von oben

von oben gesehen

Im September war mal wieder so weit. Solange der Spaß auf Malle nicht ganz vorbei ist, wollten wir Mädels die Zeit noch nutzen und am  „Ballermann“ den Alltag hinter uns lassen. Nein, eine Sause am Ballermann ist damit nicht gemeint, sondern unsere Hotel  das sich genau befindet. Sonne, Strand und Meer und abends in die „Bierstraße“ zu Yvonne – eine Kellnerin in der Bierstraße- , nicht mehr und nicht weniger. 

Als wir im Hotel zum einchecken eintrafen, lief es dieses mal nicht so wie gewohnt. Der Hotelier an der Rezeption sah verwundert abwechselnd in seine Unterlagen, dann auf seinen PC und wieder zurück, teilte uns dann mit,  das geplante Zimmer für uns schon bezogen wäre. Ihnen war ein Irrtum unterlaufen. Am ersten Tag der Anreise wollten nur 2 von uns 3 Mädels im Hotel einchecken und 2 Tage später würde die 3. dazu kommen. Doch man verstand es genau anders herum. Am Tag der Reise checkte ein) ein und 2 Tage späte erwartete man die nächsten 2 Gäste. Und so gaben sie das Zimmer der Einperson, die vor uns eincheckte. Damit war das „Juniorzimmer“ – so nennen sie die Hotelzimmer mit einer Aufbettung. Echt dumm gelaufen. Wir bekamen aber ein Ersatzzimmer, erst mal für 2 Gäste. 

Nach 2 Tagen kam die 3. im Bunde und wir hofften, dass es von Hotel aus mit dem „Juniorzimmer“ geklappt hat.

Und es hat geklappt und besser, als wir zu hoffen wagten. 2 Zimmer, die mit einander verbunden sind und jedes der Zimmer hatte einen Balkon. Und das beste daran war, es lag in der 5. Etage. So weit oben haben wir im Hotel noch nie gewohnt und waren neugierig auf den Ausblick. So weit das Auge reichte, konnten wir in die L´Arenal sehen. 

unser Urlaub kann beginnen, mit  Sommer, Sonne, Strand und Meer

Anfangs konnten wir uns an der wunderschönen Aussicht gar nicht satt sehen. Was vor uns lang, war die wunderschöne Strandbucht. Wir fühlten uns privilegiert und besonders. Deshalb konzentriere ich mich heute nur auf ein paar Bilder, die ich von hoch oben aus luftiger Höhe machte.

Blick auf den ehemaligen B6 – ist jetzt zu einen Edelstrand umgewandelt worden
Dafür schmiegt sich das einfache Volk rechts und links vom B6 ganz eng zusammen
in Deutschland brannte noch die Sonne, auf Mallorca wurde sie knapp und die Strände leerten sich 
an manchen Tagen sah es wettermäßig  trübe aus. 
und hier gab es nur noch Grauzonen für meine Kamera einzufangen.
Blick auf den Hängekorb, auf dem Mann oder Frau sich im wahrsten Sinne des Wortes hängen lassen konnte. 
Eine Festnahme fand direkt unter unseren Augen statt. Der Zugriff erfolgte plötzlich. 
Auf diesem Bild sieht man Palma, ein Boot auf dem Wasser und einen Flieger in der Luft
Die Insel wird im Minutentakt bis in die späten Abendstunden angeflogen.Es sah für mich aus der Ferne aus, als würden große fette Bienen in die Bienenkorb fliegen.
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wilde Zeiten

Der Zufall wollte es, dass ich noch einmal in die alte Zeit von damals gebeamt wurde.  Ein Bild war der Auslöser. Ich schaute mich mal wieder  auf Facebook um. Nicht um etwas zu posten oder zu kommentieren. Halt nur mal gucken, was es so neues in der virtuellen Welt von Facebook gibt. Ein Account nennt sich „DDR-Erinnerungen“ und postet ab und zu über Ereignisse aus alten Zeiten, die das einfache Leben ohne politischen Hintergrund darstellen.

Heute posteten sie ein Foto, dass mich an aufregende Zeiten von damals erinnerte. Das Foto wurde im Herbst gemacht und zeigt Soldaten, die alljährlich die Bauern bei der Kartoffelernte unterstützten, Auch die Kinder mussten mithelfen. Deshalb nannte man die Herbstferien damals auch Kartoffelferien, aber zur Haupterntezeit wurden die Soldaten von der LPGn angefordert.

Und diese Zeit war wirklich aufregend, für alle im Dorf.

Die Eltern bewachten ihre Töchter.  Die Jungs hatten Revierkämpfe an den Nagel hängen müssen, dem soldatischen Männeraufgebot  waren sie nicht gewachsen. Die Mädels des Dorfes waren außer Rand und Band. Die Soldaten hatten Abwechslung vom knallharten Soldatenleben der NVA. Also für jeden war etwas dabei, was sie aus ihrem Alltag katapultierte. 

Im Herbst mussten die Kartoffeln möglich schnell aus dem Boden und eingelagert werden. Maschinen dafür standen kaum zur Verfügung. Nur eine maschinelle Kartoffelkralle gab es. Sie beförderte die Kartoffeln ans Tageslicht. Der Rest wurde von Hand gemacht. Jede Kartoffel aufsammeln und große Kiepen damit auffüllen.  Die schweren Kiepen zum Hänger tragen und ausschütten. Dafür erhielt man einen Chip und diesen konnte man am Abend gegen bare Münze umtauschen. Ein Leistungslohn und wer im Akkord arbeitete, hatte an Abend richtig Geld in den Taschen. Alle mussten damals ran, ja, auch sogar die Kinder waren gefordert. Echte Knüppelarbeit und über Kinderarbeit dachte damals noch niemand nach. Die Bevölkerung musste ernährt werden. Ich fand Feldarbeit nicht erbaulich, aber wenn die schicken Soldaten mit dabei waren, fand ich den Job nicht mehr soo hart.

Und in der Freizeit hatten wir Mädels nur eins im Kopf, schick machen und vor die Tür gehen. Ich ging in der Zeit so oft durchs Dorf spazieren, wie sonst den Rest des Jahres nicht. Ich fand kaum ein Klamöttchen, was für die Spaziergänge schick genug war. Eine Mädels gingen sogar mit Pumps auf den Feldwegen spazieren, natürlich in der Nähe der arbeitenden Soldaten. Nein, soweit ging ich nicht 😉 . Wir hoben zwar die Nasen,wenn die Soldaten uns hinter her gepfiffen haben, aber hätten sie es nicht getan, wären wir entsetzt gewesen. Damals nahm niemand wirklich Anstoß daran und es wurde unter „Flirt“ abgelegt.

nach der Arbeit das Vergnügen 🙂 

Zum Abschluss des Einsatzes wurde im Kultursaal des Dorfes noch ein Tanzabend organisiert. Damit kamen die Eltern erst richtig ins Schwitzen. Sie mussten dafür sorgen, dass ihre Töchter nicht knutschend in dunkle Ecken verschwanden. Deshalb standen sie Eltern vor dem Tanzsaal, schauten in die Fenster und behielten ihre Töchter im Auge. Wohin die Jungs sich damals verzogen, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Wir hatten ja spontan keine Augen mehr für sie. Wahrscheinlich zogen sie die Köpfe ein und warteten, bis der ganze „Spuk“ vorbei war. Und der dauerte 2 oder 3 Wochen.

Ein Soldat aus der Zeit von damals blieb in unserem Dorf, er hatte dort seine Liebe des Lebens gefunden, gründete eine Familie. Er lief später in  ziviler Kleidung durchs Dorf und da fand ich ihn gar nicht mehr sooo attraktiv. Ich habe keinen abgekriegt. Aber dafür wäre ich auch zu jung gewesen, denn ich war ja noch ein Schulkind, hatte noch ein paar Jahre Schule vor mir, hatte aber schon ein Auge für die Jungs und für die Soldaten sowieso 😀 

Bilder sprechen für sich

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