wer rastet…

..der rostet. Ein bekanntes Sprichwort. Doch mit den Sommerferien werden die Sporthallen geschlossen, die Vereine schließen ebenfalls ihre Tore. Für die Yogis meiner Gruppen würde das eine 6 wöchige Pause bedeuten.  Naja…mal ne Pause machen? Auch nicht schlecht oder doch nicht? Nur wenige mögen ihre Yogamatte im Wohnzimmer ausrollen und allein Yoga machen. Zusammen macht es mehr Spaß.

Also suchten wir für die Sommerzeit ein Plätzchen im Grünen, wo wir unsere Yogamatten auszurollen konnten.  Rostock hat genügend Grünflächen und wir entschieden uns für einen richtig großen Sportplatz.

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Leichtathletik Stadion Rostock

Das Leichtathletik Stadion gehört der Stadt und ist für jedermann zugänglich, der sich sportlich betätigen möchte. Im Hintergrund sieht man die Flutlichtstrahler vom Ostseestadion Rostock

Nach dem Extremregen der letzten Tage hatten wir gestern mit dem Wetter großes Glück. Nur blauer Himmel und Sonne satt. Bevor wir begannen, wies ich darauf hin, das unser gemeinsames Yoga eine reine Privatveranstaltung ist und damit jeder für sich selber verantwortlich ist. Damit waren die Formalitäten erledigt und wir konnten loslegen.

Erst aufwärmen mit mir als „Vorturner“ 😉

Das gute am Yoga ist, man kann es fast überall machen und in diesem Sommer in einem großen Stadion. Während wir unsere Übungen – Asanas – machten umrundeten uns permanent die Jogger und Läufer zahlreicher Sportgruppen.

Gegen 20 Uhr machten wir uns nach einem 90 minütigen Yogaprogramm mit allem Drum und Dran wieder auf den Heimweg und wenn das Wetter mitspielt, werden wir am nächsten Donnerstag wieder unsere Yogaübungen gemeinsam machen.

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Heute ist wieder so ein Tag

Blidquelle Klick Bild

..der einen zusätzlichen Namen bekommen hat. Heute ist der Weltyogatag. Obwohl Yoga schon auf eine zig-Tausendjährige Geschichte – die ersten Schrifte dazu tauchten bereits ca 700 v. Chr. auf – zurück blicken kann, ist der Weltyogatag noch relativ jung. In 2014 wurde beschlossen, das Yoga alljährlich am 21. Juni seinen Welttag bekommt. Die Begründung dafür sind vielfältig, aber um nur einige zu nennen, dass Yoga förderlich für die Gesundheit ist, das Yoga die Menschen über die Ländergrenzen hinaus verbindet. Yoga ist international und bedarf keine Anpassung an die unterschiedlichen Nationen..

Für mich entdeckte ich Yoga erst mal auf körperlichen Ebene, denn ich fühlte mich nach jeder Yogapraxis nicht nur kräftiger und wohl, sondern auch entspannter. Ich konnte besser schlafen und das ohne „Hamsterrad“ im Kopf. Das hatte zuvor nachts immer mit einem Gedanken begonnen und der wiederum löste den nächsten und der den nächsten und den nächsten Gedanken aus. Am Morgen steig ich erschöpft aus meinen Bett und startete übermüdet und zermürbt in den Arbeitstag. Seit ich Yoga praktiziere, haben sich die Plagegeister der Nacht aus dem Staub gemacht.

Später erkannte ich, dass Yoga meine mentalen Kräfte wachsen lies. Stress stresste mich nicht mehr so sehr, wie ich es sonst in meinem Leben gewöhnt war. Er lies sich von meiner neu gewonnenen mentalen Kraft gut beherrschen und damit gewann ich für mich eine neue Form der Lebensqualität.

Meine Kinder meinen immer, „Du wirst nicht krank, du machst ja Yoga“ Und wenn ich zurück schaue, gehört ein Arztbesuch für mich wirklich zur Seltenheit. Vielleicht habe ich auch nur gute Gene, ober ich habe Glück oder ich habe mir meine Gesundheit mit Yoga erhalten können.

Zur Zeit leite ich mehrere Yogagruppen und gefühlt kann ich das noch 30 Jahre machen. Die älteste Yogalehrerin, die zur Zeit unterrichtet, ist jetzt 99 Jahre alt.

Asylanten

„Ja, jetzt sind wir auch Asylanten“  mit diesen Worten eröffnete ich die gestrige Yogastunde. Zum Glück folgten mir meine treuen Anhänger auch in den neuen Übungsraum, den  uns „Kraft ihrer Wassersuppe“ die Vereinschefin auf die schnelle besorgen konnte.  Freie Übungsräume in der Innenstadt zu bekommen ist eine Herausforderung und fast aussichtslos. Alle möglichen Räume sind bis in die Abendstunden belegt und wer von null auf jetzt, so wie wir,  seinen Übungsraum verliert, steht im Freien, So erging es uns vorletzten Donnerstag.

„Aus gegebenen Anlass wird die Nutzung des Gymnastikraums bis auf weiteres UNTERSAGT“ 

Gestempelt und unterschrieben von Stadtsportbund Rostock. Später erfuhren wir, das wenige Stunde vorher der Gymnastikraum baupolizeilich gesperrt werden musste. Also kein schnelles Ende in Sicht, was die Reparatur oder gar Sanierung betrifft und wir suchten Asyl.

Gelandet sind wir in einem Kindergarten, der in den Abendstunden den Sportraum vermietet und so kamen wir schließlich in einem erfischenden Übungsraum unter. Die Wände orange gestrichen und rundum Fenster – mit Sonnenuntergang inklusive. Was will mal als Yogi mehr. Wir haben es für unser „Asylantendasein“ wirklich gut getroffen, aber nicht ohne ein paar Hinweise von dem Übungsleiter der Vorgängergruppe. „Wir möchten uns doch etwas ruhiger verhalten“ Klar.. wir sind erst mal Fremdlinge ;-).

Nun noch ein Schnappschuß, der mir heute über den Balkon gelungen ist. Naja..nicht ganz ein Schnappschuß, denn als ich mit der Kamera auf leiden Sohlen auf den Balkon trat, flogen die 2 aufgebrachten Elstern ganz fix in die Bäume. Ich wurde auf das „Spektakel“ aufmerksam, weil 2 Elstern einen Höllenlärm machten und einen Sturzflug nach dem anderen Richtung Rasen machten.

Was hatte hatten die Gefiederten denn ins Visier genommen? Eine Katze, sie lag eng am Boden und rührte sich nicht von der Stelle, während die beiden Elstern sie von 2 Seiten attackieren – aus der Luft und auch von Boden aus –  und sie zu verjagen. Ok, als ich auf den Balkon trat, machten sie sich davon, auf nimmer Wiedersehen ?

Anschließend blickte die Katze noch  ganz lieb in meine Kamera. Wenn man in ihre lieben Augen schaut, kam man sich kaum vorstellen, dass ab und zu ein Vogel in ihrem Maul landet.

 

von links hat Vorlauf

Alles lief nach Plan, bis der Schlüssel im Schloss klemmte. Ich war nur zur Vertretung in den Yogagruppen und die Veranstaltung ging bis 21 Uhr. Der Sportverein, für den ich tätig war, betreut seine Mitglieder aufs beste und unternimmt alles, damit kein Training ausfällt. Ich nenne sie mal “die Chefin” des Vereins, die alles managt. Der Veranstaltungsort ist für mich als Autolose zu weit entfernt, so stellte die Chefin sich als mein Chauffeur zu Verfügung. Eine temperamentvolle , taffe Frau, die wie ein Wirbelwind auch zahlreiche Übungsgruppen betreut.

Um 21 Uhr verabschiede ich die letzte Gruppe, Die Chefin fährt das Auto vor. Jeder von beiden Frauen will möglichst schnell in seinen Feierabend. Die Chefin hat zum Abschluss das Tages noch die ehrenvolle Aufgabe, das Gebäude, das wir als letzte verlassen, scharf zu schließen. d.h. mit einem Chip wird die Sicherheitsanlage angestellt und dann kann es in den Feierabend gehen. “Der Schlüssel klemmt irgendwie” sagte sie beiläufig. Die Tür lies sich trotzdem schließen, aber die Sicherheitsanlage lies sich nicht anstellen. Das sind die Momente, die einem den Feierabend verderben können.  Wir suchten den Fehler und fanden ihn nicht. Ein Hin und Her mit dem Wach- und Sicherheitsdienst, denn einfach abhauen und nach uns die Sintflut ist nicht. Nach 30 Minuten war das Problem endlich gelöst. Innerlich danke ich Gott, das ich nicht allein vor der Situation stand

Fast 22 Uhr und der Feierabend ist greifbar nah. Das Wohngebiet liegt in der Nähe einer Waldgegend, alles sehr idyllisch. Die Rushhour ist schon lange vorbei und wir haben die Straße für uns. Kein Auto weit und breit zu sehen, Wir unterhalten uns nebenbei über Gott und die Welt, biegen ab, auf eine Nebenstraße, der Blick ist frei und der Straßenrand von Bäumen umsäumt, als die Chefin voll auf die Bremse tritt. Ich bin erschrocken, denn ich sehe keinen Grund dafür, oder doch? Eine dunkle Gestalt wechselt die Straßenseite. Für eine Katze zu groß und für einen Hund zu bullig. Die Kontur passt nur zu einem Wildschein. Ein Wildschwein, nur wenige Meter vor uns und so nahe bei der Stadt.

Das Auto kommt zum Stillstand, denn ein  Schwein kommt selten allein. Und siehe da, die nächste Schweineschnauze tauch aus der Dunkelheit des Straßenrandes auf und das nächste Schwein überquert die Straße. “Jetzt haben sie noch einen Nachwuchs” sagt die Chefin. Denn sonst hätte man mit einem Gefolge rechnen können.

Nach wenigen Minuten war die Fahrbahn wieder frei und die Chefin noch immer nicht entspannt. Die sonst taffe Frau hatte einen riesigen Schreck bekommen, denn nur ihr war die Gefahr deutlich, die ich noch nicht erkannte.  Ein Auffahrunfall, ein Zusammenstoß .. daran dachte ich zum Glück nicht. Eine  defekten Schließanlage  und  Wildschweine, so etwas kann man nun wirklich nicht gebrauchen.

Die Chefin, die gern mal ein steifes Bein beim fahren einsetzt, war sich sicher, den Rest des Weges wird sie ganz brav fahren und auch nicht bei “orange” noch schnell über die Kreuzung fahren.  Wir verabschiedeten uns vor meiner Haustür und sie fuhr brav weiter nach Hause – noch einmal Glück gehabt.

Ostseemaus