Treffen in Sassen

Der Zufall wollte es, dass unser Verein den Termin mit ein gemeinsames Wellness-Wochenende nicht wie alle die Jahre zuvor auf Anfang Juni wählte, sondern erstmalig für dieses Jahr auf Mitte August. Nicht zuletzt hatte die grundsätzliche Terminverlegung damit zu tun, weil ich Anfang Juni alljährlich für ein paar Tage nach Mallorca geflogen bin und mir dort „einen Bunten“ machte. Doch ich sollte das Wellness-Wochenende neben Gi Gong auch mit Yoga bereichern. Und die Terminverlagerung hat sich gelohnt. Im Juni 2020 wäre das Wochenende unter den CoronaHammer gekommen.

Schullandheim Sassen

Wir trafen uns in diesem Jahr im Schullandheim „Geschwister Scholl“ in Sassen. Ein alter 3-Seiten-Bauernhof, der zu einem Schullandheim umgebaut wurde und mich an meinen Geburtsort erinnerte. Vielleicht war das der Grund, warum ich mich sofort wohl und heimisch fühlte. Die Teilnehmer nutzten in der Vergangenheit regelmäßig das Angebot des Vereins, sodass diese Treffen fast schon familiären Charakter tragen. Gesagt wird ja auch, dass Vereine zum Teil Ersatz für die Familie sind, weil diese sich heutzutage über ganz Deutschland oder sogar weltweit verteilt.

Unser Wellness-Wochenende fand schon am letzten Wochenende statt und hatten daher super Wetter. Die Menschen verteilten sich auf das Gelände und am Abend schauten wir uns den Sternenhimmel an. Kaum zu glauben, aber in abgelegenen Orten, die kaum Lichtverschmutzung haben, kann man, wenn es dunkel wird, sogar die Milchstraße wieder sehen. Die jungen Leute – Teenies, die mit ihren Eltern kamen – schleppten sogar ihre Matratzen ins Freie und sahen zur Abwechslung nicht auf ihre Handys, sondern bestaunten den Sternenhimmel und zählten Sternschnuppen.

Na dann, mir nach, ihr Yogis

Am Samstag war ich mit meinem Yogaprogramm dran . Ich ließ mich überraschen, wer diesmal dabei sein wird. Die meisten Teilnehmer kamen ja aus dem Gi Gong und wer sich da ein wenig auskennt, weiß, dass es im Gi Gong um weiche sanfte Bewegungsabläufe geht, während Yoga auf Kraft und Dehnung aufbaut. Mein Programm sollte beiden gerecht werden, denen, die es weich und geschmeidig mögen und denen, die es etwas kräftiger mögen.

Vor dem Abendessen „pilgerten“ wir in die Landschaft durch Wald und Feld. Ziel war es, die naheliegenden Hünengräber zu besuchen. Ich komme von der Insel Rügen und bin neben Hünengräbern aufgewachsen. Auch das war ein Moment, der mich wieder in meine Jugend zurückkehren ließ.

Am Abend wurde gemeinsam gegrillt und bis in die Nacht erzählt. Wir hatten ja alle Zeit der Welt. 😊 Aber ganz so war es nicht. Kaum hatten wir uns niedergelassen und eingerichtet, war es auch schon Sonntag und wir fuhren wieder Richtung Heimat, Kinder, wie die Zeit vergeht 😎😀

Der Anfang ist gemacht

Mit dem ersten Schultag am Montag in Mecklenburg-Vorpommern nahmen nach 4 1/2 Monaten auch die Vereine ihre Tätigkeit auf. Alle warteten schon ungeduldig darauf, dass es weiter losgehen würde. Erstaunlicherweise blieben die Mitglieder der Gruppen bis auf einige wenige dem Verein treu. Kündigungen ihre Mitgliedschaft gab es nur vereinzelt, weil anfangs niemand wusste, wie es nach dem Lockdown weiter gehen wird. Schließlich durchleben wir alles und das weltweit das erste Mal eine Pandemie. Pandemie, ein Wort das ich nur aus Filmen kannte.

Ich durfte also am Montag als erste Trainerin den Reigen der Sportveranstaltungen der 3 Sportvereine, für die ich tätig bin, eröffnen. Wir, die Yogis, trafen uns nach 20 Wochen Trainingspause wieder in der Sporthalle und damit haben wir ein Stück Vertrautheit aus alten Zeiten zurückgewonnen und wir hoffen alle, dass wir nicht wieder auseinander laufen müssen. Die Infektionszahlen stiegen wieder an und der Staat überlegt schon, wie sie damit umgehen werden. Trotzdem hoffen wir, dass der Staat nicht wieder die Notbremse für alle ziehen muss, sondern nur hier und da etwas strenger vorgehen. Zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern mussten nur wenige Tage nach Schulbeginn ihre Tore wieder schließen.

Am Dienstag/Donnerstag waren die Kinder dran. Von 35 Kindern der Gruppe erschienen erst mal nur 6. Für meine Kollegin und mich war das auch erst mal ein guter Anfang. So können wir uns besser einspielen, d.h. den Umgang mit dem verpflichtenden Hygienekonzept. Die Kinder müssen sich gleich nach dem Betreten der Sporthalle die Hände waschen. Nach dem Benutzen der Sportgeräte werden alle Geräte vor dem Wegräumen wieder desinfiziert und nach dem Verlassen der Sporthalle werden die Klingen ebenfalls desinfiziert. Wir müssen eine neue Routine entwickeln. Aber die Kinder machen mit und halten sich an die Ansagen von uns Trainern.

Ab nächste Woche geht es dann mit den Vorschulkindern weiter. Dann wird es nicht mehr lange dauern und mein Kalender ist randvoll mit Trainingsterminen vollgepackt. Weil ich einer Vereinschefin versprochen habe: „Ich helfe dir beim Wiederaufbau“ hat sie mich reichlich mit Trainingszeiten eingedeckt und für die eine oder andere Gruppe sogar den „Hut“ aufgesetzt, d.h. ich trage die Hauptverantwortung die Sportstunde.

Dazu muss man wissen, das im Kindersport immer 2 oder sogar mitunter sogar 3 Trainer mit den Kindergruppen arbeiten. Davon leitet ein Trainer die Sportstunde und macht die Ansagen, er hat also den Hut auf und die anderen Trainer unterstützen Haupttrainer und Kinder. Ich bin nicht wirklich scharf den „Trainerhut“, sondern trage lieber dem Haupttrainer den Ball nach 😀😎

So gemütlich, wie die Enten durch Wasser gleiten, werden meine nächsten Wochen wohl nicht sein.

Ich hab’s wieder getan

Yoga im Freien

Nach 3 Monaten Abstinenz wegen der Coronakrise rief ich meine Yogis wieder zusammen, um wie jeden Sommer Freilandyoga auf der grünen Wiese zu machen. Wir trafen uns auch in den vergangenen Jahren immer zu dem Sommerferien – in der Zeit haben alle Vereine Sommerpause – auf Grünflächen, um auch mal außerhalb der Sporthallen gemeinsam Yoga zu machen.

Gestern trafen wir uns im Leichtathletikstadion der Stadt Rostock, das jedermann nutzen darf, wenn nicht grade Wettkämpfe im Stadion stattfinden. Es liegt mitten in der Stadt in unmittelbare Nachbarschaft zum Ostseestadion. und es ist immer ein buntes Treiben vieler Sportler

Wir alle waren froh, dass wir uns wieder treffen dürfen und sich niemand von uns den Corornavirus an Land gezogen hatte oder wegen der langen Auszeit das Handtuch geworfen und seine Mitgliedschaft gekündigt hatte

Das war leider nicht in allen Gruppen so. Eine Gruppe habe ich auf dem Weg durch die Coronakrise verloren. Vielleicht war ihnen der Geduldsfaden gerissen und sie kündigten ihre Mitgliedschaft im Verein. Die Vorschriften für die Wiederaufnahme des Vereinssportes sind eng geknüpft, dass sie eine Sportstunde kaum möglich machte. Gesundheit geht eben vor.

Also machte ich gestern im kleinen Kreis weiter.

Nächste Woche treffen wir uns wieder, soweit das Wetter es zulässt.

Das Leben geht weiter und weiter und weiter

Schluss, aus und vorbei

..mit der Gammelei der letzten Wochen. Seit gestern sind die Sporthallen und Übungsräume wieder meine Arbeitsräume. Die Yogis und Kinder warten auf ihre Programme und Angebote im Sport. 6 Wochen Ferien in Meck-Pom liegen hinter uns und wir dürfen wieder in die Sporthallen.

Für mich wurde es Zeit. Vom vielen Sitzen bekam ich schon Rückenschmerzen und Stimmungsschwankungen. Rente zu bekommen ist toll, macht aber nicht nur körperlich träge, sondern auch im Kopf und wenn man sich kein bewegtes Leben selbst organisiert, verfällt man in dumpfes Brüten. Der Schweinehund hatte mich im Griff und lässt nun nachhaltig mit steifen Gelenken grüßen 😦 . Aber nach ein/ zwei Yogastunden – auch als Vorturner – ist der Rückenschmerz schon wieder Geschichte. Zum Glück. 😀

Statt den Schweinehund zu pflegen, kultiviere ich nun wieder den Yoga – Hund und schon hat sich der Rücken wieder eingekriegt.

wer rastet…

..der rostet. Ein bekanntes Sprichwort. Doch mit den Sommerferien werden die Sporthallen geschlossen, die Vereine schließen ebenfalls ihre Tore. Für die Yogis meiner Gruppen würde das eine 6 wöchige Pause bedeuten.  Naja…mal ne Pause machen? Auch nicht schlecht oder doch nicht? Nur wenige mögen ihre Yogamatte im Wohnzimmer ausrollen und allein Yoga machen. Zusammen macht es mehr Spaß.

Also suchten wir für die Sommerzeit ein Plätzchen im Grünen, wo wir unsere Yogamatten auszurollen konnten.  Rostock hat genügend Grünflächen und wir entschieden uns für einen richtig großen Sportplatz.

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Leichtathletik Stadion Rostock

Das Leichtathletik Stadion gehört der Stadt und ist für jedermann zugänglich, der sich sportlich betätigen möchte. Im Hintergrund sieht man die Flutlichtstrahler vom Ostseestadion Rostock

Nach dem Extremregen der letzten Tage hatten wir gestern mit dem Wetter großes Glück. Nur blauer Himmel und Sonne satt. Bevor wir begannen, wies ich darauf hin, das unser gemeinsames Yoga eine reine Privatveranstaltung ist und damit jeder für sich selber verantwortlich ist. Damit waren die Formalitäten erledigt und wir konnten loslegen.

Erst aufwärmen mit mir als „Vorturner“ 😉

Das gute am Yoga ist, man kann es fast überall machen und in diesem Sommer in einem großen Stadion. Während wir unsere Übungen – Asanas – machten umrundeten uns permanent die Jogger und Läufer zahlreicher Sportgruppen.

Gegen 20 Uhr machten wir uns nach einem 90 minütigen Yogaprogramm mit allem Drum und Dran wieder auf den Heimweg und wenn das Wetter mitspielt, werden wir am nächsten Donnerstag wieder unsere Yogaübungen gemeinsam machen.

Heute ist wieder so ein Tag

Blidquelle Klick Bild

..der einen zusätzlichen Namen bekommen hat. Heute ist der Weltyogatag. Obwohl Yoga schon auf eine zig-Tausendjährige Geschichte – die ersten Schrifte dazu tauchten bereits ca 700 v. Chr. auf – zurück blicken kann, ist der Weltyogatag noch relativ jung. In 2014 wurde beschlossen, das Yoga alljährlich am 21. Juni seinen Welttag bekommt. Die Begründung dafür sind vielfältig, aber um nur einige zu nennen, dass Yoga förderlich für die Gesundheit ist, das Yoga die Menschen über die Ländergrenzen hinaus verbindet. Yoga ist international und bedarf keine Anpassung an die unterschiedlichen Nationen..

Für mich entdeckte ich Yoga erst mal auf körperlichen Ebene, denn ich fühlte mich nach jeder Yogapraxis nicht nur kräftiger und wohl, sondern auch entspannter. Ich konnte besser schlafen und das ohne „Hamsterrad“ im Kopf. Das hatte zuvor nachts immer mit einem Gedanken begonnen und der wiederum löste den nächsten und der den nächsten und den nächsten Gedanken aus. Am Morgen steig ich erschöpft aus meinen Bett und startete übermüdet und zermürbt in den Arbeitstag. Seit ich Yoga praktiziere, haben sich die Plagegeister der Nacht aus dem Staub gemacht.

Später erkannte ich, dass Yoga meine mentalen Kräfte wachsen lies. Stress stresste mich nicht mehr so sehr, wie ich es sonst in meinem Leben gewöhnt war. Er lies sich von meiner neu gewonnenen mentalen Kraft gut beherrschen und damit gewann ich für mich eine neue Form der Lebensqualität.

Meine Kinder meinen immer, „Du wirst nicht krank, du machst ja Yoga“ Und wenn ich zurück schaue, gehört ein Arztbesuch für mich wirklich zur Seltenheit. Vielleicht habe ich auch nur gute Gene, ober ich habe Glück oder ich habe mir meine Gesundheit mit Yoga erhalten können.

Zur Zeit leite ich mehrere Yogagruppen und gefühlt kann ich das noch 30 Jahre machen. Die älteste Yogalehrerin, die zur Zeit unterrichtet, ist jetzt 99 Jahre alt.

Asylanten

„Ja, jetzt sind wir auch Asylanten“  mit diesen Worten eröffnete ich die gestrige Yogastunde. Zum Glück folgten mir meine treuen Anhänger auch in den neuen Übungsraum, den  uns „Kraft ihrer Wassersuppe“ die Vereinschefin auf die schnelle besorgen konnte.  Freie Übungsräume in der Innenstadt zu bekommen ist eine Herausforderung und fast aussichtslos. Alle möglichen Räume sind bis in die Abendstunden belegt und wer von null auf jetzt, so wie wir,  seinen Übungsraum verliert, steht im Freien, So erging es uns vorletzten Donnerstag.

„Aus gegebenen Anlass wird die Nutzung des Gymnastikraums bis auf weiteres UNTERSAGT“ 

Gestempelt und unterschrieben von Stadtsportbund Rostock. Später erfuhren wir, das wenige Stunde vorher der Gymnastikraum baupolizeilich gesperrt werden musste. Also kein schnelles Ende in Sicht, was die Reparatur oder gar Sanierung betrifft und wir suchten Asyl.

Gelandet sind wir in einem Kindergarten, der in den Abendstunden den Sportraum vermietet und so kamen wir schließlich in einem erfischenden Übungsraum unter. Die Wände orange gestrichen und rundum Fenster – mit Sonnenuntergang inklusive. Was will mal als Yogi mehr. Wir haben es für unser „Asylantendasein“ wirklich gut getroffen, aber nicht ohne ein paar Hinweise von dem Übungsleiter der Vorgängergruppe. „Wir möchten uns doch etwas ruhiger verhalten“ Klar.. wir sind erst mal Fremdlinge ;-).

Nun noch ein Schnappschuß, der mir heute über den Balkon gelungen ist. Naja..nicht ganz ein Schnappschuß, denn als ich mit der Kamera auf leiden Sohlen auf den Balkon trat, flogen die 2 aufgebrachten Elstern ganz fix in die Bäume. Ich wurde auf das „Spektakel“ aufmerksam, weil 2 Elstern einen Höllenlärm machten und einen Sturzflug nach dem anderen Richtung Rasen machten.

Was hatte hatten die Gefiederten denn ins Visier genommen? Eine Katze, sie lag eng am Boden und rührte sich nicht von der Stelle, während die beiden Elstern sie von 2 Seiten attackieren – aus der Luft und auch von Boden aus –  und sie zu verjagen. Ok, als ich auf den Balkon trat, machten sie sich davon, auf nimmer Wiedersehen ?

Anschließend blickte die Katze noch  ganz lieb in meine Kamera. Wenn man in ihre lieben Augen schaut, kam man sich kaum vorstellen, dass ab und zu ein Vogel in ihrem Maul landet.

 

von links hat Vorlauf

Alles lief nach Plan, bis der Schlüssel im Schloss klemmte. Ich war nur zur Vertretung in den Yogagruppen und die Veranstaltung ging bis 21 Uhr. Der Sportverein, für den ich tätig war, betreut seine Mitglieder aufs beste und unternimmt alles, damit kein Training ausfällt. Ich nenne sie mal “die Chefin” des Vereins, die alles managt. Der Veranstaltungsort ist für mich als Autolose zu weit entfernt, so stellte die Chefin sich als mein Chauffeur zu Verfügung. Eine temperamentvolle , taffe Frau, die wie ein Wirbelwind auch zahlreiche Übungsgruppen betreut.

Um 21 Uhr verabschiede ich die letzte Gruppe, Die Chefin fährt das Auto vor. Jeder von beiden Frauen will möglichst schnell in seinen Feierabend. Die Chefin hat zum Abschluss das Tages noch die ehrenvolle Aufgabe, das Gebäude, das wir als letzte verlassen, scharf zu schließen. d.h. mit einem Chip wird die Sicherheitsanlage angestellt und dann kann es in den Feierabend gehen. “Der Schlüssel klemmt irgendwie” sagte sie beiläufig. Die Tür lies sich trotzdem schließen, aber die Sicherheitsanlage lies sich nicht anstellen. Das sind die Momente, die einem den Feierabend verderben können.  Wir suchten den Fehler und fanden ihn nicht. Ein Hin und Her mit dem Wach- und Sicherheitsdienst, denn einfach abhauen und nach uns die Sintflut ist nicht. Nach 30 Minuten war das Problem endlich gelöst. Innerlich danke ich Gott, das ich nicht allein vor der Situation stand

Fast 22 Uhr und der Feierabend ist greifbar nah. Das Wohngebiet liegt in der Nähe einer Waldgegend, alles sehr idyllisch. Die Rushhour ist schon lange vorbei und wir haben die Straße für uns. Kein Auto weit und breit zu sehen, Wir unterhalten uns nebenbei über Gott und die Welt, biegen ab, auf eine Nebenstraße, der Blick ist frei und der Straßenrand von Bäumen umsäumt, als die Chefin voll auf die Bremse tritt. Ich bin erschrocken, denn ich sehe keinen Grund dafür, oder doch? Eine dunkle Gestalt wechselt die Straßenseite. Für eine Katze zu groß und für einen Hund zu bullig. Die Kontur passt nur zu einem Wildschein. Ein Wildschwein, nur wenige Meter vor uns und so nahe bei der Stadt.

Das Auto kommt zum Stillstand, denn ein  Schwein kommt selten allein. Und siehe da, die nächste Schweineschnauze tauch aus der Dunkelheit des Straßenrandes auf und das nächste Schwein überquert die Straße. “Jetzt haben sie noch einen Nachwuchs” sagt die Chefin. Denn sonst hätte man mit einem Gefolge rechnen können.

Nach wenigen Minuten war die Fahrbahn wieder frei und die Chefin noch immer nicht entspannt. Die sonst taffe Frau hatte einen riesigen Schreck bekommen, denn nur ihr war die Gefahr deutlich, die ich noch nicht erkannte.  Ein Auffahrunfall, ein Zusammenstoß .. daran dachte ich zum Glück nicht. Eine  defekten Schließanlage  und  Wildschweine, so etwas kann man nun wirklich nicht gebrauchen.

Die Chefin, die gern mal ein steifes Bein beim fahren einsetzt, war sich sicher, den Rest des Weges wird sie ganz brav fahren und auch nicht bei “orange” noch schnell über die Kreuzung fahren.  Wir verabschiedeten uns vor meiner Haustür und sie fuhr brav weiter nach Hause – noch einmal Glück gehabt.

Ostseemaus

meine Oma sagte immer

Gestern war ich zum vierten mal in der neuen Yogagruppe.

Die Gruppe übernahm ich ab 8.1.2015. Der vorherige Übungsleiter – er gab eine Mischung aus Yoga und Pilates – hatte nur für begrenzte Zeit die Gruppe unterrichtet und diese Zeit war abgelaufen. In Pilates bin ich nicht ausgebildet, aber die Teilnehmer waren  bereit, es auch mal mit Yoga zu probieren. Auf der anderen Seite kann ich mich über Pilates schlau machen und mir ein Übungsprogramm zusammenstellen, denn zahlreiche Elemente sind aus dem Yoga übernommen worden. So müssen die Teilnehmer nicht ganz auf ihr geliebtes Pilates mit dem kräftigen Bauchtraining verzichten.

Gestern waren nur 4 Teilnehmer dabei und das gab uns die Möglichkeit, auch ein wenig zu plaudern. Bevor die Übungspraxis beginnt, wird ein kleiner Stein von einer Hand zur anderen gereicht und  jeder, der den Stein in der Hand hält, kann ein paar Worte sagen, die er, wenn er möchte, mit der Gruppe teilt. Auf diese Weise erfahren die Teilnehmer etwas von einander, Wer nichts sagen möchte, gibt den Stein einfach weiter.

Die kleine 4er-Gruppe nutze die Möglichkeit und so erzählte jeder, was er gerne mitgeteilt hätte. “Ich freue mich” sagte die einer Teilnehmerin und erzählte, dass ihr ein Umzug bevorsteht. Die Wohnung, für die sich entschieden hat, hat 2 Etagen und ist lichtdurchflutet. “Mein Problem sind die Lendenwirbel” sagte der nächste männliche Teilnehmer und ich sah ihm an, dass er darauf hofft, dass die Übungspraxis ihm helfen wird.  Die jüngste Teilnehmerin erzählte, dass sie nach der letzten Übungspraxis etwas unter Muskelkater gelitten  hätte. Auweia.. ich riet ihr zu etwas mehr Zurückhaltung. 😉

Die vierte Teilnehmerin im Bunde erzählte von ihrer Oma, die immer sagte:

“Das schönste am Wochenende ist der Freitagabend” 

Der Donnerstagabend ist damit schon eine gute Vorfreude auf den Freitagabend ;-). Um 21 Uhr war unsere gemeinsame Übungspraxis beendet und jeder ging in seinen Feierabend. Vielleicht auch schon mit dem Gedanken an das bevorstehende Wochenende.

Ostseemaus

lachen steckt an

“Mach du” sagte mein Trainer, als ich ihm vorschlug, wie wir das gemeinsame Wochenende einleiten könnten. Naja..so habe ich es mir nicht vorstellt, aber wer A sagt muss nun auch B sagen, also übernehme ich den ersten Teil, der das gemeinsame WE einleiten sollte. Später erfuhr ich von einem Teilnehmer, der sinngemäß zu sich selber sagte: “Worauf hab ich mich eingelassen?”

Doch der Verlauf der Gesamtveranstaltung söhnte ihn dann wieder aus, er war bei allen Angeboten mit viel Spaß und großer Leidenschaft dabei.

Der Ort, wo wir uns trafen, was Idylle pur.

Die zahlreichen Räume konnten wir nutzen um Yoga, Tai Chi, Qi Gong und Meditation zu machen.

Hier im sogenannten Ahnensaal, der mit viel Liebe und Hingabe nach alten Fotos wieder hergestellt wurde.

Oder hier, im Nebengebäude. Es diente mal als Scheune und nun ist es ein Raum, in dem wir gemeinsam Yoga machen, bzw. Tai Chi, Qi Gong, Meditation. Auch Trance Tanz mit verbundenen Augen stand auf unseren Plan.

Die Teilnehmer waren  Mitglieder des Vereins und einige davon brachten ihre Partner mit. So war es eine bunte Mischung von Menschen, die mehr oder weniger Erfahrungen mit all dem hatten.

Den Anfang sollte ein Spaliertanz sein, der, wenn man Spaß daran hat, gleich die richtige Stimmung bringt, um den Alltag schnell ablegen zu können. Dazu stellten die Teilnehmer sich in ein Spalier und jeder durfte mal durch die Gasse tanzen, Er konnte sich so der Gruppe vorstellen und bekam auch Aufmerksamkeit der gesamten Gruppe. Zuvor tanzten wir uns jedoch etwas warm und ein, der Spaliertanz war das Finale. Mein Trainer und Leiter des Wochenendes, der auch Gi Gong Meister ist, hat es mit dem Tanzen nicht so und überlies mir das Feld der Anleitung und Vorführung.

Damit konnten man den Alltag abhängen und angekommen. Für´s erste sollte das reichen, der Abend kann kommen, der nächste Tag auch. Das Wetter meine es gut mit uns und wir plauderten bis zum  dunkel werden im Innenhof und fielen müde ins Bett. jeder hatte eine Arbeitswoche hinter sich.

Der Samstag war ausgefüllt mit zahlreichen Veranstaltungen, wie dynamische oder stille Meditation oder auch Atemmeditationen, ja sogar eine Babbelstunde war dabei,.Jeder konnte für sich nutzen was er wollte oder auch auf die Teilnahme verzichten und sich der grünen ländlichen Idylle widmen.

Zuschauer und Zaungäste gab es nicht, außer ein paar Kühe, die jeden mit ihren neugierigen Blicken verfolgten.

Am Samstag Abend saßen alle beisammen. Ein Teilnehmer hatte seine Gitarre und eine kräftige Stimme dabei. Mit gemeinsamen Gesang beendeten wir den 2. Tag.

Am Sonntag übten wir uns im Lachyoga. Die ersten inneren Widerstände waren schnell gebrochen. Jeder lachte über jeden und über sich selbst. Lachen steckt an , davon konnte sich jeder nun auch überzeugen.

Zum Abschluss gab es den schon bekannten und berühmten Trance Tanz, der für jeden ein anderes Erlebnis bringt. Die Augen werden verbunden, damit man nicht den anderen oder sich selbst beobachtet. Die Seele soll zum Tanzen angeregt werden und ca. 60 Minuten tanzte jeder nach seiner Fasson nach der lauter Trommelmusik die in unsere Ohren dröhnte. Schwitzend und zufrieden beendeten wir unser gemeinsames Wochenende und hoffen darauf, dass die ländliche Idylle uns noch erhalten bleibt. Während unsere Anwesenheit lief ein Maklermit Interessenten über das Gelände, Die große Burg soll verkauft werden. Aber noch ist nicht alle Tage Abend und wenn sie doch den Besitzer wechselt, wird sich sicher ein anderes idyllisches Plätzchen für unsere Aktivitäten finden.

Ostseemaus