von links hat Vorlauf

Alles lief nach Plan, bis der Schlüssel im Schloss klemmte. Ich war nur zur Vertretung in den Yogagruppen und die Veranstaltung ging bis 21 Uhr. Der Sportverein, für den ich tätig war, betreut seine Mitglieder aufs beste und unternimmt alles, damit kein Training ausfällt. Ich nenne sie mal “die Chefin” des Vereins, die alles managt. Der Veranstaltungsort ist für mich als Autolose zu weit entfernt, so stellte die Chefin sich als mein Chauffeur zu Verfügung. Eine temperamentvolle , taffe Frau, die wie ein Wirbelwind auch zahlreiche Übungsgruppen betreut.

Um 21 Uhr verabschiede ich die letzte Gruppe, Die Chefin fährt das Auto vor. Jeder von beiden Frauen will möglichst schnell in seinen Feierabend. Die Chefin hat zum Abschluss das Tages noch die ehrenvolle Aufgabe, das Gebäude, das wir als letzte verlassen, scharf zu schließen. d.h. mit einem Chip wird die Sicherheitsanlage angestellt und dann kann es in den Feierabend gehen. “Der Schlüssel klemmt irgendwie” sagte sie beiläufig. Die Tür lies sich trotzdem schließen, aber die Sicherheitsanlage lies sich nicht anstellen. Das sind die Momente, die einem den Feierabend verderben können.  Wir suchten den Fehler und fanden ihn nicht. Ein Hin und Her mit dem Wach- und Sicherheitsdienst, denn einfach abhauen und nach uns die Sintflut ist nicht. Nach 30 Minuten war das Problem endlich gelöst. Innerlich danke ich Gott, das ich nicht allein vor der Situation stand

Fast 22 Uhr und der Feierabend ist greifbar nah. Das Wohngebiet liegt in der Nähe einer Waldgegend, alles sehr idyllisch. Die Rushhour ist schon lange vorbei und wir haben die Straße für uns. Kein Auto weit und breit zu sehen, Wir unterhalten uns nebenbei über Gott und die Welt, biegen ab, auf eine Nebenstraße, der Blick ist frei und der Straßenrand von Bäumen umsäumt, als die Chefin voll auf die Bremse tritt. Ich bin erschrocken, denn ich sehe keinen Grund dafür, oder doch? Eine dunkle Gestalt wechselt die Straßenseite. Für eine Katze zu groß und für einen Hund zu bullig. Die Kontur passt nur zu einem Wildschein. Ein Wildschwein, nur wenige Meter vor uns und so nahe bei der Stadt.

Das Auto kommt zum Stillstand, denn ein  Schwein kommt selten allein. Und siehe da, die nächste Schweineschnauze tauch aus der Dunkelheit des Straßenrandes auf und das nächste Schwein überquert die Straße. “Jetzt haben sie noch einen Nachwuchs” sagt die Chefin. Denn sonst hätte man mit einem Gefolge rechnen können.

Nach wenigen Minuten war die Fahrbahn wieder frei und die Chefin noch immer nicht entspannt. Die sonst taffe Frau hatte einen riesigen Schreck bekommen, denn nur ihr war die Gefahr deutlich, die ich noch nicht erkannte.  Ein Auffahrunfall, ein Zusammenstoß .. daran dachte ich zum Glück nicht. Eine  defekten Schließanlage  und  Wildschweine, so etwas kann man nun wirklich nicht gebrauchen.

Die Chefin, die gern mal ein steifes Bein beim fahren einsetzt, war sich sicher, den Rest des Weges wird sie ganz brav fahren und auch nicht bei “orange” noch schnell über die Kreuzung fahren.  Wir verabschiedeten uns vor meiner Haustür und sie fuhr brav weiter nach Hause – noch einmal Glück gehabt.

Ostseemaus

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meine Oma sagte immer

Gestern war ich zum vierten mal in der neuen Yogagruppe.

Die Gruppe übernahm ich ab 8.1.2015. Der vorherige Übungsleiter – er gab eine Mischung aus Yoga und Pilates – hatte nur für begrenzte Zeit die Gruppe unterrichtet und diese Zeit war abgelaufen. In Pilates bin ich nicht ausgebildet, aber die Teilnehmer waren  bereit, es auch mal mit Yoga zu probieren. Auf der anderen Seite kann ich mich über Pilates schlau machen und mir ein Übungsprogramm zusammenstellen, denn zahlreiche Elemente sind aus dem Yoga übernommen worden. So müssen die Teilnehmer nicht ganz auf ihr geliebtes Pilates mit dem kräftigen Bauchtraining verzichten.

Gestern waren nur 4 Teilnehmer dabei und das gab uns die Möglichkeit, auch ein wenig zu plaudern. Bevor die Übungspraxis beginnt, wird ein kleiner Stein von einer Hand zur anderen gereicht und  jeder, der den Stein in der Hand hält, kann ein paar Worte sagen, die er, wenn er möchte, mit der Gruppe teilt. Auf diese Weise erfahren die Teilnehmer etwas von einander, Wer nichts sagen möchte, gibt den Stein einfach weiter.

Die kleine 4er-Gruppe nutze die Möglichkeit und so erzählte jeder, was er gerne mitgeteilt hätte. “Ich freue mich” sagte die einer Teilnehmerin und erzählte, dass ihr ein Umzug bevorsteht. Die Wohnung, für die sich entschieden hat, hat 2 Etagen und ist lichtdurchflutet. “Mein Problem sind die Lendenwirbel” sagte der nächste männliche Teilnehmer und ich sah ihm an, dass er darauf hofft, dass die Übungspraxis ihm helfen wird.  Die jüngste Teilnehmerin erzählte, dass sie nach der letzten Übungspraxis etwas unter Muskelkater gelitten  hätte. Auweia.. ich riet ihr zu etwas mehr Zurückhaltung. 😉

Die vierte Teilnehmerin im Bunde erzählte von ihrer Oma, die immer sagte:

“Das schönste am Wochenende ist der Freitagabend” 

Der Donnerstagabend ist damit schon eine gute Vorfreude auf den Freitagabend ;-). Um 21 Uhr war unsere gemeinsame Übungspraxis beendet und jeder ging in seinen Feierabend. Vielleicht auch schon mit dem Gedanken an das bevorstehende Wochenende.

Ostseemaus

lachen steckt an

“Mach du” sagte mein Trainer, als ich ihm vorschlug, wie wir das gemeinsame Wochenende einleiten könnten. Naja..so habe ich es mir nicht vorstellt, aber wer A sagt muss nun auch B sagen, also übernehme ich den ersten Teil, der das gemeinsame WE einleiten sollte. Später erfuhr ich von einem Teilnehmer, der sinngemäß zu sich selber sagte: “Worauf hab ich mich eingelassen?”

Doch der Verlauf der Gesamtveranstaltung söhnte ihn dann wieder aus, er war bei allen Angeboten mit viel Spaß und großer Leidenschaft dabei.

Der Ort, wo wir uns trafen, was Idylle pur.

Die zahlreichen Räume konnten wir nutzen um Yoga, Tai Chi, Qi Gong und Meditation zu machen.

Hier im sogenannten Ahnensaal, der mit viel Liebe und Hingabe nach alten Fotos wieder hergestellt wurde.

Oder hier, im Nebengebäude. Es diente mal als Scheune und nun ist es ein Raum, in dem wir gemeinsam Yoga machen, bzw. Tai Chi, Qi Gong, Meditation. Auch Trance Tanz mit verbundenen Augen stand auf unseren Plan.

Die Teilnehmer waren  Mitglieder des Vereins und einige davon brachten ihre Partner mit. So war es eine bunte Mischung von Menschen, die mehr oder weniger Erfahrungen mit all dem hatten.

Den Anfang sollte ein Spaliertanz sein, der, wenn man Spaß daran hat, gleich die richtige Stimmung bringt, um den Alltag schnell ablegen zu können. Dazu stellten die Teilnehmer sich in ein Spalier und jeder durfte mal durch die Gasse tanzen, Er konnte sich so der Gruppe vorstellen und bekam auch Aufmerksamkeit der gesamten Gruppe. Zuvor tanzten wir uns jedoch etwas warm und ein, der Spaliertanz war das Finale. Mein Trainer und Leiter des Wochenendes, der auch Gi Gong Meister ist, hat es mit dem Tanzen nicht so und überlies mir das Feld der Anleitung und Vorführung.

Damit konnten man den Alltag abhängen und angekommen. Für´s erste sollte das reichen, der Abend kann kommen, der nächste Tag auch. Das Wetter meine es gut mit uns und wir plauderten bis zum  dunkel werden im Innenhof und fielen müde ins Bett. jeder hatte eine Arbeitswoche hinter sich.

Der Samstag war ausgefüllt mit zahlreichen Veranstaltungen, wie dynamische oder stille Meditation oder auch Atemmeditationen, ja sogar eine Babbelstunde war dabei,.Jeder konnte für sich nutzen was er wollte oder auch auf die Teilnahme verzichten und sich der grünen ländlichen Idylle widmen.

Zuschauer und Zaungäste gab es nicht, außer ein paar Kühe, die jeden mit ihren neugierigen Blicken verfolgten.

Am Samstag Abend saßen alle beisammen. Ein Teilnehmer hatte seine Gitarre und eine kräftige Stimme dabei. Mit gemeinsamen Gesang beendeten wir den 2. Tag.

Am Sonntag übten wir uns im Lachyoga. Die ersten inneren Widerstände waren schnell gebrochen. Jeder lachte über jeden und über sich selbst. Lachen steckt an , davon konnte sich jeder nun auch überzeugen.

Zum Abschluss gab es den schon bekannten und berühmten Trance Tanz, der für jeden ein anderes Erlebnis bringt. Die Augen werden verbunden, damit man nicht den anderen oder sich selbst beobachtet. Die Seele soll zum Tanzen angeregt werden und ca. 60 Minuten tanzte jeder nach seiner Fasson nach der lauter Trommelmusik die in unsere Ohren dröhnte. Schwitzend und zufrieden beendeten wir unser gemeinsames Wochenende und hoffen darauf, dass die ländliche Idylle uns noch erhalten bleibt. Während unsere Anwesenheit lief ein Maklermit Interessenten über das Gelände, Die große Burg soll verkauft werden. Aber noch ist nicht alle Tage Abend und wenn sie doch den Besitzer wechselt, wird sich sicher ein anderes idyllisches Plätzchen für unsere Aktivitäten finden.

Ostseemaus