Wieder da

Er ist wieder da

Wer Rostock in der Vergangenheit besucht hat, traf ihn in den letzten Jahren fast immer am Uni-Platz im Rostocker Stadtzentrum an. Mit den Jahrzehnten seines Daseins wurde er nicht nur zu einem viel fotografierten Original von Rostock, er bekam auch einen unverwechselbaren Namen von seinen Fans verpasst. Man nannte ihn liebevoll Spielmann-Opa.

Auch Wikipedia weiß einiges über den Rostocker Spielmann-Opa zu berichten und wer meinem Link folgt, findet dort auch das Denkmal, was man zu seinem 2. Todestag eingeweiht hatte. Und wieder dürfen ihn seine Fans fotografieren und sogar auch mal die Teufelsgeige auf Rücken streicheln.

Am 27. Mai wurde sein Denkmal am Uni-Platz offiziell eingeweiht.

Aber auch ich bin wieder da

Die letzten Wochen und Tage waren voll gepackt,

mit Möbel packen, Wohnung renovieren und fast sanieren,

mit Besuch und noch mal mit Besuch,

mit einer Reise und

einer Feier im Kreise der Familie.

Zum Glück ließen all die Lockerungen in der Coronakrise alles das zu, was es zu tun gab.

Es gab gute Nachrichten, über die man sich freuen konnte😀, es gab aber auch traurige Nachrichten, die es noch zu verarbeiten gilt. 😥

Und das Leben geht weiter und weiter und weiter

wie ein Schweigeseminar

23.Tag seit der Maßnahme

Meine Wochentage waren vor den Maßnahmen von Kindersport und Yoga geprägt. Das heißt, wochentags machte ich mir jeden Morgen noch vor dem Aufstehen bewusst, in welcher Sporthalle ich wann und wo anwesend sein muss und was ich am Samstag noch zu erledigen habe. Nur am Sonntag musste ich mir keine Gedanken machen.

Seit dem 16. März hat sich all das verändert. Obwohl mein Kalender mich noch an die laufenden Aktivitäten immer noch erinnert, bleibe ich zu Hause, als wäre es Sonntag und immer wieder Sonntag, ohne Sporthalle und Supermarkt.

Naja..der eine oder andere Gang muss doch noch gemacht werden. Supermarkt oder Post. Die suche ich nur selten auf. Ich verschicke weder Pakete, noch order ich mir per Internet Ware, die ich zur Zeit nicht kaufen kann. Schließlich will ich den Chef von Amzon nicht noch mehr Geld zukommen lassen. Denn der verdient sich an der Coronakrise dumm und dämlich und dabei hat er schon ein geschätztes Vermögen von 117,3 Mrd. USD. Ob er davon mal eine ebenso großzügige Spende machen wird ? Ja..hat er.

Gestern trug ich nur einen schnöden Brief zur Post. Als ich mich der kleinen Poststelle näherte, sah ich einen Haufen Menschen. Komisch, wie schnell man sich an neues gewöhnt. Vor 4 Wochen wären mir Menschengruppe nicht sonderlich aufgefallen, heute hält man schon den Atem an und fragt sich: „Dürfen die das?“ Als ich aber näher kam, erwies sich die Menschengruppe als lang gezogene Warteschlange von Menschen.

mein Vordemann

Erstaunlich auch, wie brav alles abläuft. Schweigende Menschen in der Reihe. Niemand spricht mit Niemandem. Das erinnerte mich an ein Schweigeseminar, das ich während meiner Yogalehrerausbildung – nur für ein paar Stunden – mit machte. Ich fühlte mich damals in mitten der schweigenden Mitschüler verloren und isoliert und brach sogar vorzeitig ab. Zufällig fuhr eine Bekannte mit dem Rad an der Gruppe vorbei. Wir winkten uns nur kurz zu und schon war sie wieder weg. Sonst hätten wir vielleicht noch ein kurzen Schnack abgehalten. In Coronazeiten geht das nicht mehr.

Auch wenn jeder Tag wie Sonntag scheint, ist es doch für mich die gruseligste Zeit. die ich seit der Wende erleben musste. Nur war damals der Grusel ein anderer, denn man wusste damals nicht, wie es weiter gehen würde. Frau Merkel erwähnte in ihrer Ansprache ja auch erst die Wende, als besonders ernste Zeit. korrigierte sich dann aber und stellte die heutige Situation mit dem Kriegsende 1945 gleich.

Aber egal, welchen Zeitpunkt sie wählte. damals zogen sich die Menschen aus dem Sumpf und das wird ihnen heute auch gelingen.

mit anderen Augen

Schon seit ein paar Tagen bemerke ich, dass ich immer dann einen inneren Ruck verspüre. wenn Menschen sich im TV zur Begrüßung umarmen, wenn sie sich mit Handschlag begrüßen oder auch sonst kuschlig nebeneinander sitzen. Kaum zu glauben, dass ich unbewusst die neunen Maßnahmen und Regel schon so sehr verinnerlichte. Es handelt sich natürlich um alte Aufzeichnungen aus einer Zeit, als niemand an die Coronakrise im entferntesten dachte.

Aus dem selben Grund sehe ich die Bilder aus alten Zeiten auch mit anderen Augen. Was letzten Herbst, als ich auf Malle war, noch möglich war, ist heute undenkbar. Menschen auf engsten Raum, kuschlig eng beieinander und die Köpfe zusammensteckend, weil sie wegen der lauten Musik sich die Worte in die Ohren brüllen müssen. Naja..das ist nicht für jedermann, aber mir macht es nichts aus. Ich bin gern unter vielen vielen vielen Menschen und schöpfe so von ihrer Energie ohne mich selber energetisch auszulaugen.

Das Bild unter diesem Text fiel mir heute ins Auge, weil ich darauf etwas sah, was ich sonst nicht beachtet hätte. Nur eine Person verhält sich heute nach den neusten Regeln, die uns seit Montag zu unserem Selbstschutz auferlegt wurden.

Suchbild…wer verhält sich regelkonform?