Zeit der düsteren Gedanken,  Gedanken, die das helle Licht scheuen. Denn diese halten sich in einer Art Parallelwelt auf, in der nur durch die Dunkelheit erhellt wird.

Diese Erkenntnis, die mir just in diesem Moment in den Sinn kam. stellt das logische auf den Kopf. Wie kann Dunkelheit Licht ins Dunkle bringen ? Das kling eher absurd, als logisch. Das ist das innere Auge, das auch in der Dunkelheit sehen kann und wahrnimmt, was sonst im Dunkeln liegt und das sind bei mir, wie bei vielen Anderen auch, die Ängste, die sich wie kleine unsichtbare Maden als Parasit Gehirn drängen können. Erst die Dunkelheit macht sie für mich sichtbar.

Da ist die Angst vor dem Tod..bzw. vor dem Sterben –  oder die Angst vor einem Siechtum… ein Leiden, dass mich unfähig macht, mich selbst zu versorgen – damit verbunden die Angst davor, meinen Kindern aus dem oben genannten Grund zur Last zu fallen.  Den Urängsten folgt die Existenzangst – als Selbstständige ist sie mein täglicher Schatten.

Mit den genannten Ängsten stehe ich ganz sicher nicht allein da, sondern teile sie mit Millionen von Menschen.

Mein Seil, an dem ich mich halte ohne mich zu klammern, ist mein Urvertrauen.  Es hat zwar nicht mehr die Unerschütterlichkeit eines Babys, das darauf vertraut, dass seine Eltern es wärmen, ernähren, behüten und beschützen, denn diesen Kokon musste ich als Erwachsene lange verlassen. Aber ich orientiere mich an diesem Urvertrauen immer wieder neu..auch wenn Erschütterungen den Blick ab und zu darauf erschweren.

So ermöglicht der düstere Blick auf meine Ängste einen Blick auf mein Urvertrauen, das mich am Seil des Lebens hält.

Ostseemaus